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NACHRICHTEN: September  2002



September 2002 [< Nachrichten Übersicht ]

30.09.2002 V 200 007 wegen Dreharbeiten in Euskirchen (MW)
29.09.2002 Sonderzüge am 29.09. (PW)
28.09.2002 Sonderzüge am 29.09. (Durchfahrzeiten Lissendorf) (CMi)
22.09.2002 Diverse Berichte aus Lok-Report (LR)
19.09.2002 Ehrang: Chemie-Alarm (TV)
19.09.2002 Eisenbahnfreunde Jünkerath (EAZ)
19.09.2002 Ehrang: Info-Abend nach dem Zugunglück (TV)
14.09.2002 Ehrang:"Keine Versäumnisse" (TV)
14.09.2002 Ehrang Ort: Neuer Haltepunkt (TV)
14.09.2002 Notdürftiger Ersatz: Bahn ersetzt Interregios nur teilweise (TV)
16.09.2002 Schlagzeilen / Nachlese (PW)
12.09.2002 Euskirchen Stromausfall im Stellwerk (MW)
12.09.2002 Wettbewerb im Bahn-Nahverkehr (TV)
12.09.2002 Ehrang: Ehranger fühlen sich im Stich gelassen (TV)
12.09.2002 Streit um Bahnpläne (TV)
09.09.2002 Dispolok (in Euskirchen) - Nachtrag (NL)
08.09.2002 www.verkehrslinks.de (-)
07.09.2002 Für die Jugend: Neue Briefmarke (PW)
06.09.2002 Ehrang: Entwarnung (TV)
04.09.2002 Ehrang: Gestank in der Luft und Ärger im Bauch (TV)
02.09.2002 Zur Zukunft der (Vor-)Eifelbahnen (KSTA)
02.09.2002 Ehrang: Überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache (TV)
01.09.2002 Ehrang: Bergungsarbeiten abgeschlossen (TV)


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V 200 007 wegen Dreharbeiten in Euskirchen

Die gedruckte Ausgabe der Kölnischen Rundschau [vom 27.09.2002: Brandts Sturz in Euskirchen verfilmt. 100-köpfiges Filmteam nahm Bahnhof unter Beschlag - "Im Schatten der Macht"] (die mir leider nicht mehr vorliegt, daher gebe ich den Inhalt nur sinngemäß wieder) berichtete über Dreharbeiten letzte Woche im Euskirchener Bahnhof für den TV-Zweiteiler "Im Schatten der Macht". Hier geht es um den Sturz von Bundeskanzler Willy Brandt (gespielt von Michael Mendl) über die Guillaume-Affäre (letzterer wird interessanter Weise von Willy Brandts Sohn Matthias gespielt). 

Man hatte den Bf Euskirchen ausgesucht, weil er einerseits noch das "Flair der 70er Jahre hat" (O-Ton Regisseur Oliver Storz), und man andererseits ein Gleis (Gleis 1) komplett für die Dreharbeiten sperren konnte. Weitere Dreharbeiten fanden im Gütergleisbereich statt. Die Rundschau zeigte dazu ein Bild von Michael Mendl in einem roten Mitropa Speisewagen. 

Der Film selbst soll 2003 ins Fernsehen kommen. 
Weitere Infos (nicht speziell über Euskirchen) in der Rundschau unter http://www.rundschau-online.de/vermischtes/allewelt/3078711.html 

Marco Wolfgarten

V 200 007 am  Freitag, 27. September 2002 im Güterbahnhof Euskirchen. Foto: (C) Fred Zender.


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Sonderzüge am 29.09.2002

Recht pünktlich waren die Sonderzüge, die heute in der Eifel unterwegs waren - und das bei bestem Wetter!

Den Ameropa-Tanzzug von Bitburg nach Hannover erwischte ich gegen 16.00 Uhr hinter Nettersheim. 
Danach konnte ich die Schienenbus-Garnitur der Eisenbahnfreunde Jünkerath (16.45 ab Jünkerath) auf dem Weg nach Blankenheim (Wald) im Schmidtheimer Berg erleben, sowie die leicht verspätete Rückfahrt nach Jünkerath hinter Dahlem.
Um 18.25 Uhr erreichte schliesslich auch der Sonderzug von Trier nach Köln den Bahnhof Lissendorf.

221 135-7 mit 5 Wagen bei km 87,7 kurz vor Lissendorf, aufgenommen von der ehemaligen Bahnüberführung der Strecke Dümpelfeld - Jünkerath.

PW


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Fahrzeiten der Sonderzüge am Sonntag, 29.09.2002 (Durchfahrt Lissendorf)

Hier nur ein paar konkrete Fahrzeiten der Sonderzüge am Sonntag (abgesehen von Schienenbus EFJ, sind ja schon bekann). Hab leider nur die Durchfahrzeiten Lissendorf:

10.10 DNF Köln - Trier mit BR 221 & vsl. 7 Rheingold-Wagen

15.40 DNF Bitburg - Hannover mit BR 218 & vsl. 6 Reisezugwagen (AMEROPA-Tanzzug)

18.25 DNF Trier - Köln mit BR 221 & vsl. 7 Rheingold-Wagen.

Außerdem verkehren an allen Werktagen nächste Woche Schotterzüge von Trier nach Jünkerath (?!?). Trier ab Mo-Mi & Freitag um 07.40, Jünkerath an 10.02, zurück um 13.30 ab Jünkerath.

CMi


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Anbei einige Berichte aus lok-report: 

KBS 475 Bonn - Euskirchen - Bad Münstereifel
Im September 2002 haben im Hp. Bonn-Duisdorf die vorbereitenden Bauarbeiten 
zum zweigleisigen Ausbau des Haltepunktes begonnen. Neben dem zweiten Gleis 
werden neue Außenbahnsteige mit einer Unterführung angelegt. Mit dem 
zweigleisigen Ausbau wird ein betrieblicher Engpass ausgeräumt. Aufgrund des 
15 min-Taktes im Berufsverkehr im Abschnitt Bonn - Rheinbach kommt es bei 
Verspätungen von Zügen aus Richtung Euskirchen immer wieder dazu, dass der 
aus Bonn kommende Zug am Einfahrsignal warten muss, bis der Gegenzug den 
Haltepunkt verlassen und den zweigleisigen Abschnitt erreicht hat, der 
direkt hinter dem Haltepunkt beginnt. 
 

