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NACHRICHTEN: Oktober  2002



Oktober 2002 [< Nachrichten Übersicht ]

31.10.2002 EBM Cargo / Orkan am 26./27.10. (PW)
31.10.2002 Region Trier stellt Weichen für die Zukunft (+ Kommentar) (TV)
31.10.2002 Region Trier: Volle Fahrt aufs Abstellgleis? (TV)
23.10.2002 Schienenersatzverkehr zwischen Trier und Schweich (TV)
24.10.2002 Gegen den Kahlschlag - Transnet Trier zieht Bilanz (TV)
17.10.2002 Intercity mit Semesterticket (TV)
16.10.2002 Bahn-TV jetzt über ASTRA empfangbar (SSi)
14.10.2002 Reisen mit der Bahn soll behindertenfreundlicher gemacht werden (EAZ)
14.10.2002 Bahn will Lärmschutz an der Mosel verbessern (TV)
11.10.2002 Schlagzeilen (div)
09.10.2002 Hochwaldbahn: Vandalismus / Geschichte des Vereins (TV)
09.10.2002 Bahnpreise: Hans-Peter Kuhl: "Die Bahn hat eine Chance verdient" (TV)
09.10.2002 Bahnpreise: Bahnfahren in der Region wird teurer (+ Kommentar) (TV)
08.10.2002 Bahn-Sitzplatzreservierung für Familien billiger) (TV)
07.10.2002 Baureihe 103 für 101er im Einsatz (MW)
04.10.2002 94 1538 auf dem Weg nach Dieringhausen in Euskirchen (PW)
02.10.2002 Gewerkschaftstagung in Euskirchen (+ Anmerkungen) (KRU/MW)
02.10.2002 In Konz unterhält dir DB AG ihr grösstes Brückenlager (TV)
01.10.2002 Intercity statt Interregio (TV)
30.09.2002 Neue EBM-Lok in Euskirchen (PW)


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EBM Cargo

Neues EBM-Logo: 203 005-4 trägt bereits den Schriftzug "EBM Cargo". 
Durch den Rückzug der Deutschen Bahn AG vom Güterverkehr bleibt nur die Hoffnung, dass die "Privaten" für eine spürbare Entlastung der Strasse sorgen werden...
 
Auf der 203 005-4 prangt das neue EBm Cargo -  Logo. Üg in Derkum am 22.10.2002. Foto: Peter Weber

Orkan

Das Orkantief "Jeanett" hat der Deutschen Bahn Schäden in Millionenhöhe beschert und in vielen Fällen den Zugverkehr beeinträchtigt. U.a. war auch die Eifelstrecke betroffen. Die etwa halbstündige Sperrung der Ahrtalbahn zwischen Bad Neuenahr und Ahrweiler kann da noch als harmlos bezeichnet werden.
 
Bereits am frühen Nachmittag des 26.10. (Samstag) wehte ein heftiger Wind, und in Sechtem gab es auch einen Hagelschauer. Bei der 101 057-8 - hier bei der Durchfahrt des Bahnhofs in Richtung Bonn - ist der linke Scheibenwischer "fliegen" gegangen. 
Foto: Peter Weber


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Mehr Private für bessere Zuganbindung 
Region Trier stellt Weichen für die Zukunft

TRIER. (hw/sas) Vertraut die Region Trier beim Schienenfernverkehr allein auf die Deutsche Bahn AG, wird sie zunehmend vom europäischen Netz abgekoppelt. Nur mit neuen Partnern und einer optimalen Anbindung an Luxemburg lasse sich ein attraktiver Fernverkehr aufbauen, meinen Experten.

Harry Thiele, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK), setzt auf eine attraktive Fernverkehrsanbindung an die bedeutenden Umsteigebahnhöfe Saarbrücken, Köln und Luxemburg. Doch die schrittweise Rückführung und Einstellung des Interregio-Angebots durch die Deutsche Bahn AG und die Aufwertung der neuen Schnellbahnstrecke Köln-Rhein-Main, wird zuerst einmal eine Abwertung des für Trier wichtigen Knotenpunktes Koblenz mit sich bringen. Für die IHK ein verkehrspolitisches Horrorszenario: Trier, mitten im europäischen Schienenfernverkehrsnetz ­ und doch nicht dabei. "Private Anbieter könnten die Lücken schließen, die die Bahn hinterlässt", glauben Verkehrsexperten. Ziel der IHK und der Initiative Region Trier (IRT) ist es sogar, Trier zur europäischen Verkehrsdrehscheibe aufzubauen. Für Fachleute und regionale Vertreter ist dabei vor allem eine gute Verbindung ins Großherzogtum von herausragender Bedeutung. Denn über den Nachbarstaat ist der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV-Est mit seinem Netz zu erreichen. "Die grenzüberschreitende Kooperation mit Luxemburg bietet hervorragende Möglichkeiten, das gemeinsame Interesse am Anschluss an die europäischen Verkehrskorridore durchzusetzen", macht Alexander Eisenkopf, Verkehrsexperte von der Universität Gießen, der Region Mut. 
Noch aber ist die Schienenanbindung nach Luxemburg nicht der Königsweg für Trier, allenfalls die Achillesferse. Während es bei den Nachbarn Strategiepläne gibt, das Schienennetz weiter viergleisig auszubauen und vor allem den Kirchberg ans Netz anzubinden, zockeln auf deutscher Seite die Züge noch Richtung Großherzogtum. 

Die Schwachstelle sieht auch der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage: "Hier muss etwas geschehen." Daher sei der Gesamtausbau nach Luxemburg einschließlich der Moselstrecke Trier-Koblenz für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden. 
 

Dazu Kommentar: Anschluss nicht verpassen

Die Region Trier läuft Gefahr, in Sachen Bahnanbindung im Niemandsland zu verschwinden. Schon bald wird es rings um Trier viele attraktive Fernverkehrsstrecken geben, doch leider sind sie allesamt von der Mosel aus schwer zu erreichen. Düstere Zukunftsaussichten: Die Deutsche Bahn AG wird nach Meinung vieler Experten immer stärker als normales Wirtschaftsunternehmen agieren. Regionalpolitik oder gar Regionalförderung ist für die Bahn AG kein Thema. Die Region muss sich für die Zukunft im Schienennahverkehr nach neuen Partnern umschauen. Privatbahnen könnten einen Ausweg aus der Sackgasse bieten, doch noch wird die ungeliebte Konkurrenz von der Bahn AG klein gehalten. Eine Trennung von Bahn-Netz und -Betrieb könnte für den Schienenverkehr und damit für die Bahnkunden eine ganz neue Ära einläuten. Die Aufgabe lohnt sich. Für Trier wäre es von herausragender Bedeutung: Ein Anschluss ans europäische Schienennetz ist ein wirtschaftlich nicht zu unterschätzender Standortvorteil und das Touristenzentrum Trier lebt von einer vernünftigen Bahnanbindung. 

h.waschbuesch@volksfreund.de 

TV vom 31.10.2002


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Volle Fahrt aufs Abstellgleis?
Schatten oder Drehscheibe: Was in der Region Trier aus dem Personenfernverkehr auf der Schiene wird ­ Eine Lösung: Mehr Wettbewerb

Von unserer Redakteurin SABINE SCHWADORF

TRIER. Die Region Trier auf dem Abstellgleis? Um dies zuverhindern, muss es mehr Wettbewerb und eine Stärkung der Achse Trier-Luxemburg geben. Darin waren sich alle Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier zur Verkehrspolitik auf der Schiene einig.

Der neue Hochgeschwindigkeits-ICE rast von Köln nach Frankfurt ­ und stracks an Koblenz vorbei. Der französische TGV-Est jagt von Paris über Saarbrücken und Mannheim ins Rhein-Main-Gebiet ­ und lässt die Region Trier links liegen. Wenn alle Pläne des Schienenfernverkehrs in die Tat umgesetzt sind, dann wird die Region Trier zwar mittendrin liegen ­ und doch nicht dabei sein. 

