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NACHRICHTEN: 07/2001



Juli 2001 [< Nachrichten 2001]

26.07.2001 Bitburg: Bahnübergang wird zur Zwickmühle (TV)
25.07.2001 Neues Tarifsystem: Bahn droht ein Fiasko (TV)
19.07.2001 Streckenmeldungen aus Lok-Report (LR)
13.07.2001 Zug nach Nirgendwo / Freie Bahn für Radler (TV)
11.07.2001 Euro / Geldwechsler (TS)
10.07.2001 Spritzzug (CM)
05.07.2001 Dreharbeiten bei der Brohltalbahn (JJ)
04.07.2001 "Lumpis Ferienbahnhof" in Arzfeld (TV)
04.07.2001 Neuerburg - Zweifelscheid: Spatenstich für Radweg (TV)
03.07.2001 Bahn-Preise: Pendler zahlen drauf (+ Kommentar) (TV)
03.07.2001 Neues Tarifsystem: Auf falschem Gleis (TV)


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Bahnübergang wird zur Zwickmühle 
Land will Verlängerung der Güterstraße zum Südring noch nicht genehmigen Gutachter prüft Schienenanbindung des Flugplatzes

Von unserem Redakteur LARS OLIVER ROSS

BITBURG. Nicht nur für den Transport von Rohstoffen und Produkten der Brauerei könnte die Schienenstrecke zwischen Erdorf und Bitburg künftig Bedeutung haben. Ein Gutachter klärt zurzeit, ob der Erhalt des Anschlusses an den Flugplatz sinnvoll ist. Derweil gibt es bei der Genehmigung eines Übergangs am Bahnhof Schwierigkeiten. 

Der Vertrag zwischen der Deutschen Bahn AG und der Stadt Bitburg ist längst ausgehandelt, wartet aber immer noch auf die Unterschrift und ohne die geht es rund um den Bahnhof nicht voran. Nachdem der Bauausschuss dem Projekt bereits grundsätzlich zugestimmt hat, wirkt das Problem beim Kauf der sechs Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Erdorf und Bitburg absurd: Die Stadt will den Schienenstrang vor allem kaufen, weil sie als kommunale Eigentümerin eine Genehmigung für einen beschrankten Bahnübergang bekommen kann.

Hintergrund: Sobald die Strecke in städtischer Hand ist gilt Landesgesetz, nach dem bei dem zu erwartenden Verkehr von der Saarstraße über die Güterstraße hinüber zum Südring ein beschrankter Übergang möglich ist. Bleibt die Strecke im Besitz der Bahn gilt das Bundeseisenbahngesetz, das hier eine für die Stadt viel zu teuere Unterführung fordert. Nach Angaben von Bürgermeister Joachim Streit hat die Stadt den Antrag auf Genehmigung des Übergangs, der ein wichtiger Teil des neuen Verkehrskonzepts für den Süden der Stadt ist, gestellt.

Das Land jedoch will das Signal noch nicht auf grün stellen. Grund: Solange die Stadt nicht Eigentümerin der Strecke ist, besteht für Mainz keine Grundlage für die Genehmigung. Für die Stadt jedoch ist der Übergang eine wichtige Grundlage für die Kaufentscheidung. Eine echte Zwickmühle also. Ironischer Weise hat das Land aber bereits den Zuschuss für den Bahnstreckenkauf und die Planung des Bahnhofsumfeldes, die auch den beschrankten Übergang über die Schienen umfasst, in Höhe von 643 000 Mark bewilligt.
 

Frachtflieger brauchen Schienenstränge 

Nach Einschätzung von Streit wird sich in dieser Sache am Ende wohl doch die Stadt bewegen. Denn für den Kauf der Schienen, die inklusive der Brücke über die Kyll eine halbe Million Mark kosten sollen, spricht neben der neuen Straßenführung, auch die Möglichkeit, endlich die Brücke über die Saarstraße abzureißen sowie die Gleise zu verlegen und damit neue nutzbare Flächen am Bahnhof zu gewinnen. Zudem will die RWE eine Transformatoren-Umladestation für 600000 Mark bauen, wenn es Betriebssicherheit für die Strecke Erdorf-Bitburg gibt, und diese will die Bahn nicht, die Stadt aber sehr wohl garantieren.

