[last update: 09.04.2004] [ zurück | vor ]

NACHRICHTEN: 06/2001



Juni 2001 [< Nachrichten 2001]

28.06.2001 Region Trier: Signale auf Rot (TV)
28.06.2001 Region Trier: Die Bahn kommt - aber wohin? (TV)
28.06.2001 Streit um das Gleisnetz (TV)
27.06.2001 Bahn schliesst acht Ausbesserungswerkee (KRU)
25.06.2001 Eifelquerbahn: Leserbrief zur Verzögerung (TV)
25.06.2001 Unfall auf der ICE-Neubautrasse (GA)
24.06.2001 Ägidienberg: Unfall auf der ICE-Neubautrasse (GA)
23.06.2001 Gerolstein - Prüm: Radweg oder Schiene (TV)
22.06.2001 Bitburg: Stadtbus steht immer noch auf der Kippe (TV)
22.06.2001 Kreis Euskirchen: Geld für ÖPNV (KSTA)
22.06.2001 Lissendorf/Birgel: Dampfzug fährt zum Mühlenfest (KSTA)
21.06.2001 Nettersheim krempelt den Eilzughaltepunkt um (KRU)
20.06.2001 Rheinland-Pfalz-Ticket gilt seit 11.06. auch im VRT (TV)
19.06.2001 Siegburg: ICE hält erst im Dezember 2002 (GA)
19.06.2001 Linz - Kalenborn (Drachenland-Express): Pressemitteilung (RSE)
19.06.2001 Bonns Hauptbahnhof auf dem Abstellgleis (EX)
18.06.2001 Nettersheim: Bahnhofsfest (jetzt Eilzughaltepunkt) (KRU)
18.06.2001 Köln Hbf: Schaffnerin in den Bauch gestochen (EX)
17.06.2001 Bullay (DB) - Traben-Trarbach von Transregio übernommen (PW/JJ)
17.06.2001 Wieder 215er im Ahrtal (JJ)
17.06.2001 Bw Kreuzberg (Ahr): Sanfter Tourismus (KVS)
17.06.2001 "Ahrtalbahn - Bonn direkt" (KVS)
09.06.2001 Mit dem Talent direkt von Bonn ins Ahrtal (GA)
09.06.2001 Ahrtaler können nun sitzen bleiben (RZ)
08.06.2001 Jünkerath: Eisen(bahn)museum (TV)
08.06.2001 Rheinuferbahn: Hp-Namensänderung (KHN)
08.06.2001 Chancen für Strassenbahn zwischen Beuel und Hangelar (GA)
08.06.2001 Freunde der Ahrtalbahn laden ein (KVS)
08.06.2001 Bw Kreuzberg (Ahr): Es geht voran (KVS)
07.06.2001 Daun: Alte Gleise müssen weichen (TV)
08.06.2001 Bw Kreuzberg (Ahr): Arbeiten in vollem Gange (KRU)
03.06.2001 Bw Kreuzberg (Ahr): Runter vom Abstellgleis (RZ)
03.06.2001 Hönningen (Ahr): Rückbau (JS)
01.06.2001 Münstereifel: Sanierung des Bahnhofs (KRU)


.
Signale auf Rot: Bahn hängt Trier ab 
Interregio-Ersatz noch lange nicht auf dem Gleis 

MAINZ. (win) Die Region Trier droht nach dem Aus des Interregio Ende 2002 auf dem Abstellgleis des Fernverkehrs der Bahn zu landen. Hinter einer geplanten Ersatz-Verbindung nach Frankfurt stehen übergroße Fragezeichen.

"Trier wird nicht abgehängt", verkündete Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP) im September 2000 nach einem Gespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn. Land und Bahn wollten angesichts massiven Protestes ein alternatives Konzept umsetzen, wenn Ende 2002 der Interregio Trier-Koblenz-Münster als letzter Fernverkehrszug in der Region abgefahren ist. Doch für die geplante umsteigefreie Verbindung von Luxemburg über Trier und Koblenz nach Frankfurt stehen noch viele Signale auf Rot.

Realistisch betrachtet, werde diese Linie nicht als direkter Ersatz bis zum Jahresbeginn 2003 zustande kommen, sagt ein Kenner der Materie dem TV . Es gibt massive Schwierigkeiten, einen solchen Zug in den Fahrplantakt einzubauen, vor allem weil die Bahn mit ihren Fernverkehrsplanungen auf der linksrheinischen Strecke nicht voran kommt. Dort werden viele Intercity-Züge, für die die Moselstrecke Zubringer war, wegfallen und auf die Schnellstrecke Köln-Rhein-Main verlegt. Völlig offen ist, welche Neigetechnik-Züge zwischen den Bankenmetropolen Luxemburg und Frankfurt kurven sollen. Entsprechend müsste jedoch frühzeitig die Strecke aufgerüstet werden. Ungeklärt ist zudem, wie die Linie finanziert wird. Wenn die Bahn, wie zu erwarten, dort nicht mitspielt und das Ganze als Regionalverkehr bezahlt werden muss, wird die Strecke wohl europaweit ausgeschrieben. Ein Verfahren, das zwei Jahre in Anspruch nehmen dürfte, bis der erste Zug tatsächlich rollt.

Selbst Rudolf Göbertshahn, Bahn-Konzernbevollmächtigter für Rheinland-Pfalz und Hessen, sieht, dass die Zeit mehr als eng wird. Er bringt im Gespräch mit dem TV als Übergangslösung einen Expresszug ins Spiel, weil Neigetechnik auf der Strecke eh nicht so viel Zeitgewinn verspreche. Auch Bauckhage spricht von "momentanen Unsicherheiten" und schließt Zwischenlösungen nicht aus. Ziel bleibe, die neue Verbindung zum Ende 2002 zu schaffen. Unterdessen hat die Bahn begonnen, ihr Netz zu sanieren - möglich dank der Milliarden-Spritze aus den Verkäufen der Mobilfunklizenzen. Wichtige Projekte wie die Moselbrücke bei Konz liegen aber weiter auf Eis.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 28.06.2001 (Internet).


.
Die Bahn kommt  aber wohin?
Das "Unternehmen Zukunft" investiert Milliarden ins Gleisnetz  Ob ein Teil
davon auch in der Region Trier ankommt, ist ungewiss

Von unserem Redakteur JOACHIM WINKLER

MAINZ. Die Bahn sieht sich als Unternehmen Zukunft und investiert viele Milliarden. Doch wohin die Reise im Fernverkehr für die Region Trier geht, ist völlig unklar.