VSFT V 170
Am Vormittag des 17.09. leistete die VSFT V170 1143 (ex DSB MY 1143) 
Schubhilfe für den mit der BR 346 bespannten Drahtzug von Worms bis 
Grünstadt und fuhr dann Lz über die Zellertalbahn Monsheim-Langmeil weiter 
nach Trier-Ehrang 
 

Baureihe 225
Die Verteilung der Baureihe 225 am 15. September lautet wie folgt: 
Oberhausen: 225 003, 004, 005, 006, 008, 009, 010, 017, 018, 040, 111, 133, 
134 und 150.
Gießen: 225 002 und 145. 
Gremberg: 225 011, 012, 014, 015, 020, 023, 024, 025, 026, 027, 028 und 029. 
Kornwestheim: 225 001, 007, 030, 031, 032, 073, 075, 078, 079, 081, 082, 
084, 086, 091 und 092 (15. 9. 02). 
Die Gremberger 225 sieht man des öfteren mit Güterzügen bzw. mit Müllzügen 
in Euskirchen bzw. Mechernich. 
 

Sonderfahrten Stolberg (Rhld.) Rathaus - Breinig am 22. September
Am 22.09.02 verkehren anläßlich der Stolberger Stadtparty Sonderfahrten 
zwischen Stolberg Rathaus und Breinig nach den beigefügten Fahrplänen. Zum 
Einsatz gelangt der mit Motiven von Otmar Alt beklebte RegioSprinter der 
Dürener Kreisbahn. 
Verkehrstag So, 22.09.02 
Stolberg Rathaus -ab 10:10 11:10 usw. alle 60 Min. bis 20:10 
Stolberg Altstadt an 10:11 11:11 --------------------- 20:11 
Stolberg Altstadt ab 10:12 11:12 --------------------- 20:12 
Breinig --------- an 10:23 11:23 --------------------- 20:23 
Verkehrstag So, 22.09.02 
Breinig --------- ab 10:50 11:50 usw. alle 60 Min. bis 20:50 
Stolberg Altstadt an 11:02 12:02 --------------------- 21:02 
Stolberg Altstadt ab 11:03 12:03 --------------------- 21:03 
Stolberg Rathaus -an 11:04 12:04 --------------------- 21:04 
 

Bombardier: Erster VT 643.2 für die "euregiobahn" präsentiert
Mit einem feierlichen "Roll-in" bei Bombardier Transportation Talbot in 
Aachen wurde heute der jüngste Sproß der Triebzugfamilie TALENT präsentiert. 
Der VT 643.2 ist ein zweiteiliger Dieseltriebzug, der speziell für den 
Einsatz im Netz der "euregiobahn" entwickelt wurde. 
Für den freizügigen Einsatz auf dem deutschen und niederländischen 
Schienennetz ist er u.a. mit den beiden Zugsicherungssystemen Indusi 
(Deutschland) und ATB-L (Niederlande) ausgerüstet. Zusätzlich ist das 
Fahrzeug für den Betrieb in Belgien und nach BOStrab vorbereitet. 
Die ersten Fahrzeuge der BR 643.2 sollen ab dem 15.12.2002 auf der 
euregiobahn-Linie Stolberg-Altstadt - Aachen - Heerlen (Niederlande) zum 
Einsatz kommen. Die DB Regionalbahn Rheinland GmbH hat für die euregiobahn 
insgesamt 26 TALENT-Züge der BR 643.2 bestellt. 
 

Pro Bahn & Bus: Kampfansage gegen Stilllegungspläne
Auf scharfe Ablehung stoßen beim Fahrgastverband Pro Bahn & Bus jüngste 
Äußerungen des verkehrspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion im 
Deutschen Bundestag, Dirk Fischer, der die Stillegung weiterer Teile des 
verbliebenen bundesdeutschen Schienennetzes fordert. "Wer im Angesicht von 
Klimaveränderungen, Flutschäden und vier Jahrzehnten Straßenbaupolitik statt 
moderner Flächenbahn einem Kahlschlag der Nahverkehrsinfrastruktur das Wort 
redet, während gleichzeitig Unsummen in den überflüssigen Transrapid und 
andere Prestigeprojekte fließen, muss von allen guten Geistern verlassen 
sein. Das diskreditiert zudem die vielen konstruktiven Bemühungen auf Ebene 
der Länder und Kommunen zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, an denen 
auch Politikerinnen und Politiker der CDU/CSU beteiligt sind", so Petra 
Becker. 
Die Abkoppelung ganzer Regionen vom Schienenverkehr ist mit einer 
integrierten Verkehrspolitik unvereinbar und zudem wettbewerbsfeindlich. Die 
Fahrgastverbände werden gegen solche Zerschlagungspläne geschlossen kämpfen! 
Nach Jahrzehnten blinder Streckenstillegungen, die die Marktposition der 
Schiene keineswegs gestärkt sondern empfindlich geschwächt haben, geht es 
inzwischen längst um den Wiederaufbau attraktiver Bahnnetze, der zugleich 
einen Schub für Technologie, Arbeitsmarkt und Regionalstruktur darstellt. 
Die Bürgerinnen und Bürger sollten am 22. September sehr genau hinschauen, 
wie sich Parteien und Kandidaten zu Bahn und Bus äußern. Ein kurzatmiger 
Rückfall in die Gasdpedalpolitik der 60er und 70er Jahre wäre letztlich eine 
Katastrophe für die Menschen. Nur mit einem ausgewogenen Miteinander von 
Nah-, Fern- sowie Güterverkehr auf der Schiene werden wir die absehbaren 
Verkehrsprobleme meistern können. "Einseitiger Autolobbyismus und Straßenbau 
pur gehören in die Mottenkiste. Die sozialverträgliche und umweltgerechte 
Sicherstellung bezahlbarer Mobilität für alle bei gleichzeitigem Erhalt und 
moderatem Ausbau bestehender Verkehrsinfrastrukturen muss im Zentrum 
glaubhafter Verkehrspolitik stehen", so Becker abschließend (Pressemeldung 
Pro Bahn & Bus e.V., 18. 9. 02). 


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Chemiealarm in Ehrang 
Angeblich scharfer Geruch aus Kesselwagen

EHRANG. (f.k.) Ein Chemikalien-Güterwagen im Bahnhof Ehrang und ein unsicheres Tankschiff im Hafen Trier hielten am Mittwoch die Berufsfeuerwehr in Atem.
Nach dem Bahnunglück in Ehrang am 29. August und dem noch schwerwiegenderen Kesselwagen-Unfall von Bad Münder liegen an der Kyllmündung die Nerven blank. Inzwischen reicht dort schon ein kleiner Anlass, um Alarm auszulösen. So am Mittwoch gegen 20.50 Uhr, als im Bahnhof Ehrang ein Kesselwagen höchsten Verdacht erregte. Bahnmitarbeiter wollten einen scharfen Geruch bemerkt haben, der angeblich dem mit Tetrachlorphenol beladenen Waggen entströmte. 