Der Schienenstrang könnte nach dem Revisionsurteil des Bundesverwaltungsgerichts in Berlin, mit dem vor wenigen Wochen der Weg zur fliegerischen Nutzung der früheren Airbase Bitburg weitgehend frei geräumt wurde, auch in ganz anderer Hinsicht ein positiver Standortfaktor werden. Dann nämlich, wenn die bereits laufenden Verhandlungen mit der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft Cargolux zu einer Kooperation des Flugplatzes Bitburg mit dem Flughafen Findel führen sollten. Für den Einstieg ins Luftfrachtgeschäft gilt nach Einschätzung von Experten ein Bahnanschluss als wichtige Voraussetzung. Dann müsste die Stadt jedoch ihren Wunsch, die inzwischen marode Bahntrasse von Bitburg zum Flugplatz, die quer durch potentielle Erweiterungsflächen für das Gewerbegebiet Merlick führt, in verwertbare Flächen umzuwidmen. Diese Strecke ist schon seit einiger Zeit im Besitz der Stadt Bitburg.

Ob ein Schienenanschluss für die erfolgreiche Vermarktung der Ex-Airbase nötig ist, versucht derzeit ein Gutachter zu klären. Dessen Expertise wird nach Angaben von Helmut Berscheid vom Zweckverband Flugplatz nach der Sommerpause vorliegen.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 26.07.2001 (Internet).


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Neue Preise: Bahn droht ein Fiasko 
Verkehrsexperten kritisieren Kahlschlagpolitik 

BERLIN. (has/sey) Die Kritik am neuen Preissystem der Deutschen Bahn wächst.
Verkehrsexperten wie der Trierer Uni-Professor Heiner Monheim prophezeien
Bahnchef Mehdorn bereits ein "Fiasko", sollten die Pläne tatsächlich
umgesetzt werden.
Ab Herbst nächsten Jahres müssen Kunden der Deutschen Bahn neu rechnen. Mit
ganzseitigen Zeitungsanzeigen wirbt das Unternehmen derzeit schon einmal für
sein künftiges Fahrpreissystem. Doch auch die Gegner von Mehdorns
Tarifreform machen mobil. Gestern meldeten sich in Berlin weitere Kritiker
zu Wort. Die unabhängige Expertengruppe "Bürgerbahn statt Börsenbahn" sagt
über Mehdorns Tarifpläne: "Das Ganze ist das i-Tüpfelchen einer fünfjährigen
Rückwärtsstrategie." Nach Einschätzung des parteiübergreifenden Gremiums aus
zwölf Fachleuten wird das neue Preissystem scheitern. Laut dem Trierer
Verkehrsexperten Heiner Monheim entfernt sich die Bahn mit der Tarifreform
weiter von ihren Kunden und sorgt für mehr Verkehr auf Deutschlands ohnehin
verstopften Straßen.
Die geplante Kürzung des Rabattes für BahnCard-Nutzer von 50 auf 25 Prozent
sei falsch, kritisiert auch der frühere Bahnmanager Karl-Dieter Bodack.
Dadurch verliere der Zug an Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auto.
Gleichzeitig baue die Bahn Verbindungen ab, lege Bahnhöfe still und
reduziere die Zahl der Lokführer. "Das ist das Desaster einer
Rückzugsphilosophie", sagt Monheim.
Auch die Frühbucherrabatte haben die Fachleute im Visier - sie gingen völlig
am Kundenwunsch und Kundenverhalten vorbei. Zudem führe der Wegfall von
Angeboten wie dem "Guten Abend-Ticket" zu einer "massiven Abwanderung auf
die Straße". Monheim schlägt vor, eine Jahresnetzkarte in Höhe von 4000 bis
5000 Mark mit Familienrabatten und Europa-Komponente einzuführen.
Das Expertengremium hatte Bahnchef Mehdorn erst kürzlich aufgefordert, auf
die für Ende 2002 geplante Streichung der Interregio-Fernzüge
("Kahlschlagpolitik") zu verzichten. Insbesondere an Mosel und Saar würden
ansonsten zahlreiche Städte vom Schienenfernverkehr völlig abgehängt.
Im Herbst will sich nun auch der Bundestag mit dem Dauerstreit-Thema Bahn
beschäftigen. Die Bund ist Eigentümer und Geldgeber der Bahn. Besonders das
geplante neue Frühbuchersystem stößt in allen Fraktionen auf Kritik.

