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NACHRICHTEN: August  2002



August 2002 [< Nachrichten Übersicht ]

09.09.2002 Dispolok ME 26-07 in Euskirchen - Nachtrag (PW)
01.09.2002 Trier-Ehrang: Bergungsarbeiten abgeschlossen (TV)
29.08.2002 Trier-Ehrang: Glück im Unglück? (+ 3 weitere Beiträge) (TV)
29.08.2002 Trier-Ehrang: Güterzug entgleist (+ 5 weitere Beiträge) (TV)
28.08.2002 Baureihe 103 an der Mosel (JH)
28.08.2002 Fotos aus Trier von Ralf Kremer (RK)
27.08.2002 Dispolok ME 26-07 in Euskirchen (PW)
27.08.2002 In Kürze Gleisumbau in Derkum (PW)


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Trier: Bergungsarbeiten nach Zugunglück abgeschlossen

(ddp-rps). Nach dem Unfall eines Gefahrgutzuges in Trier sind die Bergungsarbeiten abgeschlossen. Alle vier entgleisten Kesselwagen mit giftiger Ladung wurden am frühen Sonntagmorgen von der Unfallstelle in Stadtteil Ehrang entfernt, wie die Feuerwehr mitteilte. Sie sollen mit einem Schwertransport zum Trierer Hafen gebracht und dort am Montag verladen werden. Ebenfalls zu Wochenbeginn werde mit der Abtragung des verseuchten Erdreiches um die Unfallstelle begonnen. Wann die beschädigte Brücke über dem Fluss Kyll abgebaut werden soll, ist nach Angaben der Bahn noch unklar. Der Bahnverkehr auf der Moselstrecke normalisierte sich am Sonntag wieder weitgehend.

In der Nacht zum Samstag waren die Abpumparbeiten bei den mit der giftigen Flüssigkeit Isopropylbenzen beladenen Kesselwagen abgeschlossen worden. Da nach Feuerwehrangaben für die Bevölkerung keine Gefahr mehr bestand, konnten auch die letzten zwei Dutzend evakuierten Bürger in ihre Häuser zurückkehren. Vor der für Montag vorgesehenen Entfernung des belasteten Erdreichs müssten zunächst Proben entnommen werden, um zu klären, wie tief der Boden abgetragen werden muss, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Unterdessen nahm die Bahn am Sonntagmorgen größtenteils auch den Nahverkehr auf der Moselstrecke wieder auf, nachdem sie am Samstag bereits für den Fernverkehr wieder freigegeben worden war. Einschränkungen gibt es nach Angaben eines Unternehmenssprechers nach wie vor auf der Regionalbahnlinie zwischen Perl, Trier und Wittlich. Diese blieben noch ein bis zwei Wochen bestehen, bis die Zweigleisigkeit der Strecke wieder hergestellt ist.

Der Güterzug mit 29 leeren Waggons und sechs beladenen Kesselwagen war vom französischen Apach nach Köln-Gremberg unterwegs gewesen, als er am Donnerstagmittag in Trier-Ehrang entgleiste. Vier mit der giftigen Flüssigkeit beladene Kesselwagen entgleisten, drei davon gerieten in Brand. Das Feuer konnte erst nach mehreren Stunden gelöscht werden. Verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Die Unfallursache ist nach wie vor unklar. 

TV vom 01.09.2002


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Glück im Unglück?

BERND WIENTJES ZU: ZUG-UNFALL

Der Trierer StadtteilEhrang ist gestern knapp einer Katastrophe entgangen. Auch wenn Experten die in Brand geratene Flüssigkeit Isopropylbenzen (Cumol) eher für ungefährlich halten, macht das Unglück Angst. Was wäre wenn… etwa die Kesselwagen direkt an Häusern oder in einem Bahnhof in Flammen aufgegangen wären? Eine Katastrophe wäre unausweichlich gewesen. Vermutlich wären viel mehr Menschen verletzt worden oder es hätte gar Tote gegeben. Doch auch so ist der Unfall für die unmittelbar Betroffenen schlimm. Wie gefährlich ist die verbrannte Substanz wirklich? Besteht Gefahr für die Bevölkerung? Dürfen Kinder draußen spielen? Die Angst und Verunsicherung ist verständlicherweise groß. Als erstes müssen die Schäden und die unmittelbare Gefahr beseitigt werden. Doch genauso schnell müssen die Betroffenen aufgeklärt werden, wie groß die Gefahr für sie ist. Das Schlimmste wäre, den Unfall als Glück im Unglück abzutun und die Bürger in und um Ehrang im Ungewissen zu lassen. Diese Verschleierungstaktik würde den Eindruck des professionellen Einsatzes der Hilfskräfte gestern verwässern. Und es würde die Kritiker bestätigen, die nach dem Castor-Unfall vor fünf Jahren im französischen Apach oder dem Zugunglück im Bahnhof Konz-Karthaus vor drei Jahren die Hilfskräfte in der Region als für solche Ausnahmesituationen nur bedingt einsatzfähig und ausgerüstet bezeichneten.

