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NACHRICHTEN: Februar  2002



Februar 2002 [< Nachrichten Übersicht ]

23.02.2002 Heimbach: Zug stiess mit Pkw zusammen (?)
22.02.2002 Schmorbrand im Stellwerk Köln-Deutz (?)
13.02.2002 15 Jahre Eisenbahnfreunde Jünkerath (TV)
11.02.2002 Militärverkehr - mit Dampf nach Höddelbusch (PW)
01.02.2002 Fahrplanwechsel (DBC)
01.02.2002 Neue Kooperation im Güterverkehr (DBC)


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Zug stieß mit Pkw zusammen

Heimbach - Ein 82-Jähriger war am Donnerstagnachmittag, gegen 15.20 Uhr, mit seinem Pkw auf der Landstraße 249 von Heimbach nach Hausen unterwegs. Gleichzeitig befuhr ein 34-jähriger Lokführer mit einem Triebwagen die Bahnstrecke in Richtung Hausen. 
In Höhe des Campingplatzes kreuzen sich die Straße und die Bahngleise. Der Übergang ist mit Verkehrszeichen, Andreaskreuz und vier roten Signallampen bestückt. 

Trotz einer Notbremsung durch den Lokführer stieß der Zug mit dem Auto des 82-Jährigen zusammen. Der Pkw wurde rund 15 Meter weiter in eine Wiese geschleudert. Der 82-Jährige und seine beiden Mitfahrerinnen, 76 und 79 Jahre alt, zogen sich dabei nur leichte Verletzungen zu. Von den Mitreisenden im Zug wurde keiner verletzt. Am Pkw entstand Totalschaden. Der Triebwagen wurde leicht beschädigt. Der Gesamtschaden beträgt rund 5000 Euro. 

Zeugen, die im Zug saßen, gaben an, dass die roten Warnlichter am Übergang zur Unfallzeit aufblinkten. Der Autofahrer räumte ein, die Warnlichter wegen der Sonneneinstrahlung vielleicht nicht erkannt zu haben. Eine Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Warnlampen durch die Polizei verlief ohne Beanstandung. (eh) 

KSTA vom 23.02.2002


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Der Hauptbahnhof als Sperrgebiet 
Schmorbrand in Köln löst Chaos bei der Bahn aus

Bahnchaos im ganzen Rhein-Ruhrgebiet. Ein Schmorbrand im Stellwerk Köln-Deutz hat gestern einen großen Teil des Bahnnetzes in der Region lahmgelegt. Vor allem auf dem Kölner Hauptbahnhof und dem Bahnhof Deutz ging teilweise nichts mehr. 

"Ich bin am Boden zerstört. Seit fast zwei Stunden laufe ich mit meinem Koffer von Gleis zu Gleis, aber mein Zug kommt einfach nicht", seufzte Gisela Maas (62). Verzweiflung auf der einen Seite, Ratlosigkeit auf der anderen. 
"Ich weiß nicht, wann der nächste Zug kommt. Keine Ahnung, ich kann ihnen nichts sagen", beteten die gestressten Bahnangestellten am Nachmittag unisono den nicht minder gestressten Kunden vor. 

Gegen 12 Uhr hatte der Fahrdienstleiter den Schmorbrand in einer Energieversorgungsanlage des Stellwerks bemerkt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Der Brand wurde schnell gelöscht und die Ursache, ein defekter Rechner, ausgetauscht. 
Der Strom musste dafür nur kurz abgestellt werden. Als scheinbar alles behoben war, fing das Problem aber erst richtig an: "Wir konnten das System nicht wieder hochfahren, es ist immer wieder abgestürzt. Dadurch konnten wir im Bahnhof Deutz keine Signale oder Weichen mehr stellen", erklärte Manfred Ziegerath, Pressesprecher der Deutschen Bahn, das Dilemma. 

Der Servicedienst der Systementwickler wurde direkt angerufen, musste aber erst aus Bayern kommen - nicht mit der Bahn. Aber es kam noch schlimmer: Blitzeinschläge sorgten zwischen Krefeld und Duisburg für massive Oberleitungsprobleme. Aus anfangs kalkulierten 20 Minuten Verspätung wurde ein Chaos, dass sich bis in den Abend auswirkte. 

Am frühen Nachmittag fuhren die meisten Zügen den Hauptbahnhof gar nicht mehr an. Der Fernverkehr wurde größtenteils über Neuss und das Zusatzgleis Deutz-Tief, auf dem sonst die Autoreisezüge stehen, umgeleitet. Der Bahnhof Deutz war komplett lahmgelegt, die Züge konnten in keines der Gleise einfahren. Davon betroffen waren vor allem die Besucher der Bildungsmesse, die gestern startete. 