KOMMENTARE
HAGEN STRAUSS ZU: BAHN 
Absurde Pläne 
Selbst dann, wenn Bahnchef Hartmut Mehdorn glaubt, etwas Positives verkünden
zu können, kriegt er es meist knüppeldick. Gestern holten die Experten von
"Bürgerbahn statt Börsenbahn" die Keule raus. 
Anfang Juli präsentierte Mehdorn das neue Tarifsystem. Von ihm in den
höchsten Tönen gelobt, jetzt von Fachleuten einmal mehr in der Luft
zerrissen. Wer die Bahn wettbewerbsfähig machen will, wer mehr Bürger von
der Straße in die Züge locken möchte, braucht ein durschaubares Preissystem.
Er muss Anreize schaffen, damit das Auto in der Garage bleibt. Keine Frage,
der alte und noch geltende Tarifdschungel ist dazu völlig untauglich. Das
neue Konzept mag vielleicht ein wenig verständlicher sein, ist aber kein
Sprung in die Konkurrenzfähigkeit.
Einzig Familien sind die Gewinner der Reform. Das neue System verprellt aber
beispielsweise durch die Entwertung der BahnCard die Stammkundschaft. Dazu
gehört auch die Vielzahl der Pendler, die künftig tiefer in die Tasche
greifen muss. Das, was die Bahn ausmacht, nämlich sie spontan und flexibel
zu nutzen, bleibt gleichzeitig durch das neue Preissystem auf der Strecke:
Künftig soll man früh buchen, um Geld zu sparen. So wird das Unternehmen
alte und mögliche neue Kunden eher hinters Steuer denn ins Abteil bringen.
Hinzu kommt übrigens noch, dass man so pünktlich und genau planen soll, wie
es die Bahn selbst nicht schafft. Absurd.
Mehdorn wird wohl nachbessern müssen. Noch zieht sich die Politik zwar auf
die Formel "operatives Geschäft ist Bahnsache" zurück. Der Bund ist aber die
graue Eminenz im Hintergrund und vor allem der Geldgeber. In der Politik
mehren sich jedenfalls die Zweifel, ob es dem Unternehmen gelungen ist, den
erforderlichen großen Wurf zu landen. Das letzte Wort ist daher noch nicht
gesprochen.

Trierischer Volksfreund 25.7.01


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Streckenmeldungen aus Lok-Report

KBS 470 Koblenz - Bonn - Köln

Leider hat DB-Netz mal wieder Fakten geschaffen und am 5. und 6. Juli 2001
das Anschlußgleis der Ringsdorff-Weke in Bonn-Mehlem entfernt. Auf diesem
Gleis wurden bis zum letzten Jahr noch wöchentlich ein, teilweise auch
mehrere Güterwagen für den Betieb bereitgestellt. Von diesem Gleis war auch
eine RWE-Umspannstation zugänglich, allerdings wurden in den letzten Jahren
die Transformatoren über die Straße ausgetauscht (durch Wohngebiet, letztes
Stück geteerter Feldweg). Ich fürchte, daß über kurz oder lang auch die noch
verbliebenen Gütergleise im Bahnhof Bonn-Mehlem entfernt werden, da der dort
ansässige Landmaschinenhandel Amazone auch nur noch über die Straße
beliefert wird. Die früher üblichen R-Wagen mit landwirtschaftlichen Geräten
habe ich jedenfalls lange nicht mehr gesehen. Aus meiner Sicht wird hier
verkehrs- und volkswirtschaftlich unsinnig gehandelt.

(Herbert Kessen <mailto:Herbert.Kessen@bmf.bund.de>, 9. 7. 01).
 

KBS 474 Trier - Köln (Eifelbahn) 

Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Rheinland-Pfalz fordern einen verbesserten
Fahrplan für die Eifelstrecke. Wie die verkehrspolitische Sprecherin Elke
Kiltz erklärt, "hat die NeiTech-Panne der Attraktivität der Eifelstrecke
empfindlich geschadet. Die Auswertung der Fahrgastzahlen der letzten 5 Jahre
ergibt Nachfragerückgänge von bis zu 50%. Das Land und die Deutsche Bahn
dürfen nicht länger Flickschustern, sondern sind aufgefordert, sobald wie
möglich konkrete Verbesserungen vorzunehmen. Insbesondere die Deutsche Bahn
soll die nun zusätzlich bestellten 90 Neigetechniktriebwagen der
verbesserten Bauserie VT 612 dafür zu nutzen, das alte Fahrplansystem mit
Anschlüssen in Köln und Trier sowie den Durchbindungen nach Saarbrücken
wiederherzustellen."
Elke Kiltz hatte in einer parlamentarischen Anfrage von der Landesregierung
Zahlen zur Angebots- und Nachfrageentwicklung auf der Eifelstrecke seit 1996
erbeten. "Die Ergebnisse sind ernüchternd. Nach positiver Entwicklung für
alle Zählabschnitte gab es vom Sommer 1998 zum Herbst 1998 einen
unglaublichen Rückgang der Reisendenzahlen. Je nach betrachtetem Abschnitt
kehrten bis zu 50% der Fahrgäste der Eifelstrecke den Rücken zu. Die
neuesten vorliegenden Zahlen weisen Nachfragewerte auf, die dem Stand von
Anfang 1997 entsprechen. Vom landesweiten Durchschnitt - 90% mehr Reisende
in den Zügen des Rheinland-Pfalz-Taktes - ist die Eifelstrecke somit weit
entfernt".
Nach Auffassung der Landtagsgrünen ist die Landesregierung mitverantwortlich
für diese negative Entwicklung: "Das Zugangebot auf der Eifelstrecke wurde
seit 1998 um über 20% reduziert. Die gesunkene Nachfrage kann deshalb nicht
nur den NeiTech-Pannen aufgebürdet werden. Die seitens des Landes zugegebene
Verlagerung von Zugleistungen auf andere Strecken im Norden von
Rheinland-Pfalz macht deutlich, daß die für die Zugbestellungen
verantwortlichen Zweckverbände mehr Geld benötigen. Das Land ist
aufgefordert, die vom Bund überwiesenen Regionalisierungsmittel in voller
Höhe dem Schienenverkehr zuzuführen, und nicht länger zum Stopfen von selbst
verursachten Haushaltslöchern, z.B. wegen der Mitfinanzierung von
Bundesstraßen, zu benutzen. Allein für das Jahr 2001 erwartet das Land rund
30 Mio. DM mehr an Bundesregionalisierungsmitteln als im Landeshaushalt
veranschlagt. Die Finanzierung eines verbesserten Eifelstreckenfahrplans ist
möglich, wenn nicht der Landesverkehrsminister seine Prioritäten anders
setzen würde", so Elke Kiltz abschließend.

(Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Engbarth <mailto:Fritz.Engbarth@gruene.landtag.rlp.de>, 16. 7.01).
 

KBS 477 Remagen - Ahrbrück (- Hönningen) 

Diese Woche hat in Hönningen an der Ahr (ex KBS 477) der Rückbau der
Gleisanlagen begonnen. Damit wird Platz, um die Umgehungsstraße bauen zu
können.

(Jan Schauff <mailto:js@ahrtalbahn.de>, 13. 7. 01)
 

Quelle: Lok-Report (Internet).
 


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Euro / Geldwechsler

Liebe Straßenbahnfreunde,

am 1. Januar wird der €uro als Barzahlungsmittel eingeführt, zu Beginn der kommenden Saison (die meisten Vereine beginnen zwischen März und Mai) ist dieser einziges Zahlungsmittel.

Wer Schaffnertaschen mit Vorsatz-Wechslern, Zahltische oder ähnliches in Gebrauch hat (auch hobbymäßig), kann diese dann für €uro-Münzen  n i c h t   mehr benutzen!!!

Denn: 
1. k e i n e   €uro-Münze passt maßlich mit einer Pfennig-Münze überein
2. die bisherigen Röhren mit Einfülltrichter sowie Auswurfplatte sind leider   n i c h t   austauschfähig.

Im Rahmen der AHN-Tagung 2000 haben wir dieses Thema aufgegriffen und nunmehr einen Lieferanten gefunden, den Apparatebau Krauth. Dieser fertigt und liefert seit sehr langer Zeit entsprechende Einfach- bzw. Mehrfach-Wechsler (Ausgabe je eines und zwischen 3 und 4 Münzen gleichzeitig) an die Verkehrsbetriebe für deren Zahltische in Bussen und Bahnen.