Nach dem relativ glimpflichen Ausgang des gestrigen Unfalls darf nun nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Die Ursachen und die Folgen müssen auf den Tisch.

b.wientjes@volksfreund.de
 

Zugunglück: Giftwolke über Trier-Ehrang

Kesselwagen in Brand - Hunderte flüchten

TRIER. (f.k./sey) Der Trierer Stadtteil Ehrang ist gestern knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt: Mehrere mit einer Chemikalie beladene Kesselwagen eines Güterzugs entgleisten und gerieten in Brand. Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.
 

Sofort nach Bekanntwerden des Unglücks hatte die Trierer Berufsfeuerwehr Großalarm ausgelöst. Alle Bewohner im 200-Meter-Umkreis um die Brandstelle wurden in Sicherheit gebracht. Etwa 100 fanden vorläufig Unterschlupf in einer Schule in Trier-Quint. Die meisten durften am Abend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Einige wenige sollten laut Gesundheitsamts-Chef Harald Michels aber "vorsichtshalber" die Nacht bei Verwandten oder Freunden verbringen. Obwohl zeitweise Explosionsgefahr bestand und eine giftige Rauchwolke über Ehrang zog, wurde offenbar niemand ersthaft verletzt. Einige Anwohner kamen allerdings mit leichten Atemwegsreizungen ins Krankenhaus, drei Feuerwehrmänner erlitten leichte Verletzungen, der Lokführer einen Schock.

Über die Unglücksursache wird noch gerätselt. Ob's an den Schienen oder am Waggon-Gestell lag, oder ob der Zug womöglich zu schnell fuhr, werde jetzt geprüft, sagte Bundesgrenzschutz-Sprecher Wolfgang Annen dem TV . Der Zug-Fahrtenschreiber wurde geborgen; er wird beim Eisenbahnbundesamt untersucht. Das Ergebnis soll spätestens Samstag feststehen. Auszuschließen ist laut Annen aber, dass der Lokführer oder der zuständige Fahrdienstleiter Alkohol getrunken hätten. Die Bahnstrecke zwischen Trier und Wittlich soll vermutlich im Laufe des heutigen Tages wieder befahrbar sein ­ allerdings zunächst nur einspurig. Mit leichten Verspätungen müsse gerechnet werden.

Ein dumpfes Poltern hatte kurz nach 13 Uhr die Anwohner in Ehrang aufgeschreckt. Sekunden später, so ein Augenzeuge, sei eine riesige schwarze Rauchwolke emporgestiegen. Drei schwere Kesselwagen, die sich am Ende des Güterzuges befanden, waren entgleist. Zwei Wagen schlugen leck, die leicht entflammbare Ladung ­ eine Chemikalie namens Cumol ­ fing an zu brennen. Ein Waggon kippte auf der Bahnüberführung über die Kyll um. Brennendes Cumol lief in das Gewässer. Mit Ölschlängeln wurde die Chemikalie von der Feuerwehr aufgefangen.

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Aufatmen nach Zugunglück

Bergungsarbeiten in Trier-Ehrang dauern an - Bürgermeister warnt vor Verzehr von Obst und Gemüse

TRIER-EHRANG.(gsb) Nach dem Unfall eines Gefahrgutzuges in Trier-Ehrang liefen die Bergungsarbeiten gestern auf Hochtouren. Die Interregio-Verbindung zwischen Trier und Koblenz soll Samstagmorgen aufgenommen werden, der Regionalverkehr rollt ab Sonntag wieder.
 

