[last update: 22.02.2002]

Strecke Ahrdorf - Blankenheim (Wald)



Strecke Ahrdorf - Blankenheim (Wald)

19.02.2002 Radeln auf der alten Bahntrasse (KSTA)
25.07.2001 Dollendorf: Bahnhof unter dem Hammer (KSTA)
19.01.2001 Blankenheim: Brückenbauwerk muss abgebrochen werden (KSTA)
18.01.2001 Tunnel in Blankenheim wird abgetragen (KSTA)
16.03.2000 Unterschutzstellung der Strecke Ahrdorf - Blankenheim (Wald) (KSTA)


.
Radeln auf der alten Bahntrasse 

Von Johannes Puderbach

Einer wunderschöner Radweg soll im nächsten Jahr im Ahrtal gebaut werden. Die Streckenführung wird weitgehend der alten Bahntrasse folgen. 

Kreis Euskirchen / Blankenheim - Das gewundene Ahrtal zählt zu den schönsten Gegenden, die der Kreis Euskirchen zu bieten hat. Doch für Ausflügler, die auf dem Fahrradsattel Erholung suchen, ist es bisher eine lebensgefährliche Angelegenheit, sich in das grüne Flusstal zu wagen: Autos, Motorradfahrer und Lastwagen quetschen sich auf der kurvigen Bundesstraße. Doch nun ist Besserung in Sicht. 

Bundesmittel 

"Wir setzen alles daran, so schnell wie möglich einen Radweg durch das Ahrtal zu bauen", berichtete gestern Franz Unterstetter, der zuständige Dezernent im Kreishaus. Das Ahrtal gehöre zwar bisher schon zum Landesradwegenetz, doch sei es bisher noch nicht ausgewiesen, weil es einfach zu gefährlich sei, die Radfahrer auf die Bundesstraße 258 zu schicken. Nachdem der Bund nun die Finanzierung in Höhe von grob geschätzt rund 1,5 Millionen Euro übernommen hat, arbeitet jetzt ein Team mit Mitarbeitern des Kreises, des Landesbetriebes Straßenbau NRW und des Amtes für Agrarordnung an der Realisierung dieses wichtigen Projektes. "Wir arbeiten mit vollem Druck daran, den gesamten Radweg nächstes Jahr komplett zu bauen", so Unterstetter. 

Der rund 16 Kilometer lange und 2,50 breite Radweg beginnt am Orts¦ende von Blankenheim und wird bis zur Einmündung der K 70 in Richtung Nonnenbach neben der B 258 errichtet. Für die Planung in diesem Abschnitt ist der Landesbetrieb Straßenbau zuständig. "In diesem oberen Streckenteil können wir leider nicht der alten Bahntrasse folgen, weil es Schwierigkeiten beim Grunderwerb gab", berichtete Unterstetter. Denn nach der Stilllegung der Ahrtalbahn waren einzelne Abschnitte an Privatpersonen verkauft worden. In Höhe der Mündung des Nonnenbachs in die Ahr wird der Radweg auf das andere Flussufer wechseln und dann über vorhandene Wirtschaftswege und Bahndammabschnitte bis zum touristischen Höhepunkt der Tour führen: Denn am Oberahreck dürfen die Radfahrer dann auf dem alten Viadukt das Ahrtal überqueren. Die Verkaufsverhandlungen über das 300 Meter lange Bauwerk mit der DB Immobilien stehen kurz vor dem Abschluss. "Die Substanz der Brücke ist noch in gutem Zustand", berichtete Unterstetter. Sie muss lediglich mit einer neuen Fahrbahn und einem Geländer versehen werden. Bis zur Landesgrenze wird der Ahrtalradweg dann mit einigen wenigen Ausnahmen, etwa in Ahrhütte und Ahrdorf, der Bahntrasse folgen. 