Ungewohnte Bilder auch am Bahnhof Süd: Da die Intercitys nicht durch den Hauptbahnhof fahren konnten, mussten sie an dem Stadtteil-Bahnhof halten. Da die Züge aber zu lang für den kleinen Bahnhof waren, mussten die Fahrgäste in den hinteren Wagen auf den Gleisen aussteigen. 

KVB nahm Bahnkunden kostenlos mit 

Um wenigstens den innerstädtischen Verkehr aufrecht zu erhalten, rief die Bahn die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) an und bat um Hilfe. Alle Kunden mit einem Ziel innerhalb Kölns durften danach kostenlos mit der Straßenbahn fahren. Ortsunkundige konnten allerdings mit einer Durchsage wie "Nutzen sie bitte die Linie 18", nichts anfangen und waren oft ratlos, weil Servicepersonal fehlte. 

Auch die Taxifahrer freuten sich einerseits über die vielen unerwarteten Fahrgäste, ärgerten sich aber auch über die Bahn, die sie "überhaupt nicht über die Lage informiert" hat. Ziegerath bat um Verständnis dafür: "Wir konnten nicht überall gleichzeitig sein. Obwohl wir auch Büro- und Sicherheitspersonal losgeschickt haben, hatten wir einfach nicht genug Leute." 

Nur mit Mühe konnte das Personal auch am Hauptbahnhof die Ordnung bewahren. 
Um eine Überfüllung vor allem der Bahnsteige zehn und elf zu verhindern, mussten die Sicherheitsbeamten zeitweise den Strom der Fahrgäste an den Aufgängen stoppen. An den S-Bahn-Gleisen drängelten sich zahlreiche Schüler, viele davon mit dem Handy am Ohr: "Nein Mama, warte noch mit dem Essen." 

Während viele Fahrgäste wegen der Verspätungen von bis zu einer Stunde wütend und ausfallend wurden, versuchte Gerd Koschetz die Situation mit Humor zu sehen. "Mal schauen, ob ich heute noch nach Bonn komme. Sonst übernachte ich halt hier, dann bin ich morgen bei der Arbeit wenigstens der erste." So weit musste er es allerdings nicht kommen lassen. Um 16.40 Uhr hatte die Bahn die Tücken der Technik weitestgehend gemeistert. 

Die Bahnen konnten wieder über die Hohenzollernbrücke und durch den Bahnhof Deutz fahren, wenn auch zunächst nur besonders langsam. Nach und nach löste sich das Chaos auf, erst am Abend lief alles wieder einigermaßen normal. 

? 19.02.2002 


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Eisenbahnfreunde Jünkerath

Ein Stück Eifeler Geschichte 
Eisenbahnfreunde Jünkerath blicken zurück auf eine erfolgreiche 15-jährigen Vereinsgeschichte - Zeitschriften und Sonderfahrten 

Von unserem Mitarbeiter Joachim Schröder

JÜNKERATH. 15 Jahre gibt es ihn schon - den Verein Eisenbahnfreunde Jünkerath. Der rührige Verein gilt als äußerst traditionsbewusster und engagierter Club. Schwierigkeiten, nachdem die Deutsche Bahn das Gelände in Jünkerath aufgegeben hat, meisterte der Verein. 
Der Initiative ehemaliger Eisenbahner verdankt der Verein Eisenbahnfreunde Jünkerath seine Gründung im Jahre 1986. Schnell hatten sich unter der Führung des heute noch amtierenden Vorsitzenden Hans Werner Leuwer weit über 100 begeisterte Eisenbahnfreaks zusammengefunden, um erste Aktivitäten einzuleiten. Ein großes Ereignis war bereits im Oktober 1986, als die Strecke Jünkerath-Losheim wiedereröffnet wurde. Die Jünkerather waren maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung dieser Sonderfahrt beteiligt. 

Sonderfahrten und Bahnhofsfest 

Als weitere Sonderfahrten sind zu nennen: 75-jähriges Bestehen der Losheimer Strecke und Fahrt nach Malmedy. Die alle zwei Jahre organisierten "Nikolausfahrten" erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Im Jahr 1988 gelang es dem Verein, zwei ausgediente Beiwagen des bekannten Schienenbusses zu erwerben. Bisheriger Höhepunkt im Vereinsleben war das Bahnhofsfest in Jünkerath, das aus Anlass des 125-jährigen Bestehens der Eifelstrecke gefeiert wurde. Sonderzüge, Fahrzeugschau und Marktstände machten das Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis und einem touristischen Schwerpunkt in der gesamten Region. 

