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NACHRICHTEN: Juni  2004



Juni 2004 [< Nachrichten Übersicht ]

18.06.2004 Oleftalbahn: "Allenfalls der erste Schritt" (KSTA)
16.06.2004 Bw Kreuzberg: Strafanzeige gegen Landrat... (AW)
14.06.2004 Rheinbach: Stadt kauft Empfangsgebäude des Bahnhofs (HPHö)
14.06.2004 Aachen: Dampflok des IFS (MKe)
12.06.2004 Aachen: Dampflok wird angeheizt (MKe)
09.06.2004 Kaisersesch / Eifelquerbahn u.a. (ddp)
07.06.2004 Plandampf auf der KBS 478 / Bahnhofsfest Kaisersesch (VEB)
07.06.2004 DE 63 und DE 62 der HGK (PWe)
07.06.2004 Treffen der „Arbeitsgruppe Reaktivierung der Eifelquerbahn“ (HPK)
02.06.2004 Oleftalbahn rollt wieder - ein kleines Stück (PWe)


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„Allenfalls der erste Schritt“
Unterstetter denkt über Schülertransport und bessere Busanbindung nach.

Schleiden - Die „Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs“ auf der Oleftalstrecke bejubelten am Pfingstsonntag die Festredner in Gemünd, wo der Zug endet. Aber eine Kernfrage wurde nicht einmal am Rand erwähnt: Wieso rollt der Zug nur bis nach Gemünd, nicht aber bis Schleiden oder gar Hellenthal?

Für Schleidens Bürgermeister Christoph Lorbach (CDU) ist das nicht nachvollziehbar. „Es ist allenfalls der erste Schritt in die richtige Richtung.“ Dem SPD-Politiker Werner Bornes drängt sich angesichts der Fragment-Lösung ein böser Verdacht auf: „Es riecht verdächtig danach, dass die zweijährige Erprobungsphase eine Alibiveranstaltung sein könnte.“

In den Wochen vor Pfingsten war auch die Strecke zwischen Gemünd und Schleiden mit einigem Aufwand so aufgemöbelt worden, dass der Zugverkehr möglich wäre. Rurtalbahn und Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) strebten da noch gemeinsam an, dass es einen Sonntagsbetrieb bis zum Busbahnhof in Schleiden geben sollte. Der sollte im Wechsel von der RSE mit historischen Zügen und der Rurtalbahn mit modernen Regiosprintern gefahren werden. Die historischen Züge sollten mit den Eisenbahn-Freaks eine zusätzliche Zielgruppe anlocken.

Ein entsprechendes gemeinsames Betriebskonzept der beiden privaten Eisenbahnunternehmen legten sie - wohl einmalig in der Eisenbahngeschichte - im Januar vor. Vorgesehen war für den Sonntagsverkehr von Kall bis Schleiden eine Landesförderung von jährlich 25 000 Euro. Tatsächlich zugesagt wurden von der Landesregierung schließlich sogar 37 500 Euro im Jahr, plus 25 000 Euro in zwei Jahren für Marketing und Werbung.

Dann kam die Auflage, dass nur mit modernen Zügen gefahren werden dürfe. Dahinter mag stehen, dass in NRW Touristenverkehre mit historischen Zügen nicht bezuschusst werden. Insbesondere aber ist der Fahrradtransport in modernen Regiosprintern wesentlich komfortabler als im Schienenbus der RSE. So entschied sich knapp zwei Wochen vor der Aufnahme des Verkehrs, dass die Rurtalbahn alleine und nur bis Gemünd fahren sollte. Allerdings morgens ab Düren und abends zurück nach Düren, womit auch „Betrieb“ auf der Bördebahn ist. Nach Erkenntnissen der Kreisverwaltung verhandeln derzeit RSE und Rurtalbahn darüber, ob sie die Strecke mit den Rurtal-Sprintern jeweils abwechselnd bedienen können.

Rainer Bohnet von RSE hat jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Strecke bis nach Schleiden verlängert werden kann. Das Gegenargument, dass es dort viele nicht technisch gesicherte Bahnübergänge gibt, ließ Bohnet nicht gelten: „Die Strecke ist nicht unsicherer als andere Bahnstrecken auch.“

Bereits am 15. Juli will Franz Unterstetter, der beim Kreis für die Oleftalbahn zuständig ist, mit den Bürgermeistern in Schleiden das Thema „Reaktivierung“ diskutieren. Kurzfristig will er auch die Frage klären, wie man den Schülerverkehr zu den Schulstandorten Kall und Schleiden auf die Schiene verlagern könnte. Er persönlich hält das für sehr sinnvoll. Dazu müsste der Zug natürlich mindestens bis Schleiden weitergeführt werden. Und vor allem müsste es ein Dauerverkehr sein, nicht nur an den Sonntagen. Außerdem müsste der bahnparallele Busverkehr verschwinden. Weiter will Unterstetter kurzfristig klären, wie die Bushaltestellen mit der Bahn besser verknüpft werden könnten.

Bereits geklärt hat Unterstetter die Frage, ob alternativ ein Straßenbahnbetrieb möglich wäre. Dies scheidet aus, weil dann die Stadt Schleiden als alleiniger Zahlmeister zur Kasse gebeten würde. Beim Eisenbahnbetrieb ist hingegen der Verkehrsverbund zuständig.