Sofort rückte ein Messtrupp der Berufsfeuerwehr Trier an. Außerdem machten sich in Krefeld zwei Experten der Werksfeuerwehr des Chemiekonzerns Bayer auf den Weg nach Ehrang. Ab 21.30 Uhr wurde die Bahnstrecke Trier-Ehrang vorsorglich gesperrt. 

Nach eingehender Untersuchung des Waggons gaben die Bayer-Leute Entwarnung. Sie hatten weder ein Leck noch ein undichtes Ventil gefunden. Um 21.50 Uhr wurde die Strecke wieder frei gegeben. 

Zeitgleich zu diesem Einsatz war die Feuerwehr auch im Hafen Trier tätig. Dort musste vorsichtshalber ein Ölschlängel um ein Tankschiff gelegt werden. Wie schon berichtet, war das mit Öl beladene Schiff vor einigen Tagen bei Cochem Leck geschlagen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei durfte der Tanker nun ­ notdürftig repariert­ seine Fahrt nach Trier fortsetzten und dort seine Ladung löschen.r.n. 

TV vom 20.09.2002


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Eisenbahnfreunde Jünkerath

Nach einem recht aufregend begonnenen Jahr 2002, das Hochwasser der Kyll
hatte unsere neuen Räume im Eisenmuseum mehrmals unter Wasser gesetzt,
ist wieder Normalität eingekehrt. Die Trocknungsphase war mit Sicherheit lang
genug und die nun bevorstehenden länger werdenden Abende gestatten auch
wieder mehr Zeit, die wir zur Arbeit in den Kellerräumen des Eisenmuseums
nutzen wollen und werden.

Einige Neuigkeiten gibt es auch zu vermelden, so dass es für Sie/dich sicher interessant sein wird, wieder einmal bei uns vorbeizuschauen. Deshalb laden wir zur Jahreshauptversammlung 2002 des Vereins „Eisenbahnfreunde Jünkerath e.V.“ am Freitag, dem 20. September 2002, ein. 

EAZ 39/2002


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Nur die Fische schmecken nicht 
Info-Abend nach dem Zugunglück in Ehrang - 150 Bürger in der Turnhalle - Sachliche Atmosphäre

Von unserer Mitarbeiterin GABRIELA BÖHM

EHRANG. Bis auf wenige Ausnahmen herrschte bei dem Informationsabend zu dem Güterzug-Unglück vom 29. August eine sachliche Stimmung vor. Grundtenor am Dienstagabend: Missverständnisse ausräumen, Gerüchte beseitigen. 150 Bürger wurden unter großer Medienpräsenz
ausgiebig informiert. 

Dezernentin Christiane Horsch hatte gleich einen ganzen Tross von
Behördenvertretern mit in die Ehranger Turnhalle gebracht. Mehr als zwei Stunden
lang informierten diese die Anwohnern nach Kräften und beantworteten zahlreiche
Fragen. Die zweifellos gefragtesten Ansprechpartner waren
Gesundheitsamts-Leiter Harald Michels, Bahnmanager Ludwig Thies und
Berufsfeuerwehr-Leiter Herbert Albers-Hain.

Wer in den vergangenen knapp drei Wochen die Zeitungsberichte über das
Zugunglück gelesen hatte, erfuhr an dem Informations-Abend nicht viel Neues.
Obwohl ein Besucher den Behörden "Vertuschung" vorwarf und etliche kritische
Fragen zu möglichen Gesundheitsgefährdungen gestellt wurden ­ die behördlichen
Antworten waren ausführlich und sollten letzte Zweifel der Anlieger ausgeräumt
haben.

Die meistgestellte Frage des Abends war von Christiane Horsch zu hören, die die
Veranstaltung moderierte: "Haben Sie noch eine Frage?" Und die so ermutigten
Anwohner ließen die Chance zu geballter Fachinformation nicht ungenutzt
verstreichen.

Alle Luft- und Bodenwerte der Anlieger liegen im unbedenklichen Bereich,
versicherte Michels. Die teilweise gering erhöhte Belastung von
polyzyklisch-aromatischen Kohlenwasserstoffen ist seinen Angaben zufolge
vielmehr auf das erhöhte Verkehrsaufkommen in Ehrang zurück zu führen.

Auch das Ordnungsamt gab Entwarnung. Die Cumol-Belastung der Kyllfische sei
unrelevant, hieß es. Allerdings schmecke der Fisch wegen der äußerst geringen
Geruchs- und Geschmacksschwelle nicht.

3200 Tonnen kontaminierte Erde sind bereits abgefahren worden, teilte
Bahnmanager Thies mit, der ausführlich auf Fragen der Verkehrssicherheit einging.
Einige Anwohner beklagten sich über den andauernden Lärm und die ständigen,
lauten Warn-Hubsignale, die ihnen nächtens "durch Mark und Bein" gingen. Thies
versprach Abhilfe und stellte die völlige Wiederherstellung der Bahnstrecke für Mitte
Dezember in Aussicht.

Ein Anwohner beschwerte sich über die öffentliche Zurückweisung der
Anlieger-Beschwerden, die die Kreisverwaltung als "wenig repräsentative
Einzelurteile" eingestuft hatte. "Ich halte das für eine Beleidigung derjenigen, die
den Mund aufgemacht haben", ärgerte sich der Mann.

Christiane Horsch sah sich aber veranlasst, das Gesundheitsamt in Schutz zu
nehmen, "auf dem alle nur herum hacken".

Das Bemühen um sachliche Aufklärung und Information war deutlich zu spüren.
Nur die Frage einer Frau aus dem Laacher Weg blieb offen: "Warum haben die das
nicht schon früher gemacht?"cd/rm. 

TV vom 19.09.2002


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"Keine Versäumnisse" 
Landrat und Gesundheitsamt: Kritik nicht berechtigt

TRIER. (red) Mit Unverständnis haben Landrat Richard Groß und der Leiter des
Gesundheitsamtes Dr. Harald Michels auf die Kritik an der Arbeit und
Informationspolitik des Gesundheitsamtes im Zuge des Eisenbahnunglücks in
Ehrang ( TV vom 12. September) reagiert.