Perspektiven sind vorhanden 

Denn rund um das Gebiet verläuft dann der Bahnfernverkehr, doch die Region steht auf dem Abstellgleis. Das befürchten nicht nur Zugreisende, sondern auch Unternehmer der Region Trier. Denn laut einer Umfrage der IHK Trier unter ihren Mitgliedsbetrieben ist der Ausbau des Schienenfernverkehrs nach den Lückenschlüssen der Bundesstraße 50 und der Autobahnen 60 und 1 das wichtigste Projekt zur Infrastruktur in der Region Trier. Dabei scheinen die Perspektiven für den Schienenverkehr in der Region recht günstig zu sein. Alexander Eisenkopf vom Lehrstuhl für Transportwirtschaft an der Universität Gießen hält sie sogar als "so gut wie noch nie". Statt mehr als die bisherigen 354 Millionen Euro für den Schienennahverkehr auszugeben, empfiehlt er dem Land Rheinland-Pfalz allerdings auf mehr Effizienz und Wettbewerb zu setzen. "Die Kritik aus der Region Trier ist berechtigt. Der schrittweise Abbau des Interregio und die Verstärkung der Schnelltrasse Köln-Frankfurt haben die Anbindung im Vergleich zu anderen Regionen relativ verschlechtert", sagt er bei einer Diskussion in der IHK Trier zum Thema "Region Trier ­ Verkehrsschatten oder europäische Verkehrsdrehscheibe?" Das sieht man bei der Landesregierung ähnlich. "Wir wollen nicht, dass Räume wie die Region Trier abgehängt werden", verkündet der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage. Mehr Wettbewerb, das sei auch die Losung fürs Land: In zehn Jahren sollen nämlich sämtliche Strecken des Schienenpersonennahverkehrs ausgeschrieben sein und damit private Unternehmen einen leichteren Zutritt zum Markt haben. "Jede privatwirtschaftliche Bahn entlastet unseren Etat", rechnet Thomas Geyer, Verbandsdirektor des Zweckverbandes SPNV-Nord, vor. Von mehr Wettbewerb verspricht er sich als Aufgabenträger des Schienenfernverkehrs Einsparungen für das Land und mehr Trassen für Private, die bislang blockiert waren. 

Denn noch gebe die Deutsche Bahn (DB) allein den Ton auf der Schiene in Rheinland-Pfalz an. "In alle Richtungen gibt es stündlich von Trier aus ein Angebot der Bahn. Doch dies ist qualitativ schlechter, weil man öfter umsteigen und halten muss", sagt Geyer. Zwar würden ab dem 15. Dezember zwischen Koblenz und Trier mehr Züge fahren, wirbt Rolf Schüller, Regionalbereichsleiter der DB Regio AG, für die Fahrplanänderung. Doch muss er angesichts des Wegfalls der Interregios zugeben: "Das Angebot verschlechtert sich." 

"Bahn hat auf die falsche Strategie gesetzt"

Für private Anbieter wie die Connex Verkehr GmbH oder die Trans-Regio Deutsche Regionalbahnen GmbH könnte dies den ersehnten Aufschwung bedeuten. "Regionalverkehr ist das Segment mit dem stärksten Aufkommen", ist Connex-Marketingleiter Karl-Heinz Rochlitz überzeugt. Da sei zusätzliches Potenzial zu erschließen. Denn die Bahn habe auf die falsche Strategie gesetzt: zu geringe Fernverkehr-Auslastung, zu teure Verbindungen. "Entscheidend für den Kunden, Bahn zu fahren, ist nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern der Preis und die Bequemlichkeit", verrät Rochlitz das Konzept der Privatbahnen. Und so sieht er auch für die Region Trier genügend Potenzial für einen "attraktiven" Fernverkehr. 

Denn es gehe nicht darum, die 3,3 Millionen regelmäßigen Schienenkunden mit Bahncard von der DB abzuwerben, sondern die weiteren 73 Prozent Deutschen fürs Bahnfahren zu gewinnen. So könnte der Marktanteil von Privatunternehmen in den kommenden Jahren von derzeit knapp einem Prozent durchaus auf 20 Prozent wachsen. "Es ist wichtig, auch neben der DB Unternehmen zu haben, die Angebote machen", ist auch Trans-Regio-Geschäftsführer Josef Berker überzeugt. Doch letzten Endes steht und fällt der Einsatz von privaten Bahnunternehmen in der Region Trier mit dem Faktor "Finanzierung". Gerade die Wegekosten ­ ein etwa 30 prozentiger Anteil ­ sind der größte Hemmschuh. So plädiert nicht nur Universitäts-Dozent Eisenkopf für eine Trennung von Netz und Betrieb, sondern auch Josef Berker von Trans Regio ist überzeugt: "Wir brauchen flexiblere Netzbetreiber und mehr Zusammenarbeit untereinander." Dass die Region Trier aber im nationalen und internationalen Schienenfernverkehr aufs Abstellgleis zu fahren droht, hat auch entscheidend mit der Verkehrspolitik des Bundes zu tun. Denn laut Gesetz trägt der Bund die Aufgaben für diesen Bereich. So dümpeln die Wünsche der Landesregierung bereits seit zwölf Jahren vor sich hin und kommen im Bundesverkehrswegeplan seit dem Beratungsstadium nicht voran: Die Bahnbrücke bei Konz, die einspurige Schienenstrecke bis zur luxemburgischen Grenze sowie die fehlende Anbindung ans französische Netz in Perl-Appach sind dabei die Haupthindernisse für eine größere Bedeutung im grenzüberschreitenden Schienenverkehr ­ doch günstigenfalls im Jahr 2006 können diese Projekte nach derzeitigem Sachstand abgeschlossen sein. "Trier darf nicht abgekoppelt werden", appelliert Gerhard Harmeling, stellvertretender Abteilungsleiter im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, an den Bund. Spätestens in vier Jahren müsse Trier wieder über ein ausreichendes Fernverkehrangebot verfügen. Die Landesregierung werde deshalb mit der luxemburgischen Regierung Kontakt aufnehmen: "Wir versuchen an den Knotenpunkt Luxemburg heranzukommen. Denn wir haben die gleiche Interessenlage."

TV vom 31.10.2002


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Busse statt Zugverkehr

TRIER. (red) Wegen vorbereitender Arbeiten zum Einbau einer Hilfsbrücke in Ehrang am kommenden Wochenende, in den Nächten 26./27. Oktober sowie vom 27. auf den 28. Oktober, werden die zwischen 23.30 Uhr und 2 Uhr verkehrenden Züge zwischen Trier und Schweich durch Busse ersetzt. In Fahrtrichtung Koblenz entstehen dadurch schätzungsweise 20 Minuten Verspätung. Die Bahn informiert die Reisenden über die Busfahrzeiten und die Haltestellen der Busse durch besondere Aushänge sowie durch Lautsprecher-Durchsagen. Das Unternehmen bittet die Reisenden um Verständnis für die kurzfristigen Änderungen. 

TV vom 23.10.2002


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Gegen den Kahlschlag 
Transnet Ortsverwaltung Trier zieht Bilanz

TRIER. (LH) Zu ihrem Gewerkschaftskongress kamen die Delegierten der Transnet Ortsverwaltung Trier zusammen. In den Ausführungen zum Geschäftsbericht ging Helmut Trierweiler mit der Geschäftspolitik der Deutschen Bahn AG zum Teil hart ins Gericht. 

"Unser Chef, Hartmut Mehdorn, hat das ehrgeizige Ziel, die Umstrukturierung der Bahn zu seinem persönlichen und unser aller Erfolg zu machen - bisher jedoch nur zu Lasten des Personals." Beim Delegierten-Kongress der Gewerkschaft Transnet, Ortsverwaltung Trier, brachte Helmut Trierweiler die allgemeine Gefühlslage auf den Punkt. Wenn moniert werde, dass bei der Bahn nicht alles zur vollsten Zufriedenheit laufe, sträube er sich keineswegs gegen eine Umorganisation. Zwar werde bereits seit Jahrzehnten experimentiert, der Bahn seien jedoch nur wenige Schritte nach vorn gelungen, befand der erste Transnet-Bevollmächtigte: "Was wir dringender denn je brauchen, ist ein glaubhaftes Verkehrskonzept, das die unverzichtbare Mobilität auch künftig sichert." 

Es seien die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner gewesen, die mit einer Produktionssteigerung um 156 Prozent seit 1994 einen beachtlichen Beitrag zur Gesundung der Bahn geleistet hätten. Nun sei die Politik gefordert, ihre Verpflichtung wahrzunehmen. 

Arbeitsplätze abgebaut 

Trierweiler wies in seinem Bericht darauf hin, dass insbesondere die Region Trier unter einem überdurchschnittlichen Arbeitsplatz-Abbau zu leiden habe: "Eigenständige Bahnbetriebe verschwinden oder lösen sich wie von selbst auf." Dies sei auch eine schlimme Entwicklung für die Gewerkschaftsarbeit. Die Gewerkschaft werde nichts unversucht lassen, dem negativen Trend Einhalt zu gebieten. 

