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NACHRICHTEN: 01/2001



Januar 2001 [> Nachrichten 2001]

29.01.2001 Neues aus Euskirchen (PW)
29.01.2001 Nach dem Brühler Zugunglück müssen vier Bahnmitarbeiter vor Gericht
29.01.2001 Bahn will 300 Fahrkartenschalter schließen - 23 Bahnhöfe in NRW ...
29.01.2001 Voll hinter der Bahn-Reaktivierung: Kreiskommunalkonferenz der ... 
29.01.2001 Riesiger Schaden für die Stadt Schleiden - Vandalen zerstörten ...
26.01.2001 Europäische Bahnhöfe nicht genügend brandgeschützt
26.01.2001 Steinebrück: Wanderbrücke führt über die Our
26.01.2001 Losheim: "Euro Tecnica" - Rennautos, Trucks und Düsenjäger
24.01.2001 Trassenpreise: Kleine Bahnen sind sauer auf DB Netz
23.01.2001 Transrapid in Shanghai (3 Artikel) 80 Mio. für 1 km Bahn?
20.01.2001 Bonn: U-Bahn ist handyfähig
14.01.2001 Verkehrsverbund Regio Trier (VRT): Bahn- und Busfahrten billiger (+ H.)
12.01.2001 Vorschlag: Rheinfähren sollen Teil des VRS werden
12.01.2001 Köln-Vogelsang: Personenzüge beschossen
12.01.2001 100 Jahre Brohltalbahn: Phonolith-Transporte
12.01.2001 Die Zukunft der Beueler Industriebahn
09.01.2001 Neuer Glanz für Bonn's Bahnhöfe
05.01.2001 Neues von Norbert
05.01.2001 Verkehrsverbund Region Trier (VRT) macht Antrittsbesuch in Daun


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Neues aus Euskirchen

- Am 15.01.2001 kam es Zülpich im Anschluss der Zülpich Papier zu einer Entgleisung von Waggons. Ein Hilfszug kam zum Einsatz.

- In der Nähe der bestehenden Bahnunterführung beim Ablaufberg in Euskirchen wurde der Bahndamm von Sträuchern und Bäumen befreit. Für den von der Stadt Euskirchen gewünschten "Ringschluss" muss die Deutsche Bahn AG eine neue Unterführung bauen. Dem Planerwahn fallen auch eine ganze Strassenzeile und einige Häuser an der Kölner Strasse zum Opfer...

- Wieder ein Kunde weniger: Die Autoverwertung Cremer fährt keinen Schrott mehr mit der Bahn ab, nachdem diese vom Kunden 110.000 DM für eine Erneuerung (oder Verlegung?) des Gleisanschlusses forderte.

- Das Gelände hinter der Ladestrasse und Bahnhof Satzvey hat sich stark verändert. Die schmalspurige Hochrampe ist verschwunden und das Gelände ist planiert, auf der Ladestrasse wurde eine Halle errichtet. Gegenüber dem Bahnhof ist eine Halle im Bau. Und wieder eine neues Gewerbegebiet (direkt an der Bahn!) ohne Bahnanschluss...

- In Kalscheuren sind der alte Güterschuppen und die Bahnmeisterei abgerissen worden. Seit wann ist mir nicht bekannt (kann schon länger her sein).

- In Bad Neuenahr werden derzeit die Bahnsteige saniert. Die bilden dann zusammen mit dem seit kurzem eingesetzten VT 643 einen schönen (?) Kontrast zum historischen Bahnhofsgebäude...

- In Euskirchen werden derzeit die Gleise 8 und 22 erneuert (geht's danach mit dem Umbau in Zülpich weiter?). Vor Az eingesetzt wird die "Taigatrommel" 120 506 der EBM. Die Lok passierte am 25.01. Derkum in Richtung Euskirchen, am 26.01. stand sie in Kalscheuren und am 29.01. war sie im Bahnhof Euskirchen im Einsatz.

- Der Felgenhersteller Lemmertz in Königswinter wird noch täglich bedient. Zu diesem Zweck steht im Bahnhof eine Köf III (am 28.01. war es 335 211-9). Die Fa. ABB in Bad Honnef wird noch etwa einmal die Woche zu unterschiedlichen Terminen bedient.

Peter Weber


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Bahn vor peinlichem Prozess
Nach dem Brühler Zugunglück müssen vier Bahnmitarbeiter vor Gericht

Seit heute ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft Köln klagt den 29 Jahre alten Lokführer
des Brühler Unglückszugs sowie drei Mitarbeiter der Bahn an. Sie wirft ihnen fahrlässige
Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.
Knapp ein Jahr ist es her, dass der Nachtexpress D 203 auf dem Weg von Amsterdam
nach Basel mit Tempo 122 an einer Weiche im Bahnhof Brühl entgleiste. Der Zug raste
eine Böschung hinunter und kam erst zum Stillstand, als sich der Kopf des Zuges in ein
Einfamilienhaus gebohrt hatte. Neun Menschen kamen damals ums Leben, 149 Fahrgäste wurden verletzt.

Peinlicher Prozess für die Bahn
Die WDR-Internetredaktion berichtete bereits am 12. Januar, dass der Bahn ein peinlicher
Prozess bevorsteht und die Staatsanwaltschaft vier Bahnmitarbeiter für das Unglück zur Rechenschaft ziehen will. Nach den Recherchen des WDR-Reporters Stefan Brandenburg stand schon lange fest: "Die Version, das Versagen eines Einzelnen habe in die Katastrophe geführt, muss nun wohl endgültig zu den Akten."

Lokführer brachte Zug zum Entgleisen
In der Anklage heißt es, der Lokführer habe trotz anders lautender Signale den Zug im Bereich einer Baustelle im Bahnhof Brühl auf dreifach überhöhte Geschwindigkeit beschleunigt. Dadurch habe er den Zug an einer Weiche zum Entgleisen gebracht. Sollte er verurteilt werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Ein fataler Fehler
Zu den Beschuldigten gehört auch ein 34 Jahre alter Sachbearbeiter der Bahn, der in den Unterlagen des Lokführers die Höchstgeschwindigkeit für die Strecke Köln-Bonn mit 120 Stundenkilometern versehentlich falsch eingetragen habe, sagte die Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt. Zulässig waren nur maximal 40 Stundenkilometer. Die höhere Geschwindigkeit galt für die Gegenrichtung Bonn-Köln.

Sicherheitsvorkehrungen wurden unterlassen
Bei den weiteren Angeklagten handelt es sich um zwei Bahnmitarbeiter, die für die Bau- und Betriebsanweisung in der Baustelle zuständig waren. Sie sollen es unterlasen haben, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dabei handele es sich zum Beispiel um eine automatische Abbremsung, mit deren Hilfe die Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird. Außerdem hätten die beiden Bahnmitarbeiter dafür sorgen können, mit Signalen auf dem 2,5 Kilometer langen Baustellen-Abschnitt an die Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometer zu erinnern, sagte Appenrodt weiter.

Sind die drei Bahnmitarbeiter mitschuldig?
"Die Signalgebung für den Lokführer ist aber eindeutig gewesen", fügte die Oberstaatsanwältin hinzu. Die Unglücksstelle sei in derselben Nacht bereits von zehn Zügen problemlos passiert worden. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass die drei weiteren Beschuldigten durch Fehlverhalten eine Mitschuld trifft." Wie eine Gerichtssprecherin sagte, ist ein Termin für die Hauptverhandlung "noch nicht absehbar".
 

Aus der Anklageschrift: Zahlreiche Fehler führten zum Unglück
von Stefan Brandenburg, 12.1.01

Die Katastrophe vom 6. Februar 2000: Bisher wurde dafür vor allem einer verantwortlich gemacht: Der Lokführer. Doch schon kurz nach dem Unglück gab es starke Anzeichen dafür, dass Sascha B. nicht der Einzige ist, dessen Fehler ins Verhängnis führten. Und genau das steht nun in der Anklageschrift.