Zwar habe man Verständnis für die Sorgen der betroffenen Anwohner, doch sei der
Vorwurf einer "Null-Information" unzutreffend. Richtig sei vielmehr, dass das
Gesundheitsamt aus eigener Initiative Untersuchungen durchgeführt habe, ohne
zunächst nach Zuständigkeiten zu fragen. Die Ergebnisse der Messungen seien
unmittelbar der Öffentlichkeit bekannt gegeben worden. Der Leiter des
Gesundheitsamtes sei trotz nicht erfolgter Alarmierung noch am Unglückstag mit
wei Gesundheitsaufsehern vor Ort gewesen, ebenso an den Folgetagen. Es seien
auch in Wohnräumen der Anlieger Luftmessungen durchgeführt sowie Boden- und
Lebensmittelproben genommen worden.

Groß: "Die Ergebnisse wurden nicht nur auf Anfrage der Presse, sondern
unmittelbar auf mehreren Pressekonferenzen der Öffentlichkeit mitgeteilt." Die
Ursache für die angeblich verzögerte Bekanntgabe der Messergebnisse der
Bodenuntersuchungen sei darin begründet, dass die Messergebnisse vorsorglich
noch mit den übrigen zuständigen Behörden und auch mit Spezialisten vom
Landesgesundheitsamt in Baden-Württemberg erörtert worden seien. Das
Gesundheitsamt habe in jeder Phase des Schadenfalls Kontakt zu kompetenten
Informationszentren gehabt. Auch sei durch das Gesundheitsamt eine Info-Hotline
eingerichtet worden, über die sich die Anwohner auch über das Wochenende
informieren konnten.

Bei der Kritik könne es sich nach Auffassung des Gesundheitsamtes Trier nur um
wenig repräsentative Einzelurteile handeln.

TV vom 14.09.2002


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Neuer Haltepunkt Ehrang in Betrieb 

EHRANG. (red) Am neuen Haltepunkt Ehrang Ort halten ab Montag, 16. September,
erstmals Züge. Der erste Zug ist die Regionalbahn 22205, die um 5.38 Uhr nach
Koblenz fährt. Weil wegen Brückenarbeiten ein Gleis gesperrt ist, fahren alle Züge
vom Bahnsteig Richtung Trier. Bis zum Abschluss der Arbeiten besteht ein
beschränktes Zugangebot. Der Fahrkartenautomat kann seine Arbeit aus
technischen Gründen erst wenige Tage später aufnehmen.

TV vom 14.09.2002


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Notdürftiger Ersatz 
Bahn ersetzt Interregios nur teilweise

MAINZ. (win) Die Streichung der Interregios auf der Saarstrecke ab 15. Dezember
wird nur teilweise durch Regional-Expresszüge aufgefangen.

Vier Fernverkehrsverbindungen je Richtung werden auf der Strecke
Trier-Saarbrücken mit dem neuen Jahresfahrplan 2003 wegfallen, weil die
Interregios nur noch bis zur Mosel oder nach Luxemburg fahren. Nur zwei
Verbindungen werden jedoch durch Regionalexpresszüge (RE) ersetzt, wie
Thomas Geyer, Direktor des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Nord
(Koblenz), vor dem Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Landtages erläuterte.
Eine Verbesserung bringt die Umstellung lediglich für Konz, da die RE-Züge im
Gegensatz zu den Interregios auch am Saar-Mosel-Eck halten werden.

Erhebliche Nachteile für den Zugverkehr vor allem auf der Eifelquerbahn erwartet
Geyer, sollten Pläne von DB-Netz Realität werden, die Nutzungspreise für
Bahntrassen mit einem so genannten Regionalfaktor zu belasten.

Befürchtete Mehrkosten von insgesamt 2,5 Millionen Euro jährlich für das gesamte
Verbandsgebiet ab 2003 könnten sich laut Geyer unmittelbar auf den laufenden
Probebetrieb der Eifelquerbahn auswirken. Er sprach von einem "willkürlichen Akt",
mit dem vor allem schwierige Nebenstrecken getroffen würden.

TV vom 14.09.2002


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Schlagzeilen / Nachlese

Vulkan-Express
Wegen des Jubiläums 15 Jahre Vulkan-Express fand am 7. und 8. September in Brohl ein Bahnhofsfest statt. Als Gastlok war die REGENWALDE der Selfkantbahn im Einsatz.
IBS

Bürgerbahnzug
Mit dem 300 Meter langen Bürgerbahnzug des Bürgervereins zur Förderung des Schienenverkehrs geht es von Montag, 14., bis Sonntag, 20. Oktober, an den Traunsee...
Rundschau vom 07.08.2002

Vennbahn
Die Touristikzüge rollen nicht mehr - Die Homepage bleibt online
Vennbahn "in memoriam"
...
Aachener Nachrichten vom 06.08.2002

Güterschuppen Sechtem
Eisenbahn-Amateur-Club Bonn baut Sechtemer Güterschuppen zum Vereinsheim um.
Ein neues Domizil an Gleis 4
... nach Angaben des Vereins der älteste noch bestehende Güterschuppen aus der Eisenbahngründerzeit ...
Rundschau vom 07.08.2002

"Fehlanzeige"
Falsche Zuganzeige im Kölner Hbf: Der RE Köln - Trier, Abfahrt 15.18 in Köln Hbf, wurde kürzlich folgendermassen angezeit: Euskirchen-Kall / Nürberg-Passau / TRIER
KSTA vom 08.08.2002

Graffiti
Sprayern geht es an den Kragen: Das Belohnungssystem für Zeugen zieht.
Kunst, Kitsch oder einfach nur verbotene Schmiererei? ...
RZ vom 27./28.07.2002


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Stromausfall im Euskirchener Stellwerk

Freitag vor acht Tagen (am 30.08.) gab es im Euskirchener Stellwerk gegen 18 h einen kleinen Stromausfall. Die bereits auf Ausfahrt stehenden Signale fielen auf Hp0 zurück. Für den Zug nach Bonn konnte noch Zs1 geschaltet werden, der nach Köln musste auf einen schriftlichen Befehl warten. Der traf dann nach 10 Minuten Wartezeit beim Lokführer ein. Nach dem er freudestrahlend damit in Richtung Zugführer winkte, ging's auch hier weiter. 

Marco Wolfgarten


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Bis zu 15 Jahre eingeschränkter Wettbewerb im Bahn-Nahverkehr

Berlin (dpa) - Der Wettbewerb im Bahn-Nahverkehr soll nach dem Willen der
Bundesregierung mindestens noch bis Ende 2014 eingeschränkt bleiben. Die vom
Bundeskabinett beschlossene Neuregelung der Vergabeverordnung für die
Beförderung sieht einen schrittweisen Übergang zur Einführung von wirklichem
Wettbewerb vor.