Für nächstes Jahr, so Unterstetter, werde bereits überlegt, den Regiosprinter nicht nur sonntags, sondern auch an Samstagen und während der Ferien rollen zu lassen. Aber es sei klar, dass die Bahn derzeit lediglich den nördlichen Nationalpark anbinde. Das Nationalparkzentrum, das demnächst auf Vogelsang entstehen soll, wird die Zahl der Besucher sicher in die Höhe schnellen lassen. Insofern spiegelt die momentane Auslastung der Züge wohl nicht die endgültige Situation wider.

Jedenfalls will Unterstetter massiv im weiteren Einzugsgebiet für die Nationalparkbahn werben lassen: „Die Leute in Euskirchen und Düren müssen wissen, dass sie von der Bahn mit ihren Fahrrädern bis an den Nationalpark gebracht werden.“

(KStA) VON F.A. HEINEN, 18.06.04, 07:17h, aktualisiert 11:33h
 

KOMMENTAR / OLEFTALBAHN
Auf die Schiene setzen

von F.A. HEINEN, 18.06.2004

Zweifel bleiben, ob der Kreis tatsächlich ernsthaft die Reaktivierung der Oleftalbahn anstrebt. Zu vieles ist - zufällig oder gezielt? - schief gelaufen. Bis zum Jahr 2000 wurde das Vorhaben auch von der Kreisverwaltung glaubwürdig vorangetrieben. Danach blieb plötzlich alles liegen - mit dem Argument einer anstehenden Änderung des ÖPNV-Gesetzes. 

Im Fall Oleftalbahn war aber ohnehin schon eine nahezu hundertprozentige Landesförderung als Pilotprojekt vorgesehen. Das Modell war auf 15 Jahre durchgerechnet und wäre für den Kreis superbillig abgelaufen. Die Pilotförderung sah die langfristige Betriebskostenförderung vor. Selbst wenn der Kreis im Jahr 2000 die von der Bahn geforderten 700 000 Mark für die Strecke bezahlt hätte, wäre das pro Betriebskilometer allenfalls mit einigen Groschen zu Buche geschlagen, die wiederum aus der Betriebskostenförderung des Landes mit 16 Mark je Kilometer gedeckt gewesen wären. Dennoch wurde der Kaufpreis letztlich zum Stolperstein für die Reaktivierung. 

Zum Jahreswechsel lief der so genannte "Trassensicherungsvertrag" aus, so dass es keine Garantie mehr für den dauerhaften Erhalt durch die Bahn gibt. Die fatale Folge: Nun muss der Kreis die Trasse selbst sichern. Dafür müsste er sie aber kaufen. Das ist der einzige sachliche Grund, weshalb die geplante Reaktivierung nicht zustande kommt. 

Der Kreis argumentiert, dass die Reaktivierung gewollt sei, "sofern dies wirtschaftlich vertretbar" sei. Schon 1999 lagen diverse Gutachten vor, die genau dies bestätigten. Damals war der Kreis sogar bereit, rund eine halbe Million Mark jährlich für die Realisierung eines Stundentaktes zu bezahlen. Seinerzeit lag auch ein Angebot eines Eisenbahnunternehmens auf dem Tisch, das sich vom Betrieb der Strecke sogar Profit versprach. Als Belastung für den Kreis wäre nur der einmalige Kaufpreis übrig geblieben. Klar ist unter dem Strich: Die Fördermittel waren da, der Kreistag hatte die Reaktivierung beschlossen, der Landrat hat den Beschluss bisher nicht umgesetzt. Es wird Zeit, dass Günter Rosenke seine Wahlversprechen realisiert. 

F.A. HEINEN 


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LANDRAT UND BÜRGERMEISTER HAAG: 

"Tempel-Vorgehen zu Bahnbetriebswerk Kreuzberg ist infam" 

Das jüngste Vorgehen des früheren Kreistagsmitglieds der Grünen, Willi Tempel, 
in Sachen Bahnbetriebswerk Kreuzberg haben Landrat Dr. Jürgen Pföhler und der 
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, Achim Haag, als "infam und 
niederträchtig" bezeichnet. Zu einem guten demokratischen Klima gehöre es, auch 
bei unterschiedlichen politischen Standpunkten gegenseitigen Respekt und 
Fairness an den Tag zu legen, so Landrat und Bürgermeister.   

Als Sprecher des Kreisgruppe Ahrweiler des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz 
Deutschland) habe Tempel am vergangenen Wochenende unter Berufung auf ihm 
angeblich anonym zugestellte Papiere und nach eigenen Angaben ungeprüft 
Strafanzeige gegen Landrat, Bürgermeister, Deutsche Bahn AG und den Leiter des 
Kreis-Bauamtes gestellt und dies zugleich der Presse zugeleitet. Da dies 
unmittelbar vor der Kommunalwahl geschehen sei, spreche die Vorgehensweise 
Tempels für sich, erklärten Dr. Pföhler und Haag und betonten weiter: Wer 
unmittelbar vor der Kommunalwahl ungeprüft und unter Berufung auf anonyme 
Quellen öffentlichkeitswirksam einen Strafantrag stelle, verfolge offensichtlich 
nur ein Ziel: Personen, die er als politische Gegner empfinde, in Misskredit zu 
bringen, ohne dass sich diese Personen noch rechtzeitig wehren können.   