Lokführer wurde verwirrt
Nach WDR-Information klagt die Staatsanwaltschaft noch drei weitere Bahnmitarbeiter an. Der Vorwurf: Sie haben Fehler gemacht, die den Lokführer verwirrten und in die Irre leiteten. Konkret: Die Bau- und Betriebsanleitung enthielt laut Gutachten "zahlreiche sinnentstellende Fehler".

Einige spielen laut Anklage beim Unglück eine Rolle: Falsch war zum Beispiel die Langsamfahranweisung für den Lokführer. Hier fand sich die verhängnisvolle Angabe: 120 Stundenkilometer. Gemeint war diese aber für die andere Richtung, als die, die abgedruckt wurde. Das könnte den Lokführer verwirrt haben.

Fahrdienstleiterin informierte nicht den Lokführer
Nächster Punkt: Sascha B. sollte per Zugfunk über die komplizierte Gleisführung informiert werden. Doch in der Anweisung, die dem WDR vorliegt, hieß es: "Bitte unterrichten" , nicht etwa "Er ist zu unterrichten". Die Fahrdienstleiterin ignorierte diese Bitte, trotz der komplizierten Baustelle. Sie kann nun nicht einmal belangt werden. Wohl aber ihre drei Kollegen, die verantwortlich waren für die fehlerhafte Bau- und Betriebsanweisung und für die Einrichtung der Baustelle. Der vierte Angeklagte ist der Lokführer selbst. Er hätte das Signal "40 Stundenkilometer" beachten müssen - trotz der entstandenen Verwirrung.
 

[TV-Sendungen]

"Staatsanwaltschaft schließt Ermittlungen ab" in "NRW am Mittag" am 12.01.01

Fehlerhafte Betriebsanweisungen bei der Bahn (Aktuelle Stunde, 12.02.00)

Bahn-Chef Mehdorn stellt sich Fragen der Presse (WDR-Extra, 11.02.00)

Irreal wie ein Traum: WDR-Reporter erlebte die Katastrophe hautnah in der "Aktuellen Stunde am 06.02.00

Zugunglück in Brühl: Schwere Vorwürfe gegen die Bahn in der "Aktuellen Stunde" am 06.02.00
 

Quelle: WDR online (Internet) [29.01.2001].


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Bahn will 300 Fahrkartenschalter schließen
23 Bahnhöfe in NRW im Gespräch

Castrop-Rauxel Hauptbahnhof, Finnentrop, Bad Driburg, Altenbeken, Lüdenscheidt, Viersen, Ratingen-Ost, Wuppertal-Oberbarmen, Remscheid und Herzogenrath. Zehn von 23 Verkaufsstellen, die allein in NRW stillgelegt werden, wie jetzt aus Bahnkreisen verlautete. Eine entsprechende Liste habe bahn-intern schon im Dezember 2000 vorgelegen. Nordrhein-Westfalen kommt dabei im Gegensatz zu anderen Bundesländern noch glimpflich davon. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg sollen rund 60 Fahrkartenschalter wegfallen.

"Die Umsätze von 99 Verkaufsstellen in NRW sind auf dem Prüfstand", erklärte der Sprecher des Bahn-Regionalbüros, Karl-Josef Bales, in Düsseldorf. Die betroffenen Bahnhöfe ständen für NRW allerdings noch nicht fest, so Bales. Bis 2004 werde geprüft, welche Verkaufsstellen "Personalkosten und eine kleine Gewinnmarge" nicht einspielten. Die Kunden hätten dann die Möglichkeit, ihre Tickets über Reisebüros oder das Internet zu buchen. Auch der Umgang mit Automaten sei "einfach, wenn man das Grundprinzip kennt", erklärte Bales.

Drei Brötchen und einmal Aachen-Köln hin und zurück
Insgesamt will die Deutsche Bahn in den nächsten Monaten etwa 300 von rund 1000 Fahrkartenschaltern in Deutschland dicht machen. Einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) vom Dienstag (16.01.01) bestätigte die Bahn am Mittwoch (17.01.01). Betroffen sind davon vor allem kleinere Orte, wo die von der Bahn anvisierten 1,4 Millionen Mark Umsatz pro Jahr nicht geschafft werden. Bahnkunden müssen dann ihre Fahrscheine am Automaten ziehen. Oder beim Bäcker am Bahnhof ihre Fahrkarten kaufen. Reisebüros, Fremdenverkehrsämter oder auch Bäcker oder Kiosk am Bahnhof könnten nach Vorstellungen der Bahn den Verkauf der Tickets übernehmen.

Verband "pro Bahn": Einheitliches Konzept fehlt
"Es ist möglich, das vernünftig zu organisieren", beurteilt der Vorsitzende des Fahrgastverbands "pro Bahn", Karl-Peter Naumann, die Pläne der Bahn. Negativ bewertet er allerdings die Haltung der Bahn: "Die geht nicht auf die Gemeinden zu, sondern sagt einfach, wir schließen." Dann warte sie auf die Initiative der Gemeinden. Sogenannte "Service Stores", kleine Läden für Fahrkarten, in denen nach dem Vorbild der Post-Shops auch anderes angeboten wird, seien sicher eine gute Lösung. Nicht nur Bahnfahrer könnten das Angebot mit Brötchen, Kaffee und Fahrkarten nutzen. Wenn allerdings der "Service Store" bis 20 Uhr geöffnet habe, Fahrkarten aber nur bis 18 Uhr verkauft würden, sei das nicht praktikabel.

Quelle: WDR online (Internet) [29.01.2001].

Anmerkung: Laut Gerüchten ist auch der Euskirchener Bahnschalter von der Schließung betroffen. Wollen wir hoffen, dass das nur Gerüchte sind!

Norbert


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SPD-Politiker aus dem Kreis
Voll hinter der Bahn-Reaktivierung

Von Christoph Heup

Kreis Euskirchen. Uwe Schmitz aus Kall, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Euskirchen, war zufrieden: Die erste Kreiskommunalkonferenz der SPD am Freitag in Bad Münstereifel wird keine Eintagsfliege bleiben. Schon sehr schnell will man sich wieder treffen: Dann geht es nur um Straßenbauthemen.

Diesen Bereich klammerten die rund 60 SPD-Kommunalpolitiker, die sich am Freitag mit dem Kölner Regierungspräsidenten Jürgen Roters im Münstereifeler Rats- und Bürgersaal trafen, erst einmal aus. Das Thema hätte vermutlich den Abend gesprengt. Außerdem kann Helmut Nikolaus, Leiter des Rheinischen Straßenbauamtes in Euskirchen, zu dieser Thematik wohl mehr sagen als der Regierungspräsident.

Ziel der Kommunalkonferenz war in erster Linie, dass sich die Funktionäre aus den elf Kommunen besser kennenlernen, Standpunkte austauschen und in Zukunft möglichst "mit einer Zunge" sprechen. Beispielsweise bei der Reaktivierung der Bahnstrecken Kall-Hellenthal und Euskirchen-Düren. Dass einige Kaller Fraktionen (auch die SPD) die Reaktivierung der Eisenbahnlinie im Schleidener Tal sehr kritisch sehen, ist bekannt. Doch die SPD im Kreis, so machte Uwe Schmitz deutlich, stehe voll und ganz hinter der Reaktivierung.

Darüber hinaus mahnen die Kreisgenossen an, dass auch die Eifelstrecke Köln-Trier attraktiviert werden müsse. So erhofft man sich Mittel aus dem Bahnhöfeprogramm des Landes, um Bahnhöfe an der Strecke aufzuwerten.

Die Tagesordnung der Kreiskommunalkonferenz war üppig. Die Ortsvereinsvorsitzenden und Fraktionschefs hatten einen ganzen Katalog von Themen zusammengetragen, über die sie mit Jürgen Roters reden wollten. Der sollte erfahren, wo im Kreis der Schuh drückt. Selbst von CDU-Bürgermeistern waren die Genossen mit dem ein oder anderen Thema gespickt worden, über das sie mit dem RP reden sollten. Roters war ein aufmerksamer Zuhörer, hielt sich aber mit Ankündigungen oder Zusagen zurück.