Mit "großer Sorge" beobachtet Trierweiler die ungünstige Altersstruktur der Transnet-Mitglieder. Von den insgesamt 2550 Gewerkschaftern entfielen 924 auf aktive Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, 1626 auf Rentner, Pensionäre und Hinterbliebene. Nach Auskunft Trierweilers strebt Transnet langfristig die Gründung einer europäischen Verkehrsgewerkschaft an. Bis 2012 soll dieses Vorhaben verwirklicht sein. Dies mache vor allem Sinn vor dem Hintergrund der anstehenden Ost-Erweiterung der Europäischen Union. 

Zukunftsträchtige Region 

Europäische Strukturen und Betriebsräte sowie einheitliche Rechte für die Beschäftigten seien unumgänglich, um die Arbeits- und Sozialbedingungen zu harmonisieren. "Wir wollen mitten in Europa eine lebendige und zukunftsträchtige Region Trier." Auch aus diesem Grund fordert die Gewerkschaft Ausbildungs- und Arbeitsplätze für die Jugend. 

Als "richtiges Signal zur richtigen Zeit" bewertete Transnet-Bezirksvorsitzender Dieter Kaiser die Entscheidung von SPD und Bündnis-Grünen, die Mehrwertsteuer im Bahn-Fernverkehr zu reduzieren. Bahnfahren könne günstiger werden, wenn die eingesparten Beträge an die Reisenden weitergegeben würden. Zu begrüßen sei das neue Preis-System der Deutschen Bahn. Kaiser: "Der undurchsichtige Tarifdschungel wird abgeschafft." Auf positive Resonanz stieß das Vorhaben von Rot-Grün, die Mehrwertsteuerbefreiung für innereuropäische Flüge aufzuheben. Dies führe zu einem weiteren Stück Wettbewerbsgerechtigkeit. 

Kaiser warnte vor einem massiven Personalabbau in den Reisezentren. Das Unternehmen beabsichtige, in den kommenden Jahren zahlreiche Standorte bundesweit zu schließen und Stellen drastisch zu kürzen. Solche Pläne seien überdies auch nicht kundenfreundlich. Dieter Kaiser kündigte an: "Den vorgesehenen Kahlschlag werden wir nicht hinnehmen." 

TV vom 24.10.2002


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Intercity mit Semesterticket 
Studenten dürfen nach Streichung der Interregios die ICs nach Koblenz nutzen

TRIER. (len) Noch mal Glück gehabt bei der Einführung der Intercity-Züge nach Koblenz und der Streichung der Interregios haben die Trierer Studenten. Sie dürfen mit ihrem Semester-Ticket auch die schnelleren Züge benutzen.

Viele Studenten befürchteten, mit ihrem Semesterticket nur noch in teilweise zweistündigen Abständen mit Regionalexpress oder Regionalbahn nach Koblenz fahren zu können. Entwarnung gaben jetzt die Stadtwerke Trier. Mit dem Semesterticket wird es erlaubt sein, die ICs nach Koblenz zu benutzen. 

"Das ist einmalig in Deutschland und konnte erst nach langem Ringen mit der Bahn vereinbart werden", betont Michael Schröder, bei den Stadtwerken für das Studententicket zuständig. 

Wer allerdings hinter Koblenz im Zug sitzen bleiben will, muss tiefer in die Tasche greifen als bisher. Er muss für die restliche Strecke eine Fahrkarte mit IC-Zuschlag lösen. 

Für das Semesterticket zahlt jeder Student von Universität und Fachhochschule 67,50 Euro pro Halbjahr ­ egal, ob er mit Bus und Bahn fährt oder nicht. Benutzt werden können die Buslinien in Trier und Umgebung und die Bahnstrecken bis Saarbrücken, Koblenz, Jünkerath und Perl. 

Fest vereinbart sind die Bedingungen für das Ticket bis Ende des Sommersemesters 2004. Dann müssen die Verträge neu ausgehandelt werden ­ Thema wird auch sein, ob der Intercity im Paket bleibt. 

TV vom 17.10.2002


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Bahn TV jetzt über ASTRA empfangbar 

Mitarbeiterfernsehen auch im Internet und im digitalen Kabelnetz 
Berlin - Bahn TV jetzt auch zu Hause sehen - das ist ab 1. Oktober 2002 möglich. Dann wird Bahn TV digital über den ASTRA-Satelliten 19,2 Grad Ost ausgestrahlt. Notwendig für den Empfang sind eine digitalfähige Antenne (Sat-Schüssel) mit Universal-LNB (Empfangskopf) sowie ein digitaler Satellitenreceiver (Settop-Box). Bahn TV läuft unverschlüsselt und kann mit allen marktüblichen Boxen empfangen werden. Bahn TV kommt damit dem Wunsch vieler Mitarbeiter nach, Bahn TV zu Hause zu schauen. Oft fehlt am Arbeitsplatz die Gelegenheit zum Fernsehen, oder die Dienststandorte sind nicht mit Bahn TV ausgestattet. In Deutschland haben von den ca. 13 Millionen ASTRA-Haushalten schon rund fünf Millionen Nutzer digitale Empfangsanlagen. 

Die Transponderdaten lauten wie folgt: 

1.10. bis 15.10.: Transponder 73, Pol-Ebene H, 11875,50 MHz 
ab 16.10.: Transponder 113, Pol-Ebene H, 12633,25 MHz 
Haushalte mit Kabelanschluss können ebenfalls ab 1. Oktober 2002 Bahn TV zu Hause empfangen, bisher allerdings nur im Ausbaugebiet des digitalen Kabelnetzbetreibers primacom. Empfangbar ist das Programm in den Städten Leipzig, Markleeberg, Taucha, Chemnitz, Halle, Aschersleben, Naumburg, Magdeburg und Mainz. 
Außerdem läuft ein halbstündiges Magazin "Bahn TV" mit den interessantesten Beiträgen der Woche in folgenden Regional-und Stadtsendern: 

FR TV Südbaden (Freiburg und Umgebung): samstags und sonntags, jeweils um 21 Uhr und um 23 Uhr. 
RTF.1 (Reutlinger Tübinger Fernsehen): samstags 18.30 Uhr 
fas (Fernsehen am Strelasund): Ausschnitte aus Bahn TV Reise und Bahn TV Technik. 
Weitere Stadt- und Regionalsender sind an einer Ausstrahlung von Bahn TV interessiert. 

Mit Aufnahme der öffentlich zugänglichen Ausstrahlung haben noch mehr Bahn-Beschäftigte die Möglichkeit, sich schnell und aktuell über das Konzerngeschehen zu informieren. 

In den vergangenen eineinhalb Jahren seit Sendestart wurde die Anzahl der Formate auf zwölf erhöht. So bekommen die Zuschauer einen umfassenden Einblick in die Bahnwelt mit all' ihren spannenden Facetten. 
Neben den Nachrichten um 8 Uhr, 10 Uhr, 12 Uhr und 16 Uhr laufen rund um die Uhr Reportagen, Magazine, Porträts, Hintergrundberichte, Interviews und Experten-Gespräche. 

Innerhalb des Unternehmens werden im operativen Geschäft rund 100.000 Mitarbeiter über ca. 800 Fernsehgeräte in Pausenräumen und Casinos erreicht. Etwa 11.500 Kollegen haben Zugriff auf das Vollprogramm von Bahn TV über das Intranet Bahn-net. Alle übrigen BKU-Nutzer können Einzelbeiträge abrufen. 

Ist vielleicht auch für "Nicht-Berufs-Eisenbahner" informativ.

Stefan

Der Text ist von der DIGI-TV Homepage:
http://www.digitv.de/meldungen/1033462756,6452,.shtml
 


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Astrid Schmitt: Reisen mit der Bahn soll behindertenfreundlicher gemacht werden

In Zügen der deutschen Bahn AG bestehen noch immer Hindernisse für körperbehinderte Mitbürgerinnen und Mitbürger, die es für sie schwer machen, Bahnreisen anzutreten. So wurde kürzlich erneut einer körperbehinderten Reisenden trotz rechtzeitiger Anmeldung bei der Mobilitätsservicezentrale der Deutschen Bahn AG, bei der Bedienung der Rollstuhlhebebühne im Bahnhof Gerolstein nicht geholfen. 

Auf Antrag der SPD-Landtagsfraktion soll sich zunächst der Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr mit dem Thema befassen. Daneben hat sich die Landtagsabgeordnete mit der Bitte um Unterstützung an den Landesbehindertenbeauftragten gewandt. 