Auch durch Veröffentlichungen machte der engagierte Verein auf sich aufmerksam. Neben den Publikationen zu den Bahnhöfen Jünkerath, Lissendorf und Dahlem ist vor allem das Buch "Eisenbahngeschichte des Ortes Jünkerath" zu nennen, das tausendfach verkauft wurde. Für Jugendliche bietet der Verein jedes Jahr eine Jugendtour an, die sich großer Beliebtheit erfreut. Seit einem Jahr finden die Bahnfreunde in den Kellerräumen des Eisenmuseum in Jünkerath eine dauerhafte Bleibe. Hier gibt es demnächst eine kleine Ausstellung mit lokalem Hintergrund zur Geschichte der Eisenbahn. Diese Einrichtung wurde möglich durch eine unkomplizierte Form guter Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Daun. In diesen Räumen wollen sich die Eisenbahnfreunde demnächst wieder regelmäßig treffen. 

Doch es gibt auch einen Wermutstropfen in der 15-jährigen Erfolgsgeschichte des Vereins: Es gibt keine Zusammenarbeit mehr mit der Deutschen Bundesbahn. Nachdem die Deutsche Bahn ihren Linienverkehr aus Jünkerath komplett nach Gerolstein verlegt hatte, stand das Jünkerather Bahngelände zum Verkauf. Die angeschafften Fahrzeuge der Eisenbahnfreunde verloren ihren Platz und wurden dem Verein "Eifelbahn" als Leihgabe übergeben. Auch die seit vielen Jahren im Bahnhofsgebäude benutzten Räume zum Aufbau einer Modell-Eisenbahn wurden den Eisenbahnfreunde gekündigt. Das stellte den Verein vor ernsthafte Probleme. Doch die Eisenbahnfreunde meisterten die Situation dank der Unterstützung des Kreises und fanden eine neue Unterkunft im Eisenmuseum. 

Mitglieder, Freunde und Gönner sind jederzeit willkommen. Der Verein "Eisenbahnfreunde Jünkerath" steht für den Erhalt eines wichtigen Stückes Eifeler Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Den fleißigen Mitarbeitern im Vorstand und den Mitgliedern ist es zu verdanken, dass die Eisenbahnfreunde Jünkerath einen wesentlichen Teil der Eifeler Eisenbahngeschichte bewahren. 

Kontakt:
Eisenbahnfreunde Jünkerath e.V.
Wolfgang Kreckler
Am Sinnenbüsch 3
54584 Feusdorf
Telefon 06997-2440, Fax 06597-961047
E-mail kreckler@t-online.de <mailto:kreckler@t-online.de> 

TV 13.2.02


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Militärverkehr - mit Dampf nach Höddelbusch

Am 5. und 6. Februar wurden mit Dampf Militärzüge in Höddelbusch abgeholt, im Einsatz waren 50 3610 und 94 1538.

Die Militärfahrzeuge waren am 28. Januar nach Höddelbusch gebracht worden, dabei wurden die beiden Dampfer von 203 504 unterstützt. Ein weiterer Zug, von der DB Cargo mit 2 x 225 bis Kall gebracht, wurde von diesem "Dreigestirn" dort abgeholt. Den dritten Zug brachten die 225er direkt bis Höddelbusch. - Siehe dazu auch 2 Zeitungsartikel unter STRECKEN.

Peter Weber


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Fahrplanwechsel

Der Fahrplanwechsel vom 02.01.2002 hat einige Änderungen mit sich gebracht. 
Wir haben hier ein paar allgemeine interessante Informationen aus Unterlagen der Kollegen Manfred Trimbom, Klaus Pakulla und Klaus Karaschewski für Sie zusammengestellt.

Die bisherigen Wirtschaftszentren (WZ) östliche und westliche Ruhr wurden zum neuen WZ Ruhr vereinigt.

Der Bereich des Kbf Neuss, bisher WZ westliche Ruhr, wurde dem WZ Rhein angegliedert.

Verursacht durch MORA C, Stufe 1, werden die ICG-Verbindungen innerhalb Deutschlands auf 50 reduziert. Die im WZ Rhein endenden verbleibenden ICG Nachtverbindungen) erreichen bis 2.10 Uhr Gremberg. Hierdurch konnte der Nachlauf zu den Kbf auf eine Abfuhrwelle reduziert werden.

Änderungen in den Cargo Bahnhöfen:

Cbf Oberhausen

Die Auswirkungen aus dem Projekt MORA C sind eher gering. Nicht mehr bedient werden die Güterverkehrsstellen Bottrop Hbf, Hamminkein und Mütheim (Ruhr). Neu ufgenommen werden die Zugbildungen von Osterfeld Süd nach Maschen und von Oberhausen West nach Saarbrücken. Neu ist die Zugbildung von Saarbrücken nach Oberhausen West.