Hauptbestandteil der besagten Papiere sind zwei verwaltungsinterne Vermerke von 
"Runden Tischen". Dabei handelt es sich um Planungs- und Abstimmungsgespräche, 
die in Kreis- und kommunalen Verwaltungen zu vielen größeren Bauprojekten 
stattfinden. Bei den Gesprächen über die Zukunft des früheren Bahnbetriebswerks 
ging es im Wesentlichen um eine mögliche Baulandausweisung auf diesem Gelände. 
Über die potenzielle Nutzung des Areals als Bauland hatten die Verbandsgemeinde 
und die Ortsgemeinde Altenahr als Träger der kommunalen Planungshoheit mit der 
Deutschen Bahn als Eigentümer gesprochen. Da es dabei auch um Fragen der 
Bauleitplanung ging, wurde der Kreis beteiligt.   

Die Vermerke wurden in der Kreisverwaltung verfasst und liegen auch der 
Verbandsgemeindeverwaltung Altenahr vor. In den Tempel-Unterlagen ist diesen 
Vermerken jedoch eine gesonderte Seite beigefügt. Darin ist von einer 
"Aufteilungsvereinbarung" und "Barzuwendungen der DB Services" an Landrat, 
Bauamtsleiter und "Altenahr" die Rede. Landrat und Bürgermeister wiesen die 
Behauptungen als "abwegig und ehrabschneidend" zurück. Bereits aufgrund des 
fremden Schriftbildes sei diese Zusatzseite als offensichtliche Fälschung 
erkennbar, unterstrichen Landrat und Bürgermeister nachdrücklich.   

Als Landesbeamter gelte für Tempel eine besondere Sorgfaltspflicht und ein 
Mäßigungsgebot, was sich auch auf die politischen Auseinandersetzung erstrecke. 
Wegen des Zusatzpapiers habe die Kreisverwaltung rein vorsorglich Strafanzeige 
wegen Verleumdungsdelikten und Urkundenfälschung gegen Unbekannt gestellt.   

Tempel hat seine mit diesen Papieren gestellte Strafanzeige als Sprecher des 
BUND gestellt. Landrat Dr. Pföhler hat den BUND zu einer Stellungnahme 
aufgefordert, ob das jüngste Vorgehen Tempels mit dem Verband abgestimmt gewesen 
sei.   

Unterdessen haben Kreis und Verbandsgemeinde die wiederholt vorgetragenen 
Behauptungen aus dem Umfeld der BUND und des Museumsvereins als "sachlich falsch 
und unqualifiziert" zurückgewiesen, wonach das Vorgehen von Kreis und VG 
angeblich rechtswidrig und illegal sei. Dazu heißt es: Die Deutsche Bahn habe 
einen Rechtsanspruch auf die Abbruchgenehmigung, die der Kreis im Einvernehmen 
mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Mainz erteilt hat. Erst in diesen Tagen 
habe die oberste Denkmalschutzbehörde, das Mainzer Ministerium für Wissenschaft, 
Weiterbildung, Forschung und Kultur, dies erneut bestätigt. Die 
Entscheidungsgründe für die Abbruchgenehmigung seien "ohne Weiteres 
nachvollziehbar". Aus dem Kreishaus hieß es abschließend, das Verfahren nach dem 
Denkmalschutz, der den Abbruch zulasse, sei unabhängig von dem der 
Bauleitplanung. 

Kreisverwaltung Ahrweiler 
http://www.kreis.aw-online.de/ 
mailto:info@aw-online.de 


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Stadt Rheinbach kauft Empfangsgebäude des Bahnhofs 

In seiner letzten Sitzung hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Rheinbach den Kauf des Bahnhofs beschlossen. Wie bekannt ist, trennt sich die Bahn AG von einer Vielzahl von Empfangsgebäuden, da sie für die Eisenbahninfrastruktur nicht mehr benötigt werden.
Der Kauf erfolgt im Rahmen der Vereinbarung zwischen dem Land NRW, der DB Station und Service AG und dem Forum Bahnflächen NRW.
Die Stadt strebt mittelfristig die Wiedereröffnung des Fahrkartenschalters in Verbindung mit einem Tourismus-Info-Zentrum an, wobei auch an eine öffentliche WC-Anlage sowie an einen Zeitschriftenladen gedacht ist.

Hans Peter Höfel


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Dampflok des IFS in Aachen

Autor: Michael Kelter, Datum: 14.06.2004 20:43 

Heute stand die Dampflok des IFS in Aachen im Freien vor der Halle und wurde 
angeheizt. Um 14 30 Uhr hatte sie einen Druck von 7 atü (max ist 12 atü). Die 
Lok lies sich gut fotografieren. Um 16 30 Uhr stand sie wieder in der 
Versuchshalle. Zur Zeit steht auch die Köf II der RWTH mit dem 
Werbecontainerwagen gut fotografierbar im Freiglände. 

Am Dienstag den 15.6 soll ab 13 00 Uhr + - 1/2 Stunde gefahren werden. Am 
Mittwoch den 16. Juni 2004 findet ab 13 00 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. 
Auch dort soll die Lok Pendelfahrten machen. Die Lok ist nur extrem selten im 
Einsatz 
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IFS 
Institut für Schienenfahrzeuge und Fördertechnik 
RWTH Aachen 
Seffenter Weg 8 
52074 Aachen 
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Bei der Lok handelt es sich um: 

Krauss 7899/1921, Bn2t, Normalspur 
ex Chemische Fabrik Uetikon (CH) "3", ex 1948 Escher Wyss + Co (CH) (neu). 