Astrid Schmitt: „Ziel muss es sein, auch mobilitätsbeeinträchtigten Menschen das Reisen im öffentlichen Personennahverkehr überall in Rheinland-Pfalz zu ermöglichen. Gerade dort, wo noch keine baulichen Veränderungen möglich sind, muss mit entsprechenden Hilfsmitteln für die Barrierefreiheit gesorgt werden. Hier müssen die vertraglichen Vereinbarungen der Deutschen Bahn AG überprüft und gegebenenfalls verändert werden.“ Sowohl das im Mai auf Bundesebene beschlossene Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen, als auch der vorliegende Gesetzentwurf der Landesregierung zur Erstellung gleichwertiger Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung haben die Gewährleistung der Barrierefreiheit zum Ziel.

EAZ - Eifler Allgemeine Zeitung Nr. 43/ 2002


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Auf leisen Schienen
Bahn will Lärmschutz an Mosel verbessern

Von unserer Mitarbeiterin ANGELIKA KOCH

MAINZ/TRIER. Frohe Botschaft für Anwohner der Moselstrecke:  Entlang der Bahnlinie Koblenz­Trier wird es ab 2003 leiser zugehen. Derzeit laufen Voruntersuchungen, wo welche Lärmschutzmaßnahmen sinnvoll sind. Noch herrscht großer Klärungsbedarf. 

Das Mainzer Verkehrsministerium präsentierte stolz "weitere Früchte" seines Einsatzes für einen besseren Lärmschutz an den Schienenstrecken der Bahn: Nun sind 63,2 Kilometer rheinland-pfälzischer Bahnlinie neu aufgenommen in der Fortschreibung einer Dringlichkeitsliste des Bundes, um lärmgeplagten Anwohnern Erleichterung zu verschaffen. Die Bahn will so auf der linken Rheintalstrecke zwischen Mainz und Worms sowie auf der Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier "den Ruf eines umweltfreundlichen Verkehrsmittels behaupten", wie Hans-Artur Bauckhage verlautbaren ließ. 
Sowohl beim Bahn-Umwelt-Zentrum in Berlin als auch in Mainz betont man, dass es sich nicht um eine Reaktion auf konkrete Beschwerdehäufungen aus der Bevölkerung handele, sondern um Vorbeugung. 

Gut Ding will Weile haben. So basieren die Angaben des Bauckhage-Ministeriums, wo Lärmschutz zu erwarten ist, auf einer Liste von kurzen Strecken, die das Bahn-Umwelt-Zentrum vorgeschlagen hat. Mit von der Partie sind hier Abschnitte bei Föhren, Hetzerath, Salmtal, Schweich, Sehlem, Trier, Ürzig und Wittlich. Doch diese Vorschläge resultieren allgemein aus einem Lärmschutzkataster und stützen sich noch nicht auf konkrete Messungen, sondern auf Berechnungen, wo anhand der Relation von Bebauung und Geräuschemission Wertüberschreitungen wahrscheinlich sind. 

Es gebe, so Peter Winter von der DB Net Bauprojekte GmbH in Köln, die für die weitere Planung und Umsetzung der Maßnahmen zuständig ist, keine gesetzlich festgeschriebenen Werte. Die Grenze der zumutbaren Belästigung, von der die Pläne ausgehen, liegt bei 60 Dezibel in der Nacht und 70 Dezibel tagsüber. 

Allzu große Vorfreude auf baldige Ruhe an der Moselstrecke sollte indes nicht aufkommen. "Die Liste ist erst im August in die Dringlichkeitsstufe aufgenommen worden, wir sind noch mitten in den Voruntersuchungen", dämpft Winter die Erwartungen. Erst im März 2003 könne man Genaueres sagen, denn noch sei die Kostengröße nicht klar und auch nicht, welche Region tatsächlich vom Lärmschutz profitieren könne. "Außerdem muss man bedenken, dass 900 Ortsdurchfahrten bundesweit betroffen sind." Wer an der Mosel also von den vorgesehenen 51 Millionen Euro Bundesmitteln jährlich einen Teil des Segens erhält, steht noch in den Sternen. Zudem ist diese Förderung eine freiwillige Maßnahme, ein Rechtsanspruch besteht nicht. 

Als nächste Schritte wird es Gespräche mit Kommunen und Bürgern geben, um den Bedarf zu klären, erläutert Winter die Vorgehensweise. Schalltechnische Untersuchungen werden folgen, um die Wunschliste mit den erforderlichen "harten" Daten zu unterfüttern. Relevant hierfür sind die gemessenen Innenraumgrenzwerte. Danach werden Gutachten erarbeitet mit Empfehlungen, wo passive und wo aktive Schallschutzmaßnahmen angebracht sind. Aktiv heißt, dass Wände und Wälle entlang der Bahnstrecke errichtet werden. 

Passiver Schutz jedoch bedeutet für die Hauseigentümer alles andere als Untätigkeit: Denn wenn entsprechende Maßnahmen im Gutachten empfohlen werden, sollte der Häuslebesitzer Veränderungen am eigenen Gebäude vornehmen und zum Beispiel schallisolierende Fenster einbauen. Ein Viertel der Kosten muss er dann selbst zahlen, den Rest übernimmt Vater Staat. 

TV vom 14.09.2002


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Schlagzeilen

Aachen
Neuer "Talent"-Triebwagen sichert Arbeitsplätze bei Bombardier/Talbot
Flexibler Alleskönner für den Grenzverkehr
"Roll out" des ersten Dieseltriebzuges der neuen Baureihe 643.2
AB Nr. 217 vom 18.09.2002, S. 20

Aachen
Ideal im Grenzverkehr, tauglich als Strassenbahn
Dieser Zug hat mehrere Talente
Ausgestattet mit modernster Technik kann der neue Talent nicht nur problemlos im grenzüberschreitenden Verkehr, sondern auch als Strassenbahn eingesetzt werden. Eigens für die Euregiobahn entwickelt, soll der Zug Vorbildcharakter für andere Grenzregionen haben [neue BR 643.2]
AN vom 13.09.2002

Bergheim-Auenheim
Züge werden per Mausklick gesteuert
Neues Zentralstellwerk von RWE Rheinbraun verfügt über die modernste Technik
40 Millionen Euro kosten 10 neue Elektro-Lokomotiven , "Wir transportieren jährlich 1,4 Milliarden Tonenkilometer Kohle" ...
KRU vom 20.09.2002

Remscheid
Bahnfreunde wollen weiter kämpfen
Agenda-Forum Verkehr und Pro Bahn sehen jetzt die Städte bei der Wiederbelebung der Schienenwege gefordert
ex KBS 411 und 412, fehlende Brücke in Bergisch Born [wer hat die denn abgerissen?], in Lennep soll das Stichgleis nach Bergisch Born einem geplanten Grossparkplatz weichen
RGA vom 14.09.2002, S. 15


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Nachts kommen die Vandalen 
Schienenfahrzeuge der Hochwaldbahn ...

Von unserem Redakteur JÖRG PISTORIUS

HERMESKEIL. Der Verein "Hochwaldbahn e.V." hat Angst um seine historischen Waggons und Loks. "Die Schäden durch Vandalismus werden immer größer und erreichen in diesem Jahr neue Rekorde", so Geschäftsführer Bernd Heinrichsmeyer. 

Nur ein schmaler Gang führt zwischen Regalen und Schränken hindurch, die mit Aktenordnern, Plänen und Dokumenten bepackt sind. An Bord eines U-Boots müssen ähnliche Platzverhältnisse herrschen. Der Arbeitsplatz von Bernd Heinrichsmeyer ist allerdings bezeichnenderweise ein Eisenbahnwaggon. "Dann wollen wir uns den Schaden mal ansehen." Sein Tonfall verrät Unverständnis und Ratlosigkeit. 

Seit 1994 stellt der Verein "Hochwaldbahn e.V." am Hermeskeiler Bahnhof Schienenfahrzeuge ab. Diese sind ­ wie auch der Bahnhof selbst ­ Relikte aus einer Zeit, in der der Schienennahverkehr noch eine Alternative zu Bus und Auto war. Doch im August 1998 kam auch das Ende der Bahntrasse Ruwer-Hermeskeil. Der Verein "Hochwaldbahn e.V." hält die Erinnerung an das Reisen per Eisenbahn durch Tourismus-Fahrten wach. 

Auf einer mehr als 2,5 Kilometer langen Strecke ab dem Hermeskeiler Bahnhof stehen die 24 Fahrzeuge des Vereins. Manchen sieht man ihr Alter an, andere sind mit großem Aufwand restauriert. Die vielen zertrümmerten oder komplett fehlenden Fensterscheiben fallen sofort ins Auge. "Die waren alle noch drin, als wir die Fahrzeuge bekommen haben", sagt Heinrichsmeyer. 

Das nachts verlassene und ungeschützte Gelände zieht offenbar Vandalen an. "In den Schulferien steigen die Schäden sprunghaft an", so der Geschäftsführer der "Hochwaldbahn e.V.". "In den Sommerferien hatten wir eine Schadensbilanz von 10 500 Euro. Die Herbstferien sind noch nicht vorbei, und es sind bereits 1000 Euro." 