Dank der zusätzlichen Finanzspritze durch die Versteigerung der Mobilfunklizenzen wird die DB in Rheinland-Pfalz bis Ende 2003 rund 460 Millionen Mark in den Abbau so genannter Langsamfahrstellen, in moderne Leit- und Sicherungstechnik und die Sanierung von Brücken und Tunneln investieren. Leistungsfähiger und wirtschaftlicher soll das Netz werden, so Rudolf Göbertshahn, Konzernbevollmächtigter des Bahn-Vorstandes. Auch auf der Eifel- und der Moselstrecke sollen in rund zwei Dutzend kleineren Projekten altersschwache Gleise oder Weichen ausgetauscht und Signaltechnik erneuert werden, um die seit Jahren im Fahrplan bereits eingerechneten Fahrzeitverluste wieder los zu werden. Am Ende steht ein reibungsloserer und eventuell auch kürzerer Verkehrstakt, hofft die Bahn. 

Sie räumt ein, dass in den vergangenen Jahren vieles liegen blieb. Fließen die zusätzlichen Milliarden weiter, soll in etwa zehn Jahren das gesamte Netz runderneuert sein. Konkrete Investitionen für den geplanten Einsatz eines Neigetechnikzuges zwischen Luxemburg und Frankfurt, der als Ersatz für den Ende 2002 ausrollenden Interregio im Zwei-Stunden-Takt verkehren soll, sind in den Planungen bis Ende 2003 jedoch nicht vermerkt. Dieser Ausbau muss sich nach der Art der Neigetechnik richten, so die Bahn-Manager. Doch ob am Ende wirklich der vom Mainzer Wirtschaftsministerium ins Spiel gebrachte spanische Talgo-Triebwagen kommt, ist offen. Der Zug ist als Diesel- oder Elektrovariante geplant und soll in der Kurzversion für rund neun Millionen Mark zu haben sein. 

Der gesamte Bahn-Knoten Trier/Ehrang einschließlich des Problemfalls Konzer Brücke wird bis zum Jahresende überprüft, sagt Gustav Thiemann von der zuständigen DB-Projektleitung. Die Konzer Moselbrücke, ein veraltetes Behelfskonstrukt, ist einer der neuralgischen Punkte auf dem Weg nach Luxemburg. Sie muss mit Tempo 20 passiert werden, weil die An- und Abfahrtkurven zu eng sind. Mit den für 2001 eingestellten 800 000 Mark wird vorerst nur der Oberbau saniert. Um die Strecke zu beschleunigen, müsste die Brücke neu konzipiert und gebaut werden. Ein Projekt das bereits vor zehn Jahren mit rund 200 Millionen Mark veranschlagt wurde. 

Das Mainzer Wirtschaftsministerium hat den Ausbau der gesamten Strecke nach Frankfurt zwar mit höchster Priorität für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Doch vor der Bundestagswahl im September 2002 ist mit einem von der rot-grünen Berliner Regierung lange angekündigten neuen Plan nicht mehr zu rechnen. Heftiges Kopfzerbrechen bereitet einer Arbeitsgruppe von Land und Bahn jedoch auch das Einpassen der Verbindung in den bestehenden Nah- und Fernverkehrstakt. Einerseits soll auf der Rheinschiene nicht unmittelbar in zeitlicher Nähe zu der wohl einzigen dort verbleibenden Intercity-Linie gefahren werden, andererseits müssen die Regionalverkehre auf Eifel- und Saarstrecke aufgefangen und abgestimmt werden. Bisher ein kaum lösbares Problem, zumal die Bahn über ihr erheblich abgespecktes Fernverkehrsangebot via Koblenz noch nicht entschieden hat. Außerdem sind die Verkehrsministerien von Luxemburg, Hessen und Saarland von den Planungen direkt oder indirekt betroffen und mit einzubeziehen. 

Weit auseinander sind Land und Bahn auch bei der Finanzierung der neuen Verbindung. Während Mainz den Bund und die DB in die Pflicht nehmen will, winkt die Bahn entschieden ab und spricht von Regionalverkehr, für den das Land und seine kommunalen Zweckverbände zuständig sind. Sollte es mit ihr keine Einigung über die Finanzierung geben, dann gehen Branchenkenner davon aus, dass der Betrieb der Strecke europaweit ausgeschrieben wird. 

Den Bahnchef an seine Zusage erinnern 

Damit gehen bis zu zwei Jahre ins Land. Wirtschaftsminister Bauckhage (FDP) geht davon aus, dass Bahnchef Mehdorn zu der Zusage steht, die neue Verbindung als Kompensation für den wegfallenden Interregio auf der Moselstrecke anzubieten. "Wir wollen die Strecke möglichst schnell organisieren", so Bauckhage zum TV . Allerdings fehlen der Verhandlungsrunde, an der auch Luxemburg beteiligt ist, noch Informationen zum DB-Fernverkehr. Die sollen möglicherweise in den nächsten Wochen vorliegen. Falls sich abzeichnet, dass wegen "momentaner Unsicherheiten" in diesen Plänen der Termin zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 nicht gehalten werden kann, will sich das Land um eine Zwischenlösung bemühen. Nach der leidvollen Erfahrung mit den VT 611-Neigetechnikzügen  unter anderem auf der Eifelstrecke  gilt jedoch laut Bauckhage in jedem Fall: Qualität ist wichtiger als Eile. 

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 28.06.2001 (Internet).


.
Zwei Lokomotiven auf Kollisionskurs
Streit um das Gleisnetz: Bahnchef Hartmut Mehdorn gegen Verkehrsminister
Kurt Bodewig