Die Lok steht heute beim Institut für Schienenfahrzeuge der TH Aachen in der 
Instituts-Versuchhalle. Das Institut befindet sich direkt neben dem Bahnsteig 
des Bf Aachen-West. Die betriebsfähige Lok in einem optischen Top-Zustand. 

Michael Kelter


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Aachen: Dampflok wird angeheizt

In der kommenden Woche, am Dienstag und Mittwoch (15. und 16. Juni), ist u.a. unsere Dampflok beim Institutsgelände in Betrieb zu sehen. An einem der Tage ist ein Labor für die Studenten (Zugkraftmessung), an dem anderen ist die Institutsvorstellung. Am Montag den 14.6.2004 wird angeheizt. Gefahren wird dann, soweit die Holzscheite reichen. 
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Anselm F. Daniel, Dipl.-Ing. 
Tel.: 0241/80-25570 
E-Mail.:Anselm.Daniel@ifs.rwth-aachen.de 

Postanschrift: 
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Institut für Schienenfahrzeuge und Fördertechnik 
RWTH Aachen 
Herrn Daniel Anselm 
Seffenter Weg 8 
52074 Aachen 
------------------------------------------------- 
 

Bei der Lok handelt es sich um:

Krauss 7899/1921, Bn2t, ex Chemische Fabrik Uetikon (CH) "3", ex 1948  Escher Wyss + Co (CH) (neu). 

Die Lok steht heute beim Institut für Schienenfahrzeuge der TH Aachen. Eigentümer war (oder ist immer noch?) der in zwischen ermitierte Institutsleiter Prof. Frederich. 

Das Institut befindet sich direkt neben dem Bahnsteig des Bf AC-West. Die Lok ist betriebsfähig und in einem optischen Top-Zustand.

Am 9.5.2001 stand die qualmende Lok um 15 30 Uhr vor der Halle. Sie ist seit langer Zeit nochmal angeheizt worden und es wurden kleinere Reparaturen an der Lok durch geführt. Am 10.5.2001 sollten in Aachen Probefahrten durchgeführt werden. Normalerweise wird die Lok nur sehr selten angeheizt. 

Michael Kelter 


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Neue Bahnhofsanlage soll Eifelquerbahn Auftrieb geben

Kaisersesch (ddp-rps). In der Eifel steigen die Hoffnungen auf eine Reaktivierung der gesamten Eifelquerbahn zwischen Mayen und Gerolstein. Anlass ist die Einweihung einer neuen Bahnhofsanlage am Donnerstag in Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell). Durch den Ausbau werde der Verkehrsknotenpunkt Kaisersesch erheblich verbessert, sagte Stadtbürgermeister Werner Lutz am Mittwoch auf ddp-Anfrage. Die hochmoderne Umsteigeanlage mit Verknüpfung von Bahn und Bus an einem einzigen Bahnsteig habe eine Vorbildfunktion für weitere Maßnahmen und werde Tourismus und Industrie der Region stärken.

Die neue Anlage wurde den Angaben zufolge auf einem Gelände gebaut, das die Stadt Kaisersesch für rund 70 000 Euro von der Bahn AG erworben hatte. Die Baukosten einschließlich Witterungsschutz, Info-Tafeln, P&R Parkplätzen und Anbindung an ein Ladegleis, bezifferte Lutz mit rund 1,5 Millionen Euro. 731 000 Euro habe das Land Rheinland-Pfalz bezahlt, den Rest trage die Stadt, die jedoch noch einen Zuschuss des Kreises erwarte.

Der 17 Kilometer lange Teilabschnitt der Eifelquerbahn von Mayen bis Kaisersesch wurde im August 2000 durch den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord für den Personenverkehr reaktiviert. Nach Angaben der privaten Bahngesellschaft «TransRegio», die die Strecke im Stundentakt betreibt, wird das Angebot täglich von bis zu 300 Fahrgästen genutzt.

Auf den restlichen rund 50 Kilometern der Eifelquerbahnstrecke zwischen Kaisersesch, Ulmen, Daun und Gerolstein fahren in den Sommermonaten Freizeitverkehre der privaten Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft (VEB). Die nur an Wochenenden und Feiertagen verkehrenden Züge seien gut ausgelastet, sagte Geschäftsführer Jörg Petry. Rund 20 000 Gäste, darunter viele Fahrradtouristen, seien vergangenen Jahr befördert worden.

Die privaten Bahnbetreiber und die Kommunalpolitiker der Region hoffen nun auf eine Reaktivierung der Gesamtstrecke, beginnend mit einem weiteren Teilabschnitt von Kaisersesch bis Ulmen. Ob es dazu kommt ist aber noch fraglich. Im SPNV-Nord finde aufgrund der knappen Gelder ein Abstimmungsprozess statt, sagte Verbandsdirektor Thomas Geyer auf ddp-Nachfrage. Die Eifelquerbahn stehe dabei in Konkurrenz zur Anbindung des Flughafens Hahn über die Hunsrückstrecke und zur Reaktivierung der Brexbachtal-Bahn (Engers - Siershahn) wie auch der Aartalbahn (Diez - Wiesbaden). Mit einer Entscheidung sei frühestens im Herbst, vermutlich aber erst Anfang kommenden Jahres zu rechnen. 
 