Lokalpresse wurde wieder ausgeladen

Weil man ohne Rücksicht auf parteipolitische Zwänge oder Vertraulichkeit über alles reden wollte, war die ursprünglich eingeladene Lokalpresse am Tag der Konferenz wieder ausgeladen worden. So war Uwe Schmitz auch gestern recht zugeköpft, als die "Rundschau" wissen wollte, was es denn Neues zum Thema Olefpipeline oder talsperrenbedingte Mehrkosten zu berichten gebe. Spruchreif sei da momentan nichts, zu gegebener Zeit werde man informieren.

Für eine zehn Hektar große Teilfläche ihres interkommunalen Gewerbegebiets in Kall hätten die Kaller und Schleidener Genossen gerne eine vorzeitige Genehmigung gehabt. Doch hier blockte Roters ab: Der Gebietsentwicklungsplan müsse erst mal im neuen Regionalrat verabschiedet sein, und das werde noch etwas dauern.

Misstrauisch beäugen die Genossen die Ankündigung, dass es bei der Wunschausweisung der Gewerbegebiete 30 Prozent Überhang gibt und entsprechend Flächen gestrichen werden müssen. Die Kommunalpolitiker mahnten eine solidarische Verteilung an. Es dürften keine Kommunen bevorzugt werden.

Im Zusammenhang mit der Ausweisung von FFH-Gebieten machten die SPD-Politiker deutlich, dass dem Vertragsnaturschutz mit kompetenten Partnern der Vorzug gegenüber einer Festsetzung "von oben" durch die Behörden zu geben sei. Auch dürfe der Naturschutz nicht an der Grenze zu Rheinland-Pfalz oder Belgien Halt machen.

Schleidener Drohung rief wenig Freude hervor

Für den Urftsee brachten die Schleidener Genossen eine neue Anregung ein. Nachdem an den Wochenenden der Rad- und Wanderweg (K 11) durchs Sperrgebiet freigegeben sei, müsse man jetzt mal mit den belgischen Streitkräften über eine kleine Gastronomie an diesem Weg reden.

Strittig diskutiert wurde die Thematik Realschule und Gymnasium Schleiden. Die Drohung der Schleidener Fraktionen, die beiden Schulen "aufzulösen" und so in die Trägerschaft des Kreises zu bugsieren, weil sich die Nachbarkommunen nicht freiwillig an den Kosten beteiligen, rief in der Kommunalkonferenz wenig Freude hervor. Trotzdem ist klar, dass die Schulsituation im Kreis genau unter die Lupe genommen werden muss. Die SPD fordert, dass der Kreis einen Schulentwicklungsplan aufstellt. Angesichts der Realschulmisere will die SPD sich außerdem dafür einsetzen, die Hauptschulen zu stärken.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 29.01.2001 (Internet).


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Riesiger Schaden für die Stadt Schleiden
Vandalen zerstörten AST-Haltestellen

Schleiden. Auf eine besonders ausgeprägte Form von Vandalismus machte der Olefer Carl-Heinz Witt (CDU) am Donnerstagabend im Schleidener Hauptausschuss aufmerksam.

Die Stadt hat für rund 250 000 Mark Haltestellen für die Anruf-Sammeltaxis eingerichtet. Nun musste Carl-Heinz Witt feststellen, dass von Gemünd bis Schleiden sämtliche Haltepunkte stark zerstört wurden.

Der Stadt ist dadurch ein gewaltiger Schaden entstanden. Nach allem, was Carl-Heinz Witt herausfinden konnte, müssen die Täter offenbar ausschließlich nachts agieren.

Alfred Knips, der ständige Vertreter von Bürgermeister Christoph Lorbach, regte an, an den Haltestellen Schilder mit der Aufschrift "Diese Anlage wurde mutwillig beschädigt" anzubringen.

In Euskirchen habe man damit gute Erfahrungen gemacht.

Hubert Heuer von der Verwaltung hatte schon eine Vermutung, um welchen Täterkreis es sich handeln könnte.

Demnach könnten die Unbekannten aus dem Raum "Gemünd, Nierfeld, Olef" kommen. Bei der Polizei wurde "Anzeige gegen Unbekannt" erstattet.

Heuer riet davon ab, die Anlagen schon jetzt zu reparieren. Dies mache wenig Sinn. Die Stadt will erst abwarten, ob die Zerstörungen aufhören.

Die Reparatur würde "viel Geld" kosten. Und über dieses viele Geld würde Schleiden im Augenblick sowieso nicht verfügen.

Laut Hubert Heuer haben die Vandalen mit ihrem Zerstörungswerk nach Neujahr begonnen. An die Bevölkerung richtete er den Appell, eventuelle Beobachtungen mitzuteilen.

Die Polizei wird in dem Bereich verstärkt Kontrollen durchführen.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 27.01.2001.


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Europäische Bahnhöfe nicht genügend brandgeschützt

Berlin. (dpa) Die meisten europäischen Bahnhöfe sind nicht gut genug auf Brandkatastrophen vorbereitet.

Nur einer von 28 getesteten europäischen Bahnhöfen schnitt bei einem Test der Stiftung Warentest mit «gut» ab. Auf zwei der untersuchten Bahnhöfe, Châtelet Les Halles in Paris und Kings Cross in London, wurden die Verhältnisse mit «mangelhaft» bewertet. Untersucht wurden Brandschutz und Evakuierungsmöglichkeiten auf acht deutschen und 20 Bahnhöfen im europäischen Ausland. Europas sicherster Bahnhof ist dem Test zufolge Lissabon Oriente, der für die Weltausstellung 1998 neu gebaut wurde.

In Deutschland schnitten die Hauptbahnhöfe München und Frankfurt/Main nur mit «ausreichend» ab. Hannover, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg Hauptbahnhof, Berlin Zoologischer Garten und Alexanderplatz bekamen ein «befriedigend». Vor allem im unterirdischen Bereich seien die Sicherheitsmängel hoch, urteilte Stiftung Warentest. Von der Deutschen Bahn war bis zum Mittag keine Stellungnahme zu erhalten.

Bemängelt wurden unter anderem zu lange Fluchtwege, unklare Wegeführung, lange Verbindungsgänge ohne Notausgang, schlecht gekennzeichnete oder verschlossene Notausgänge, unzureichende Brandmeldesysteme und zu wenig Löschgeräte. Das Ergebnis sei zwar nicht so alarmierend wie bei den Flughäfen. «Anlass zur Besorgnis gibt es aber immer noch genug», urteilen die Verbraucherschützer in ihrem aktuellen «test»-Heft.

Auf einigen Bahnhöfen fehle ein effektives Entrauchungskonzept. Da das Einatmen giftiger Dämpfe in wenigen Minuten zum Tode führen könnte, sei der Rauch meist gefährlicher als das Feuer selbst.

Insgesamt erhielten 13 Bahnhöfe nur ein «ausreichend». Im europäischen Ausland waren dies Brüssel Centraal und Midi, Mailand Centrale, Rom Termini, Neapel Centrale, Stockholm T-Centralen, Paris Gare du Nord, Madrid Atocha Renfe, Madrid Av. de America, Barcelona Sants und London Waterloo. Davon schrappten einige nur knapp am «mangelhaft» vorbei.

Die Untersuchung Stiftung Warentest wurde von der EU-Kommission finanziell unterstützt. Von Juni bis November 2000 inspizierten die Verbraucherschützer verdeckt die betroffenen Bahnhöfe und befragten dann schriftlich die Bahnhofsbetreiber.

Quelle: General-Anzeiger Bonn vom 26.01.2001 (Internet).