Noch mal Glück gehabt, meinten Einsatzkräfte und Behördenleiter am Tag nach dem Zugunglück in Ehrang. Am Donnerstag waren drei Kesselwagen entgleist, zwei gingen in Flammen auf. Eine Giftwolke stieg über dem Stadtteil auf. Der Brand wurde erst nach Stunden vollständig gelöscht. Ständige Luftmessungen der Berufsfeuerwehr hätten am Freitag keine Besorgnis erregenden Werte ergeben, sagte Berufsfeuerwehr-Leiter Herbert Albers-Hain. Trotzdem würden in den nächsten Tagen Gemüse und Obst aus anliegenden Gärten untersucht und Bodenproben gezogen. Bürger, die im Radius von 500 Metern um die Unglücksstelle wohnen, sollten vorsorglich keine Erzeugnisse aus ihren Gärten verzehren, rät der Trierer Bürgermeister Georg Bernarding.

Das Trinkwasser sei von dem Brand nicht betroffen, da es aus einem Wald komme, der nicht direkt an der Unglücksstelle liege. Die giftige Chemikalie Cumol, die sich in den Unglücks-Waggons befand, wurde in andere Kesselwagen umgepumpt. Mit Ölschlängeln saugten Feuerwehrleute die in die Kyll gelangte Chemikalie auf. Laut Bahn-Sprecher Gelfo Kröger muss auf der Strecke Trier-Koblenz wegen des eingleisigen Betriebs mit leichten Verspätungen gerechnet werden. Die Reparaturarbeiten ziehen sich wahrscheinlich noch Monate hin.

Fünf Feuerwehrleute waren bei der Brandbekämpfung leicht verletzt worden. Mehrere Anwohner wurden mit Atemwegsreizungen ambulant behandelt. Rund 120 Bewohner sollten erst am späten Freitagabend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen. Die Unglücksursache ist unbekannt, das Eisenbahnbundesamt ermittelt.

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Zugunglück: ''Türen zu, Fenster dicht, Rollladen runter''

Aufräumarbeiten an der Zugunglücksstelle gehen weiter - Ehranger Markt findet statt

Von unserer Mitarbeiterin GABRIELA BÖHM

EHRANG. Ein Großaufgebot von Einsatzkräften arbeitete an der Unglücksstelle in Ehrang. Auch am Freitag herrschte gespannte Unruhe im Stadtteil. Die Bevölkerung kam weitgehend mit dem Schrecken davon.
 

"Ehrang ist dunkel." Als Edmund Salm Donnerstagmittag einen Anruf mit dieser Nachricht an seiner Arbeitsstelle erhält, ahnt er noch nicht, dass er für mehr als 24 Stunden sein Haus im Laacher Weg nicht mehr betreten darf. Ein riesiger schwarzer Rauchpilz erhebt sich kurz nach 13 Uhr über Triers 10 000 Einwohner zählenden Stadtteil. Zwei Kesselwagen eines Güterzuges mit der giftigen Chemikalie Cumol sind in Brand geraten.

Ungenaue Auskünfte

Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) der nahe gelegenen Rettungsstelle leisten wertvolle Ersthilfe, alarmieren die Feuerwehr und bringen neugierige Kinder aus der Gefahrenzone. Die Folgen des Unglücks sind für die Anwohner zunächst nicht kalkulierbar. Sirenen ertönen in den Straßen, ab 14 Uhr ist Ehrang weiträumig gesperrt. Feuerwehrleute und Polizeibeamte können den besorgten Anwohnern an den Absperrungen nur ungenaue Auskünfte geben ­ jedoch bestehe Explosionsgefahr. Während einige Bürger in Gruppen diskutieren und aus der Ferne die Unglücksstelle beobachten, ziehen andere sich vorsichtig zurück.

"Türen zu, Fenster zu, Rollladen runter", ist die Reaktion einer in der August-Antz-Straße lebenden Frau. Ihre Nachbarin ist erleichtert, dass wegen der ungewöhnlichen Wetterlage die Rauchwolke nicht über Ehrang und dem naheliegenden Krankenhaus hängen geblieben ist. Auch dort ist man froh, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. "Gott sei Dank mussten wir nicht evakuieren", sagt der kaufmännische Direktor Jürgen Pohl. Erst am Abend begleiten Polizeibeamte einige Anwohner in die gesperrten Straßen. Sie dürfen aus ihren Häusern Medikamente oder Haustiere mitnehmen und müssen nach wenigen Minuten wieder raus müssen.