Millionenschäden bei der Bahn durch Graffiti und Vandalismus

Leipzig (ddp-lsc). Durch Graffitisprayer und Vandalismus entstehen der Deutschen Bahn AG jedes Jahr Reparatur- und Reinigungskosten in Millionenhöhe. Allein im Raum Leipzig musste der Konzern im vergangenen Jahr mehr als 600 000 Euro zur Beseitigung der Schäden an Zügen und Bahnhöfen aufbringen, sagte der Sprecher des Verkehrsbetriebes Sachsen der DB Regio AG, Klaus-Dieter Martini, am Mittwoch in Leipzig. Bundesweit beliefen sich die Kosten im Jahr 2003 nach seinen Angaben auf mehr als 50 Millionen Euro.

Die meist jugendlichen Täter würden nur selten erwischt, so dass die Bahn meist auf den beträchtlichen Kosten sitzen bleibe, berichtete der Sprecher des Bundesgrenzschutzes (BGS) Leipzig, Jens Damrau. Der Ballungsraum Leipzig sei dabei im Vergleich zu anderen Regionen Mitteldeutschlands ein Schwerpunkt. In der Stadt wurden Damrau zufolge im Jahr 2003 allerdings nur neun Straftäter ertappt. Sie kämen meist aus gut situierten Familien, sagte der BGS-Sprecher. Jugendlicher Übermut oder Langeweile treibe sie zum Graffiti-Sprayen oder zur Zerstörung von Zügen und Bahnanlagen. «Wir haben keinen festen Täterkreis», betonte er. Im vergangenen Jahr sei eine Fläche von mehr als 12 000 Quadratmeter Bahnanlagen im Raum Leipzig mit Graffiti besprüht worden. Deshalb wurden den Angaben zufolge 366 Anzeigen erstattet. Den Tätern droht im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren, mindestens aber eine Geldstrafe. Neben einem Straf- oder Bußgeldverfahren könne die Bahn auch Schadenersatz in Höhe von mehreren 10 000 Euro von den Tätern fordern. Die Graffiti-Entfernung am Zug koste pro Quadratmeter 50 bis 55 Euro. Für eine zerstörte Bahnhofsuhr müsse das Unternehmen 2200 Euro bezahlen.

Besonders prekär sei die Situation in Weißenfels in Sachsen-Anhalt, wo die Züge häufig nachts auf den Abstellanlagen besprüht würden, sagte Andre Stimmel vom Regio Cost-Center Leipzig. Der BGS wolle diesen Bereich deshalb bald per Video überwachen. In Leipzig ist nach seinen Angaben der Bahnhof Gohlis stark betroffen. Erst am Dienstag seien die Graffiti am Aufzug beseitigt worden. Schon in der Nacht darauf seien die Sprayer erneut am Werk gewesen. 
 

Bombardier schließt Waggonbau Halle-Ammendorf

Berlin/Halle (dpa) - Das endgültige Aus für den Waggonbau- Halle- Ammendorf mit 677 Beschäftigten ist besiegelt. Der kanadische Bahntechnikhersteller Bombardier schließt das Werk in Sachsen-Anhalt komplett bis Ende 2005.

«Der Aufsichtsrat hat der Beschlussvorlage zugestimmt», sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Peter Witt, in Berlin. Die Nachricht wurde von den rund 600 angereisten Waggonwerkern vor dem Tagungsort mit wütenden Protesten, Tränen und einem gellenden Pfeifkonzert aufgenommen. Mit dem Werk verliert Sachsen-Anhalt, das Land mit der bundesweit höchsten Arbeitslosigkeit, einen seiner bedeutendsten Industriebetriebe.

«Zu den Gründen ist am 17. März 2004 bereits alles gesagt worden», sagte Witt. An diesem Tag hatte Bombardier die Schließungspläne verkündet. Seitdem bemühten sich Betriebsrat und IG Metall gemeinsam mit einer Unternehmensberatung um ein alternatives Konzept zum Erhalt des Traditionsstandortes.

Witt versicherte, Bombardier werde alles tun, um jedem Einzelnen eine Chance auf einen Ersatzarbeitsplatz zu geben. Dazu sagte der Betriebsratschef von Ammendorf, Reiner Knothe: «Wir werden jetzt Bombardier zwingen, diese Versprechen mit der Arbeitsplatzhilfe umzusetzen. Noch ist nicht alles verloren».

Der Bombardier-Konzern schließt Halle-Ammendorf im Rahmen eines weltweiten Restrukturierungsprogramms, durch das Überkapazitäten abgebaut werden sollen. Vorgesehen ist die Streichung von 6600 Stellen rund um den Globus, davon 1500 in Deutschland. Sollte der Waggonbau außerhalb des Konzerns weitergeführt werden, darf das Werk laut dem Schließungsbeschluss nicht im Kerngeschäft von Bombardier tätig werden, sagte der IG Metall-Vertreter im Aufsichtsrat von Bombardier Transportation, Antonius Engberding. «Damit ist eine Übernahme des Werkes durch einen konkurrierenden Konzern faktisch nicht möglich.»