Die für den Nahverkehr zuständigen Länder können Aufträge befristet auch
«freihändig» vergeben, das heißt ohne eine Ausschreibung. Am Ende eines
zwölfjährigen Stufenplans mit zunehmender Ausschreibung von Teilnetzen müssen
Aufträge dann vollständig im Wettbewerb vergeben werden. Dies kann sich bei
Ausnutzen der neuen Regelungen maximal bis zu 15 Jahre hinziehen. Den Plänen
muss Ende September noch der Bundesrat zustimmen.

Mit der Neuregelung will die Bundesregierung das Vergaberecht an die
Erfordernisse im Schienenverkehr anpassen und einen Rahmen für einen
Übergang zu wirklichem Wettbewerb schaffen. Private Bahnunternehmen hatten
zuletzt eine Bevorzugung der bundeseigenen Deutschen Bahn AG und
Benachteiligungen bei «freihändiger» Auftragsvergabe ohne strengere Auflagen
befürchtet.

Der schärfste Bahn-Konkurrent Connex «akzeptiert den Beschluss und erkennt die
politische Entscheidung an», wie Geschäftsführer Hans Leister der dpa sagte. Es
handele sich um einen relativ langen Übergangszeitraum. Die Verordnung sei aber
«sicher eine Basis» und ein Signal für mehr Wettbewerb. Leister: «Das Glas ist
halb voll».

Die Deutsche Bahn AG hofft, dass der Beschluss auch vom Bundesrat gebilligt
wird. Somit würden Rechts- und Investitionssicherheit hergestellt und ein
geordneter Übergang zum Wettbewerb ermöglicht, sagte Bahnchef Hartmut
Mehdorn. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Albert Schmidt, nannte die
Verordnung einen «realistischen Ansatz», der privaten Unternehmen eine
Perspektive biete.

Die bundeseigene Bahn AG, die seit längerem auf langfristige Verträge pocht,
erbringt trotz eines steigenden Anteils von Wettbewerbern derzeit noch mehr als 90
Prozent des Verkehrs im Nahverkehr. Die Länder erhalten für die Bestellung von
Regionalverkehr jährlich knapp sieben Milliarden Euro.

Die Neuordnung sieht vor, dass Länder Verträge über einzelne Linien mit einer
Laufzeit von bis zu drei Jahren einmalig auch «freihändig» ohne sonstige
Voraussetzungen vergeben können. Bei einem längerfristigen «freihändigen»
Vertrag muss innerhalb eines Stufenplans ein «wesentlicher Teil der Leistungen»
auslaufen und im Wettbewerb vergeben werden. Die Laufzeit eines «freihändig»
vergebenen längeren Vertrages soll höchstens zwölf Jahre betragen.

Zusammen mit Dreijahresverträgen kann sich die Einführung von
hundertprozentiger Ausschreibung also bis zu 15 Jahre hinziehen. Bahn-Experten
gehen allerdings davon aus, dass die Drei-Jahres-Regel kaum von Unternehmen
genutzt wird. Es wird daher davon ausgegangen, dass vollständiger Wettbewerb
bereits Ende 2014 gewährleistet sein könnte. Zu diesem Zeitpunkt soll auch die
neue Verordnung auslaufen.

TV vom 12.09.2002


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Ehranger fühlen sich im Stich gelassen 

Nach Zugunglück heftige Kritik an zögerlicher Informationspolitik von Behörden ­ Bodenwerte trotz Benzpyren "tolerabel"

Von unserer Mitarbeiterin  GABRIELA BÖHM

EHRANG. Genau zwei Wochen nach dem Zugunglück liegen bei vielen betroffenen Anliegern die Nerven blank. Die Ergebnisse von BodenUntersuchungen liegen erst seit gestern vor. Durchweg wird den Behörden eine "katastrophale Informationspolitik" attestiert. 

"Null Informationen von Gesundheitsamt oder Bahn" habe er erhalten, sagt Axel
Ganz. In seinem Haus im Laacher Weg ­ 30 Meter von der Unglücksstelle entfernt ­
nahm des Landesumweltamt keine Messungen vor. Begründung: Fehlanzeige.
Dabei zeigt ein Videofilm von dem Kesselwagenbrand, dass die Rauchwolke sich
auch über den windabgewandten Teil der Straße hinzog.

Günther Seitz, der Nachbar von gegenüber, ist mit Frau und Kindern bereits aus der
Wohnung ausgezogen. Noch immer stinkt es dort nach Cumol. Eine "katastrophale
Betreuung" attestiert Seitz den Behörden. Misstrauen hegt er gegenüber den
amtlichen Wohnraum-Luftmessungen, die in einer Handzettel-Ankündigung den
Bewohnern "zweistündiges Lüften vor der Messung" anrieten.

In der Gerüchteküche brodelt es heftig 

"In die Wohnung kehre ich nicht mehr zurück", sagt Seitz deprimiert; die
Möbelstücke werde er nur dann behalten, wenn ein privates Gutachten deren
gesundheitliche Unbedenklichkeit ergeben hätte.

Nebenan will Familie Eschmann ihr Haus verkaufen. Die Frau ist wegen
Atembeschwerden, Kopf- und Bauchschmerzen in ärztlicher Behandlung. Auch hier
bemüht sich die Familie um private Messungen. "Weder von der Bahn noch dem
Gesundheitsamt hat uns einer über die Situation aufgeklärt."

Auf der Suche nach Informationen und der Antwort auf die bohrende Frage, mit
welcher Substanz sie es eigentlich zu tun haben, wurden die Leute im Internet
fündig. Derweil brodelt die Gerüchteküche heftiger. Ein runder Tisch mit allen
beteiligten Behörden könnte Abhilfe schaffen. "Es kann ja wohl nicht angehen, dass
wir nur über die Zeitung Informationen erhalten", kritisiert Josef Besslich die
"miserable" Betreuung. Seit dem Unfall ist er in augenärztlicher Behandlung.

Am Mittwoch gab das Gesundheitsamt ­ auf mehrfache Nachfrage des Trierischen
Volksfreunds ­ die Ergebnisse von Bodenproben aus Gärten der Anlieger bekannt.
Krebs erregendes Benzpyren A und polyzyklisch-aromatische Kohlenwasserstoffe
seien in tolerablen Werten gemessen worden. Ein ursächlicher Zusammenhang
zwischen Zugunglück und Belastung ließe sich jedoch nach Auswertung einer
genauen Parzellenkarte nicht herstellen. Vielmehr könnten die Werte auch aus der
industriellen Belastung in Ehrang herrühren.

Für die Anwohner ist diese Erklärung keine beruhigende Auskunft. Immer wieder
bekamen sie von Mitarbeitern des Landesumweltamtes, der Feuerwehr und des
Gesundheitsamtes widersprüchliche und beängstigende Aussagen zu hören.