Der Abschnitt vom Nonnenbach bis zur Landesgrenze wird von Kreis und Landesbetrieb Straßenbau gemeinsam errichtet. Obwohl der Radweg teilweise auf dem anderen Ufer verlaufen wird, wie die Bundesstraße, wird er dieser trotzdem zugeordnet. 
Etwa zur gleichen Zeit wird der Kreis Ahrweiler seinen Radweg von Dernau bis zur Landesgrenze verlängern. Zwischen Landesgrenze und Müsch können die Radfahrer dann auch durch einen alten Bahntunnel fahren. 

Angestrebt ist es, den Radweg mit einer Schwarzdecke zu versehen. "Ein geteerter Weg hätte viele Vorteile", argumentierte Unterstetter. Die Unterhaltskosten wären niedriger, der Weg könnte im Laufe eines Jahres viel länger genutzt werden, und nicht zuletzt würde er auch Inline-Skater anlocken. "Auf dem Radweg zwischen Palmersheim und Rheinbach tummeln sich am Wochenende Hunderte Skater", so der Tiefbaudezernent. 

Teerdecke 

"Ein attraktiver Radweg, der sich über viele Kilometer erstreckt, muss sinnvollerweise komplett geteert werden", meinte auch Alfred Lützler, stellvertretender Leiter des Landesbetrieb Straßenbau in Euskirchen. Wenn das ganze Projekt abgeschlossen ist, wird ein enormer Aufschwung für den Tourismus im Ahrtal erwartet. Denn da der Radweg über die Bahntrasse verläuft, hat er keine starken Steigungen oder Abfahrten. Familien mit Kindern können den Weg mühe- und gefahrlos bewältigen. Zudem lassen sich verschiedene Rundfahrten mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln absolvieren. So könnte man beispielsweise mit dem Zug von Köln nach Blankenheim fahren, dann mit dem Rad gemütlich die Ahr herunter rollen bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig und anschließend mit dem Schiff zurückfahren. Wem die rund 85 Kilometer von der Quelle bis zur Mündung zu lang sind, der kann sich auch im unteren Ahrtal schon in einen Zug setzen. Unterstetter: "Für Gastronomen und Selbstvermarkter entlang der Strecke bieten sich viele Chancen." 

KSTA 19.02.2002 


.
Denkmalgeschützte Gebäude
Bahnhof unter dem Hammer

Blankenheim-Ahrhütte - Der ehemalige Bahnhof Dollendorf, der in Ahrhütte liegt, wird am Donnerstag, 27. September, um elf Uhr am Gemünder Amtsgericht zwangsversteigert. 

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nach der Stilllegung der Ahrtalstrecke zunächst noch als Bahnagentur genutzt. In den 60er Jahren erwarb die damalige Eisenbahnergewerkschaft GdED den ehemaligen Bahnhof und nutzte ihn als Schulungsstätte für junge Eisenbahner. 

Ende der 70er Jahre gab die Gewerkschaft die Bildungsstätte auf und verkaufte das neben dem Feriendorf gelegene Gebäude an eine Privatperson.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 25.07.2001 (Internet).


.
Unterschutzstellung???

Tunnel wird abgetragen
Busbahnhof im Bahndamm

Blankenheim - Ein großer Blankenheimer Schandfleck soll, wenn alle Pläne wahr werden, demnächst verschwinden. Der finstere Tunnel, der die belgische Siedlung und das Neubaugebiet Hohental mit dem historischen Ortskern verbindet, soll weichen, um gleichzeitig ein anderes Problem zu lösen: An dieser Stelle soll ein neuer Busbahnhof entstehen. Denn nachdem die RVK ihren Betriebshof aufgegeben hat und vor der Einfahrt zu dem Gelände ein Kreisverkehr entstehen soll, wurde händeringend nach einem Platz für die Bushaltestelle gesucht.

Rund 880 000 Mark wird es kosten, diese wichtige Maßnahme zu verwirklichen. Wie der Beschlussvorlage zu entnehmen ist, die Bürgermeister Karl-Heinz Gatzen (CDU) gestern Abend im Bauausschuss vorstellte, wird das Land nach den gültigen Förderrichtlinien 90 Prozent der gesamten Kosten übernehmen. Für die Gemeinde bliebe lediglich ein Eigenanteil von knapp 90 000 Mark.