Die angebotenen Wechsler messen in der Ausführung mit 5-Röhren 185 mm (5 Cent ~ 1 €), 6-Röhren sind 225 mm breit (inkl. 2 €uro). Der Mehrfachwechsler ist dabei preisgünstiger als der einfache. Die Befestigungsteile für den Vorsatz werden dem bisherigen Wechsler entnommen und adaptiert. Mit kleinen Änderungen paßt der neue Wechsler auch in Zahltische (zwei Metall-Aussparungen anbringen und ggf. in der Höhe die Kunststoff-Teile abschleifen).

Für den Eigenbedarf, Vereinsbedarf in Museen, im Schaffnerbetrieb usw. biete ich an (alle Preise inkl. Mwst., zzgl. Versand als Postpaket):

1 Stück Mehrfachwechsler  250,- DM / 130,- €
3 Stück dito,  Preis pro Stück 240,- DM / 125,- €
5 Stück dito, Preis pro Stück 230,- DM / 120,- €
10 Stück Preis pro Stück 225,- DM / 115,- €.
Bitte angeben 5- bzw. 6-Röhren-Ausführung.

Zwecks Sammelbestellung bitte ich um Bestellung bis Ende August 2001, Lieferzeit rund 3 Monate. Für einzelne Bestellungen danach erhöht sich der Preis leider um gut 5 %, da dann sicher kein Mengenrabatt gewährt wird.

Bitte weitergeben an Vereinsvorstände und alle, die Ihre Finanzen derzeit mit Geldwechslern abwickeln.

Beste Grüße aus Köln

TS:  Tram-Souvenirs
Rolf   H a f k e
Sieben-Schwaben-Weg 22 - 50997 Köln

Tel.: 0 22 33 / 92 23 66
Fax:            92 23 65
eMail: Hafke.Koeln@t-online.de
 


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Spritzzug

Heute 10.07.2001 ca. 13-14 Uhr ab KKAL: Spritzzug nach KHOD. Im Einsatz waren 290 264 und 290 067, je eine an jedem Ende.

Morgen (11.07.) geht's nochmal nach Bonn, ab KEU 09:06, Rückkunft KEU 11:20,
Abfahrt Richtung Gremberg dann um 11:37.

CM


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Eisenbahnromantik am Originalschauplatz 
"Lumpis Ferienbahnhof" in Arzfeld: Ausrangierte Waggons und Wohnung des
Bahnhofsvorstehers als Urlaubsdomizil 

Von unserem Redakteur MARCUS HORMES

ARZFELD. Ein in der Großregion wohl einmaliger Tourismus-Magnet zieht Feriengäste aus dem In- und Ausland nach Arzfeld. Dort wohnen sie in ausrangierten Eisenbahnwaggons auf Original-Schienen der stillgelegten Eifelstrecke. 

Manfred Breuers Haus ist eine Fundgrube für Raritätensammler, vollgestopft mit skurrilen Gegenständen. Aus der Wand sprießen Rotwild-Geweihe, daneben hängt ein ausgestopfter Greifvogel. Ins Wohnzimmer ragt ein mächtiger Steinbackofen. Das Telefon - ein Miniatur-Zug. Ins Schlafzimmer führt eine Wendeltreppe aus Original-Bahnschwellen. Original? "Klar", erzählt Manfred "Lumpi" Breuer. "Da ist zwar noch kein Zug drüber gefahren, aber die Schwellen stammen vom Sägewerk Gaymühle, einem Zulieferer der Deutschen Bahn."

Original-Schranken von der B 410

Die Bahn hat es dem 50-Jährigen angetan, seit er 1989 mit einem Triebwagen der Eisenbahnfreunde Gerolstein eine nostalgische Abschlussfahrt auf einer stillgelegten Strecke mitmachte. Von einem Freund erfuhr er, dass im Ausbesserungswerk Opladen Waggons zu kaufen waren. Als im Mai 1989 das Aus für die Strecke Pronsfeld-Neuerburg kam, brachte die Bahn fünf Waggons zum Arzfelder Bahnhof, die zuvor als Wohn- und Schlafwagen für Bahnarbeiter genutzt worden waren. Nur im Bahnhof blieben die Schienen liegen. Hinzu kamen funktionstüchtige Original-Schranken vom Bahnübergang auf der B 410 in unmittelbarer Nähe.