Von unserem Korrespondenten Hagen Strauss

Berlin.Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) und Bahnchef Hartmut Mehdorn in
einem Zugabteil - ein Fall für den Schaffner. Beiden haben Dauerstreit,
Thema: Die Trennung von Zugbetrieb und Bahnnetz.
Gute Miene zum bösen Spiel macht derzeit nur einer. Das ist Kurt Bodewig. Er
lässt sich längst nicht mehr aus der Reserve locken durch seinen Widersacher
Hartmut Mehdorn. Seit er im März mit den Worten "es geht nicht um das Ob,
sondern lediglich noch um das Wie", forsch ankündigte, er wolle das
Schienennetz aus dem Bahnkonzern herauslösen, ist der Minister regelmäßig
zur Zielscheibe des Bahnchefs geworden. "Die können auch persönlich nicht
miteinander", sagen Beobachter. Reformer trifft auf Sanierer, da knirscht es
im Gebälk. Und der quirlige Mehdorn ist nicht gerade bekannt dafür, ein
Freund derer zu sein, die in Sachen Bahn anders denken als er. Mehdorn will
ganz und gar nicht akzeptieren, dass künftig zahlreiche Unternehmen ihre
Dienste auf den Gleisen anbieten sollen. Bodewig erhofft sich davon aber vor
allem Verkehr auf der Schiene.
Noch Anfang der Woche ritt der Bahnboss konsequent eine erneute Attacke.
"Reines Chaos" sei zu erwarten, wenn das Schienennetz unabhängig von der
Bahn betrieben würde. Kurz davor hatte der Manager und Kanzler-Freund noch
eine von seinem Unternehmen in Auftrag gegebene Studie vorgelegt, wonach die
Bahn durch den Plan zusätzliche Kosten von 1,6 Milliarden Mark pro Jahr zu
schultern hätte. Konsequenz: Börsengang ade. Eine Anzeigenkampagne gegen
Bodewigs Vorhaben musste der gebürtige Berliner nach Intervention aus dem
Regierungslager allerdings wieder einstampfen. Selbst, als beide kürzlich
verkündeten, wie viele und welche Baumaßnahmen am maroden Schienennetz mit
Hilfe der UMTS-Milliarden bis 2003 realisiert werden sollen, war nur wenig
Gemeinsamkeit zu spüren.
Nach den ersten kühnen und unsicheren Auftritten als Neuling im Amt Anfang
des Jahres hat Bodewig sich taktische Zurückhaltung beim Thema Bahn
auferlegt. Auf Geheiß von Bundeskanzler Gerhard Schröder war der Minister
dem Unternehmensboss schon im März entgegen gekommen, als er ihm einen Sitz
in der so genannten "Task Force" zubilligte. Die soll bis zum Herbst
Vorschläge erarbeiten, wie die Trennung von Netz und Betrieb konkret
aussehen soll. Hier liegt die Krux: Während Bodewig eisern daran festhält,
"die Task Force arbeitet nicht öffentlich" - schert das Mehdorn nur wenig.
"Ein Programm entlang einer Zeitachse", sagt der grüne Verkehrsexperte und
Bahn-Aufsichtsratsmitglied Albert Schmidt, sei als Ergebnis der Task
Force-Arbeit denkbar. "So ein Prozess kann nicht im Hau-Ruck-Verfahren
gelöst werden." Dass der größte Nutzer - die Bahn - allerdings über das Netz
verfügt, Trassen zuteilt und Trassenpreise festlegt, soll nicht in Frage
kommen. Dafür müsse eine neutrale Stelle zuständig sein.
Die Weiche am Ende des Konflikts wird vermutlich wie folgt gestellt sein:
kein Sieger, kein Verlierer, dafür ein Kompromiss. Damit die Lokführer
Bodewig und Mehdorn ihr Gesicht wahren können.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 28.06.2001 (Internet).


.
Konzern schließt acht Ausbesserungswerke
Bahn schließt Werk in Opladen

Berlin/Leverkusen. Die Deutsche Bahn setzt im Zuge ihrer milliardenschweren Sanierung den Sparkurs energisch fort. In den kommenden zwei Jahren will das Unternehmen acht seiner 18 Instandhaltungswerke schließen, ein weiteres wird verkauft.

Betroffen sind hiervon rund 5900 Beschäftigte, davon 800 im Werk Leverkusen-Opladen. Die Kapazitäten seien nur zu 57 Prozent ausgelastet, neue Lokomotiven und die Triebwerkstechnik benötigten weniger Wartung, begründete Bahnchef Hartmut Mehdorn die Entscheidung. "Ohne Anpassungsmaßnahmen, würde die Nutzung der technischen Kapazitäten auf 30 Prozent in 2005 absinken, in Einzelbereichen sogar auf rund 20 Prozent", betonte er. Das könne sich kein Unternehmen der Welt leisten.

Als Reaktion legten gestern Mittag die Leverkusener Mitarbeiter für rund eine Stunde die Arbeit nieder. "Die Leute sind wütend. Wir versuchen das unter Kontrolle zu halten, aber ich kann nichts mehr ausschließen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Kuno Drechmann.

"Nach Bekanntgabe der Entscheidung in Berlin hat der Bahn-Konzernbevollmächtigte für NRW nicht mal ein einziges Wort zu der Belegschaft gesprochen." Auch Frank Skorzus von der Gewerkschaft Transnet kritisiert die Informationspolitik der Konzernspitze: "Das Ganze ist eine Nacht- und Nebelaktion." Per Rundschreiben hätten die Mitarbeiter erfahren, dass sie in eineinhalb Jahren auf der Straße stehen werden.

Heute wollen Konzernbevollmächtigte und Vorstandsmitglieder die Entscheidung vor einer Mitarbeiterversammlung rechtfertigen. Gewerkschaftschef Norbert Hansen forderte auf einer Veranstaltung in Erfurt alle Ausbesserungsstandorte zu Arbeitsniederlegungen auf.
In Leverkusen sind weitere Protestaktionen für den kommenden Freitag geplant. Hansen befürchtet, dass die Bahn Schritt für Schritt die komplette Instandhaltung auslagern will. Bis 2005 will die Bahn ihre Personalkosten insgesamt um 3,3 Milliarden senken. Damit stehen rund 50 000 Stellen zur Disposition. Bis Ende 2004 sind allerdings betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. 

In den vergangenen Jahren hatte sich das Leverkusener Traditionswerk - es besteht seit 1903 - auf schwere E-Loks spezialisiert. Diese Aufgabe soll künftig allein das Ausbesserungswerk Dessau übernehmen. Für den Betriebsrat ist daher die Entscheidung vollkommen unverständlich: "Die Bahn hatte allein in den letzten drei Jahren 30 Millionen Mark in Opladen investiert", sagte Drechmann. 

Sechs der neun betroffenen Werke liegen in den neuen Bundesländern, vier werden allein in Sachsen geschlossen (Leipzig, Delitzsch, Chemnitz und Zwickau). Hinzu kommen die Standorte Neustrelitz sowie Erfurt. Außerdem werden die Werke in München, Nürnberg, Limburg und Hannover geschlossen. Das Werk Stendal in Sachsen-Anhalt soll verkauft werden. 

NRW-Wirtschafts- und Verkehrsminister Ernst Schwanhold (SPD) kritisierte die Entscheidung als enttäuschend und nicht nachvollziehbar. "In weiteren Gesprächen hätten wir gemeinsame Lösungswege wie etwa Aufgabenverlagerungen aus anderen Werken erarbeiten können", sagte er. Die Bahn habe die Landesregierung mit ihrer plötzlichen Kehrtwende "erneut vor den Kopf gestoßen". Sachsens Regierungschef Kurt Biedenkopf (CDU) bezeichnete die Entscheidung als nicht hinnehmbar. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) nannte den Beschluss zur Schließung des Nürnberger Werkes als "sachlich und politisch völlig inakzeptabel". 