Nach dem vorgelegten Planentwurf soll der Bahndamm der früheren Ahrtallinie an der Stelle, wo er jetzt von dem engen Tunnel durchstochen wird, auf einer Breite von rund 40 Metern abgetragen werden. Auf der neu gewonnenen Freifläche soll dann der Busumsteigeplatz gebaut werden. Da in Blankenheim zeitweise fünf Busse verschiedener Linien gleichzeitig eintreffen, sind mehrere nebeneinander liegende Halteinseln vorgesehen. Die Straße "In den Alzen" soll neben einer größeren Verkehrsinsel an den Haltestellen vorbeigeführt werden.

"Das Land wird im Februar über den Förderantrag entscheiden", erklärte Franz Unterstetter, Tiefbauchef des Kreises. Dann werde auch festgelegt, wann der Bewilligungsbescheid ergehe und somit das Projekt umgesetzt werden könne. "Ich sehe das sehr positiv", urteilte Unterstetter über die Wahrscheinlichkeit, dass das Land den Antrag genehmigen wird.

Das alte Wasserhäuschen vor dem Tunnel, dessen Anblick viele Bürger stört, wird vorerst stehen bleiben. Es könnte sein, dass Teile der Anlage noch als Regenrückhaltebecken benötigt werden.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 19.01.2001 (Internet).


.
Bei 90 Prozent Förderung beläuft sich der Eigenanteil für Blankenheim auf 88 000 Mark

Busumsteigeplatz in greifbarer Nähe

bk Blankenheim. Blankenheims Bürgermeister Karl-Heinz Gatzen plant einen Busbahnhof in der Zufahrt Alzen/Bahnhofstraße in Blankenheim. Die Pläne hierfür werden heute in der Sitzung des Bauausschusses präsentiert. Vergangenes Jahr gab die RVK ihren Betriebshof in Blankenheim auf. Dieses ehemalige Postgelände befindet sich noch im Eigentum der Deutschen Telekom AG, soll aber verkauft werden.

Für die Fahrgäste von fünf gleichzeitig eintreffenden Bussen wird es künftig keine Umsteigemöglichkeiten mehr geben. Der ehemalige Betriebshof der RVK kann auch nach der Anlage des Kreisverkehrs vor der Einfahrt in die Ahrstraße demnächst nicht mehr ordnungsgemäß angebunden werden. Die Verwaltung will deshalb in der Nähe des Ortskerns, und zwar im Bereich der jetzigen Zufahrt Alzen/Bahnhofstraße, einen neuen Busumsteigeplatz anlegen.

Um das verwirklichen zu können, muss die Gemeinde Gelände der Bahn AG kaufen. 6500 qm der ehemaligen Trasse der Bahnlinie Blankenheimwald-Ahrdorf sind erforderlich. Die abschließenden Verhandlungen werden in Kürze geführt.

Ein Brückenbauwerk muss abgebrochen werden. Teilweise muss der vorhandene Bahndamm abgetragen und auf das vorhandene Niveau angeböscht werden. Einschließlich Straßenbauarbeiten, Beleuchtung, Eingrünung und Grunderwerb wird das Projekt rund 880 000 Mark kosten.

Über die Durchführung der Maßnahme hat Karl-Heinz Gatzen Ende Dezember mit Franz Unterstetter, dem Leiter des Kreistiefbauamtes in Euskirchen, gesprochen.

Unterstetter prüfte die Förderfähigkeit und konnte Gatzen jetzt die erfreuliche Mitteilung machen, das aus sogenannten Mitteln für den öffentlichen Personennahverkehr eine Förderung von 90 Prozent der Kosten zu erwarten sei. Ein Förderantrag wurde schon gestellt. Wird der Antrag bewilligt, zahlt die Gemeinde Blankenheim nur noch rund 88000 Mark.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 18.01.2001 (Internet).