116 Bürger werden aus den evakuierten Straßen in die Quinter Schule gebracht ­ fünf von ihnen verbringen die Nacht im Marienkrankenhaus, die anderen finden bei Bekannten eine Bleibe. Übermüdete Gesichter bei Betroffenen und Helfern sind am Freitagmorgen die Regel. "Ausschlafen können wir nächste Woche", flachsen Männer vom Hermeskeiler Technischen Hilfswerk. "Aber das haben wir vergangene Woche in Grimma auch gesagt." Rund um die Uhr sichern die Einsatzkräfte die Brandstelle und pumpen mit Spezialmaterial die Chemikalie in andere Kesselwagen. Da kommt ein kräftigendes Mitternachts-Essen für alle Helfer gerade recht.

Die Ruhe bewahrt

Großes Lob aller Betroffenen gilt einhellig dem verpflegenden DRK, das die Leute mit Cola und Kaffee fit hält. Auch Oberbürgermeister Helmut Schröer und Feuerwehrdezernent Georg Bernarding betonen die hervorragende Arbeit aller Einsatzkräfte.

"Es hätte noch viel schlimmer kommen können", sagt Margit Beßlich, die das Unglück von ihrer Terrasse aus beobachtete. Die Oberleitung fiel herab, sofort habe sich Qualm und Feuer gebildet.

"Ich habe noch die 112 gewählt", erinnert sie sich. "Dann bin ich schnell weggelaufen." Ihr Mann habe allerdings die Ruhe bewahrt: "Der hat seine Hasenkeule mit Bohnen aus dem eigenen Garten erst noch fertig gegessen, bevor er das Haus verließ." Mit Sorge denken viele unmittelbar an der Unglücksstelle wohnenden Anlieger an ihre Nutzgärten. Ergebnisse von Boden- und Lebensmittelproben werden Rückschlüsse auf mögliche Belastungen geben. Die Aufräumarbeiten an den Gleisen werden fortgesetzt. Gleichwohl wird am heutgen Samstag der Ehranger Markt offiziell eröffnet. Laut Einsatzleiter sprechen keine Sicherheitserwägungen dagegen. "Die Leute haben es sich verdient, nach dem Schrecken zu feiern", sagt Schröer.

TV vom 30.08.2002


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Güterzug entgleist - Explosionsgefahr abgewendet

TRIER. (gsb/red) Vorsichtiges Aufatmen in Ehrang: Nach dem Entgleisen von vier Kesselwagen eines Güterzuges in dem Trierer Stadtteil hat die Feuerwehr die beiden brennenden und mit Gefahrgut beladenen Waggons gelöscht. Explosionsgefahr besteht offenbar nicht mehr, verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand. Angrenzende Häuser waren vorsorglich evakuiert und der Stadtteil und die umliegenden Autobahnen und Straßen weiträumig gesperrt worden. „In und um Ehrang herrscht Chaos", beschreiben Augenzeugen die Verkehrssituation.

Die Bergungsarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Trier und Schweich dauern
weiterhin an. Derzeit ist Feuerwehr mit dem Abpumpen des Gefahrstoffes
beschäftigt. Die Polizei bittet die evakuierten Bürger um Verständnis, dass während
der Bergungsarbeiten, die bis in den späten Abend dauern können, die
Evakuierungs- und Absperrmaßnahmen im Bereich Ehrang weiterhin bestehen
bleiben müssen. 

Gegen 13 Uhr am Donnerstag waren auf der Strecke Trier-Koblenz an der
Kyllbrücke vier Kesselwagen eines aus Frankreich kommenden Güterzugs mit 17
Waggons entgleist - möglicherweise wegen einer falsch gestellten Weiche. Zwei
der Kesselwagen waren mit Isopropyl-Benzen, einer farblosen Flüssigkeit, beladen,
das sich entzündete. Drei Stunden hatten die Berufsfeuerwehr und mehrere
umliegende Wehren alle Hände voll zu tun, die Waggons zu löschen.
Luftmessungen ergaben keine bedenklichen Werte. Unklar ist nach Angaben der
Polizei Trier derzeit noch, ob die Flüssigkeit, die aus den Kesselwagen auslief, zu
Umweltbeeinträchtigungen führen kann. Die Schadenshöhe steht ebenfalls noch
nicht fest. 