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TOURISMUS

Premiere: Wanderbrücke führt über die Our
Erstmals können Naturfreunde zu Fuß oder per Drahtesel über die "nasse" Grenze

STEINEBRÜCK. (boß) Bei Steinebrück ist die erste grenzübergreifende Rad- und Wanderbrücke zwischen Rheinland-Pfalz und Belgien fertiggestellt worden. Am alten Torso der früheren Eisenbahnbrücke zwischen Urb und Weppeler haben die Arbeiter kräftig Hand angelegt. Wo früher zwischen Bleialf und St. Vith die Eisenbahn ratterte, verbindet die neue Holzbrücke die Radwegenetze von Belgien und Deutschland. Sie werden auf ehemaligen Bahntrassen angelegt. In das Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Winterspelt und St. Vith, der Verbandsgemeinde Prüm und des Deutsch-Belgischen Naturparks, das einen wichtigen Knotenpunkt im Rad- und Wanderwegenetz darstellt, wurden rund 60 000 Mark investiert.

Bereits 1998 fassten die Gemeinderäte Winterspelt und St. Vith die Beschlüsse zum Bau der Brücke. Die Sektion Rheinland-Pfalz im Naturpark Nordeifel stellte die Summe von 25 000 Mark aus ihrem Ausbauprogramm bereit. Von der Ortsgemeinde Winterspelt sollte die Zuwegung angelegt werden. Auf belgischer Seite ermöglichte eine Mischfinanzierung zwischen dem Naturpark Hohes Venn-Eifel und der Stadtgemeinde St.Vith das Bauwerk. Die fachliche Begleitung und Ausführung der Baumaßnahmen übernahmen die Bauabteilungen der Verbandsgemeinde Prüm und der Stadtgemeinde St.Vith. Die Pläne sowie die Statik wurden von Mitarbeitern der Fachhochschule Köln unter der Leitung von Professor Beyer erarbeitet.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 26.01.2001 (Internet).

Anmerkung: "Hoch leben die Fahrrad- und Wanderwege auf überflüssigen, ehemaligen
Eisenbahnstecken!"

Norbert


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"Euro Tecnica"
Rennautos, Trucks und Düsenjäger

sch Losheim - In der großen Modelleisenbahnausstellung "Euro Tecnica" in Losheim hinter dem Hotel Balter wird bis Anfang März eine Sonderausstellung zum Thema "Spielen, Lernen, Erfinden" gezeigt. Zu sehen sind dabei allerdings keine Eisenbahnmodelle.

Vielmehr gibt es für alle Motorsportfans die unterschiedlichsten Rennwagen im Maßstab 1:24 zu bewundern. Zu sehen sind US-Trucks, das berühmte Batman-Film-Mobil, Zivil-Flugzeuge aus den 30-er Jahren und moderne Verkehrs-Jets. Militärfahrzeuge des Zweiten Weltkriegs sowie moderne Kampfflugzeuge komplettieren die Ausstellung.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 26.01.2001 (Internet).


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RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH
Siebengebirgsstr. 152, D-53229 Bonn
Tel.: 0228 / 430521, Fax: 0228 / 432413
www.rhein-sieg-eisenbahn.de

Trassenpreise: Kleine Bahnen sind sauer auf DB Netz

wal FRANKFURT A. M. Rainer Bohnet schimpft auf die Deutsche Bahn (DB). Vor allem auf deren für die Strecken zuständige Tochter DB Netz ist er sauer. Denn genau wie eine Reihe anderer Manager kleiner Eisenbahngesellschaften fühlt sich der Geschäftsführer der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) in Bonn von dem Netz-Monopolisten verschaukelt.

Einen Tag vor Weihnachten teilte dessen Niederlassung West ihm mit, dass die Einführung des neuen Trassenpreissystem verschoben werde. Ursprünglich sollten auf Druck des Bundeskartellamtes vom 1. Januar an eine neue Preisliste gelten. Damit wollten die Wettbewerbshüter die Diskriminierung der kleinen Eisenbahnunternehmen beenden.

Nun erfuhr Bohnet, dass die DB die Trassengebühren erst noch mit dem vom Europäischen Rat und dem Europaparlament in Straßburg beschlossenen Infrastrukturpakt abstimmen muss. Deshalb könne "das neue Trassenpreissystem erst im April 2001 rückwirkend zum 1.1. 2001 eingeführt werden". Für Gesellschaften wie die RSE ein herber Schlag: Denn "wie sollen wir unseren Kunden gegenüber Preise kalkulieren, wenn wir gar nicht wissen, wie viel wir für die Streckennutzung an DB Netz überweisen müssen", fragt deren Geschäftsführer. Drei Monate lang soll er mit den alten Sätzen rechnen, die dann aber rückwirkend durch neue ersetzt werden. Der Monopolist macht ihn auch schon "vorsorglich" darauf aufmerksam, "dass sich aufgrund der Einführung des neuen Trassenpreissystems gegenüber der unter Vorbehalt stehenden vorläufigen Abrechnung gegebenenfalls Rückerstattungen oder Mehrforderungen für diesen Zeitraum ergeben können". Er könne doch seiner Kundschaft nicht sagen, "bezahlt erst mal, vielleicht wird es später ein wenig billiger, möglicherweise aber auch etwas teurer", meint Bohnet. "Das macht kein Kunde mit", klagt auch das Netzwerk Privatbahnen, zu dem sich mehrere kleine Firmen zusammengeschlossen haben.

Diese Sorgen vermag DB-Netz nicht nachzuvollziehen. Dort fühlt man sich unter dem Druck des Bundeskartellamtes, dem man eine Reform des Trassenpreissystems vom 1. Januar an zugesagt habe. Die Wettbewerbshüter haben die Verschiebung akzeptiert, wenn das neue System rückwirkend in Kraft tritt. Ulf Böge, deren Präsident, "versteht das Problem, vor dem die Bahn steht". Die Nöte der Kleinen sind bei den Verhandlungen zwischen Behörde und DB aber offenbar übersehen worden.

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2001
Dokument erstellt am 24.01.2001 um 21:09:04 Uhr
Erscheinungsdatum 25.01.2001
 


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Transrapid
Milliardenvertrag in Schanghai unterzeichnet

Schanghai - Der Vertrag für den Bau der ersten kommerziellen Strecke
der deutschen Magnetschwebebahnbahn Transrapid in Schanghai ist
am Dienstag in der Hafenmetropole unterzeichnet worden. In
Anwesenheit von Bürgermeister Xu Kuangdi setzten Spitzenvertreter des
deutschen Transrapid-Konsortiums und der chinesischen Betreiber ihre
Unterschriften unter das Vertragswerk.

Die Kosten für das Gesamtprojekt betragen mehr als 2,5 Milliarden Mark.
Davon entfallen "deutlich unter zwei Milliarden Mark" auf die Lieferung
von vier Zügen mit Waggons und Antriebstechnik aus Deutschland.
"Knapp eine Milliarde Mark" wird der Bau der Trasse kosten, berichteten
informierte Kreise. Die Bundesregierung unterstützt den Bau mit einem
Zuschuss von 200 Millionen Mark.

Die Finanzzusage war den federführenden Unternehmen Thyssen-Krupp
und Siemens bereits in Aussicht gestellt worden, bevor am Wochenende
der Durchbruch nach wochenlangen, zähen Verhandlungen gelungen
war. Vizebürgermeister Cheng Liangyu meinte bei der Unterzeichnung,
der Streckenbau in Schanghai werde auch anderen möglichen
Transrapid-Projekten neuen Auftrieb geben.

Die 33 Kilometer lange Bahnstrecke soll Anfang 2003 fertig sein und
den internationalen Flughafen Schanghais mit dem U-Bahnnetz der
Innenstadt verbinden. Der Transrapid wird auf der Strecke 430 Kilometer
schnell fahren. Für die Entfernung vom Flughafen zur U-Bahnstation
Longyang, etwa fünf Kilometer südöstlich des Finanzzentrums Pudong,
soll er weniger als zehn Minuten brauchen.

Wegen des weichen Grunds um Schanghai müssen die Pfeiler der aus
Beton- und Stahlträgern gebauten Trasse zwischen 20 und 30 Meter tief
in der Erde verankert werden. Am Bau ist das mittelständische deutsche
Bauunternehmen Max Bögl beteiligt. Von den 200 Millionen Mark
Bundeszuschuss gehen 100 Millionen an die Arbeitsgemeinschaft
Mittelstand und 100 Millionen an das Transrapid-Konsortium.