Jahrelang hatten die Beschäftigten des letzten großen Industriebetriebes von Halle - die Region hat eine Arbeitslosenquote von 19,6 Prozent (Mai 2004) - erbittert um den Erhalt des Traditionsunternehmens gekämpft. Das Werk (Xetra: 541200.DE - Nachrichten - Forum) sollte bereits Mitte 2002 geschlossen werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte dies seinerzeit in letzter Minute verhindert. Vom Waggonbau sind auch rund 2500 Arbeitsplätze bei Zuliefer- und Servicefirmen abhängig.
 

Waggonbau Halle-Ammendorf wird 2005 komplett geschlossen

Berlin/Halle (dpa) - Der Waggonbau Halle-Ammendorf mit 677 Beschäftigten wird komplett geschlossen. Ende 2005 gibt der Bahntechnikhersteller Bombardier diesen Standort in Sachsen-Anhalt endgültig auf, beschloss der Aufsichtsrat am Mittwoch in Berlin.

Zu den Gründen sei bereits alles gesagt worden, sagte Aufsichtsratschef Peter Witt unter wütenden Protesten von rund 600 demonstrierenden Arbeitern, die aus Ammendorf nach Berlin gekommen waren.

Der Bombardier-Konzern schließt das Werk im Rahmen eines weltweiten Restrukturierungsprogramms, durch das Überkapazitäten abgebaut werden sollen. Vorgesehen ist die Streichung von weltweit 6600 Stellen, davon 1500 in Deutschland.

Bei den Beschäftigten aus Ammendorf löste die Mitteilung des Aufsichtsrates Bestürzung aus. Etliche brachen in Tränen aus. Witt versicherte, Bombardier werde alles tun, um jedem Einzelnen eine Chance auf einen Ersatzarbeitsplatz zu geben.

Quelle: http://de.news.yahoo.com/040609/336/42hnv.html


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Presseinformation 

Plandampf auf der Pellenz-Eifel-Strecke (KBS 478) am Donnerstag, 10. Juni 2004 (Fronleichnam)


78 468 im Bw Gerolstein. Foto: VEB

Aus Anlass der Einweihung des neu gestalteten Bahnhofs Kaisersesch veranstaltet der Zweckverband SPNV-Nord in Zusammenarbeit mit der TransRegio und der Vulkan-Eifel-Bahn (VEB) am Donnerstag, 10. Juni (Fronleichnam) Dampflokfahrten auf der landschaftlich reizvollen Pellenz-Eifel-Strecke zwischen Andernach, Mayen und Kaisersesch. Dabei kommt mit einer Dampflok der Baureihe T18 (78 468) und einem Plattformwagenzug („Donnerbüchsen“) der Emscher-Park-Eisenbahn (EPEG) eine stilvolle Garnitur zum Einsatz. Da in Kaisersesch keine Umfahrungsmöglichkeit mehr besteht, ist am Zugschluss eine alt-rote Diesellok (BR V100) der VEB angehängt. In Fahrtrichtung Kaisersesch führt die Dampflok den Zug; in Richtung Andernach zieht die Diesellok den Wagenpark gen Rhein und die Dampflok läuft am Zugschluß. 

Die mit Dampf bespannten Zugfahrten ersetzen an diesem Tag die regulären Züge der TransRegio; somit handelt es sich um echte „Plandampf-Fahrten“. Fahrkarten können direkt im Zug erworben werden; es gelten die regulären Tarife des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM), die von der TransRegio angewendet werden. 

Folgende Züge werden am 10. Juni 2004 mit Dampf bespannt gefahren: 

Fahrplan

Andernach    12:16 Uhr    Kaisersesch  13:12 Uhr
Kaisersesch  13:18 Uhr    Mayen/Ost    13:44 Uhr
Mayen/Ost    13:47 Uhr    Kaisersesch  14:12 Uhr
Kaisersesch  14:18 Uhr    Mayen/Ost    14:44 Uhr
Mayen/Ost    14:47 Uhr    Kaisersesch  15:12 Uhr
Kaisersesch  15:18 Uhr    Andernach    16:21 Uhr

In Kaisersesch findet parallel ab 13:00 Uhr die Einweihung des neuen Bahnsteiges statt. 

Für interessierte Eisenbahnfreunde und Plandampfer besteht die Möglichkeit zur Anreise im Überführungszug nach Andernach (Ankunft 10:21 Uhr). Ein Zustieg ist in Krefeld Hbf, Köln-Süd und Bonn Hbf möglich. Preis für Hin- und Rückfahrt nur 25,00 Euro. Tickets nur bei der VEB unter Tel: 06591-9829255,  info@veb.de oder am Fahrttag direkt im Zug. Bilder von den Plandampf-fahrten werden auch an unsere Mailadresse erbeten. Vielen Dank für die Unterstützung ! 
 

Fahrplan Überführungszug

              Hinfahrt:           Rückfahrt:
Krefeld Hbf  07:20 Uhr Gleis 4   20:20 Uhr
Köln-Süd     08:25 Uhr Gleis 2   19:22 Uhr 
Bonn Hbf     09:30 Uhr Gleis 4   18:24 Uhr

Auf Hin- und Rückfahrt Wasserhalt im Bf Sechtem von ca. 30 Minuten.

Presseinformation der Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft mbH (VEB)
Gerolstein, den 07. Juni 2004 

Diese Info zum Download (DOC)


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DE 63 und DE 62 der HGK

Foto lässt sich durch Anklicken vergrössern.