Die Versicherung trage längst nicht alle Schäden. "Die zertrümmerten Scheiben sind auch nur der Anfang. Wir können sie nicht immer sofort reparieren, und deshalb folgen oft Wasserschäden durch eindringende Feuchtigkeit." Für die ehrenamtlichen Helfer, die jede Menge Zeit und Energie in die Arbeit am alten Bahnhof stecken, sei der Anblick der absichtlich zerstörten Fensterscheiben ein Schlag ins Gesicht. "Ein Wagen ist dadurch bereits dem Tode geweiht." 

Heinrichsmeyer glaubt nicht, dass die unbekannten Täter aus Gedankenlosigkeit handeln und nicht wissen, welchen Schaden sie anrichten. "Jeder Dummkopf sieht doch, dass manche Wagen restauriert sind. Niemand kann ernsthaft annehmen, dass unsere Schienenfahrzeuge hier verlassen vor sich hin gammeln und Freiwild für nächtliche Zerstörungswut sind", meint er. 

Doch eine ständige Kontrolle ist nicht möglich. "Wir laufen hier tagsüber schon regelmäßig Streife. Doch nachts geht das nicht. Der Bereich an der alten Holzladerampe ist völlig verlassen, da kommt normalerweise niemand hin." 

Zerstörung als Freizeitspaß?

Der Verein hat den Vandalen den Kampf angesagt. Parallel zu einer intensiven Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Hermeskeil hat die "Hochwaldbahn e.V." für sachdienliche Hinweise eine Belohnung von bis zu 500 Euro ausgesetzt. 

"Wir brauchen wirklich die Hilfe der Bevölkerung", sagt Bernd Heinrichsmeyer. Wer hat zwischen dem 1. und 2. Oktober auf der Holzladerampe beim Sägewerk verdächtige Personen an den dort abgestellten grün-beigen Personenwaggons gesehen? Hinweise nimmt die Hermeskeiler Wache unter 06503/91510 entgegen. 

"Die Häufung der Fälle in den Schulferien spricht eine deutliche Sprache", sagt der Geschäftsführer. "Man muss die Frage stellen, ob den Jugendlichen in Hermeskeil ein ausreichendes Freizeitprogramm geboten wird." 

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Die Geschichte des Vereins

Der Verein "Hochwaldbahn e.V." wurde am 10. Oktober 1991 in Trier gegründet. Eisenbahnfreunde hatten sich zusammengefunden, um den Verein zum Betrieb einer Museumsbahn auf der Strecke Trier-Hermeskeil zu bilden. Bereits am 21. Oktober konnte vom Dampflokmuseum Hermeskeil ein Schienenbus der BR 798 mit Beiwagen erworben werden, so dass im Jahr 1992 bereits der Betrieb noch unter Regie der Deutschen Bundesbahn aufgenommen werden konnte. 

1995 folgte die Zulassung als eigenständiges Eisenbahnverkehrsunternehmen. Ab 1997 wurden auch auf anderen Strecken Fahrten angeboten, darunter Hermeskeil-Morbach und Hermeskeil-Türkismühle. Am 1. Juni 1997 wurde der Betrieb auf der Strecke Trier-Ruwer-Hermeskeil eingestellt. 

Seit 1998 läuft der Betrieb in Kooperation mit anderen Verkehrsunternehmen, um Kosten zu sparen. Die Fahrzeuge sind für Hauptstrecken tauglich, und daher fährt der Verein dort, wo befahrbare Schienen liegen. Die Aufträge führen durch ganz Deutschland sowie das benachbarte Ausland. Hauptbetriebsstandort ist derzeit der Bahnhof Hermeskeil. 

Seit 1999 wurden zahlreiche neue Fahrzeuge gekauft und in Betrieb genommen. 2002 hat sich der Verein erstmalig in einer Bietergemeinschaft an einer Ausschreibung für öffentlichen Schienenpersonennahverkehr beteiligt und den Zuschlag erhalten. Seit Anfang 2000 setzt der Verein außerdem Eisenbahnfahrzeuge für Dritte instand und hat für diesen Bereich hauptamtliches Personal. 

TV vom 09.10.2002


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''Die Bahn hat eine Chance verdient''

Gastbeitrag: Schienenexperte Hans-Peter Kuhl durchleuchtet im TV die bisher bekannt gewordenen Änderungen im Tarifsystem

TRIER. (red) Die Bahn stellt heute ihr neues Preissystem vor. Hans-Peter Kuhl, Mitglied des Arbeitskreises Schienenverkehr im Rheinland hat die bereits bekannt gewordenen Änderungen in einem Gastbeitrag für den TV unter die Lupe genommen.

Von Hans-Peter Kuhl 

Ab 15. Dezember stellt die Bahn ihre Tarife um ­ die bisher größte Änderung der Preise seit Bestehen der Bundesrepublik. Das neue System im Einzelnen, mit Beispielen aus der Region Trier (Preisangaben beziehen sich auf Fahrten zweiter Klasse): 

Relationspreise: Sie sind Kernstück der Tarifreform. Nicht mehr die tatsächlich im Zug zurückgelegten Kilometer sind bei der Berechnung des Fahrpreises von Bedeutung, sondern das in Anspruch genommene Angebot wie Nah- oder Fernverkehr und die Qualität. Hierzu zählen die Häufigkeit der Züge, die Schnelligkeit und der Komfort. Für jede mögliche Verbindung wird ein eigener Preis gebildet. Im Rahmen der so genannten "Raumbegrenzung" wurden bisher schon teilweise mehrere mögliche Verbindungen zwischen zwei Bahnhöfen zusammen gefasst und ein Preis gebildet. Beispiel: Köln ­ Trier. Hier ist mit ein und demselben Fahrschein die Fahrt sowohl über Koblenz im Interregio als auch über Gerolstein im Regionalexpress möglich. Bezahlt wird auch bei der weiteren, deutlich komfortableren und sogar schnelleren Verbindung über Koblenz der günstigere Preis über Gerolstein. Die Eifelstrecke hat also schon heute die Verbindung Rhein/Mosel subventioniert ­ mit 7,50 Euro je einfache Fahrt und Fahrgast. Nach der Denkweise des neuen Konzeptes werden künftig verschieden hohe Preise für die Verbindung zu zahlen sein, abhängig von der Fahrstrecke. Tatsächlich wird dies auch so umgesetzt: Statt 25,60 Euro bisher kostet künftig die Fahrt über Koblenz im Intercity 28,80 Euro, im Regionalexpress über Gerolstein aber nur 22,80 Euro, mithin eine Preisdifferenz von sechs Euro je einfache Fahrt. 

Plan&Spar: Im Fernverkehr wird es die "Plan&Spar-Preise" geben. Bei "Plan&Spar 10" wird zehn Prozent Rabatt gewährt, sofern man die Fahrt einen Tag vor Fahrtbeginn durch Fahrscheinkauf bucht ­ Platzreservierung inklusive. Die nächst höhere Rabattstufe ist "Plan&Spar 25" mit 25 Prozent Preisnachlass, zu buchen mindestens drei Tage vor Fahrtbeginn. Als weitere Einschränkung ist hier vorgesehen, dass keine "einfache" Fahrt mehr erworben werden kann, es ist vielmehr ein Zwang für den Kauf von Rückfahrkarten gegeben. Bei "Plan&Spar 40" mit 40 Prozent Rabatt wird schließlich die Fahrkarte sieben Tage vorher zu kaufen sein, zu dieser Frist und der Rückfahrkarte kommt noch eine Wochenendbindung hinzu, das heißt: Einen Samstag oder Sonntag muss die Hin- und Rückfahrt beinhalten. Alle "Plan&Spar"-Tarife lassen sich mit der BahnCard kombinieren, ebenso mit dem Mitfahrerrabatt von 50 Prozent. Ein Einzelreisender kommt demnach bei Besitz einer Bahncard auf einen Gesamtrabatt von maximal 55 Prozent. 

Bahncard: Billiger und teilweise besser 

Keinen P&S-Rabatt gibt es in sämtlichen Nahverkehrszügen, es sei denn, dass bei einer Fahrt im Fernverkehr auch teilweise Nahverkehrszüge mit benutzt werden müssen (Beispiel: von Saarburg nach Köln, ab Trier im Fernverkehr). 