"Aus den Waggons habe ich erst mal alles rausgeworfen. Dann war Handarbeit gefragt", berichtet Breuer. Anstreichen, Isolieren, tapezieren, einrichten, Zwischenwände und Toiletten einbauen. Denn wegen der ungewöhnlichen Form gab es keine passenden Möbel zu kaufen. Die Waggons verwandelten sich in Ferienwohnungen mit Bad, Dusche, WC, Kinderzimmer, Elternschlafzimmer, Wohnküche mit Satelliten-Fernseher und Zentralheizung.

Breuer gehört das gesamte Bahnhofsgelände. Im Obergeschoss des Hauptgebäudes mit Schalterhalle, Warteraum und Güterschuppen wohnte früher der Bahnhofsvorsteher. Heute wird es als Ferienwohnung vermietet. Das kleine Nebengebäude wurde früher als Backstube, Toilette, Kuhstall und Aufenthaltsraum für Bahnarbeiter genutzt. Breuer zauberte daraus ein uriges Wohnhäuschen für sich: "Die Gebäude aus Naturstein-Schichtmauerwerk haben mir gut gefallen, dazu die Waggons: eine komplette Sache." Was allerdings mit viel Arbeit verbunden ist, die der gelernte Schlosser und selbstständige Monteur nebenbei nach Feierabend erledigt.

Der Ferienbahnhof hat viele Stammkunden, die jedes Jahr ihren Urlaub in Arzfeld verbringen. Besonders gern kommen Familien mit Kindern. Ausgesprochene Eisenbahnfreunde schwören auf den ersten Waggon, der dem Original-Zustand am nächsten kommt. "Lumpi" plant schon wieder Neues: Neben Grillplatz und Kegelbahn will er einen Biergarten bauen.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 04.07.2001 (Internet).


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Auf zwei Rädern durch das Enztal 
Spatenstich für den Radweg zwischen Neuerburg und Zweifelscheid - Keine
Autos zur Eröffnung 

Von unserem Mitarbeiter DAVID BITTNER

NEUERBURG/ZWEIFELSCHEID. Jetzt ist es nur noch eine Frage von wenigen Wochen, bis der Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse befahrbar ist. Voraussichtliches Ende der Bauarbeiten ist Mitte August. 

Mit dem Spatenstich am Enztal-Radweg begannen die Bauarbeiten am Teilstück Neuerburg-Zweifelscheid. Gebaut wird eine Strecke von etwa vier Kilomtern mit zwei beleuchteten Tunnels. Der Abschnitt findet Anschluss an das seit längerer Zeit von der Gemeinde Zweifelscheid hergestellte Teilstück.

Radwege für 15 Millionen Mark 

"Die Wunde, die durch den Rückzug der Bundesbahn vor zehn Jahren entstanden ist, ist damit geschlossen", sagte Stadtbürgermeister Hans Heinen. Dabei denke er auch an die Sanierung des ehemaligen Bahngeländes in der Stadt. Landrat Roger Graef machte den Stellenwert der Radwege im Kreis Bitburg-Prüm deutlich: "Kylltal-, Prümtal- und Nimstalradweg kosten insgesamt 15 Millionen Mark."

Harald Enders, Leiter des Straßenverkehrsamts Gerolstein, beschrieb die Situation: "Derzeit sind im Landkreis 55 Kilometer Radweg im Bau, eine Beschilderung fehlt noch. Trotzdem werden diese Abschnitte schon rege benutzt."

Auch Günter Keßler, Verbandsgemeindebürgermeister, meldete sich zu Wort: "Mit Fertigstellung dieses Radwegs haben wir einen wichtigen strukturpolitischen Akzent gesetzt." Keßler hofft, dass das, was begonnen wurde, fortgesetzt wird. Für die Zukunft sei ein Anschluss an die überregionalen Radwege nach Waxweiler und St. Vith vorgesehen. Außerdem solle der Radweg in südlicher Richtung an die Moselradwege angeschlossen werden.

Die Kosten für den 2,5 Kilometer langen Teilabschnitt betragen rund 390 000 Mark. Das Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Mainz sagte die höchstmögliche Förderquote von 85 Prozent zu. Den Eigenanteil von 15 Prozent tragen die Stadt Neuerburg und die Ortsgemeinde Zweifelscheid sowie die Verbandsgemeinde Neuerburg.