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Presse-Info: Einladung zur „Arbeitsgruppe Reaktivierung der Eifelquerbahn“

Liebe Bahnfreunde,

Im Jahr 2004 wird sich die „Arbeitsgruppe zur Reaktivierung der Eifelquerbahn“ jetzt zum zweiten Mal treffen. Als Termin ist vorgesehen

Montag, 07. Juni 2004
19.00 Uhr
Gerolstein, Gaststätte „Zur Bahnhofswirtin“.

Als Besprechungspunkte stehen an:
Infostand Kaisersesch (Bf-Fest) am 10.6.
weitere Aktivitäten nach Beschluss Zweckverband, ein "Ranking" für die vier möglichen  Reaktivierungen zu erstellen,
Ausflugsverkehre in der Eifel insgesamt: Konkurrenz oder Belebung? Zusammenarbeit über Eifel-Touristik?
Ergebnisse der Berlin-Veranstaltung zur Eifelquerbahn

Alle an der Bahn Interessierten sind herzlich zum Diskutieren und Mitmachen eingeladen.

Kontaktadressen:
Kreis Daun: H.-P. Kuhl, Ob. Marktstr. 19a, 54568 Gerolstein
Kreis Cochem-Zell: F.P. Zilliken, Laygasse 9, 56253 Treis-Karden

Bahnfreundliche Grüße

gez. 

Hans-Peter Kuhl


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Presseinformation 

Plandampf auf der Pellenz-Eifel-Strecke (KBS 478) am Donnerstag, 10. Juni 2004 (Fronleichnam)

Aus Anlass der Einweihung des neu gestalteten Bahnhofs Kaisersesch veranstaltet der Zweckverband SPNV-Nord in Zusammenarbeit mit der TransRegio und der Vulkan-Eifel-Bahn (VEB) am Donnerstag, 10. Juni (Fronleichnam) Dampflokfahrten auf der landschaftlich reizvollen Pellenz-Eifel-Strecke zwischen Andernach, Mayen und Kaisersesch. 

Dabei kommt mit einer Dampflok der Baureihe T18 (78 468) und einem Plattformwagenzug („Donnerbüchsen“) der Emscher-Park-Eisenbahn (EPEG) eine stilvolle Garnitur zum Einsatz. Da in Kaisersesch keine Umfahrungsmöglichkeit mehr besteht, ist am Zugschluss eine alt-rote Diesellok (BR V100) der VEB angehängt. In Fahrtrichtung Kaisersesch führt die Dampflok den Zug; in Richtung Andernach zieht die Diesellok den Wagenpark gen Rhein und die Dampflok läuft am Zugschluß.
 
 

Die mit Dampf bespannten Zugfahrten ersetzen an diesem Tag die regulären Züge der TransRegio mit den modernen Dieseltriebwagen; somit handelt es sich um echte „Plandampf-Fahrten“.

Fahrkarten können direkt im Zug erworben werden; es gelten die regulären Tarife des Verkehrs-verbunds Rhein-Mosel (VRM), die von der TransRegio angewendet werden. 

Folgende Züge werden am 10. Juni 2004 mit Dampf bespannt gefahren: 

Fahrplan: 
Andernach    12:16 Uhr   Kaisersesch  13:12 Uhr
Kaisersesch  13:18 Uhr   Mayen/Ost    13:44 Uhr
Mayen/Ost    13:47 Uhr   Kaisersesch  14:12 Uhr
Kaisersesch  14:18 Uhr   Mayen/Ost    14:44 Uhr
Mayen/Ost    14:47 Uhr   Kaisersesch  15:12 Uhr
Kaisersesch  15:18 Uhr   Andernach    16:21 Uhr

In Kaisersesch findet parallel die Einweihung des neuen Bahnsteiges statt: 

Programm
13:00 Uhr Musikalische Eröffnung durch die Blaskapelle Kaisersesch 
13:12 Uhr Ankunft Dampfzug
13:30 Uhr Festakt
Begrüßung durch Herrn Lutz, Stadtbürgermeister Kaisersesch und Herrn Mattes, Verbandsbürgermeister Kaisersesch
  Einsegnung des Bahnsteigs durch Herrn Pater Diehl
  Enthüllung eines Gedenksteines
Ansprachen: 
Herr Dr. Kaufmann, Leitender Ministerialrat beim rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW)
Herr Landrat Dr. Groß, Verbandsvorsteher SPNV-Nord
Herr Landrat Huwer, Kreis Cochem-Zell
  Taufe eines Triebwagens der TransRegio auf den Namen „Kaisersesch“
14:30 Uhr Bunter Nachmittag mit Musik und reichhaltiger Gastronomie am Bahnhof 

Für interessierte Eisenbahnfreunde besteht die Möglichkeit zur Anreise im Überführungszug von Krefeld nach Andernach (Ankunft ca. 10:15 Uhr). Zustieg in Krefeld, Köln-Süd und Bonn Hbf. 
Preis für Hin- und Rückfahrt nur 25,00 Euro. Tickets nur bei der VEB unter Tel: 06591-9829255 oder info@veb.de 

Presseinformation der Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft mbH (VEB)
Gerolstein, den 27. Mai 2004


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Oleftalbahn rollt wieder - ein kleines Stück

VON F.A. HEINEN, 01.06.04, 07:16h, aktualisiert 02.06.04, 09:43h

Umweltministerin Bärbel Höhn kam am Pfingstsonntag zur Einweihungsfahrt des Regio-Sprinters von Kall nach Gemünd.