Selbst Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich eingeschaltet und
wegen des Transrapids einen Brief an Ministerpräsident Zhu Rongji
geschickt, der nach der Einigung am Sonntag die Verhandlungsführer
und Firmenvertreter in Peking empfangen hatte.

Zur Unterzeichnung in Schanghai waren aus Peking drei Vizeminister
angereist und vertraten die Ministerien für Außenhandel, Wissenschaft
und Technologie sowie Eisenbahn.
 

(2)

Projekt in Schanghai
200 Millionen aus Berlin für Transrapid

Berlin/Peking - Die Bundesregierung wird sich zwar nicht mit zinsgünstigen
Krediten, dafür aber mit direkten Beihilfen von insgesamt 200 Millionen
DM am Transrapid in Schanghai beteiligen: Nach Angaben des
Finanzministeriums werden 100 Millionen DM an die Arbeitsgemeinschaft
Mittelstand überwiesen und 100 Millionen an das Transrapid-Konsortium,
die beide den Zug bauen. Die Entscheidung Chinas für den Transrapid
hat in Deutschland Hoffnungen auf weitere Einsatzmöglichkeiten geweckt:
Der Zuschlag, der heute in Schanghai besiegelt werden soll, werde
andere Projekte im In- und Ausland "sicher beschleunigen", sagte Alfred
Wewers vom Transrapid-Konsortiumsmitglied Thyssen-Krupp Industries.

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) kündigte "vertiefende
Machbarkeitsstudien" für Trassen in München und im Ruhrgebiet an. Im
Gespräch sind der Metrorapid zwischen Düsseldorf und Dortmund und
die Verbindung des Münchner Flughafens mit der Innenstadt. Die
Opposition forderte hingegen eine schnelle Entscheidung für den Bau
der Magnetschwebebahn in Deutschland. In den USA hatte noch die
Clinton-Regierung in der vergangenen Woche grünes Licht für die
Prüfung zweier Strecken im Raum Pittsburgh sowie zwischen
Washington und Baltimore gegeben.

NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) wertete die
Entscheidung Chinas als industrie-und verkehrspolitisch gut. Die
Bundesregierung müsse nun schnell über deutsche Transrapidstrecken
entscheiden. Schwanhold sagte, er gehe davon aus, dass am Ende
beide deutschen Strecken machbar sein werden. Ende 2002 sollte mit
den ersten Bauarbeiten begonnen werden.

In der Bundesregierung gibt es offenbar Überlegungen, die Länder bei
der Finanzierung einer Transrapidstrecke in Deutschland stärker zur
Kasse zu bitten. In einem der Agentur Reuters vorliegenden internen
Vermerk des Verkehrsministeriums heißt es: Nach dem Grundgesetz sei
zum Bau einer Magnetschnellbahn lediglich Finanzhilfe an die Länder,
jedoch "eine alleinige Finanzierung durch den Bund nicht zulässig." Ein
Sprecher des Ministeriums sagte, er kenne den Vermerk nicht: "Im
Bundeshaushalt stehen weiterhin fünf Milliarden DM für den Bau einer
Transrapidsstrecke zur Verfügung."

Die Interessengemeinschaft Allianz pro Schiene sagte am Montag, der
Transrapid sei in Deutschland und Europa nicht sinnvoll einzusetzen. Im
Zeitalter der Globalisierung reiche eine Referenzstrecke in Schanghai
aus. Deshalb sollten die Ergebnisse über die Alltagstauglichkeit des
Transrapid dort abgewartet werden, bevor unwirtschaftliche Strecken in
Deutschland gebaut würden.

Am Fertigungsstandort der Magnetschwebebahn in Kassel löste der
China-Auftrag hingegen Jubel aus. Die von hoher Arbeitslosigkeit
geplagte Stadt verspricht sich mehr Beschäftigung und einen
langfristigen Erhalt des Thyssen-Krupp-Standortes. "Dies ist der lang
erhoffte Durchbruch", sagte Hendrik Jordan, Betriebsratsvorsitzender von
Thyssen in Kassel. (rtr, afp, dpa)
 

(3)

Schwebebahn in China
Ein feiner Zug, oder nicht? Transrapid bringt Schanghai Prestige, löst die Probleme aber nicht

Von Harald Maass

Peking - Chinas Mächtige pflegen ihre Lieblingsprojekte. Der frühere Premier
Li Peng hatte seinen Drei-Schluchten-Staudamm. Seinen Nachfolger drängt
es mehr zu Hightech: Ministerpräsident Zhu Rongji will den Transrapid.
Als er im Juli 2000 auf der Probestrecke im Emsland den Magnetzug testete,
klagte der 71-Jährige ob der hohen Geschwindigkeit zwar über ein leichtes
"Schwindelgefühl". Der Wirtschaftslenker, den seine Untergebenen nur
"Boss" nennen, hob dennoch den Daumen. Zhu Rongji, der als Bürgermeister
von Schanghai seinen Aufstieg machte, hat seine alte Stadt nicht vergessen.

Der "Cixuanfu Lieche" ("Magnet-Schwebe-Zug") ist Zhu Rongjis
Prestigeprojekt - ein Denkmal für den High-Tech-Premier. Bis zu 2,6
Milliarden DM soll das Projekt verschlingen. Ob der bis zu 500 km/ h
schnelle Superzug in Schanghai auch verkehrspolitisch Sinn macht,
steht auf einem anderen Blatt. Schanghai braucht für seinen neuen, 35
Kilometer entfernten Pudong-Flughafen dringend eine
Verkehrsanbindung. Und die wird der Zug, der für die Distanz zehn
Minuten brauchen soll, ab frühestens Ende 2003 schaffen. Doch was
weder Deutsche noch Chinesen gerne erzählen: Wenn die Passagiere -
80 Millionen jährlich werden erwartet - aussteigen, sind sie noch lange
nicht in der Stadt.
Der Transrapid wird weit außerhalb an der U-Bahn-Station Longyang
enden - etwa fünf Kilometer vom Finanzentrum Pudong entfernt. Um in
die City zu kommen, werden sich die Fahrgäste noch bis zu eine Stunde
durch das überfüllte U-Bahn-System quälen oder Taxis nehmen müssen.
Dennoch: Der Zug soll Schanghais Aushängeschild als
High-Tech-Metropole in Asien werde. Bürgermeister Xu Kuangdi will
damit die Konkurrenten Tokio und Hongkong abhängen. Ausländische
Staatsbesucher und Geschäftsleute, so hofft man, werden nach der Fahrt
mit dem Transrapid das fortschrittliche Schanghai loben. Vielleicht
werden Chinas KP-Mächtige dann bald über eine zweite Strecke
nachdenken.

Im Gespräch ist eine Verlängerung der Trasse um 200 Kilometer nach
Hangzhou oder sogar bis nach Peking (1300 Kilometer). Ob das Sinn
machen würde? Mehr als 130 Millionen Chinesen sind dieser Tage mit
Zügen unterwegs, um zum Frühlingsfest bei ihren Familien zu sein.
Viele der Züge erinnern an Viehtransporter: Die Waggons sind überfüllt,
die meisten Fahrgäste müssen auf dem dreckigen Boden hocken.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 23.01.2001 (Internet).


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SWB und T-Mobil machen es für Bonn möglich:
U-Bahn ist handyfähig

jfr Bonn. Die Bundesstadt Bonn hat bald eine handyfähige U-Bahn. Für
die meisten Mobiltelefonnutzer gaben Stadtwerke-Chef Hermann
Zemlin und Klaus Hummel, Geschäftsführer Technik beim Bonner
Netzanbieter T-Mobil, den inoffiziellen Startschuss schon gestern; viele
weitere Handyfreunde sollen spätestens ab Frühjahr auf allen
Tunnelstrecken ununterbrochen telefonieren können.

Die technischen Investitionen - mehr als eine Million Mark - bringen die
Bundesstadt-U-Bahn auf den Stand der Vorreiter Berlin und Köln, aber
mit einer moderneren Technik: Statt Schlitzkabel längs der Strecke
besorgen Antennen und Glasfaserkabel in den Bonner Tunneln die
Handy-Kommunikation.