Cbf Wanne-Eickel

Als Ergebnis des Projekts MORA C werden die Güterverkehrsstellen Essen Hbf, 
Essen West, Bochum-Dahlhausen und Herbede nicht mehr bedient. Die Bedie
nung des Raumes Dorsten, Deuten und Borken wird umgestellt. Die Bedienung 
des Astes E-Steele Ost, Hattingen und Blankenstein erfolgt neu über BochumLangendreer.

In Bochum-Langendreer wird die Bedienung der Opelwerke ausgedünnt. Neu 
aufgenommen werden in WanneEickei die Zugbildungen Schwerte und Seetze.

Cbf Köln-Kalk Nord

Vergabe von Bedienungsaufgaben an Dritte 
Raum Remscheid an die Firma EBM (Eisenbahn im Bergisch-Märkischen Raum).

Cbf Gremberg
Vergabe von Bedienungsaufgaben an Dritte 
Raum Euskirchen einschl. Gerolstein an die Firma EBM (Eisenbahn im Bergisch- Märkischen Raum).

Neuanbindung von Güterverkehrsstellen 
- Gerolstein            ) (bisher Kb Koblenz- 
- Gerolstein Basalt  ) Lützel/SmR Ehrang)

Detailangaben wurden von den Experten verteilt.

Franz Heumüller

Quelle: DB Cargo 1/2002 (6. Jg. Heft 1), S. 12.


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Neue Kooperation im Güterverkehr

DB Cargo übergab zu Jahresbeginn im Raum Remscheid und in der Eifel die 
Bedienung von elf Güterverkehrsstellen an die private Eisenbahn-Vekehrs-Gesellschaft im Bergisch Märkischen Raum (EBM).

DB Cargo und EBM haben Mitte November in Gerolstein ihre Zusammenarbeit im 
Einzelwagenverkehr mit einem Vertrag besiegelt. Rund 130 Kunden sollen von der Kooperation profitieren.

Die Vereinbarung sieht vor, dass DB Cargo künftig nur noch den Transport bis zur Zugbildungsanlage KölnGremberg bzw. Köln-Kalk Nord übernimmt und die EBM für die anschließende Verteilung an die Einzelkunden zuständig ist. Dazu übemimmt die Privatbahn die Bedienung der Anlagen in Euskirchen, Zülpich, Derkum, Mechemich,
Meckenheim, Gerolstein, Bitburg sowie Remscheid Hbf, Remscheid-Güldenwerth, 
Remscheid-Lüttringhausen und Wuppertal-Ronsdorf. "Für DB Cargo ergeben sich durch diese Leistungsvergabe Kostenvorteile zwischen 25 und 30 Prozent" erklärt Johannes Jonkhans, Leiter Produktion der DB Cargo Niederlassung Duisburg. "Außerdem können wir den Güterverkehr auf der Schiene halten".

13 Mitarbeiter sind von der Maßnahme betroffen: Ein Teil wechselt zur EBM, die anderen erhalten neue Aufgaben bei DB Cargo. "insgesamt trägt die Kooperation dazu bei, Arbeitsplätze bei DB Cargo zu sichern", betont Ulrich Nolte, MORAC Koordinator für die Niederlassung Duisburg. "Denn sonst wäre die Bedienung der Güterverkehrsstellen in
Meckenheim, Gerolstein und Bitburg eingestellt worden. Und wahrscheinlich hätte es noch weitere Güterverkehrsstellen getroffen."

Mit der Kooperation beschreite DB Cargo"völlig neue Wege", so Jonkhans. Wichtigste Neuerung: Erstmals übernimmt eine Privatbahn von DB Netz die komplette Infrastruktur für das Vertragsgebiet. Das sind insgesamt 52 Gleise.

Die Sicherung der Nahbereichsbedienungen in den Räumen Eifel und Remscheid wirkt sich positiv auf die Auslastung der Zugbildungsanlagen Gremberg und Köln-Kalk Nord aus.

Bei der Vertragsunterzeichnung im Gerolsteiner Rathaus, die mit einem Pressegespräch verbunden wurde, nahm für die NL Duisburg der Niederlassungsleiter R. Michaelsen teil. Presse-,  Rundfunk und Fernsehleute hatten "Stellung bezogen" 'Bahn TV drehte dabei einen Film. Dieser Film kann bei F. Heumüller ausgeliehen werden.

Vertreter der betroffenen Firmen und der Kommunal- und Landespolitik waren ebenfalls zahlreich erschienen. Über die Entwicklung dieser neuen Kooperation werden wir später berichten.

Franz Heumüller

Quelle: DB Cargo 1/2002 (6. Jg. Heft 1), S. 14.