Bahncard: Die Bahncard (BC) ist deutlich preiswerter als bisher: statt 140 Euro sind nur noch 60 Euro zu zahlen bei unveränderter Gültigkeitsdauer. Noch besser ist es, jetzt mit der ganzen Familie eine Bahncard zu kaufen, zahlt doch ab der zweiten Person jeder nur noch fünf Euro. Neu ist, dass dann entgegen der bisherigen Regelung für die alte Familien-Bahncard jedes Elternteil allein auch ohne Kinder mit Bahncard-Bonus reisen darf. Statt aber wie bisher 50 Prozent Preisermäßigung wird es künftig auf den Fahrpreis nur noch 25 Prozent Rabatt geben. Dies trifft besonders die Kunden, die schon bisher die Bahncard außerhalb von Verkehrsverbünden häufig im Nahverkehr genutzt haben. Beispiele aus der Region Trier sind die Verbindungen Trier ­ Saarbrücken, Trier ­ Cochem oder Köln ­ Bitburg-Erdorf. Hier bleibt es bei der Hälfte der heutigen Ermäßigungen mit der Folge, dass der Fahrpreis für Bahncard-Inhaber um 50 Prozent ansteigt. Erst ab einer Entfernung von 100 bis 120 Kilometern im reinen Nahverkehr wird das Fahrpreisniveau generell abgesenkt. Beispiele: Wittlich ­ Cochem heute mit BC: zwei Euro, neuer Preis drei Euro (Anstieg 50 Prozent). 

Gerolstein ­ Saarbrücken, heute 10,90 Euro, neu: 15,45 Euro (Anstieg 42 Prozent). 

Gerolstein ­ Dortmund, heute im Nahverkehr 15,20 Euro, neu 19,95 Euro (Anstieg 31%). 

Platzkontingente: Innerhalb einer Strecke wird es beim Benutzen von Fernverkehrszügen Platzkontingente geben für die Preisermäßigungen im Plan&Spar-Tarif. Dabei ist zu erwarten, dass zu den Hauptverkehrszeiten die Kontingente eher klein sind, der Normalpreis also auch der Normalfall für den Reisenden sein dürfte. Garantiert wird von Bahnseite nur, dass mindestens zehn Prozent aller Sitzplätze eines Fernverkehrszuges für die P&S-Tarife freigehalten werden, was letztlich bedeuten kann, dass auf nachfragestarken Verbindungen auch schon einmal die P&S-Tarife ausverkauft sein werden. 

Fazit: Die neuen Tarife der Bahn haben eine Chance verdient. Unter den bisher bekannten Änderungen sind keine versteckten Fahrpreiserhöhungen zu erkennen. Wie schon vor Monaten angekündigt, scheint das Preisniveau insgesamt abgesenkt zu sein, Ausreißer ausgenommen. Familien werden preiswerter reisen können, ebenso diejenigen, die längere Zeit im Voraus planen können und wollen. Positiv sind ferner die neuen Mitfahrregelungen, und auch die neue Bahncard ist besser als so mancher Unkenruf im Vorfeld. Kritik bleibt nach wie vor an manchen Punkten bestehen: Die Rückgabegebühren für Tickets sind sehr hoch. Die Verknüpfung der P&S-Tarife mit Bindungen über die Vorverkaufsfristen hinaus ­ Rückfahrkarte und Wochenendbindung ­ leuchten nicht ein. Und der Rückzug des Fernverkehrs aus der Fläche und dessen Konzentration auf bestimmte "Magistralen" führt automatisch dazu, dass in zunehmendem Maße ganze Regionen von Preisvergünstigungen wie dem P&S abgekoppelt werden. Neben geringerwertigen Zügen und vermehrtem Umsteigen werden die dort lebenden Kunden noch mit schlechteren Tarifen als entlang der Hauptachsen "bestraft". Das Unterbrechen von Reisen ­ heute völlig problemlos für jeden Fahrgast ­ wird gerade im individuellen Ausflugsverkehr künftig allenfalls dann noch möglich sein, wenn man auf Rabatte verzichtet oder nur noch im Nahverkehr fährt.

TV vom 09.10.2002


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Bahnfahren in der Region wird teurer 
Nach Wegfall des Interregio weitere Zuschläge

MAINZ/TRIER. (win) Rabatte für Frühbucher, wenigerTarifdschungel: Die Bahn verpasst sich ein neues Preissystem. Auf längeren Strecken soll Bahnfahren günstiger werden. Teilweise drohen allerdings auch höhere Preise.

Ein streng gehütetes Geheimnis will die Bahn heute lüften. Die neuen so genannten Relationspreise zwischen Abfahrts- und Zielort werden mit dem Fahrplanwechsel ab 15. Dezember nicht mehr rein nach Kilometerentfernung bestimmt, sondern als Fixpreis festgeschrieben. Je länger die Strecke, desto günstiger der Kilometerpreis, lautet das Grundprinzip. Mit dem neuen System, so versichern Bahn-Manager, wird die Fahrt im Normalpreis ab 180 Kilometer erheblich günstiger, auf langen Strecken um bis zu 25 Prozent. 
Doch es gibt offensichtlich auch Ausreißer. Für die Region Trier drohen nach Informationen des TV teilweise beträchtliche Preiserhöhungen im Fernverkehr auf den Strecken nach Koblenz und Köln, weil die bisher zuschlagfreien Interregios zu teureren Intercity-Zügen werden. Die Verbindung Trier-Köln über Koblenz soll künftig 28,80 statt bisher 25,20 Euro kosten. Im Nahverkehr über die Eifelstrecke ist dagegen an eine Senkung von 25,20 auf 22,80 Euro gedacht. Massiv erhöhen könnte sich der Fernverkehrspreis von Trier nach Koblenz. Dort ist ein Zuschlag von fast fünf auf über 20 Euro im Gespräch. Die Regionalzüge sollen sich dagegen geringfügig um 20 Cent auf 15,80 Euro erhöhen. Weitgehend konstant bleibt dagegen die Fahrt per Intercity von Wittlich nach Mainz mit 27,60 Euro. Im Nahverkehr soll der Preis von derzeit 23,80 Euro um zwei Euro sinken. Ein Bahn-Sprecher wollte dies weder dementieren noch bestätigen. 

Mit dem neuen Preissystem schafft die Bahn auch Sparpreise und Vorzugstickets ab. Stattdessen gibt es ein Plan & Spar-System, das Frühbuchern Rabatte von zehn bis 40 Prozent einräumt. Dabei sind allerdings feste Verbindungen, bei den Rabattstufen von 25 und 40 Prozent zudem die Rückfahrt vorher zu buchen. Werden Züge ohne Verschulden der Bahn verpasst, sind für Ersatzzüge teilweise erkleckliche Nachzahlungen oder Umtauschgebühren fällig. Weitere Neuerungen: Kinder bis einschließlich 14 Jahre reisen in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern kostenlos. Bisher wird ab sechs Jahren der halbe, ab zwölf der volle Fahrpreis fällig. Die Bahncard wird nur noch 60 Euro statt 140 Euro kosten, allerdings auch nur noch 25 Prozent Rabatt verschaffen. Erhebliche Vorteile gibt es dabei allerdings für Familienmitglieder, die jede zusätzliche Bahncard für nur fünf Euro erwerben können. 

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Sparen mit Hindernissen

JOACHIM WINKLER ZU: BAHNPREISE

Die Bahn will ihrenTarif-Wirrwarr beenden, übersichtliche Rabattsysteme anbieten und Zugfahren attraktiver machen. Das ist lange überfällig. Wer bereits einmal versucht hat, eine längere Reise mit bestimmten Zeitvorgaben im Dickicht von Sparpreis, Super-Sparpreis und Guten-Abend-Ticket zu organisieren, weiß, was ein Hindernisparcours im Tarifdschungel ist. Dennoch sollte man nicht gleich auf die Idee kommen, die Manager des Staatskonzerns hätten nun allein das Wohl ihrer Kunden im Blick. Der Kern der Preisreform nach dem Motto Plan&Spar und seinen sehr begrenzten Angeboten von Billig-Plätzen zielt darauf, den Kundenstrom breiter über den Tag und über die Woche zu verteilen. Wer wirklich günstig fahren will, muss also flexibel sein, denn in den Hauptreisezeiten sind die Kontingente von zehn Prozent schnell vergriffen. 

Keine Frage: Vergünstigungen kombinieren zu können ist ein großer Fortschritt. Auch Familien und Mitfahrer werden vom neuen System erheblich profitieren. Ökonomisch wie ökologisch sinnvoll ist es zudem, dass Bahnfahren mit zunehmender Entfernung günstiger wird. Folge darf natürlich nicht sein, auf kürzeren Strecken teurer zu werden, um diese Kundschaft in den Nahverkehr abzuschieben. In diesem Sektor trifft es die Bahnfahrer in der Region Trier doppelt, wird doch der zuschlagfreie Interregio durch den teureren Intercity auf der Moselstrecke abgelöst. Die entsprechenden Zuschläge werden künftig gleich in den Preis eingerechnet. 