Laut Hummel mit einer Verbindungs-Sicherheit von kaum unter 100
Prozent, die auf SWB-S auch über Betriebskommunikation per Handy
nachdenken lässt: 330 Dienst-D1-Mobilfunkgeräte sind bei
SWB-Mitarbeitern im Einsatz.

Schon lange, so die SWB, sind die wichtigsten U-Bahnhöfe
"handytauglich", dazwischen gab es noch "Funklöcher". Mit Antennen
an den meisten Stationsköpfen haben die T-Mobil-Techniker für die
Tunnelabschnitte und Zwischenebenen bei größeren U-Bahnhöfen
diese "Löcher" geschlossen. SWB-Chef Zemlin sieht das als
Attraktivitätsgewinn, aber auch als zusätzliches Maß an Sicherheit.

T-Mobil-Manager Hummel freut sich über die Entscheidung zur
"Vollversorgung der U-Bahn" in Bonn; es gäbe in anderen Städten und
Betrieben Handyverbot-Entscheidungen. Bei T-Mobil wisse man aber
aus Umfragen, dass rund 70 Prozent der mobilen Bevölkerung auch
unterwegs telefonieren können möchten.

Rund 50 Prozent aller Mitbürger nutzen demnach schon Handys;
T-Mobil will großen Anteil daran haben, bis zum Jahresende rund 70
Prozent daraus werden.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 19.01.2001 (Internet).
 


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Blick auf die Tarife lohnt sich künftig
Durch den Verkehrsverbund Region Trier (VRT) werden viele Bahn- und Busfahrten billiger

Von unserer Mitarbeiterin GABI DEMARY

Gut, dass wir verglichen haben. Teilweise deutlich billiger wird
die Fahrt mit dem öffentlichen Verkehrsmittel durch die Einführung des
Verkehrsverbunds. Foto: Gabi Demary

GEROLSTEIN. Januar - besonders dieser Monat "beutelt" die Geldbörse vieler
Familien mit Versicherungsbeiträgen und Steuerzahlungen. Müssen die Pendler
für die Fahrten im neuen Verkehrsverbund Region Trier (VRT) tiefer in die
Taschen greifen? Dieser Frage ist der TV nachgegangen.
Die Antwort heißt: In den meisten Fällen wird es günstiger, in einigen
Fällen sogar erheblich billiger. Der VRT-Slogan "Ein Ticket - ein Preis"
sind keine leeren Worte.
Seit Jahresbeginn gehört der Kreis Daun zum VRT. Das gesamte ÖPNV-Netz der
Landkreise Daun, Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und der
Stadt Trier ist jetzt zu einem Tarif erreichbar. Nach dem Zusammenschluss
der 17 Verkehrsbetriebe ist nur noch ein Ticket zu lösen, egal ob Bahn und
Bus oder die Kombination beider Verkehrsmittel.
"Fahrendes Volk" profitiert
Und für das "fahrende Volk" der Eifeler zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkauf
oder zum Markt, zahlt sich die Neuerung bei den meisten Verbindungen aus.
Die einfache Zugfahrt von Gerolstein nach Trier kostet jetzt 14,60 Mark
statt 17 Mark. Bei der Hin- und Rückfahrkarte ist der Unterschied noch
deutlicher: VRT 25,80 Mark gegenüber früher 34 Mark.
Besonders deutlich wird die Differenz bei der Jahreskarte von Gerolstein
nach Trier. Sie kostet nach VRT-Tarif 3070 Mark - satte 312 Mark weniger.
Die Jahreskartenbesitzer müssen die 3070 Mark nicht mehr in einem Betrag
zahlen. Seit dem ersten Januar können sie den Preis gesplittet in zwölf
Raten jeden Monat per Bankeinzug zahlen. Außerdem ist eine Fahrkarte von
Gerolstein nach Trier, unabhängig ob Einzelfahrschein oder Jahreskarte,
gleichzeitig eine Netzkarte. Dies bedeutet, dass für die Dauer der
Kartengültigkeit das gesamte VRT-Gebiet "befahren" werden kann. Fahrscheine,
die ab der zehnten Tarifzone ausgestellt sind, werden automatisch
Netzkarten.
Erst in der zweiten Februarhälfte wird der Fahrscheinautomat auf dem
Gerolsteiner Bahnhof VRT-tauglich umgerüstet. Bis dahin können die Tickets
am Schalter oder im Zug gelöst werden. Möchte also ein Fahrgast von
Gerolstein nach Stadtkyll fahren, fährt er zuerst mit dem Zug und steigt in
Jünkerath in den Bus um - mit nur einem Ticket.
Die Bahnhöfe Jünkerath und Gerolstein befinden sich in einer "Zwitter-Zone".
Neben dem VRT gehören beide Stationen zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).
Dies bedeutet, dass sowohl Trier wie auch Köln (hin und zurück 26,40 Mark)
zu günstigen Tarifen erreicht werden können.
Doch auch Busfahren macht der neue VRT-Tarif attraktiver (siehe
Hintergrund). Ganz gleich ob die Fahrt zum traditionellen Markt nach
Hillesheim, zum Krankenhausbesuch nach Gerolstein oder Daun gewählt wird, in
den meisten Fällen ist der Fahrschein im Vergleich günstiger als vor dem
VRT-Zusammenschluss.
Unterschied zwischen Stadt Trier und Umland
Einen Unterschied zwischen den Busfahrten in der Stadt Trier und dem Umland
gibt es aber schon. In der Stadt Trier kann eine "Vierer-Karte" für 8,80
Mark erworben werden. Die Ersparnis zu vier Einzelfahrten ist 1,60 Mark.
"Das wird eine Trierer Spezialität bleiben", sagt Andreas Wagner,
VRT-Sprecher. Die Busse der Stadtwerke sind mit geeigneten Entwerter
ausgestattet und die Stadtwerke wollten wegen dem "Zeitgewinn beim
Entwerten", nicht auf den weit verbreiteten Fahrkartentyp verzichten,
erklärt Wagner.
Eine VRT-weite Aufrüstung komme nicht in Frage, da sie spätestens mit der
Einführung der "elektronischen Fahrkarte" überflüssig würde. Wann dies
allerdings der Fall sein wird, kann momentan niemand genau vorhersagen,
meint Wagner.
Auch der VRT ändert aber nichts an dem bekannten Streitfall, dass die
Schüler der Regionalen Schule keinen Eigenanteil zu den Schulfahrten zahlen
müssen - im Gegensatz zu den Realschülern, wie Kreisverwaltungssprecher
Hoffmann sagt.
Informationen zum VRT gibt es unter der Hot-Line 0180-1993366 oder im
Internet unter www.vrt-info.de
<http://www.vrt-info.de>
 

HINTERGRUND

Beispiele für den Kostenvergleich:
Zielort Daun:
Jünkerath 8,30 Mark statt 10,50 Mark, Hallschlag 11,30 Mark statt 12,70
Mark, Hillesheim 5,40 Mark statt 8,40 Mark, Wiesbaum 6,80 Mark statt 8,40
Mark, Üxheim 6,70 Mark statt 10,50 Mark, Gerolstein 6,80 Mark statt 8,40
Mark, Rockeskyll 4,30 Mark statt 6,30 Mark, Salm 5,40 Mark statt 6,30 Mark,
Kelberg 5,40 Mark statt 6,30 Mark, Hörschhausen 5,40 Mark statt 5,20 Mark,
Sassen 6,80 Mark statt 8,40 Mark, Bongard 5,40 Mark statt 8,40 Mark,
Üdersdorf/Mehren/Darscheid 4,30 Mark statt 4,10 Mark, Hörscheid 5,40 Mark
statt 4,10 Mark
Zielort Gerolstein:
Neroth 4,30 Mark statt 5,20 Mark, Rockeskyll 4,30 Mark statt 4,10 Mark,
Hillesheim/Steffeln 3,40 Mark statt 5,20 Mark, Kerpen/Wiesbaum 4,30 Mark
statt 6,30 Mark, Üxheim 5,40 Mark statt 8,40 Mark
Zielort Hillesheim:
Jünkerath 4,30 Mark statt 5,20 Mark, Stroheich 3,40 Mark statt 4,10 Mark,
Üxheim 4,30 Mark statt 6,30 Mark
Zielort Jünkerath:
Hallschlag 4,30 Mark statt 5,20 Mark, Steffeln 5,20 Mark statt 4,30 Mark,
Birgel 3,40 Mark statt 4,10 Mark
Zielort Kelberg:
Bongard/Brücktal/Beinhausen 3,40 Mark statt 4,10 Mark, Gunderath 4,30 Mark
statt 6,30 Mark, Uersfeld 4,30 Mark statt 5,20 Mark

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 14.01.2001 (Internet).