Wohnhäuser in der Nähe der Unglücksstelle wurden evakuiert und Straßen gesperrt. Die 10 000 im Stadtteil lebenden Bewohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten, in den Häusern zu bleiben und im Freien nicht zu rauchen. 

Betroffen von dem Zugunglück ist die Bahnstrecke Trier-Koblenz. Interregio-Züge und einzelne  Nahverkehrszüge fahren nach Angaben der Deutschen Bahn AG nur bis Wittlich Hbf und wenden dort nach Koblenz.
Einzelne Nahverkehrszüge enden und beginnen in Schweich. Da die Oberleitung
und die Gleise stark beschädigt wurden, wird die Streckenunterbrechung längere
Zeit dauern. Die Moselstrecke Trier-Koblenz zwischen Schweich und Trier wurde
gesperrt. Zwischen Trier und Wittlich verkehren zusätzliche Busse. Der Bahnverkehr
auf der Strecke Trier-Gerolstein-Köln ist nicht betroffen. 

Die Sperrung der Unglücksstelle führte auch zu weitreichenden Behinderungen im Straßenverkehr. Auch die A 602 zwischen Trier-Ehrang und Trier sowie die B 52 sind teilweise gesperrt. 

Um 13.03 Uhr hatten Mitarbeiter des Ehranger Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes in der Franziskusstrasse einen lauten Knall bemerkt, der von einer herabstürzenden Oberleitung an der Bahnstrecke Trier-Koblenz im Kreuzungsbereich Laacher Weg/Franziskusstrasse herrührte. Ein Arbeiter, der dort am Regionalbahn-Haltepunkt arbeitete, wurde von der Oberleitung fast getroffen. Infolge des Stromverlustes kam der auf dem Gleis fahrende Zug zum Stehen. 

Nachdem sie die Feuerwehr-Leitstelle benachrichtigt hatten, fuhr die DRK-lerin Tahere Sadegh mit Kollegen in einem Rettungswagen sofort zu der Unfallstelle, von der eine starke Rauchentwicklung ausging. Schaulustige, darunter viele auf dem Heimweg befindliche Schulkinder, wurden von den DRK-lern in Sicherheit gebracht und von den sich bildenden meterhohen Flammen ferngehalten. Etwa eine Stunde nach dem Unfall war Ehrang weiträumig abgesperrt, es kam zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen und Rückstaus. 

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Am Rande des Abgrunds 

Nach Zugunglück: Feuerwehrleute verhindern unter Lebengefahr eine verheerende Chemie-Explosion

Von unserem Redakteur  FRIEDHELM KNOPP

TRIER-EHRANG. Das war knapp: Wie durch ein Wunder sind bei einem Zugunglück in Trier-Ehrang Menschen nicht ernsthaft zu Schaden gekommen. Zwei Eisenbahn-Waggons mit giftiger Ladung waren erst entgleist und dann in Brand geraten. Schlimmeres konnte die Feuerwehr verhindern.

Gegen 13.30 Uhr steht eine riesige schwarze Rauchsäule über Ehrang. Sie zeigt
schon von Ferne an, wo dieses Mal Endstation ist für einen Cargo-Terminfrachtzug
der Bahn AG. Kurz zuvor sind auf der Bahnüberführung über die Kyll mehrere
schwere Kesselwagen entgleist. Zwei der Waggons brennen lichterloh - doch was
dort genau in Flammen steht, ist zunächst nicht zu erfahren. Gesagt wird nur, dass
mit dem leicht brennbaren Material nicht zu spaßen sei.

Ein Polizeibeamter an einer Absperrung spricht von einer "etwas chaotischen
Situation" und davon, dass man sich besser von dem Rauch fern halten sollte ­ der
sei vermutlich giftig. Tatsächlich weht ein durchdringender beißender Gestank von
der Unfallstelle herüber. Nach einiger Zeit verdichten sich dann die Informationen:
Was dort brennt, ist die explosive Chemikalie Isopropylbenzen. Der Stoff war in Lyon
beim französischen Hersteller Rhodia abgefüllt worden und für die Chemiefirma
Ineos in Gladbeck bestimmt.