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) schrieb in einem Brief an Bahnchef Hartmut Mehdorn, er erwarte vom Vorstand der DB AG ein sozialverträgliches Vorgehen bei der Umsetzung des gesamten Stellenabbaus. Die Bahn sicherte dies zu. So sagte Firmensprecher Manfred Ziegerath, man werde versuchen, den Leverkusener Bahnwerkern eine Arbeit in anderen Werken zu vermitteln, beispielsweise in Krefeld. 

Quelle: Kölnische Rundschau vom 27.06.2001 (Internet).


.
Unfall auf ICE-Strecke: Schaden steigt auf drei Millionen Mark 

Im Rangierbetrieb auf Baustellen ist es nach Erkenntnis der DB-Projekt ein durchaus "übliches Vorkommnis", dass Sicherheitsbestimmungen außer Acht gelassen werden 

Von Gabriela Quarg 

Aegidienberg. Um ein Vielfaches höher als zunächst angenommen ist der Schaden, der am Samstagabend bei dem Zugunglück auf der ICE-Neubautrasse (der General-Anzeiger berichtete) entstand: Nach Angaben des stellvertretenden Pressesprechers der DB-Bauprojekt, Udo Kampschulte, beläuft sich der Schaden auf mehr als drei Millionen Mark. Außerdem wurde bei dem Unfall eine Person leicht verletzt, eine weitere erlitt einen Schock.

Wie befürchtet, ist die Kochenbachtalbrücke durch den Brand zwar in Mitleidenschaft gezogen worden, aber "noch sanierungsfähig", teilte Kampschulte dem GA auf Anfrage mit. "Das Bauwerk ist standsicher und somit befahrbar." Gleiches gelte für das Unfallgleis. "Die Bauarbeiten an der Trasse können also fortgesetzt werden. Die ICE-Strecke wird termingerecht zum Jahresende fertig sein", sagte der Pressesprecher. Nach den Aufräumarbeiten wurde die Strecke am Sonntag um 16 Uhr wieder freigegeben.

Derzeit untersuchen Sachverständige noch den genauen Umfang des Schadens an der Talbrücke. Voraussichtlich müssen Betonplatten und Eisenteile ausgetauscht werden, die aufgrund der großen Hitzeentwicklung bei dem Brand zerstört wurden.

Die offizielle Inbetriebnahme der ICE-Trasse werde davon aber nicht beeinflusst, betonte Kampschulte.

Gutachter der Polizei ermitteln derweil die genaue Unfallursache, die aller Wahrscheinlichkeit "menschliches Versagen" lauten wird. Vermutlich war der mit 50 Tonnen Schienen beladene Transportwagen nicht ordnungsgemäß abgestellt und ausreichend gesichert. 

Die Staatsanwaltschaft hat sich bislang noch nicht eingeschaltet. "Allein verantwortlich für den Unfall ist die zuständige Baufirma", sagte Kampschulte. Demnach muss deren Versicherung den Schaden regulieren.

Die Tatsache, dass sich ein Waggon verselbstständige, weil Sicherheitsbestimmungen außer Acht gelassen würden, sei ein im Rangierbetrieb auf Baustellen leider durchaus "übliches Vorkommnis", so Kampschulte. In diesem Fall sei das Ausmaß aufgrund der Gefällestrecke besonders schlimm gewesen. 

Das war geschehen: Gegen 19 Uhr hatte sich am Samstagabend der am Tunnel Rottbitze abgestellte Schienentransporter gelöst und war mit großer Geschwindigkeit talwärts gerast. Nach 250 Metern prallte der Wagen auf einen "Schienenkran" und schob diesen rund 1 500 Meter weiter. Bauarbeiter, die gerade mit einem Arbeitszug Schienen auf der Kochenbachtalbrücke verlegten, konnten sich vor dem nahenden Geschoss gerade noch in Sicherheit bringen, in dem sie vom Zug absprangen. 

Sekunden später krachten die ineinander verkeilten Wagen in die schwere Diesellok. Im Nu stiegen Flammen meterhoch in den Himmel. 1 800 Liter Dieselöl liefen aus dem Tank der Lok aus, verbrannten oder flossen in den unter der Brücke liegenden Bach. 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um das Großfeuer zu löschen.

Quelle: General-Anzeiger Bonn vom 25.06.2001 (Internet).


.
Baufahrzeuge rasen talwärts gegen Lok 

40 Feuerwehrleute löschen Großbrand nach einem schweren Unfall - Experten des Eisenbahnbundesamtes befürchten, dass die Talbrücke nahe Aegidienberg stark beschädigt ist 

Von Gabriela Quarg

Aegidienberg. Auf der ICE-Neubautrasse zwischen Rottbitze und Aegidienberg ist es am Samstagabend zu einem folgenschweren Unfall gekommen: Bei der Kollision eines Schienentransporters mit einem Bauzug geriet eine Diesellok in Brand und wurde dabei vollständig zerstört.

40 Feuerwehrleute aus Bad Honnef und Königswinter waren im Einsatz, um das Großfeuer zu löschen. Wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Balthasar Schumacher dem GA vor Ort mitteilte, hatte sich der auf der Anhöhe bei Rottbitze abgestellte, 50 Tonnen schwere Schienentransporter gegen 19 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache selbstständig gemacht und war auf dem bereits fertigen Gleisabschnitt talwärts ins Rollen geraten.

Nach einer Strecke von 250 Metern prallte der Schienentransportwagen auf einen Bagger für Gleisarbeiten. Nach 1,5 Kilometer langer, "herrenloser" Fahrt stießen Bagger und Wagen auf der Eisenbahnunterführung "Am Kirchberg" mit einem Arbeitszug zusammen und gerieten in Brand.

Die Flammen griffen sofort auch auf die Diesellok über, die mit 1 800 Liter Dieselöl betankt war. Ein großer Teil des Treibstoffs verbrannte. Ein weiterer Teil lief aus und gelangte in den unterhalb der Brücke befindlichen Bach. Hier legte die Feuerwehr Ölsperren, um ein angrenzendes Fischgewässer zu schützen. Der Schaden an den Bauzügen beziffert sich nach ersten Schätzungen eines Mitarbeiters des Eisenbahnbundesamtes, der am Samstag abend ebenfalls zum Unfallort berufen worden war, auf voraussichtlich rund 100 000 Mark. Noch nicht abzusehen sei, inwieweit die Brücke durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Angesichts der Ausmaße des Brandes vermutet Schumacher, dass das Widerlager der Brücke durch den Unfall stark beschädigt sein könnte. Näheres müssen jetzt Sachverständige feststellen. Geklärt werden muss auch, aus welchen Gründen der Schienentransporter, der den Unfall ausgelöst hat, ins Rollen geriet. Ersten Vermutungen zufolge war dieser nicht ordnungsgemäß abgestellt.

Quelle: General-Anzeiger Bonn vom 24.06.2001 (Internet).