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SPD-Ratsherr Naaß:
Vorschlag: Rheinfähren sollen Teil des VRS werden

lm Bonn - Den Bonner Fährverkehr in den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS)
aufzunehmen, das hatte der SPD-Ratsherr Horst Naaß, zugleich
stellvertretender Bezirksvorsteher von Bad Godesberg, bereits im Januar 1991
vorgeschlagen.

Sein Vorstoß, so urteilt Naaß im Rückblick, scheiterte damals daran, dass
der VRS andere Probleme zu erledigen hatte. Nun macht der SPD-Mann einen
zweiten Vorstoß. Aufmerksam geworden war der Politiker auf die Möglichkeit,
die Rheinfähren in den VRS zu integrieren, durch Erfahrungen, die er in
Hamburg sammelte.

Dort konnte er mit einem Fahrschein quer durch die Hansestadt und dann noch
mit der Fähre über die Elbe nach Finkenwerder fahren. Das
Landesverkehrsministerium hat nach seinen Informationen inzwischen
entsprechende Überlegungen für die Städte in NRW angestellt: Der Rhein müsse
in Verkehrsverbundsysteme integriert und zu einer Kurzstrecke deklariert
werden.

Dafür sollten die Fährbetreiber ein Entgelt aus dem Einnahmetopf des VRS
bekommen. In Godesberg, so Naaß, liegt der Nutzen gleich bei zwei Fähren auf
der Hand: An der Schnellfähre Bad Godesberg-Dollendorf fahren die Buslinien
615, 520 und 521 jeweils links- und rechtsrheinisch direkt ans Ufer. Und bei
der Mehlemer Fähre sei das ähnlich (614, 66).

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 12.01.2001 (Internet).


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Zeugen gesucht
Personenzüge beschossen

ms - Der Bundesgrenzschutz sucht Zeugen für einen Vorfall, der sich bereits
am Freitag, 15. Dezember 2000, ereignet hat. In der Zeit zwischen 17.50 und
18.30 Uhr waren zwei Personenzüge der Bahn im Bereich der
Eisenbahnüberführung an der Militärringstraße in Köln-Vogelsang beschossen
und beworfen haben.

Ein Geschoss durchschlug dabei das Fenster eines Waggons und trat an der
anderen Seite wieder aus. Personen wurden nicht verletzt.

Hinweise werden unter der Rufnummer 0221/ 16 075-0 entgegen genommen. Die
Deutsche Bahn AG hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine
Belohnung in Höhe von 1000 Mark ausgesetzt.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 12.01.2001 (Internet).
 


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100 Jahre Brohltalbahn: Phonolith-Transporte

Seit 100 Jahren mit Vulkangestein unterwegs
Schon ihrem Ursprung nach ist die Brohltalbahn hauptsächlich eine Güterbahn

Von Heike Weidenhaupt

Brohltal. Morgens, 7.30 Uhr: Auf dem Bahnhof der Brohltalbahn in
Brohl-Lützing ist es noch dunkel. Nur in der Werkstatt brennt schon Licht.
Andreas Wildeman, Werkstattleiter der Betriebsgesellschaft
Brohltal-Eisenbahn, macht einen letzten Kontrollgang durch den Triebwagen,
bevor es los geht, und er und sein Kollege hinunter zum Güterbahnhof fahren,
um die vier Containerwaggons holen. Insgesamt 115 Tonnen Phonolith,
pulvriges vulkanisches Gestein, warten an diesem Tag darauf, aus dem
Steinbruch bei Brenk abgeholt zu werden. Für die Brohltalbahn eine wichtige
Einnahmequelle, denn nur solange der Güterverkehr rollt, fließen auch die
Zuschüsse vom Land.

Seit 100 Jahren finden auf der Brohltalstrecke Gütertransporte statt -
solange gibt es die Bahn. Die beeindruckenden dampfbetriebenen Züge des
Vulkan-Expreß, mit denen Ausflügler am Wochenende das liebliche Tal
bereisen, kamen erst in den 70er Jahren auf. Zuvor war es lange Zeit der
Güterverkehr, der die Bahn wirtschaftlich am Leben hielt. Auch heute noch
finden auf der Strecke zwischen Brohl und Engeln Güterfahrten statt, wenn
auch nicht mehr so häufig wie früher.

"Die AG für Steinindustrie in Brenk ist der einzige Kunde, der uns geblieben
ist. Alle übrigen Bruchbetreiber transportieren ihr Gestein mittlerweile mit
Lastern. Und auch der in Brenk wäre liebend gern auf den Lkw umgestiegen,
weil's billiger ist. Doch dafür bekommt er keine Genehmigung. Die Zufahrt
zum Bruch ist zu steil und die Ortsdurchfahrt in Brenk zu eng. Ein Glück für
uns", erklärt Wildeman.

8,50 Mark nimmt die Betriebsgesellschaft der Brohltalbahn pro Tonne. Das
macht bei rund 18 720 Tonnen im Jahr knapp 160 000 Mark. Im Gegenzug dafür
leistet das zweiköpfige Team bei seinen zwei bis drei Güterfahrten pro Woche
harte Knochenarbeit. Die leeren Containerwaggons an den Triebwagen zu
koppeln, kostet Zugführer Wildeman diesmal eine halbe Stunde, da ein Waggon
in der Mitte ausrangiert werden muss. Unterwegs auf der knapp 16 Kilometer
langen Strecke bis zum Phonolithwerk ist es vor allem der örtliche
Betriebsleiter Wilfried Thelen, der ins Schwitzen kommt.

"Die Weichen müssen wir per Hand umstellen. Eine elektrische Anlage würde
sich für die Brohltalbahn nicht lohnen", erklärt er zwischen zwei
Handgriffen, mit denen er die Weichenhebel umlegt. In Niederzissen muss er
ein weiteres Mal aussteigen, um einen gefährlichen Bahnübergang abzusichern.
"Das ist eine Auflage zur Verkehrssicherheit. An allen anderen Übergängen
genügt es, wenn ich vorher hupe und das Tempo drossele. Da der Zug ohnehin
maximal nur 20 Stundenkilometer fahren darf, ist das Unfallrisiko also
relativ gering", so Wildeman.

Am Phonolithwerk angekommen, heißt es auch für den Zugführer: raus in die
Kälte und anpacken. Die Container müssen ladefertig gemacht werden. Dazu
klettern die beiden Männer auf die Waggons und schrauben die Verschlüsse ab.
Danach steht ein schwieriges Rangiermanöver an: Wildeman fährt die Waggons
so unter die Verladevorrichtung, dass das grauweiße Gesteinpulver geradewegs
vom Förderband durch die schmale Öffnung in den Container fällt. Eine Waage
am Förderband misst, wieviel verladen ist.

"Phonolith wird für die Glasherstellung verwendet und dient dazu, die
Temperatur bei der Schmelze zu verringern", erklärt Thelen. Während er
darauf wartet, dass sich die Container füllen, wagt er eine Prognose: "Wenn
das Werk hier nicht vorzeitig dicht macht, wird es die Brohltalbahn auch
noch in 30 Jahren und länger geben. Denn Phonolith gibt es hier noch jede
Menge."