Pferdefuß bei den neuen Sparrabatten sind die engen Vorgaben. Wenn es sich richtig lohnen soll, muss nicht nur frühzeitig gebucht, sondern auch gleich eine zeitlich exakt festgelegte Rückfahrt mit geordert werden, teilweise gar mit Bindung an einen Wochenendtag. Für viele Reisende sicherlich eine erhebliche Einschränkung, falls sie nicht gleich ganz abgeschreckt werden. Zumal bei Umtausch oder Erstattung, so der Zug doch nicht genommen wird, auch noch happige Entgelte fällig sind. 

Zum schwierigen Rechenexempel wird für manchen Bahnfahrer auch die Anschaffung einer Bahncard. Die DB hat mit ihrem neuen Preissystem sicherlich insgesamt einen deutlichen Fortschritt gemacht. Doch Nachbesserungen drängen sich auf, sonst bleiben nicht nur Spontan-Fahrer bei Plan&Spar auf der Strecke. 

j.winkler@volksfreund.de 

TV vom 09.10.2002


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Bahn-Sitzplatzreservierung für Familien billiger

Hamburg (dpa) - Mit ihrem neuen Preissystem führt die Deutsche Bahn nach Angaben der «Bild»-Zeitung ab 15. Dezember besonders günstige Konditionen für Familien ein. Wie die Blatt aus Bahnkreisen erfuhr, wird es künftig bei allen Fernverkehrsfahrten die Möglichkeit einer «Familienreservierung» für Sitzplätze geben.

Auf der einfachen Strecke koste die Familienreservierung 5,20 Euro. Der Preis für eine einzelne Sitzplatzreservierung bleibt wie bisher 2,60 Euro. Eine fünfköpfige Familie spart also 7,80 Euro. Bahnfahren werde für Familien außerdem billiger, weil künftig Kinder bis 14 Jahre in Begleitung der Eltern oder Großeltern umsonst führen. Bisher fahren Kinder nur bis zum sechsten Geburtstag gratis. Weitere Verbesserung für Familien: Besitzt ein Elternteil die Bahncard, 60 Euro, bekämen der Partner und alle Kinder bis 17 Jahre die Bahncard für fünf Euro.

TV vom 08.10.2002


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Baureihe 103 für 101er im Einsatz

Da die 101 (mal wieder) durch schlechte Nachrichten auffällt - diesmal sind es Risse in der Drehgestellaufhängung - wird die 103 (mal wieder) vom Altenteil geholt. Wer also eine vor die Linse bekommen möchte, findet zur Zeit Gelegenheit dazu. Ich selbst habe gestern noch eine original-farbene 103 vor einem IR in Köln erblickt - leider ohne "Linse". 
Die E03 001 verweilt übrigens im Moment im Abstellbereich von Frankfurt Hbf. 

Marco Wolfgarten 
 
 
Altenteil? 103 174-9 ist am 23.06.2002 in Köln Bbf abgestellt und wartet auf den nächsten Einsatz, ebenso wie die verkehrsrote 120 107-8 dahinter. Foto: Peter Weber

PS: Am Samstag, 05.10.2002 fuhr gegen 16:25 Uhr die verkehrsrote Roco-103er durch Boppard in Richtung Koblenz. Ich war zwar mit "Linse", sass aber leider schon im Zug nach Emmelshausen, der dann doch erst mit 9 Minuten Verspätung startete. Offensichtlich gab es Probleme auf der rechten Rheinstrecke, denn auch diverse Güterzüge fuhren durch Boppard. Einer musste sogar warten und hielt neben der RB nach Emmelshausen...

Etwa eine halbe Stunde vorher hatte ein Sonderzug unzählige mehr oder weniger angeheiterte Fahrgäste ausgespuckt, die sich sofort auf den Weg machten, die Stadt zu erobern. Im Zug befand sich auch der Bitburger Tanzwagen, der des öfteren in Trier Hbf abgestellt ist...
 
"Darf ich bitten - oder tanzen wir zuerst?" Der Sonderzug mit dem Bitburger Tanz-Treff-Wagen musste Gleis 3 erst wieder räumen, bevor dort die RB nach Emmelshausen bereit gestellt werden konnte. 
Boppard Hbf, 05.10.2002, 16:03 Uhr. Foto: Peter Weber

PW


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94 1538 auf dem Weg nach Dieringhausen in Euskirchen

Heute nachmittag erreichte 94 1538 mit zwei Dreiachsern und einem Schienenbus im DKB-Farbkleid am Haken den Bahnhof Euskirchen. Die Dampflok kam im Lokschuppen auf die Grube und wurde dort gewartet.
Danach wurde sie rollfähig gemacht, denn die Fortsetzung der Fahrt nach Dieringhausen erfolgte im Schlepp von 203 005-4, die dort ebenfalls anlässlich des Lokschuppenfestes am 5. und 6. Oktober präsentiert wird.

Die unten [30.09.2002] erwähnte DR V60 "Ronneburg" war nur vorrübergehend in Euskirchen (Az) und wurde heute zusammen mit einem Güterzug von der Taigatrommel 120 286 nach Köln gebracht.

In Euskirchen waren heute u.a. auch zwei Gleiskräne abgestellt: Im Güterbahnhof ein Krupp-Ardelt der DB Bahnbau und auf Gleis 46 ein Gleiskran der Fa. Kölngleis...
 
 
Rauchgeschwängert ist die Luft im Euskirchener Lokschuppen am Nachmittag des 4.10. Zur gleichen Zeit wird dort auch noch an der Diesellok 202 330-7 gearbeitet.
"Roll out" um 17:43 Uhr: 94 1538 verlässt den Schuppen und wird an die Diesellok 203 005-4 angehängt V60 "Ronneburg" soll nach Az-Diensten wieder in Richtung Köln - befördert mit einem von 120 286 geführten Güterzug.


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350 Teilnehmer bei Gewerkschaftstagung im Bürgerhaus Euskirchen 
"Unhaltbare Zustände am Bahnhof" 

von RONALD LARMANN 

EUSKIRCHEN. Die Verkehrsgewerkschaft GDBA tagte im Bürgerhaus. Der Bezirksvorsitzende Helmut Heutz begrüßte 20. Bezirkstag rund 100 Ehrengäste und fast 250 Delegierte. 

Nach dem Grußwort des stellvertretenden Bürgermeisters Erwin Doppelfeld fand ein Diskussion zum Thema "Verkehrs- und Bahnpolitik des Bundes und dessen Auswirkung auf die Bundesländer" statt. 

Mit dabei waren der Vize-Bundesvorsitzende der GDBA, Klaus-Dieter Hommel, Dr. Karl-Heinz Rochlitz von der Comex Regionalbahn und Vertreter aus Politik - darunter auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolf Bauer (CDU) und die Landtagsabgeordneten Christof Rasche (FDP) und Gerd Wirth (SPD). Sie standen Monika Misalle-Steinmann, die die Diskussion leitete, Rede und Antwort. Am Rande der Podiumsdiskussion informierte Hans Burggraf, Kreischef des Deutschen Beamtenbundes (DBB), über die Missstände und Arbeitsplatzeinsparungen auf lokaler Ebene.

Laut Burggraf sind rund 1000 Arbeitsplätze durch die Politik der Bahn bedroht. Durch Schließungen von Dienststellen, Bahnhöfen und Schrankenposten würden rund 400 Arbeitsplätze verloren gehen, so Hans Burggraf. Und das ohne Berücksichtigung des ehemaligen Kreisgebietes Schleiden, sonst würde dies die Zahl vermutlich auf 600 bis 700 erhöhen. 

Durch die Einsparungen betroffen wären vor allem die Bahnmeisterei Euskirchen, der Bahnhof mit Bahnhofsbüro, Rangierer und Zugpersonal, die Güterabfertigung mit Gepäck- und Expressgut und Bahnhöfe entlang den Strecken Euskirchen-Bad Münstereifel sowie Euskirchen-Düren [Anmerkung 1]. 

Ein weitere unmöglicher Zustand, so Burggraf, sei die Situation für mobilitätseingeschränkte Menschen. Laut Aussagen der Bahn AG bestehe während der Baumaßnahmen auf dem Euskirchener Bahnhof auf Grund der Behelfskonstruktionen, des Platzmangels und der Kosten keine Möglichkeit diese zu verbessern, erklärte Burggraf weiter. 