.
Mitten ins Herz der Stadt 
Stadtbus steht immer noch auf der Kippe - Betreiber plädiert für Haltestelle auf dem Postplatz

Von unserem Redakteur LARS OLIVER ROSS

BITBURG. Er ist nicht mehr so gähnend leer wie in den ersten Monaten. Die
Fahrgastzahlen des Stadtbusses reichen jedoch noch lange nicht aus, um den
Service langfristig zu sichern. 
Noch will er nicht aufgeben. Es gibt noch Optimierungspotenzial, sagt Detlef
Krakau, und das will er nutzen, bevor er über ein Ende des Stadtbusses
nachdenkt. Der Busunternehmer betreibt seit März vergangenen Jahres die
Buslinie, die verschiedene innerstädtische Bereiche mit den Bitburger Wohn-
und Industriegebieten sowie mit den Stadteilen Masholder und Matzen
verbindet.
Montags bis freitags zwischen 7.30 Uhr und 18 Uhr und samstags zwischen 8
und 14 Uhr zieht der Bus seine Kreise. In den ersten Monaten hätte kaum
jemand geglaubt, dass es dieses Angebot überhaupt bis heute geben würde.
Denn der Stadt-Express war meistens leer. Nur 30 bis 40 Menschen täglich
nutzten das Angebot.
Das hat sich geändert. Etwa 100 Fahrgäste sind es inzwischen täglich. "Das
ist schon ganz gut", sagt Krakau, betont aber zugleich, dass es mindestens
150 pro Tag sein müssten, um den Stadtbus-Service für ihn als Unternehmer
langfristig tragbar zu machen.
Zumal die meisten Menschen, die in den Bus einsteigen, Senioren und Schüler
sind, von denen viele Verbund-Fahrkarten besitzen. Sie können den
Stadt-Express also nutzen, ohne zusätzlich dafür zu zahlen. "Wir haben immer
etwas Zulauf", sagt Betreiber Detlef Krakau. Die Steigerungsraten sind
jedoch noch zu gering. Das hofft der Busunternehmer allerdings noch zu
verbessern.

Fahrtstrecke optimieren

"Wir wissen jetzt, wo die Kunden sind", erklärt er und plant die
Fahrtstrecke so zu optimieren, dass "unnütze Bereiche", in denen ohnehin
niemand zusteigt, herausfallen. Dies bringt kürzere Fahrtzeiten zwischen den
Haltestellen, von denen und zu denen die meisten fahren wollen. Zudem will
Krakau den Fahrplan dahingehend verbessern, dass der Service in den starken
Zeiten dichter ist als bisher. Ergänzend soll der Einsatz eines kleineren
Busses die Betriebskosten senken.
Mehr Kundschaft erhofft sich Krakau auch von der Eröffnung des Europäischen
Berufsbildungswerks an der Mötscher Straße in diesem Jahr. Um das Angebot
tatsächlich den Bedürfnissen der Bitburger anpassen zu können, führen die
Fahrer zur Zeit genau Buch darüber, wer, wann, wohin fährt. "Wir denken noch
nicht ans Aufhören", versichert der Busunternehmer, aber: "Wenn die geplante
Optimierung nicht hilft, müssen wir über Konsequenzen nachdenken."
Eine Verbesserungsmöglichkeit, die Krakau schon seit längerem im Auge hat,
ist die Einrichtung einer Haltestelle auf dem Postvorplatz, die den Bus für
Kunden, die in der Innenstadt einkaufen wollen, attraktiv machen könnte.
Eine Anfrage beim Ordnungsamt der Stadt wurde jedoch negativ beschieden. Es
gab vor allem Sorgen, dass die Fahrt des Busses durch ein Stück der
Fußgängerzone gefährlich sein und Autofahrer zur Nachahmung animieren
könnte.
Krakau will die Idee noch einmal thematisieren und versuchen, die Fahrt ins
Herz der Stadt möglicherweise über die politische Schiene zu realisieren.
Zumal aus seiner Sicht, die derzeitige Fußgängerzonen-nahe Haltestelle am
Borenweg gefährlicher ist als eine auf dem Postplatz je sein könnte - vor
allem, wenn das Fahrzeug wie geplant eine Nummer kleiner werden sollte. 
 

KOMMENTAR
LARS OLIVER ROSS ZU: STADTBUS

Attraktivtät steigern

Eines muss man Detlef Krakau lassen. Er ist keiner jener Unternehmer, die einfach aufgeben, wenn ein Projekt nicht sofort Gewinn abwirft, und reich wird der Bitburger Busunternehmer durch den Betrieb der Stadtbus-Linie nicht. Gewiss ist die Tatsache, dass der Stadt-Express immer noch rollt, obwohl darin jeder Fahrgast mit Sicherheit immer einen Sitzplatz findet, auch dem Zuschuss geschuldet, den die Stadt für die (Leer-)Fahrten am Samstag gewährt. Dennoch trägt Krakau das Hauptrisiko und das bisher mit Engelsgeduld. Am Ende steht und fällt das Angebot mit der Bereitschaft der Bürger, es zu nutzen.

Genau da unterscheidet sich Bitburg nicht von anderen Städten: Überall werden Angebote im öffentlichen Personennahverkehr gefordert, überall lautstark begrüßt und fast überall nicht hinreichend genutzt.
Noch haben die Bitburger die Chance, den Service zu retten, indem sie den Weg in die Innenstadt zumindest das eine oder andere Mal nicht mit dem Auto bewältigen. Dabei könnte der Bus tatsächlich deutlich attraktiver werden - und mehr ins Bewusstsein der Flanierer in der Fußgängerzone rücken -, wenn die Linie über den Postplatz geführt würde. Dass das Ordnungsamt das nicht einfach genehmigt, ist verständlich.

Deshalb sollten die Stadtpolitiker dieses Plus an Attraktivität durchsetzen und dem Bus damit eine zusätzliche Chance geben. Zumal das die Stadt keinen Pfennig kosten würde und feststeht: Einen für den Steuerzahler preisgünstigeren Stadt-Express wird Bitburg nie mehr bekommen.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 22.06.2001 (Internet).


.
Bewilligung: Geld für ÖPNV

Kreis Euskirchen - Fast eine Million Mark Fördermittel bewilligte die Bezirksregierung für den ÖPNV im Kreis Euskirchen. 

Damit stieg die Förderung gegenüber dem Vorjahr um rund neun Prozent. Das Geld wird nach einem Schlüssel an die Kommunen verteilt, der sich aus den gefahrenen Buskilometern ergibt.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 22.06.2001 (Internet).