Für die Einweihung haben sich Verwaltung und Rat der Stadt etwas Besonderes einfallen lassen: Ein autofreies Wochenende soll sich über das Enztal erstrecken. Dabei sollen alle Bürger von Arzfeld bis nach Holsthum mitwirken. Stadtbürgermeister Heinen: "Im Rahmen einer solchen Veranstaltung wollen wir die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, welche Möglichkeiten für Radfahrer vorhanden sind."

Der Termin für den Aktionstag steht noch nicht fest. "Wahrscheinlich wird der Radweg erst im nächsten Jahr offiziell eröffnet", sagt Heinen. Solange müssen Radfahrer und Skater jedoch nicht warten: Ab Mitte August wird der 2,5 Meter breite Weg, überzogen mit einer Mischgutdecke, bereits für Radfahrer und Skater befahrbar sein.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 04.07.2001 (Internet).


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Bahn-Preise: Pendler zahlen drauf - Kritik am neuen Tarifsystem

TRIER. (ax) Schlechte Nachricht für Bahncard-Kunden: Der Vorstand des "Unternehmens Zukunft" wird heute die Einführung eines neuen Tarifsystem beschließen. Ab Herbst 2002 soll die weiße Plastikkarte zwar billiger werden, der Preisrabatt wird voraussichtlich aber von 50 auf 25 Prozent gesenkt.

"Die geplante Abschaffung der Bahncard in ihrer bisherigen Form bedeutet für viele Kunden eine massive Preiserhöhung", kritisiert Andreas Barth, Pressesprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Die Details des neuen Tarifsystems wird die Deutsche Bahn AG zwar erst auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin publik machen, die Tendenzen sind aber bekannt. So soll die Bahncard künftig preiswerter verkauft werden - im Gespräch ist eine Senkung der klassischen Variante von 270 auf 150 Mark. Familien fahren wahrscheinlich günstiger, Kinder erhalten die Bahncard möglicherweise sogar zum Nulltarif. Im Gegenzug zahlen Inhaber des Plastikvierecks nicht mehr den um die Hälfte ermäßigten Fahrpreis, sie erhalten nur nur noch um ein Viertel günstigere Tickets. "Pendler und Vielfahrer werden von dieser Regelung besonders betroffen sein", betont der Kasseler Verkehrswissenschaftler Helmut Holzapfel.

Gerade im Nahverkehr stehen die Fahrgäste bei weiteren Vergünstigungen im neuen Tarifkatalog der Bahn auf dem Abstellgleis. Wer seine Tickets künftig frühzeitig im Internet bucht, kann im besten Fall bis zu 60 Prozent des Grundpreises sparen. Der ehemalige Staatskonzern erhofft sich von diesem Angebot, das an feste Kontingente gekoppelt ist, größere Planungssicherheit, da die Reisenden auf weniger stark ausgelastete Züge verteilt werden können. Kritiker bemängeln indes, dass Frühbucherrabatte erst ab einer Fahrtstrecke von 150 Kilometern vorgesehen sind. "Wir haben den Eindruck, dass die Bahn bei ihren Anstrengungen den Nahverkehr vergessen hat", bedauert Karl-Peter Naumann, Vorsitzender von Pro Bahn.

Bei Fahrten innerhalb des Verkehrsverbunds für die Region Trier (VRT) wird sich zwar nur wenig ändern, da der Preisnachlass hier bereits seit dem 1. Januar 2001 bei 25 Prozent liegt. Wer aber Inhaber einer Bahncard ist und beispielsweise regelmäßig von Trier nach Saarbrücken fährt, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Das Standard-Ticket für Hin- und Rückfahrt erhöht sich mit der Einführung des neuen Preissystems von 23,40 Mark auf satte 35,10 Mark.
 

KOMMENTAR
ROLF SEYDEWITZ ZU: BAHN-TARIFE 

Nachteile überwiegen

Keine Frage: Es ist höchste Eisenbahn, dass die Deutsche Bahn AG ihren selbst von erfahrenen Mitarbeitern kaum noch durchschaubaren Tarif-Dschungel lichtet. Doch wieder einmal schütten Ober-Lokführer Hartmut Mehdorn & Co. das Kind mit dem Bade aus. Denn die Nachteile des neuen Preissystems überwiegen die Vorteile.