.
Unterschutzstellung der Strecke Ahrdorf - Blankenheim (Wald)

Zwischen Blankenheim-Wald und Ahrdorf werden auch alte Mauern und Tunnels erhalten

25 km Bahntrasse unter Schutz gestellt

Von Josef Schmitz

Blankenheim. Vermessungstrupps machten sich 1907 an die Arbeit und legten die Trasse für die Ahrtalbahn von Blankenheim-Wald nach Ahrdorf fest. Für die Ahrtalbahn war sogar ein zweites Gleis geplant. Zum 1. Mai 1913 lief der Bahnverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Ahrdorf und Blankenheim-Wald.

In ihrer Sonderausgabe zur Eröffnung der Bahnstrecke am 1. Mai 1913 zählen die "Eifeler Nachrichten" auf: Von der Mitte des Empfangsgebäudes Ahrdorf bis zur Mitte des Empfangsgebäudes Bahnhof Blankenheim-Wald beträgt die Gesamtlänge der Strecke 24,9 km.

37 Wege-, Bahnunter- und -überführungen waren erforderlich sowie 18 gewölbte Durchlässe. Die Bahn führte durch drei Tunnels bei Ahrdorf, durch den Finkenberg und unter der Straße Blankenheim - Köln hindurch.

1961 wurde die Bahnlinie zwischen Blankenheim und Ahrdorf stillgelegt. Bis zum 31. Juli 1976 wurde Güterverkehr noch auf dem Teilabschnitt Blankenheim-Wald - Blankenheim aufrechterhalten. Der Haltepunkt Blankenheim lag in der Nähe der heutigen Einfahrt ins Gewerbegebiet.

Gleichzeitig Zeugnis der Kulturgeschichte

Die Höhere Landschaftsbehörde bei der Bezirksregierung in Köln hat die Unterschutzstellung der ehemaligen Ahrtalbahntrasse bereits am 19. Januar veröffentlicht. Der Landschaftsbeirat des Kreises Euskirchen wird sich am Donnerstagnachmittag im Kreishaus Euskirchen damit befassen.

Das Gebiet umfasst die in östlicher Richtung verlaufende Trasse zwischen der Urft südlich von Blankenheim-Wald bis südöstlich der Ortslage Mülheim. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von annähernd 30 Hektar.

Geschützt werden soll ein "strukturreicher, kleinklimatisch unterschiedlicher Biotopkomplex von wärmeliebenden Hecken- und Gebüschformationen, Baumbeständen, Mischwaldbereichen, artenreichen Laubwäldern, Kalkmagerrasen, vegetationsarmen Schotterflächen, Ruderal- und Hochstaudenfluren, Kleingewässern, Mauern, Brücken- und Tunnelbauwerken."

Die ehemalige Bahntrasse soll als Lebens- und Rückzugsraum sowie Vernetzungselement zahlreicher in ihrem Bestand bedrohter Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften, insbesondere Vogel- und Insektenarten, Fledermäuse, Amphibien und Reptilien erhalten bleiben.

Die ehemalige Bahntrasse wird in ihrer Ausdehnung mit den vorhandenen Brücken- und Tunnelbauwerken und Mauerwerken als kulturhistorisches Zeugnis für die Landeskunde und Erdgeschichte eingestuft. Die Böschungsaufschlüsse, die Übergänge von Gesteinsschichten des Unterdevons (Nettersheimer Sattel) zum Mitteldevon (Blankenheimer Mulde) werden damit geschützt.

Sie ist aber auch wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit unter Schutz gestellt worden. Hier gibt es das Vorkommen von charakteristisch und ausgezeichneten Biotoptypen.

Gefunden werden seltene Flechtengesellschaften. Die ehemalige Bahntrasse wird als linienförmiges, landschaftlich prägendes Element eingestuft.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 16.03.2000 (Internet)