Gefährlicher Stoff aus Frankreich 

An dieser Unfallstelle in Ehrang hätte sich eine Katastrophe ereignen können:
Wohnhäuser und Geschäfte in nächster Nähe, ein Waggon liegt brennend auf der
Bahnüberführung über die Kyll. Mit starken Wasserstrahlen kühlt die Feuerwehr den
letzten der Kesselwagen. Er ist auch entgleist, aber heil geblieben. Aus dem
umgekippten Wagen davor schlagen die Flammen. Eine brennende Flüssigkeit
tropft von der Brücke in die Kyll. In Sichtweite diese Infernos liegt der Parkplatz an
der Kyllstraße, auf dem gerade die Fahrgeschäfte für den Ehranger Markt aufgebaut
werden. Doch die Schausteller haben nun fluchtartig alles stehen und liegen
gelassen. Verlassen liegt die sonst so belebte Kyllstraße da ­ Löschfahrzeuge mit
laufenden Pumpen beherrschen dort nun die Szene. Alle Bewohner im Umkreis von
200 Metern sind evakuiert. Etwa 110 Ehranger wurden in die Schule nach Quint
gebracht und werden dort von DRK und Malteser Hilfsdienst versorgt. Doch die
Mehrheit der Evakuierten ist im Ort geblieben und verfolgt das Geschehen aus der
Ferne. So auch einige vertriebene Anwohner des Laacher Weges, die nun in der
Gartenstraße neben dem Bahndamm den Lauf der Dinge verfolgen. Oben auf dem
Damm steht der noch intakte Rest des Zyuges. Nicht auszudenken, wenn die
Wagen hier entgleist und die Böschung hinunter vor die Häuser gefallen wären.

"Die Kyll hat gebrannt", sagt Ulrich Dreßler, der für seinen Angelsportclub "Eifeltor"
gedanklich eine erste Schadensbilanz zieht. Das gilt auch für die Experten des
Wasserwirtschaftsamtes, nun ständig mit einem Hubschrauber über der
Kyllmündung kreisen. Später werden sie erklären, dass für die Mosel kein Gefahr
bestehe. Die Ölsperren der Feuerwehr haben also ihre Wirkung nicht verfehlt.
Abgebaggert und entsorgt werden muss jedoch das kontaminierte Erdreich entlang
der rund 100 Meter langen Unglücksstelle. Und das Gesundheitsamt wird
empfehlen, im 300 Metern Umkreis den Sand auf den Kinderspielplätzen
auszutauschen. In der nahe gelegenen DRK-Rettungswache hat sich die
Einsatzleitung eingerichtet. Auskunft erteilt dort Triers Fachdezernent Georg
Bernarding. Er spricht von "höchster Lebengefahr", in der sich die Feuwehrleute
befunden hätten. Den Evakuierten kann er keine Hoffnung auf eine schnelle
Rückkehr machen. Um den Rest des Stoffs abpumpen zu können, müssten die
Wagen ganz abgekühlt sein. Erst danach sei an eine Rückkehr der Anrainer zu
denken. Doch darüber könne es Nacht werden. Zwei Experten der BASF
Ludwigshafen seien für die Abpumpaktion angefordert worden. Wieder weht eine
stinkende Wolke herüber ­ aber trotzdem scheint Ehrang an diesem 29. August
2002 mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

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''Eher ungefährlich'' 

Was Experten über den Inhalt der Kesselwagen sagen

Von unserem Redakteur ROLF SEYDEWITZ

TRIER. "Potenziell eher ungefährlich", so lautet die Einschätzung des Freiburger
Öko-Instituts über den chemischen Stoff, der sich in den beiden in Trier-Ehrang
entgleisten Kesselwagen befand.

Der Zungenbrecher "Isopropylbenzen" (auch bekannt als "Cumol") ist eine farblose,
scharf riechende Flüssigkeit, die in Deutschland hauptsächlich als
Zwischenprodukt in der chemischen Industrie oder als Ausgangsstoff für die
Reinigungsmittelherstellung verwendet wird. Aus Cumol wird beispielsweise
Phenol gemacht, das wiederum als Grundstoff für Lacke, Farben, Arzneimittel oder
Kunststoffe benötigt wird. Die in Ehrang entgleisten Kesselwagen kamen nach TV
-Informationen von der französischen Chemie-Firma Rhodia bei Lyon und waren für
den größten deutschen Phenol-Hersteller Ineos in Gladbeck bestimmt. Laut Roter
Liste gilt die wasserunlösliche Flüssigkeit Cumol als gesundheitsschädlich und
umweltgefährlich. Kommt der Mensch mit dem Stoff in Kontakt, etwa indem er
Cumol-Dämpfe einatmet, können Reizungen von Augen, Atemwegen oder Haut die
Folge sein. Bei höherer Konzentration drohen Schwindelanfälle,
Koordinationsstörungen oder gar "narkotische Wirkungen", sagt der Chef des
Trierer Gesundheitsamts, Harald Michels.