Am besten sollten sie schleunigst ihre Wohnungen im Laacher Weg verlassen,
hieß es häufig hinter vorgehaltener Hand. "Je länger wir bleiben, desto größer ist
doch die Gefahr, Mitschuld an einer möglicherweise lädierten Gesundheit zu
haben", sagt eine verunsicherte Frau, Schadenersatzansprüche seien dann noch
schwieriger durchzusetzen.

Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen den Lokführer das Ermittlungsverfahren
aufgenommen, abschließende Gutachten stehen nach Angaben von Staatsanwalt
Jüngling noch aus. Unterdessen hat das Gesundheitsamt Gesprächsbereitschaft
in einem Info-Abend signalisiert.

TV vom 12.09.2002


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Streit um Bahnpläne

MAINZ. (win) Forderungen aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach einer
Stilllegung von Bahn-Nebenstrecken sind auf heftigen Protest des
rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) gestoßen.

Eine "erhebliche Umorientierung" in der Bahnpolitik unter einer Unions-geführten
Bundesregierung hat der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im
Bundestag, Dirk Fischer, in einem Brief an die "Allianz pro Schiene e.V." und den
Städte und Gemeindebund angekündigt. Fischer plädiert darin für ein durch die
Nutzer finanziertes Bahnnetz und kommt zu dem Schluss: "Zahlreiche
Nebenstrecken werden daher aufgegeben werden müssen."

Der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck kündigte entschiedenen
Widerstand gegen die Unions-Pläne an, die er als ökonomischen wie ökologischen
Unsinn bezeichnete. Landesweit wurden in den vergangenen Jahren mehrere
Strecken wieder reaktiviert.

Angesichts heftiger bundesweiter Reaktionen relativierte Unions-Politiker Fischer
seine Aussagen mittlerweile wieder. Es sei kein Kahlschlag im Schienennetz des
ländlichen Raumes geplant, erklärte er gestern.

TV vom 12.09.2002


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Dispolok (s. August 2002) - Nachtrag von Nobbi

Übrigens, die Dispolok, die Du in Eu fotografiert hast, war ürsprünglich von Siemens an die norwegische Staatbahn verkauft worden. Die Loks waren technisch aber nicht ausgereift und liefen nur mit Störungen in Norwegen und so musste Siemens die Loks aus Norwegen wieder zurück nehmen. Siemens-Dispolok hat diese (Anzahl ?) dann in den Dispo-Lokpark aufgenommen. 

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www.verkehrslinks.de

Das Link-Zentrum für die Sparte Verkehr http://verkehrslinks.de ist eine (private) umfangreiche geordnete Link-Sammlung zu guten Verkehrsseiten der Bereiche Luft, Wasser, Schiene und Straße - auch mit Unterthemen (z.B.Recht, Firmen, Literatur). 
 

Leuchttürme in aller Welt

3. Die gute private Seite 
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Eine besonders schöne Seite präsentiert Malte Werning mit "Leuchtürme in aller Welt" - http://www.leuchttuerme.net . Ein "Klick" lohnt sich. Zum Konzept der Seite schreibt er : "Aus einer simplen Linkliste für Leuchtturmpages wurde mittlerweile diese kleine Sammlung von Fotografien und historischen Ansichten. Künftig sollen auch umfangreiche Informationen zu allen Türmen auf einen Klick abrufbereit sein." Gut so ! Auf Malte Werning wartet sicher noch viel Arbeit. Bereits jetzt findet der Fan aber schon viele Hinweise und Erläuterungen. 
Die Seite ist schnell, gut navigiert und farblich gekonnt gestaltet. " 
 

Hochwasserschäden bei der Weisseritztalbahn

4. Freital-Hainsberg – Kurort Kipsdorf (Schmalspurbahn) 
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Am 12./13.August 2002 wurde durch ein Jahrhunderthochwasser der Weißeritz die Strecke und zwei Bahnhöfe bzw. Haltepunkte erheblich beschädigt. 
Die Angebote zu tatkräftiger Hilfe vor Ort und zu finanziellem Unterstützung geben Mut, den Wiederaufbau ins Auge zu fassen und auch anzugehen! Wir wissen - die Hoffnung stirbt zuletzt! 

Weitere Hinweise unter http://62.159.107.115/jump.cfm?id=138208&kid=64551


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Für die Jugend: Neue Briefmarke

Unter den Jugendmarken 2002 der Deutschen Post ist als Beispiel für elektrisches Spielzeug auch ein Modellbahn-Motiv, das eine Dampflok mit Formsignal zeigt.


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Entwarnung: Ehranger können aufatmen 
Beruhigende Mess-Ergebnisse nach dem Zugunglück

Von unserer Mitarbeiterin GABRIELA BÖHM

EHRANG. Entwarnung von Gesundheitsamt und Stadt. Die am Freitag bekannt
gegebenen Mess-Ergebnisse stellen für Anlieger des Zugunglückes keine Gefahr
dar. Das Gesundheitsamt hat jetzt eine Hotline eingerichtet. 

Das Bemühen, den Alltag in Ehrang nach dem Zugunglück wieder in geordnete
Gleise zu bringen, war von Bürgermeister Georg Bernarding bei der
Pressekonferenz am Freitagnachmittag deutlich anzumerken. "Wir haben
ausdrücklich gesagt, wie die Leute sich verhalten sollen und dass sie Geduld
haben müssen", griff er die Verärgerung verunsicherter Anlieger auf. Warum es
nicht immer so herüber gekommen sei, wolle er offen lassen.

Nach Angaben von Gesundheitsamt-Leiter Harald Michels ist seit Freitag eine Art
Telefon-Hotline zu ihm eingerichtet. Unter der Telefonnummer 715-570 und am
Wochenende 715-550 erhalten besorgte Bürger Auskünfte. Auch im Rathaus
werden Anrufer an die richtigen Stellen verwiesen.

Luftwerte "völlig unbedenklich"

Weitgehend gute Nachrichten hatten die Behörden-Vertreter dann parat. Die
Messungen der Außen- und Raumluft in dem Laacher Weg durch das Landesamt
für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht seien mit 300 Mikrogramm pro Kubikmeter
Luft gesundheitlich völlig unbedenklich. Das habe das Bundesumweltamt bestätigt.

Selbst etwas höhere Werte in zwei Häusern werden von den Ämtern als
ungefährlich eingestuft. Die starke Geruchsbelästigung an der Unfallstelle, die aus
der kontaminierten Erde aufsteigt, bezeichnet Michels kategorisch als "völlig
unbedenklich". Lediglich unmittelbar an der Unglücksstelle werden während der
Aushub-Arbeiten hohe Cumol-Werte gemessen.