.
Ticket für Busse und Bahnen

TRIER. Seit dem 11. Juni gilt das Rheinland-Pfalz-Ticket für alle Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT). Mit dem Ticket können bis zu fünf Personen sowie Eltern mit Kindern bis 17 Jahre montags bis freitags zwischen 9 Uhr und 3 Uhr des Folgetages für 40 Mark die Nahverkehrszüge der 2. Klasse in Rheinland-Pfalz und im Saarland benutzen. Außerdem hat das Ticket in den Bussen der rheinland-pfälzischen Verkehrsverbünde (also auch im VRT) Gültigkeit. Gegen einen Aufpreis von 25 Mark gilt es auch in Interregios.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 20.06.2001 (Internet).


.
Der ICE hält erst im Dezember 2002 
DB und Stadt sind sich endlich einig - Pendelverkehr Köln-Frankfurt ab nächsten Sommer

Siegburg. (nes) Es gibt wieder neue Termine für den Bau des ICE-Bahnhofs: Kommende Woche wollen Vertreter von Bahn und Stadt den Rahmenvertrag unterschreiben. Das bestätigte am Dienstag auf Anfrage Bahnsprecher Manfred Pietschmann. Ohne Vertrag können die Bauaufträge nicht vergeben werden.

Dass Siegburg nicht vertraglich abgesichert war und nun drei statt zwei Stockwerke bauen muss, hatte für erhebliche Kritik an der Verwaltungsspitze gesorgt. Fertig wird der Neubau allerdings nicht wie geplant zum Sommerfahrplan im Juni 2002, sondern erst gegen Ende des nächsten Jahres.

Künftig wird der Fahrplan nur einmal jährlich aufgestellt. Das kommt den Bahnern ganz zupass. Immerhin bleibt ihnen bis zum nächsten Planwechsel am 14. Dezember 2002 mehr Zeit für den Bau. Erst dann soll der erste planmäßige ICE in Siegburg halten. Eventuell werde es aber ab Sommer 2002 schon Pendelverkehr zwischen Köln und Frankfurt geben.

Quelle: General-Anzeiger vom 19.06.2001.


.
RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH
Siebengebirgsstr. 152, D-53229 Bonn
Tel.: 0228 / 430521, Fax: 0228 / 432413
www.rhein-sieg-eisenbahn.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus Anlass der Unterzeichnung des Verkehrsvertrages zwischen dem SPNV-Zweckverband Rheinland-Pfalz Nord und der RSE GmbH fand am Montag, 18.06.2001 eine Presse- und Prominentenfahrt mit dem "Drachenland-Express" auf der Steilstrecke Linz (Rhein) - Kalenborn statt. 

In der Anlage finden Sie die an die Teilnehmer der Fahrt ausgehändigte Pressemitteilung. 

Freundliche Grüße
RSE GmbH

Rainer Bohnet
 

Pressemitteilung

Präsentationsfahrt „Drachenland-Express“ mit geladenen Gästen und „rollendem“ Pressegespräch - An allen Sonn- und Feiertagen vom 01.04. bis 28.10.01 im Stundentakt zwischen Linz (Rhein) und Kalenborn - Unterstützung des Angebots durch den Zweckverband

An allen Sonn- und Feiertagen vom 01.04. bis 28.10.01 wird die Möglichkeit geboten, mit dem „Drachenland-Express“ der RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH auf der Steilstrecke Linz (Rhein) – Kalenborn im Stundentakt zwischen 10.00 und 17.00 Uhr ab Linz zu fahren.
Aus Anlass der Unterstützung des Angebots durch den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) fand heute gemeinsam mit der RSE eine Präsentationsfahrt im „Drachenland-Express“ mit geladenen Gästen und „rollendem“ Pressegespräch statt.

In der Verbandsversammlung am 03.04.01 in Daun hat der Zweckverband SPNV-Nord einen Beschluss zur Unterstützung von Eisenbahnsonderverkehren gefaßt, die vom Angebot mit dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vergleichbar und in die Qualitätsoffensive Rheinland-Pfalz-Takt eingebunden sind. Vor diesem Hintergrund hat der Zweckverband SPNV-Nord zwischenzeitlich als Reaktion auf einen Antrag der RSE hinsichtlich einer Förderung des „Drachenland-Expresses“ auf der Steilstrecke Linz – Kalenborn einen Kooperationsvertrag mit dem Eisenbahnverkehrsunternehmen abgeschlossen.

Aus diesem Anlass wurde heute gemeinsam mit der RSE eine Präsentationsfahrt „Drachenland-Express“ mit geladenen Gästen und „rollendem“ Pressegespräch veranstaltet. Nach einer Begrüßung der Gäste am Bahnhof Linz konnten die Teilnehmer der Veranstaltung die Vorteile des Angebots während der Sonderfahrt nach Kalenborn hautnah miterleben. Dabei bestand im Rahmen des „rollenden“ Pressegesprächs und des anschließenden Imbisses in einem Restaurant am Bahnhof in Kalenborn die Gelegenheit zur Diskussion über die Hintergründe des Vorhabens. Den Abschluß der Veranstaltung bildete die Rückfahrt nach Linz.

Was bedeutet der „Drachenland-Express“ der RSE nun konkret im Hinblick auf das Angebot für die Kunden? An allen Sonn- und Feiertagen vom 01.04. bis 28.10.01 wird die Möglichkeit geboten, mit einem historischen Schienenbus auf der land-schaftlich reizvollen Steilstrecke Linz – Kalenborn im Stunden-takt zwischen 10.00 und 17.00 Uhr ab Linz zu fahren. 

Den Schienenbus hat die RSE bei der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH (EVG) gemietet. Die ca. 9 km lange Eisenbahnstrecke führt vom Rheintal zur Linzer Höhe hinauf. Unterwegs macht der „Drachenland-Express“ in Kasbach und an der Steffens-Brauerei, der einzigen Brauerei im Rheinland mit direktem Bahnanschluss, Station. In Kalenborn bzw. Kretzhaus laden „Nattermanns Bauernschänke“ und das „Landhaus Kagel“ zum Verweilen ein. Zudem gibt es Wanderwege, die ins Rheintal hinab führen. Rückfahrmöglichkeiten werden im Stundentakt zwischen 10.25 und 17.25 Uhr ab Kalenborn geboten. Außerdem bestehen für eine An- und Abreise mit dem Schienenverkehr gute Anschlüsse am Bahnhof Linz an die Regional-Express (RE)-Züge in/aus Richtung Koblenz und Köln/Bonn-Beuel auf der rechten Rheinstrecke. Darüber hinaus sind die Anlegestellen der Schifffahrtsgesellschaften auf dem Rhein nur wenige Schritte vom Bahnhof Linz entfernt.