Ob die Bahn zur Dauereinrichtung wird, entscheiden nun die Nutzer.

Eifel - Bei der Jungfernfahrt von Kall nach Gemünd war der Regio-Sprinter bis auf den letzten Platz besetzt. Umweltministerin Bärbel Höhn freute sich wie ein Schneekönig über dieses neue Angebot für die umweltfreundliche Anreise zum Nationalpark. Aber, darin waren sich später alle Festredner einig: Es liegt nun an den Nutzern, ob das Pilotprojekt die Testphase von zwei Jahren überdauern wird. Wenn der Zug nicht dauerhaft angenommen wird, ist nach 24 Monaten wieder Ruhe auf der Oleftalbahn. Und dann womöglich für immer.

Das erscheint insofern problematisch, als innerhalb dieser zwei Jahre das auf Burg Vogelsang geplante Nationalparkzentrum nicht realisiert werden kann. Das Besucherzentrum dürfte wohl ein echter Publikumsmagnet werden. Aber erst nach Ablauf der Testphase.

Verkehrsminister Axel Horstmann ließ sich wegen Krankheit kurzfristig entschuldigen. Die von Horstmann für die zweijährige Probephase zugesagte Landesförderung von 100 000 Euro ist offiziell noch nicht bewilligt. Die endgültige Entscheidung über die Förderung soll am 24. Juni fallen. Natürlich hatte das Team um den bei der Kreisverwaltung zuständigen Geschäftsbereichsleiter Franz Unterstetter bereits einige Vorarbeit geleistet. Aber erst zehn Tage vor der Einweihungsfahrt war klar, dass der Zug tatsächlich fahren würde. In dieser extrem kurzen Frist gelang es dennoch, den Schienenverkehr mit der Rurtalbahn zu organisieren.

Auch wenn der Zug nur an Sonn- und Feiertagen rollt, so hat er dennoch einige Bedeutung für zwei von der endgültigen Stilllegung bedrohte Strecken: Sowohl die Bördebahn im Raum Zülpich als auch die Oleftalstrecke sollen nach den Plänen der Bahn AG stillgelegt werden. Jetzt gibt es aber auf beiden Strecken einen „regelmäßigen Verkehr“. Unterstetter kündigte an, dass er am Dienstag mit der Bahn ein erstes Gespräch führen werde mit dem Ziel, die Stilllegungsverfahren auszusetzen.

Der Zug ist weniger als Angebot für die unmittelbaren Anrainer im Raum Kall-Gemünd gedacht, sondern vielmehr als Zubringer für Nationalparkbesucher aus dem Großraum Düren-Aachen und von der Rheinschiene her. Morgens fährt der Zug ab Düren über Euskirchen nach Gemünd, abends zurück. So können die Nationalparkbesucher in Ruhe den Tag über im Schutzgebiet wandern oder mit dem Fahrrad fahren. Abends finden sie wieder Anschluss an das überregionale Bahnnetz in Heimbach oder in Kall. Attraktiv ist die Bahnverbindung zwischen Kall und Gemünd auch für diejenigen, die von Köln-Bonn kommend zum Nationalpark möchten. Sie können auf der Schiene bis an das Schutzgebiet fahren und von dort zu Fuß, per Rad oder Bus zum eigentlichen Ziel gelangen.

Die Bahn dürfte besonders auch für Radtouristen interessant sein. Sie ist mit komfortablen Fahrradständern ausgestattet. Bereits die Jungfernfahrt zeigte, dass viele Radfahrer das Angebot nutzen.

Am Bahnhof Gemünd erwartete eine größere Menschengruppe die Ankunft des Zuges mit den Promis. Eine Gruppe von Kindern des benachbarten Kindergartens ließ zur Begrüßung des Regio-Sprinters bunte Luftballons in den Himmel steigen. Landrat Günter Rosenke schenkte Umweltministerin Höhn einen Kompass, auf dass sie in der Eifel besser navigieren könne. Was Bärbel Höhn aber zweifelsfrei kann. Sie gilt inzwischen als Stammgast im ersten Nationalpark des Landes.

Die Ministerin erinnerte daran, dass die Schienen zwischen Kall und Gemünd bereits vorhanden waren. Insofern sei die Aufnahme des Bahnverkehrs an das Schutzgebiet kostengünstig möglich gewesen. Letztlich sei damit ein Kabinettsbeschluss vom Dezember 2003 umgesetzt worden, in dem die Nationalpark-verträgliche Verkehrserschließung gefordert wurde. Bärbel Höhn rief dazu auf, nun auch die zivile Nutzung Vogelsangs zügig anzupacken. Dabei müsse man aber darauf achten, dass die Kosten nicht davonlaufen.

Schleidens Bürgermeister Christoph Lorbach begrüßte den Schienenverkehr bis nach Kall. Damit habe der Nationalpark bereits im ersten Jahr seines Bestehens ein „rundes Verkehrsangebot“. Aber er machte auch deutlich, dass die Stadt natürlich „weitergehende Interessen“ hat. Im Klartext: die Reaktivierung der gesamten Strecke über Schleiden bis zum Endpunkt Hellenthal.

(KStA)