Nach dem völligen Entfernen der kontaminierten Erde erwarten die Fachleute auch
an der Aushub-Stelle unbedenkliche Werte. Nach dem Beenden der Erdarbeiten,
deren Dauer nach Auskunft von Bahnmanager Ludwig Thies derzeit nicht genau
angegeben werden kann, können besorgte Anwohner nochmalige kostenlose
Messungen des Landesumwelt-Amtes vornehmen lassen.

Obst und Gemüse aus Gärten vor Verzehr putzen 

Untersuchte Erde direkt am Bahndamm zeigt eine deutliche Cumol-Belastung. Die
Arbeiter tragen dort Schutzanzüge, weil Cumol eine hautreizende Substanz ist.

Ergebnisse von Bodenproben aus Gärten der Anwohner werden am kommenden
Montag erwartet. Entwarnung gibt es aber auch hier seitens des Trierer
Ordnungsamtes. Die Analysen des Institutes für Lebensmittelchemie hätten
"normale bis minimal erhöhte" ungefährliche Cumol-Werte der Gartenprodukte
ermittelt. Allerdings sollten die Anwohner die Erzeugnisse aus ihren Nutzgärten vor
dem Verzehr putzen. "Nach normaler küchentechnischer Bearbeitung können die
Leute ihr Obst und Gemüse essen", erklärte Lebensmittel-Kontrolleur Alois
Reichert.

Auch die Kyllfische haben nur unrelevant erhöhte Cumol-Werte. Besorgten
Anwohnern rät Michels, sich im Gesundheitsamt untersuchen zu lassen.

Für eventuelle Schadensregulierungen steht die Duisburger DB Cargo AG,
Kunden-Service-Zentrum-Team Haftpflicht, unter Telefon 0203/4541715 zur
Verfügung. Anspruchs-Steller sollten Schadenersatz-Forderungen in Verbindung
mit Behörden belegen lassen.

TV vom 07.09.2002


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Gestank in der Luft und Ärger im Bauch 

Nach dem Kesselwagen-Brand:
Ehranger Anrainer erwarten mehr Information und Unterstützung

Von unserem Redakteur  FRIEDHELM KNOPP

EHRANG. Eine Woche nach dem Bahnunglück von Ehrang ist für die
unmittelbaren Anrainer der Strecke der Fall weder vergessen noch vergeben. Sie
klagen über dürftige Informationen und fühlen sich von Bahn und Behörden alleine
gelassen.

Besonders betroffen sind die Bewohner der am Bahndamm liegenden Häuser
Laacher Weg 9-12 sowie mehrere Anrainer auf der anderen Seite des Dammes.
Alle Anwesen liegen in Sichtweite des Unfallorts. Die Anwohner an der Ostseite des
Dammes hatten wenigstens etwas Glück mit der Windrichtung: ein leichter
Nordwestwind drückte am 29. August den Qualm der brennenden Chemikalie
"Cumol" von ihren Häusern weg in Richtung Ortszentrum Ehrang.

Die ersten Unfallzeugen waren Josef und Hildegard Beßlich. "Wir saßen gegen 13
Uhr auf unserer Gartenveranda", so Beßlich, als plötzlich ein Güterzug eine
Vollbremsung machte und die Oberleitung herunterfiel. Es brannte sofort und wir
alarmierten die Feuerwehr." Dann leitet Beßlich vom Augenblick des ersten
Erschreckens auf die längerfristigen Folgen über. "Heute kochen wir Hühnersuppe",
sagt der Ehranger "aber ohne Lauch, obwohl mein Garten voll davon ist. An unser
Gartengemüse gehen wird nicht mehr dran."

Nachbar Dieter Patschowski würde seine Gartenprodukte gerne zentnerweise in
einen Container entsorgen. Patschowski: "Doch wer stellt uns den hin? Die Bahn
hat noch nicht reagiert."

Im Haus Nummer 10 ist Ehepaar Wasniewski um seinen fünf Monate alten
Säugling besorgt. Wegen dieser besonderen Situation würde Joachim Wasniewski
gerne die Innenräume seines Hauses gesondert auf Schadstoffe untersuchen
lassen. Das Umweltzentrum der HWK Trier hätte den Job übernommen ­ für 250
Euro pro Zimmer.

Die DB Net in Koblenz habe ihn in Sachen Schadstoffprobe an die Bahnverwaltung
in Trier verwiesen. Dort sei er an das Gesundheitsamt in Trier "weitergereicht"
worden. Das Gesundheitsamt habe wieder auf die Zuständigkeit der DB Net in
Koblenz verwiesen.

Ähnliche Erfahrungen machten auch die anderen bei dem Versuch, eine
Hilfestellung oder auch nur eine Detail-Information zu erhalten. "Warum gab es
keine eindeutige Notfall-Hotline? Warum lief am Wochenende nur ein
Anrufbeantworter beim Gesundheitsamt? Warum haben wir von der Aufhebung der
Evakuierung nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda erfahren?" ­ so lauten die
Fragen.

Kommen die Betroffenen auf den Unglückstag zu sprechen, zollen sie der
Feuerwehr und den Helfern von DRK und MHD großes Lob. Oft chaotisch,
unkoordiniert und vielerorts Rüde im Ton sei der Auftritt vieler Polizeibeamten
gewesen. Ein Anwohner: "An einer Stelle wurde man regelrecht davon gejagt ­ an
anderer Stelle fuhren Linienbusse weiter durch die Gefahrenzone."

Wenn nichts mehr geht, greift man notgedrungen in die eigene Geldbörse. So hat
Wasniewski für 220 Euro seinen PKW reinigen lassen ­ weil auch das Baby darin
transportiert wird. Um ihre Ansprüche zu sichern, haben die Anrainer nun einen
gemeinsamen Rechtsanwalt beauftragt. Auch Anwohner der August-Antz-Straße
sollen sich einen Anwalt genommen haben.

Misstrauen erregen die Angaben des Gesundheitsamtes, wonach das Cumol in
der beim Unfall aufgetretenen Dosierung eher harmlos sei. "Warum der Aufwand,
wenn alles ungiftig ist", sagen die Bewohner und zeigen auf die Erdarbeiten am
Bahndamm, über dem ein scharfer Geruch liegt und wo der Löschzug Trier-Mitte
ständig Luftproben entnimmt. Auch an der stinkenden Bahnunterführung Laacher
Weg wird seit zwei Tagen gearbeitet. Arbeiter in Schutzkleidung bringen im Auftrag
der Bahn dort Kunststofffolien an. Warum, weiß er Bahnsprecher in Frankfurt nicht.
Möglicherweise müsse die Unterführung aber komplett erneuert werden, teilt er
dann mit.