Im folgenden sollen noch die Hintergründe der Schaffung des „Drachenland-Expresses“ skizziert werden:

Seit der Einleitung des Stillegungsverfahrens für die Steilstrecke zwischen Linz und Kalenborn durch die Deutsche Bahn AG (DB) in der zweiten Hälfte der 90er Jahre hatten sich die RSE und die EVG um eine Übernahme der Strecke und eine Reaktivierung im Schienenverkehr bemüht. Im Rahmen dieser Aktivitäten wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt, an deren Finanzierung sich auch das Land Rheinland-Pfalz, der Landkreis Neuwied, die Tourismus Siebengebirge Königs-winter/Bad Honnef GmbH und die Privatbrauerei Steffens KG beteiligten. Ergebnis dieser Studie war die Empfehlung, einen Touristikverkehr unter Einbeziehung der verschiedenen Akteure aufzunehmen. Einem entsprechenden Angebotskonzept bescheinigte der Gutachter eine realistische Erfolgschance. Für die Wiederaufnahme des Güterverkehrs schlug der Gutachter eine Option vor, die diesen unter günstigeren verkehrspolitischen Rahmenbedingungen ebenfalls als nicht chancenlos bewertet. 

Als Ergebnis dieser Bemühungen wurde die Strecke Linz – Kalenborn 1998 dann wiedereröffnet und zum 01.05.1999 der „Drachenland-Express“ als saisoniertes Angebot an Sonn- und Feiertagen eingeführt. Dabei fungiert die RSE als Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Eigentümerin der Bahnstrecke, die EVG, ist für die Gleise, Bahnhöfe und sonstigen stationären Anlagen der Strecke als Eisenbahninfrastrukturunternehmen zuständig. Das besondere an dieser Kooperation zwischen der EVG und der RSE ist die Zusammenarbeit von zwei Privatbahnen.


.
Nur noch Bummelzüge in der Bundesstadt? 
Bonns Hauptbahnhof auf dem Abstellgleis 

Von MALTEARNSPERGER

Bonn - Der Hauptbahnhof der Bundesstadt: Machen bald nur noch Bummelzüge in
unserem Bahnhof Station? So sehen sie aus, die Pläne derBahn: Statt 5
ICE/IC-Verbindungen und 2 IR-Zügen pro Stunde werden ab Ende 2002 nur noch
stündlich 2 Fernzüge in Bonn halten.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Gerhard Lorth ist empört:
"Provinzstadtverhältnisse in der ehemaligen Hauptstadt." Dieses
Horrorszenario für Bonn will der Verkehrsexperte der CDU nicht hinnehmen.
"Die Bahn betreibt eine Rosinenpolitik.

Die suchen sich die lukrativen IC-und ICE-Verbindungen raus. Was regional
passiert, ist denen egal. Mit der Streichung der IR-Züge wollen sie sich
doch nur aus ihrer Verantwortung stehlen." 

Sollte die Bahn ihre Pläne wahr machen, könnte der VRS die IR-Strecke
übernehmen und mit langsameren Regionalzügen befahren. Lorth kritisiert
diese Lösung heftig. Er weisst auf die enorme Bedeutung der IR-Züge für die
Berufspendler hin.

"Viele fahren mit dem IR statt mit dem IC um nicht den Zuschlag zahlen zu
müssen. Aber es will doch keiner mit einem Bummelzug nach Düsseldorf oder
Koblenz." 

Ausserdem müssten die erheblichen Mehrkosten für die VRS dann die Kommunen
übernehmen. Für Lorth ein weiterer Beweis für die "Schiebe- und
Verzögerungstaktik der Bahn."

Ein zusätzlicher Riesennachteil für unsere Stadt: Wenn kaum noch
überregionale Züge durch Bonn fahren, heißt das auch, dass deutlich weniger
Touristen zu uns kommen.

Lorth wird deutlich: "Die Bahn macht hier einen großen Fehler. Man darf die
Rheintouristik nicht unterschätzen."

Lorth gibt nicht auf, er will kämpfen. "Bis 2002 bleibt alles wie gehabt.
Danach wirds richtig spannend." 
 

Express, 19.6.01


.
Schaffnerin der DB in den Bauch gestochen
Bahnhof-Schlitzer auf der Flucht

Von Volker Roters

Köln – Der irre Schlitzer vom Kölner Hauptbahnhof: Er ist weiter auf der Flucht. Am Samstag hatte der etwa 25-jähriger Südländer eine Schaffnerin der Deutschen Bahn (35) am Samstag grundlos mit einem Messer in den Bauch gestochen. Sonntag-EXPRESS berichtete über diesen Fall, der bei den Kölnern für Verunsicherung sorgt. Denn der Täter ist noch nicht gefasst.

Die Messer-Attacke passierte kurz nach 13 Uhr vor dem McDonald’s-Laden am Ausgang zum Breslauer Platz. Im Vorbeigehen stach der Schlitzer auf die Frau ein, flüchtete. Er trug eine rotes Hemd, ist etwa 25 Jahre alt, 1,70 m groß. 

Die Fahndung wurde gestern auf andere Bahnhöfe und Polizeidienststellen ausgedehnt. Bislang erfolglos: „Auch zur Motivlage haben wir noch keine Hinweise“, so Polizei-Sprecher Thomas Schliwitki gestern zum EXPRESS.

Die Schaffnerin K. ist glücklicherweise auf dem Weg der Besserung, kuriert ihre Schnittverletzung zu Hause aus. Erst vor drei Wochen hatte ein Schwarzfahrer (18) bei einer Kontrolle den Bahner Cam P. (29) niedergestochen – er liegt immer noch in einer Klinik in Wuppertal.

Quelle: Express vom 18.06.2001.


.
Bullay (DB) - Traben-Trarbach

Am 09.06.2001 übernahm die TransRegio die Strecke (Moselweinbahn), in Traben-Trarbach fand ein Bahnhofsfest statt. Am Eröffnungstag konnte man kostenlos mitfahren... 

Um 12:05 Uhr begab sich der erste Transregio-Zug auf den Weg nach TT. Dort ergriffen die Würdenträger das Wort.

JJ


.
Eisen(bahn)geschichte zum Anfassen 
Ausstellung der Eisenbahnfreunde im Museum ­ Rekordstücke zum zweifachen Jubiläum

Von unserem Mitarbeiter ANTON SEIBERTS

JÜNKERATH. 15 Jahre Eisenbahnfreunde, zehn jahre Eisenmuseum: Rechtzeitig zum Doppeljubiläum in Jünkerath präsentierten die Organisatoren eine gemeinsame Ausstellung mit Überraschungen. 

Nicht zum ersten Mal wurde Museumsleiter Erwin Holzer als Kenner der Eisengeschichte bei seinen Führungen durch das Eisenmuseum gefragt: "Und wo sind die Eisenbahnen?" Nun kann er wahrheitsgetreu antworten: "Bitte eine Etage tiefer." Nach umfangreicher Vorbereitung und enormer Eigenleistung haben die Eisenbahnfreunde eine neue Bleibe im Untergeschoss des Museums gefunden. 