In den vollen Rabatt-Genuss kommen nämlich nur jene, die einen Zug frühzeitig und verbindlich buchen. Wer flexibel sein muss und sich erst kurz vor der Abfahrt entscheidet, zahlt in Zukunft drauf. Neue Kunden sind damit nicht zu gewinnen. Pendler müssen sogar durch die Bank tiefer in die Tasche greifen. Bis zu einer Entfernung von 150 Kilometern sind überhaupt keine Rabatte geplant. Im Gegenteil: Weil die Bahncard künftig weniger Nachlass gewährt, wird Bahnfahren für Kurzstreckler sogar deutlich teurer, Autofahren um so attraktiver.

Das aber ist nicht allein die Schuld von Hartmut Mehdorn. Schließlich hat die Politik den Bahnchef beauftragt, den maroden (Noch-)Staatsbetrieb aus den roten Zahlen zu fahren. Und das neue Preissystem wird erst eingeführt, wenn die Bundesländer und der Bund ihren Segen geben. Statt jetzt den Empörten zu spielen und Mehdorn den Schwarzen Peter zuzuschieben, sollte sich deshalb so mancher Politiker erst einmal an die eigene Nase fassen.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 03.07.2001 (Internet).


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Auf dem falschen Gleis 
Experten kritisieren "versteckte Preiserhöhung" im neuen Tarifsystem der
Deutschen Bahn

Von unserem Redaktionsmitglied AXEL MUNSTEINER

TRIER. Preisnachlässe bei frühzeitigem Ticket-Kauf und eine günstigere Bahncard - dies sind die Eckpunkte des neuen Tarifsystems der Deutschen Bahn. Da der Bahncard-Rabatt aber vermutlich auf 25 Prozent reduziert wird, melden sich die ersten Kritiker zu Wort. "Es wird Sieger und Verlierer geben", so kommentiert Richard Groß, der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, in seiner Funktion als Vorsteher des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT) die beabsichtigte Einführung des neuen Preissystems bei der Deutschen Bahn (DB).

Vom künftigen Tarifkatalog, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird und ab Herbst 2002 gelten soll, verspricht sich das "Unternehmen Zukunft" größere Transparenz beim Fahrkartenkauf und eine effizientere Auslastung der Züge. Außerdem soll der dichte Dschungel von Sonderangeboten, die der Computer nicht kennt und die Fahrkartenverkäufer nicht überblicken, allmählich gelichtet werden.

Was bisher an Einzelheiten über den neuen Tarifkatalog der DB durchgesickert ist, stößt indes auf unterschiedliche Reaktionen. So können Bahnkunden durch die geschickte Nutzung von Sonderangeboten und der frühzeitigen Buchung von Tickets im Internet noch mehr Geld sparen als bisher - nach Einschätzung aller Verkehrsexperten ein Schritt in die richtige Richtung. Begünstigt werden aber nur die Bahnkunden, die im Fernverkehr unterwegs sind. Weil die Frühbuchrabatte erst ab einer Distanz von 150 Kilometern gelten, bleibt der regionale Schienenverkehr von den geplanten Vergünstigungen ausgespart. "Für die Mehrzahl der Fahrgäste wird Bahn fahren teurer. Die Tarifreform bewirkt eine weitere, schlecht versteckte Preiserhöhung", kritisiert beispielsweise Bernhard Braun, Verkehrspolitischer Sprecher vonBündnis 90/Die Grünen im Mainzer Landtag.

Der Grund: Gerade für Pendler wirkt sich die geplante Änderung der Bahncard-Tarife negativ aus. Der Grundpreis für die klassische Bahncard wird zwar von 270 Mark auf vermutlich 150 Mark gesenkt, aber anstelle eines Preisnachlasses von 50 Prozent, wird nur noch ein Rabatt von 25 Prozent gewährt. Exemplarisch bedeutet dies auf der Strecke von Trier nach Saarbrücken: Bahncard-Inhaber zahlen für Hin- und Rückfahrt derzeit noch 23,10 Mark. Nach der Neuregelung wären 35,40 Mark fällig. Bei einer Verteuerung von 11,30 Mark pro Fahrt ist somit schon nach zehn Fahrten der Preisvorteil der um 120 Mark günstigeren "Bahncard-light" aufgebracht. Der Kasseler Verkehrswissenschaftler Helmut Holzapfel warnt die Bahn denn auch davor "ihre Stammkundschaft wegen der zweifelhaften Chance auf einige Umsteiger zu verprellen".

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 03.07.2001 (Internet).