Cumol sei ein geruchsintensiver Stoff, sagt Dr. Harald Michels vom
Gesundheitsamt. Er stinke schon in 1500-facher Verdünnung unter dem Wert, bei
dem er gesundheitsschädlich werde. Noch liefen die Auswertungen der
Bodenproben ­ spätestens Anfang nächster Woche, so Michels, würden die
Ergebnisse bekannt gegeben.

TV vom 04.09.2002


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Zur Zukunft der (Vor-)Eifelbahnen

Ab Dezember Spätzüge in die Eifel

Kreis Euskirchen - Lange haben insbesondere die Bürger im Südkreis für einen Spätzug von Köln in die Eifel gekämpft. Nun scheint das Ziel in erreichbarer Nähe. Vom 15. Dezember an soll es eine tägliche Spätverbindung von Köln (Abfahrt 22.11 Uhr) bis nach Gerolstein geben (Ankunft gegen Mitternacht). Das ist einer Vorlage für den Kreis-Planungsausschuss zu entnehmen. 
Darüber hinaus soll die bisher nur an den Wochenenden angebotene Verbindung um 0.11 Uhr ab Köln nach Euskirchen zu einem täglichen Fahrtangebot ausgedehnt werden. Daneben sieht der Entwurf Schienen-Personen-Nahverkehrsplans 2003 auch Ausweitungen auf der Strecke Bonn-Euskirchen-Bad Münstereifel vor. 

Samstags soll der 30-Minuten-Takt um eine Stunde verlängert werden, an den verkaufsoffenen langen Samstagen im Advent sogar um drei Stunden. Zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel soll das an Sonn- und Feiertagen bestehende zweistündige Zugangebot nachmittags zum Stundentakt verdichtet werden. Freitags und samstags wird zwischen Euskirchen und Bonn eine Spätfahrt gegen 23 Uhr eingerichtet. (fa) 

Kölner Stadtanzeiger vom 02.09.2002 (gesendet von Marco Wolfgarten)


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Trier: Überhöhte Geschwindigkeit Ursache für Zugunglück

(gsb) Die Ursache des schweren Zugunglückes in Trier-Ehrang ist nach Auskunft des ermittelnden Eisenbahnbundesamtes in Bonn auf überhöhte Geschwindigkeit zurück zu führen. Der Gefahrgutzug fuhr auf dem Streckenabschnitt mit 70 km/h, erlaubt sind dort nur 40 km/h, sagte Pressesprecher Mark Wille auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. Das hätten die Auswertungen des Fahrtverlaufs-Schreibers ergeben. 

Zur Zeit laufen Untersuchungen, warum der Zug zu schnell fuhr. Noch bis Ende der Woche wird das „relativ neue“ Triebfahrzeug auf technische Mängel untersucht. Bei dem Zugunglück waren Donnerstagmittag drei Kesselwagen entgleist, zwei davon gerieten in Brand und setzten eine giftige Chemikalie frei. Wie ein Frankfurter Bahnsprecher mitteilte, werden die Reparatur- und Dekontaminierungsarbeiten noch bis zu zwei Monaten andauern. 

Durch den vorübergehend eingleisigen Zugverkehr komme es zu fünf- bis zehnminütigen Verspätungen. Täglich fahren bis zu 130 Personen- und Güterzüge auf der betroffenen Zugstrecke Trier-Koblenz. Die Regionalbahnen der Linie Perl-Trier-Wittlich auf dem Teilstück Trier-Wittlich und Gegenrichtung fallen derzeit noch aus. Ersatzweise halten die Regionalexpresszüge der Linie Koblenz-Trier-Saarbrücken und Gegenrichtung in Föhren, Hetzerath und Schweich. Diese Einschränkung bleibt bestehen, bis die Zweigleisigkeit wieder hergestellt ist. Durch das Zugunglück ist nach Auskunft der Bahn ein Schaden von 4 Millionen Euro entstanden.

TV vom 02.09.2002


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Trier: Bergungsarbeiten nach Zugunglück abgeschlossen

(ddp-rps). Nach dem Unfall eines Gefahrgutzuges in Trier sind die Bergungsarbeiten abgeschlossen. Alle vier entgleisten Kesselwagen mit giftiger Ladung wurden am frühen Sonntagmorgen von der Unfallstelle in Stadtteil Ehrang entfernt, wie die Feuerwehr mitteilte. Sie sollen mit einem Schwertransport zum Trierer Hafen gebracht und dort am Montag verladen werden. Ebenfalls zu Wochenbeginn werde mit der Abtragung des verseuchten Erdreiches um die Unfallstelle begonnen. Wann die beschädigte Brücke über dem Fluss Kyll abgebaut werden soll, ist nach Angaben der Bahn noch unklar. Der Bahnverkehr auf der Moselstrecke normalisierte sich am Sonntag wieder weitgehend.

In der Nacht zum Samstag waren die Abpumparbeiten bei den mit der giftigen Flüssigkeit Isopropylbenzen beladenen Kesselwagen abgeschlossen worden. Da nach Feuerwehrangaben für die Bevölkerung keine Gefahr mehr bestand, konnten auch die letzten zwei Dutzend evakuierten Bürger in ihre Häuser zurückkehren. Vor der für Montag vorgesehenen Entfernung des belasteten Erdreichs müssten zunächst Proben entnommen werden, um zu klären, wie tief der Boden abgetragen werden muss, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Unterdessen nahm die Bahn am Sonntagmorgen größtenteils auch den Nahverkehr auf der Moselstrecke wieder auf, nachdem sie am Samstag bereits für den Fernverkehr wieder freigegeben worden war. Einschränkungen gibt es nach Angaben eines Unternehmenssprechers nach wie vor auf der Regionalbahnlinie zwischen Perl, Trier und Wittlich. Diese blieben noch ein bis zwei Wochen bestehen, bis die Zweigleisigkeit der Strecke wieder hergestellt ist.

Der Güterzug mit 29 leeren Waggons und sechs beladenen Kesselwagen war vom französischen Apach nach Köln-Gremberg unterwegs gewesen, als er am Donnerstagmittag in Trier-Ehrang entgleiste. Vier mit der giftigen Flüssigkeit beladene Kesselwagen entgleisten, drei davon gerieten in Brand. Das Feuer konnte erst nach mehreren Stunden gelöscht werden. Verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Die Unfallursache ist nach wie vor unklar. 

TV vom 01.09.2002