Preußische Uniform und Schaffner-Geldtasche 

Eine ausgewachsene Dampflok steht dort natürlich nicht. Die vielen kleinen, liebevoll restaurierten und von den Eisenbahnfreunden zusammengetragenen Dinge rund um die Jünkerather Eisenbahngeschichte machen den Reiz der Ausstellung im Keller aus. So können die alte preußische Eisenbahneruniform, die Lauftafeln der Züge, die vielen Dokumente oder die alte Geldtasche des Zugschaffners bestaunt werden. 
Rainer Helfen, Mitglied bei den Eisenbahnfreunden und Ortsbürgermeister, möchte Schwerpunkte zur speziellen Jünkerather Eisenbahngeschichte setzen. Das örtliche Bahnbetriebswerk ist hier an erster Stelle zu nennen. 

Erfreut zeigte sich Rainer Helfen über die Zusage von Landrat Heinz Onnertz, dass er auf Jahre die neue Heimat des Vereins im kreiseigenen Museum in Jünkerath gewährleistet sieht. Die Eisenbahnfreunde beabsichtigen, ihre Exponate den Eisenmuseumsbesuchern auch zu den normalen Öffnungszeiten zugänglich zu machen. 

Zum Jubiläum gab es im Eisenmuseum ein besonderes Exemplar aus der Eisenbahngeschichte zu sehen. Der Kölner Tüftler und Modellbauer Franz Stellmaszyk, Inhaber mehrerer Miniatur-Rekorde im Guinness-Buch, zeigte eine Feldbahn, wie sie einst im Lavaabbau in der Eifel im Einsatz war. Detailgetreu mit den kleinsten Einzelheiten hat er die Arbeitswelt in der Lavagrube nachgebildet. "Alles soll so natürlich wie möglich wirken", erklärt der 65-jährige Bastler. "Ich will zeigen, wie die Menschen früher gearbeitet und gelebt haben". Weltweit einzigartig sind auch die 19 x 14 Millimeter große Aktentasche aus gealtertem Leder oder die Bierflasche mit dem Bügelflaschenverschluss und einem Fassungsvermögen von 0,08 Milliliter. 

Erwin Holzers Ausstellungstücke haben Original-Größe. Sie umranken die Geschichte der Eisenerzeugung in der Eifel, verbunden mit dem Leben der Menschen. Herrliche Takenplatten, schöne Gussöfen, aber auch die Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag der Vorfahren sind zu bewundern. 

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 13.06.2001.


.
Rheinuferbahn

Der an der Rheinuferbahn gelegene Haltepunkt Köln-Marienburg erhält zum 10. 06.
2001 den neuen Namen "Heinrich-Lübke-Ufer".

Charly


.
RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH
Siebengebirgsstr. 152, D-53229 Bonn
Tel.: 0228 / 430521, Fax: 0228 / 432413
www.rhein-sieg-eisenbahn.de

Bohnet sieht Chancen für Straßenbahn zwischen Beuel und Hangelar
Kritik am Gutachten über den Ausbau der Industrietrasse - 
Eisenbahner: Die Strecke lässt sich doch wirtschaftlich betreiben - 
Vorschlag von Alternativen

Von Julian Junghänel 

Beuel. Harsche Kritik übt die Rhein-Sieg-Eisenbahn-Gesellschaft (RSE) an dem negativ ausgefallenen Gutachten über den Ausbau der Industrietrasse zwischen Beuel und Hangelar für den Personennahverkehr. Das hatte Stadtbaurat Sigurd Trommer vergangene Woche vorgestellt. Das Ergebnis: Der Ausbau ist unwirtschaftlich und wird deshalb abgelehnt (der GA berichtete). RSE-Geschäftsführer Rainer Bohnet bezeichnet die Bewertung als unvollständig. Er stellte im Gegenzug nun ein zweistufiges Modell vor.

Nach Berechnungen der RSE könnte die eingleisige Strecke schon binnen eines Jahres wirtschaftlich genutzt werden, wenn Dieseltriebwagen eingesetzt würden. In einem zweiten Schritt müsste die Bahn dann zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden.

Die eingleisige Variante wurde schon im Gutachten untersucht. Darin soll sie 17 
Millionen Mark kosten. Bohnet dagegen kommt auf etwa drei Millionen Mark, da er zum Beispiel günstigere Bahnsteige bauen lassen möchte. "Hinzu kommen Kosten für Parkplätze und Wege an den Bahnsteigen, die allerdings vom Land zu 90 Prozent gefördert würden", sagte Bohnet. Er kritisierte weiter, dass zukünftige Einwohner- und Arbeitsplatzentwicklungen im Gutachten nicht berücksichtigt wurden. "Wir reden hier nicht über eine Wald- und Wiesenbahn. Beuel ist der am stärksten wachsende Stadtbezirk Bonns." So sollen etwa entlang der Königswinterer Straße mehrere Bürogebäude gebaut werden. Weiterhin wies Bohnet auf das Verkehrsaufkommen durch das Ennertbad und den Pützchens Markt hin. Fazit: Laut RSE gibt es genügend Fahrgäste.

Die unterschiedlichen Ansichten zu Kosten und Fahrgästen lassen das Gutachten und die RSE zu jeweils völlig unterschiedlichen Werten kommen. Denn um zu bestimmen, ob sich Verkehrsprojekte lohnen, werden die Kosten zum Nutzen ins Verhältnis gesetzt. Dabei muss sich ein Faktor von mindestens 1,0 ergeben, damit etwa Zuschüsse bewilligt werden. Die RSE erreicht einen Faktor von 6,9, was ganz klar für die Straßenbahn sprechen würde. Die Gutachter dagegen kamen in der günstigsten Version auf einen Wert von 0,1.

Die RSE hat der Stadt ihr Modell bereits mehrfach vorgeschlagen, die hat aber nach Angaben von Bohnet nicht darauf reagiert. "Die Unterlagen sind bestenfalls im Aktenschrank, schlimmstenfalls im Papierkorb gelandet", vermutet er. Für die Strecke von Beuel nach Hangelar kämpft Bohnet bereits seit zwölf Jahren - zunächst in einer Bürgerinitiative, aus der dann später die RSE hervorging.
Am Mittwoch, 13. Juni, berät der Verkehrs-, Umwelt-, und Planungsausschuss der Stadt über die Zukunft der Strecke. Trotz der für ihn ungünstigen Gutachten bleibt Bohnet optimistisch: "Auf Grund unserer Zahlen sehe ich eine realistische Chance."

Quelle: General-Anzeiger vom 08.06.2001.