Zur Zeit bestehe laut einer Mitarbeiterin des Arbeitskreises Seniorenarbeit folgendes Einvernehmen: Menschen mit eingeschränkter Mobilität können sich im Servicecenter melden. Dort wird dann eine Mitarbeiterin des Gleiswerks anrufen. [Anmerkung 2] 

Wenn der dort beschäftigte Mitarbeiter signalisiert, das kein Zug kommt, kann der Betroffene die Gleise überqueren. Burggraf: "Das ist ein unmöglicher Zustand". 

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Anmerkungen: 

1) Welche Bahnhöfe gibt es denn an den Strecken noch? Zwischen Euskirchen 
und Bad Münstereifel gibt es nämlich keinen einzigen mehr. Ein Bahnhof ist 
lt. Bahn-Terminologie mit mindestens einer (funktionsfähigen) Weiche 
ausgestattet. Selbst im Endhaltepunkt BAM hat man alles, was nicht unbedingt 
notwenig ist, rausgerissen. Außerdem ist in BAM schon lange die letzte 
Schicht beendet worden, was übrigens dazu führte, daß der Tfz nun selbst die 
Schranken schließen muß (genau wie in Stotzheim, Arloff und Iversheim; also 
austeigen und Schlüssel rumdrehen)... Die Strecke nach Düren existiert nur 
noch bis Zülpich, und ist auch nicht mehr mit "ortsfesten" Mitarbeitern 
besetzt. Was also gibt es dort zu betreffen?!? 

2) Gemeint ist hier wohl das Stellwerk Euskirchen. Praxis ist eher, daß es 
viele Passanten, ob zu Fuß oder mit Kinderwagen, den Bahnmitarbeitern gleich 
tun: Links und rechts gucken, außerdem versichern, daß kein Uniformierter in 
der Nähe ist, und drüber über die Gleise... 

Marco Wolfgarten 

Rundschau-Online vom 02.10.2002


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Vom Bahnbetrieb zum Brückenbau 
In Konz unterhält die Deutsche Bahn AG ihr größtes Brückenlager

Von unserem Mitarbeiter KARL-PETER JOCHEM

KONZ. Auf dem Betriebsgelände zwischen Karthaus und Konz unterhält die Bahn ihr größtes Brückenlager. Auch die Hilfsbrücke für die zerstörte Ehranger Bahnbrücke soll von dort geliefert werden.

Seit der Gründung der Bahn war die Saar-Mosel-Stadt eng mit dem ehemaligen Staatsunternehmen verbunden. Drei große Bahnlinien aus Frankreich, Luxemburg und dem Saarland trafen sich an dem wichtigen Knotenpunkt, und die Eisenbahn garantierte hunderten von Arbeitern aus der gesamten Region Lohn und Brot. 
In den mächtigen Hallen des Bahnbetriebswerks zwischen den beiden großen Konzer Bahnhöfen wurden jahrzehntelang Loks und Waggons instandgesetzt. 1969 wurde die Brückenmeisterei Karthaus in Betrieb genommen. Bis zu 93 Mitarbeiter in Verwaltung, Stahlbauwerkstatt, Korrosionsschutzanlage oder Bautrupps waren für die Instandsetzungsarbeiten an Brücken, Stahl- und Ingenieurbauten von Koblenz bis Kaiserslautern zuständig. 

1976 kam auch Thomas Ziegenhorn nach Karthaus. Der Bauingenieur ist inzwischen Leiter der "Außenstelle der Bau- und Montageniederlassung Mitte", wie das zum Geschäftsbereich DB-Bahnbau gehörende Unternehmen heute heißt. 

"Wir sind die größte von sechs Außenstellen im Bundesgebiet", sagt Ziegenhorn. 172 Hilfsbrücken von 3,20 Metern bis 84 Metern Länge werden auf dem 60 000 Quadratmeter großen Gelände vorgehalten, 136 davon im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums für Katastrophenfälle. 

Das Konzer Außenlager wird im gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland tätig. 30 Mitarbeiter in Werkstatt, Büro, Korrosionsschutz und Bautrupps bilden die Belegschaft der Außenstelle. Wenn irgendwo Hilfsbrücken gebraucht werden, machen die Konzer Eisenbahner ein Angebot und hoffen, den Auftrag zu kriegen. Nach der Flutkatastrophe lieferten sie vier Brücken nach Halle. Gerade sind sie mit der Instandsetzung einer 27 Meter langen Brücke für die hessische Landesbahn fertig geworden. 

Brücke zum Entrosten nach Konz gebracht 

Der 72 Tonnen schwere Koloss wurde per LKW von Friedberg nach Konz gebracht, vom Rost befreit, mit neuen Stahlteilen versehen, wieder zusammengenietet und liegt nun abholbereit auf dem Gelände. Während der dreimonatigen Instandsetzungszeit fuhren die Züge in Friedberg über eine Hilfsbrücke aus Konz. Derzeit werden eine neun Meter lange Brücke aus einem Güterzuggleis in Trier Nord repariert und Einzelteile einer 66 Meter langen Hilfsbrücke für Österreich versandfertig gemacht. "Diese großen Brücken werden aus einzelnen Modulen von sechs Metern Länge an Ort und Stelle zusammengesetzt", erläutert Ziegenhorn. Hunderte dieser Einzelteile lagern auf dem Gelände entlang der so genannten "Kuag-Straße". 

Auch in Trier-Ehrang soll eine solche Brücke zum Einsatz kommen. Nach dem Zugunglück wurde die Eisenbahnbrücke dort stark beschädigt. Eine 42 Meter lange Behelfsbrücke aus dem Konzer Lager soll sie bis zum Bau einer neuen Verbindung ersetzen. "Die Planungen hierfür laufen bereits", sagt Thomas Ziegenhorn, "frühestens im November kann mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen werden". 

TV vom 02.10.2002


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Intercity statt Interregio
Bahn setzt ab Dezember modernere Züge ein -  Für Pendler höhere Kosten

MAINZ. (win/dpa) Auf der Moselstrecke werden ab 15. Dezember Intercitys statt Interregios die Linie Luxemburg/Trier-Koblenz-Münster (neu: bis Norddeich) bedienen.

Mit dem großen Fahrbahnwechsel kurz vor Jahresende wird Trier weiterhin im Zwei-Stunden-Takt vom Bahnfernverkehr angebunden. Zug um Zug sollen allerdings modernisierte Intercitys die betagten Interregios ersetzen. Das stufenweise Mehr an Komfort wird jedoch bereits ab 15. Dezember Monats- und Jahreskartenbesitzer bis zu neun Prozent mehr kosten. Die Bahn rät deshalb, Zeitkarten zum alten Preis noch vor dem 15. Dezember zu kaufen. Die gelten dann noch bis zu einem Jahr. Preise für Einzelfahrten will die DB erst am 9. Oktober bekannt geben. Als Tagesrandverbindung wird der Intercity früh morgens von Luxemburg nach Frankfurt und abends in umgekehrter Richtung verkehren. 

Nicht mehr bedient wird von der Fernverbindung die Saarstrecke Trier-Saarbrücken. Dort wird der Wegfall von vier Interregios pro Fahrtrichtungen mit dem Einsatz von zwei Regionalexpresszügen nur teilweise aufgefangen. Mit der Verlagerung der ICE auf die Schnellstrecke Köln-Rhein/Main wird sich die Anbindung von Koblenz an den Fernverkehr mehr als halbieren. Durchschnittlich nur noch einmal pro Stunde wird ein Intercity linksrheinisch jeweils Richtung Norden und Süden fahren. 

Die Bahn spricht vom "wichtigsten Fahrplanwechsel seit 1991" und betont, dass auf Fernstrecken in Deutschland und ins benachbarte Ausland Bahnfahren schneller und für Millionen Reisende auch billiger werde. Die Fahrgastorganisation Pro Bahn kritisiert dagegen den neuen Fahrplan: "Der ganz große Wurf ist das nicht." Viele Direktverbindung fielen weg, so dass Reisende auf einigen Strecken häufiger umsteigen müssten und damit gesparte Zeit verlören. Der Fahrplan soll der Bahn zufolge europaweit künftig nur noch einmal im Jahr, jeweils am 15. Dezember, umgestellt werden.

TV vom 01.10.2002


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Neue EBM-Lok in Euskirchen

Heute sichtete Fred Zender im Euskirchener Bahnhof die EBM-Lok "Ronneburg".
Um welche Lok handelt es sich bei dem offensichtlich im neuen Farbkleid und ohne Nummer rangierenden Fahrzeug?

PW
 

EBM-Lok (ex V 60 DR) im Bahnhof Euskirchen, 1. Oktober 2002. Foto: (C) Fred Zender