Nach Angaben des Toxikologen Wolfgang Reuter vom Freiburger Öko-Institut ist
bislang aber nicht bekannt, dass Cumol Langfrist-Schäden verursache. Es gebe
keine Erkenntnisse über negative Auswirkungen auf das Erbgut oder mögliche
Fruchtschädigungen, sagte Reuter dem TV . Auch von einer krebserzeugenden
Wirkung von Cumol ist laut Roter Liste nichts bekannt. Als krebserregend gilt
dagegen Ruß. Der schwarze Rauch entstand nach Angaben von Experten bei der
Verbrennung des Cumols, weil zu wenig Sauerstoff vorhanden gewesen sei.

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Zugunglücke in der Region

Ein Toter, ein Schwerverletzter und Leichtverletzte sind die Bilanz eines Unglücks
am 18. OKTOBER 1999 in KONZ . Am Güterbahnhof von Konz-Karthaus fährt ein
Güterzug auf stehende Waggons auf. Unfallursache: Ein überfahrenes Rot-Signal
und ein nicht geöffneter Bremslufthebel.

Am 8. FEBRUAR 1999 rast auf der Saarstrecke bei KANZEM (Kreis Trier-Saarburg)
ein Nahverkehrszug in einen wegen eines Hangrutsches entgleisten
Regionalexpress. Drei Menschen werden verletzt. Es entsteht Millionen-Schaden.

Am 22. DEZEMBER 1998 entgleist auf der Obermoselstrecke bei WEHR ein
Nahverkehrszug, weil ein Felssturz die Strecke blockiert ­ vier Menschen werden
erletzt.

15 Bahngäste werden Anfang AUGUST 1998 verletzt, als ein Neitech-Zug in
DENSBORN (Kreis Daun) auf einen Baustellenwagen auffährt.

Im DEZEMBER 1997 prallt ein vollbesetzter Zug in HOLLERICH nahe Luxemburg in
einen leeren Personenzug, 94 Menschen werden verletzt.

Am 6. APRIL 1997 werden 28 Insassen eines Personenzuges verletzt, der im
Rangierbahnhof des Luxemburger Stadtteils HOWALD mit einem Güterzug
zusammenstößt. Der Führer des Güterzuges stirbt an der Unfallstelle.(bl)

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Nichts geht mehr 

Stress am Hauptbahnhof nach Brand in Ehrang
 

TRIER. (len) "Zug fällt aus" hieß es gestern nach dem Unglück in Ehrang für die
regulären Züge zwischen Trier und Koblenz. Von Wittlich nach Trier und zurück
ging's wegen der beschädigten Oberleitungen auf der Bahnstrecke nur noch per
Bus und Triebwagen. Am Trierer Hauptbahnhof ging es zeitweise hektisch zu.

Ab Trier verkehrten immerhin regelmäßig Züge nach Saarbrücken und Luxemburg ­
allerdings nicht unbedingt nach Fahrplan. Zwischen Schweich und Wittlich
pendelten Triebwagen, wer in die Orte an der Strecke wollte, konnte mit dem Bus
von Trier nach Schweich fahren und dann weiter mit dem Zug. Nicht beeinträchtigt
war die Eifelstrecke nach Köln; auch Ehrang und Pfalzel konnten auf diesem Weg
erreicht werden.

"Die meisten Kunden haben Verständnis für die Situation", berichtete ein Mitarbeiter
am Hauptbahnhof, "aber nicht unbedingt alle." In besonders harten Fällen bezahlte
die Bahn auch schon mal ein Taxi nach Koblenz, so einer Ärztin, die zu einer
Operation musste und zwei Reisenden, die sonst ihren Zug nach Moskau verpasst
hätten.

Schwierigkeiten hatten auch Pendler. "Ich komme nicht heim nach Quint", beklagte
sich Ulrike Kuczka. Sie arbeitet in Saarbrücken, fährt jeden Tag mit der Bahn. Ihr
Mann versuche, sie mit dem Auto in Trier abzuholen, sie wisse aber nicht, ob er
wegen der gesperrten Straßen durchkomme.

Auf dem Betriebsausflug erwischt hatte es Bettina Soufflet aus Bad Neuenahr. "Eine
Kollegin hat von dem Unglück im Radio gehört und uns über Handy benachrichtigt",
erzählte sie. "Für uns ist das nicht so schlimm, wir sind ja nicht zeitgebunden." In
Trier zur Schule geht Ines Schäfer. "Blöd, ich komm jetzt nicht nach Hause nach
Wittlich", meinte sie. Aus Berlin nach Trier gekommen war Johannes Reusch. "Der
Ersatzverkehr ist ganz gut organisiert", fand er. In Wittlich habe gleich ein Bus nach
Trier bereitgestanden.

"Bis Samstag wieder normaler Betrieb" 

In Eile war eine junge Frau, die mit ihrem Vater in Bonn verabredet war. Sie rannte
zum Telefon, um Bescheid zu sagen, entschied sich dann, über die Eifelstrecke
nach Bonn zu fahren. "Kostet das extra?", wollte sie wissen. "Nein, nein, die
Schaffner wissen Bescheid", beruhigte sie ein Bahnmitarbeiter.

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass im Lauf des Tages wieder Züge fahren
können", erklärte Bahnsprecher Hartmut Lange. Eine genaue Prognose könne er
aber nicht abgeben, Reisende sollten auf jeden Fall zusätzliche Zeit für den
Bustransfer einplanen. "Ab Samstag wird aber auf jeden Fall wieder normaler
Betrieb aufgenommen werden", sagt Lange.

TV vom 29.08.2002


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Baureihe 103 an der Mosel

Jürgen Haubricht, Alsdorf/Eifel

Wichtige Meldung für die Eifeler und Moselaner Eisenbahnfans: 

ab Freitag, 30.09.02 verkehren wieder die Säuferzüge an der Mosel. Diese Leistungen sollen mit 103ern gefahren werden. Mal endlich wieder etwas anderes...... 

Es handelt sich Freitags um die Züge nach Trier: D 2725, D 2729 
und Sonntags von Trier D 2716, D 2718 

Mehrere Infos auch auf www.zugindianer.de, Homepage von Stefan Gigl 

Also, Fotoapparate schnappen und gute Positon aufsuchen, bevor diese schönen Maschinen rücksichtslos zu Schrott gepreßt sind...

JH


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Fotos aus Trier Hbf von Ralf Kremer

Alle Fotos: Ralf Kremer
 


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Dispolok in Euskirchen

Gerüchten von einer unbekannten Lok folgend, die vor kurzem im Euskirchener Lokschuppen gesehen wurde, begab ich mich dorthin. Die Tore waren allerdings verschlossen. An der Dieseltankstelle wurde aber gerade die ME 26-07 betankt.
Zur gleichen Zeit verliess 203 006 mit 26 Güterwagen den Bahnhof Euskirchen in Richtung Köln... 


Dispolok ME 26-07 an der Dieseltankstelle in Euskirchen am 27.08.2002.

PW
 

Dispolok - Nachtrag von Nobbi

Übrigens, die Dispolok, die Du in Eu fotografiert hast, war ürsprünglich von Siemens an die norwegische Staatbahn verkauft worden. Die Loks waren technisch aber nicht ausgereift und liefen nur mit Störungen in Norwegen und so musste Siemens die Loks aus Norwegen wieder zurück nehmen. Siemens-Dispolok hat diese (Anzahl ?) dann in den Dispo-Lokpark aufgenommen. 

NL


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In Kürze Gleisumbau in Derkum

Warum preiswert, wenn es auch teuer geht? Zugegeben - durch das heute nicht mehr vorhandene Signal an Gleis 4 ist die Bedienung des Procter-Anschlusses mit aufwendigem Umsetzen bei Ankunft und Rückfahrt der Üg verbunden. Jetzt steht in Kürze ein Umbau an, bei dem wieder einmal ein Gleis verschwinden wird. 
Wäre die Wiederaufstellung des entfernten Signals nicht einfacher? Aber vielleicht kann ja der Mann im Wärterstellwerk Dw nach dem Umbau eingespart werden...


Im Bahnhof Derkum künden diverse Schriftzeichen an Schwellen und Gleisen vom bervorstehenden Umbau. Foto: Peter Weber.

PW