Nach einer Stunde ist auch der letzte Container voll. Wildeman und Thelen
machen sich auf den Heimweg, diesmal ohne Eile. Denn der Spediteur, der das
Phonolith in Brohl in Empfang nimmt und per Lkw zur Glasfabrik nach Essen
transportiert, hat den Termin verschoben. Für Thelen kommt der vorzeitige
Feierabend gerade recht: "Meine Kinder belagern mich schon seit Tagen, mit
ihnen zu spielen. Jetzt habe ich Zeit." Wildeman hingegen will noch einmal
in die Werkstatt: "An alten Waggons und Loks herumzubasteln, ist eben mein
Steckenpferd. Deswegen gehöre ich auch zu den Glücklichen, die ihr Hobby zum
Beruf gemacht haben."

Quelle: General-Anzeiger Bonn vom 11.01.2001 (Internet).
 


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Die Zukunft der Beueler Industriebahn

100 Jahre Beueler Industriebahn:
Von der Kleinbahn zur Straßenbahn

Den 100. Geburtstag der Beueler Industriebahn am 20.12.2000 nimmt die RSE
Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH zum Anlass, die nahe und mittlere Zukunft dieser
Eisenbahnstrecke im rechtsrheinischen Bonn zu skizzieren.

Neben der traditionellen Bedeutung für den Güterverkehr hat die 4,6 km lange
Strecke von Bonn-Beuel nach Sankt Augustin-Hangelar eine konkrete Perspektive als
künftige Straßenbahnstrecke. Aus diesem Grund wurde sie in den ÖPNV-Bedarfsplan
des Landes Nordrhein-Westfalen in die Kategorie "vordringlicher Bedarf"
aufgenommen. Darüber hinaus wurde sie von der Bundesstadt Bonn zur Aufnahme in
den ÖPNV-Ausbauplan des Landes angemeldet. Hierin finden sich alle
Schienenprojekte in NRW, die in den nächsten fünf Jahren realisiert werden
sollen.

Durch die starke Zunahme der Bevölkerung in Beuel, Pützchen und Holzlar wohnen
mittlerweile über 4.000 Menschen in einem ca. 400 m breiten Korridor entlang der
Strecke. Die Erschließungswirkung könnte noch dadurch verbessert werden, wenn die
Streckenführung zwischen den Bahnübergängen Müldorfer Straße und Kautexstraße in
Richtung Finkenweg verschwenkt wird.

Auf Sankt Augustiner Stadtgebiet werden derzeit die Möglichkeiten einer
Weiterführung der Strecke in Richtung Niederpleis geprüft. Hierdurch würden große
Arbeitgeber, wie z.B. Dienststellen der Bundeswehr und der Hauptverband der
Berufsgenossenschaften, eine direkte Schienenanbindung nach Bonn erhalten.

Die Anbindung der Strecke in Beuel an das innerstädtische Straßenbahnnetz kann
durch den Bau eines Tunnels unter der rechten Rheinstrecke der Deutschen Bahn AG
hindurch realisiert werden. In Höhe des Straßenbahndepots der Stadtwerke Bonn
(SWB) würde eine Gleisharfe gebaut, über die die

Straßenbahnen je nach Bedarf sowohl in Richtung City als auch in Richtung
Oberkassel geführt werden können. So würde die T-Mobil mit künftig rund 4.000
Arbeitsplätzen direkt per Bahn aus östlicher Richtung erreichbar.

Die RSE hat der Stadt Bonn bereits 1999 angeboten, im Vorgriff auf die
Straßenbahn sehr kostengünstig und effektiv einen sogenannten Vorlaufbetrieb im
Schienenpersonennahverkehr (SPNV) durchzuführen. Hierzu wäre die bauliche
Verbesserung der Umsteigesituation am Beueler Bahnhof erforderlich. Diese könnte
im Zuge der S-Bahn-Maßnahmen realisiert werden.

Selbst unter den gegenwärtigen Bedingungen nutzen während "Pützchens Markt" über
10.000 Fahrgäste das Zugangebot der RSE, das seit 1989 kontinuierlich ausgeweitet
und verbessert wurde.

Alle Investitionen sind im Vergleich mit Neubauprojekten relativ gering. So ist
die RSE sogar bereit, die Infrastrukturkosten des Vorlaufbetriebes selbst zu
finanzieren. Beim Land liegen für den Straßenbahnbetrieb Zuschüsse in Höhe von 90
% der Investitionskosten bereit. Durch eine angekündigte Änderung des
Landesregionalisierungsgesetzes soll es in naher Zukunft möglich sein,
Investitions- und Betriebskosten zu bezuschussen.

Zur Wiederbelebung des rechtsrheinischen Schienengüterverkehrs hat die RSE der DB
Cargo AG angeboten, zwischen Troisdorf und Bad Hönningen und auf der Siegstrecke
den Einzelwagenladungsverkehr und die Bedienung der Güterkunden mit
Gleisanschluss zu übernehmen. Durch die neue Güterverkehrsstrategie der DB Cargo
AG, "MORA-C" genannt, ergeben sich für dieses Projekt neue Chancen. So wäre die
RSE in der Lage, den Firmen im Beueler Industriegebiet, in Königswinter, Bad
Honnef, Bad Hönningen, Troisdorf und Siegburg integrierte Angebote aus einer Hand
zu offerieren. Zusammen mit der Hoyer Railserv GmbH, einem Joint Venture zwischen
RSE und der Internationalen Fachspedition Hoyer GmbH, können viele Synergien
genutzt werden.

Abschließend stellt die RSE mit Stolz fest, dass es ihr anfangs als
Bürgerinitiative mit ehrenamtlichem Engagement und jetzt als hauptamtlich
geführtes Unternehmen gelungen ist, eine "Hundertjährige" mit tollen Perspektiven
für Bonn und die Region fit für das neue Jahrtausend zu machen.

Quelle: RSE-Pressemitteilung


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Neuer Glanz für Bonns Bahnhöfe
Bahn will landesweit 344 Millionen Mark ausgeben - Vereinbarung perfekt

Bonn. (koe) Der Bonner Hauptbahnhof sowie die Bahnhöfe Mehlem und Bad Godesberg werden
auf den neuesten Stand gebracht. Die Arbeiten sind Teil einer Modernisierungsoffensive für die
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen: Bis 2004 sollen dafür landesweit 344 Millionen Mark
ausgegeben werden. Eine Rahmenvereinbarung haben NRW-Verkehrsminister Ernst Schwanhold
und der Vorstandsvorsitzende des Unternehmensbereichs Station und Service der Deutschen Bahn
AG, Dieter Ullsperger, jetzt unterzeichnet.

Neben Einzelprojekten wurden die Haltepunkte von zehn Kursbuchstrecken ausgewählt. Dazu
gehört der 43,9 Kilometer lange Schienenweg von Köln nach Bonn-Mehlem. In
Bahnsteigausstattung für den Bonner Bahnhof werden 200 000 Mark, in das Wegeleitsystem im
Bahnhof Godesberg 50 000 Mark investiert.

1,5 Millionen Mark fließen in die weitere Sanierung des Bahnhofs Mehlem. Geplant ist, Bahnsteige
von 38 auf 76 Zentimeter zu erhöhen, um den Einstieg in die Züge zu erleichtern. Mobiliar,
Beschilderung und Beleuchtung werden ebenfalls erneuert. "Bahnhöfe sind die Visitenkarten des
öffentlichen Personennahverkehrs", erklärte Schwanhold. "Wenn wir mehr Kundenzufriedenheit und
mehr Fahrgäste wollen, müssen wir durchgängige Qualitäts- und Servicestandards auf den
Nahverkehrslinien anbieten."

Quelle: General-Anzeiger Bonn vom 09.01.2001 (Internet).


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Neues von Norbert

- Zwischen dem Bahnhofsgebäude von Rheinbach und dem Getreidespeicher finden
zur Zeit Abrissarbeiten statt. Hier soll das "Bahnhofsviertel" neu
gestaltet werden. Siehe auch die Internetseite www.rheinbach-bahnhof.de

- Seit längerer Zeit finden an den Industrieanschlußgleisen im Meckenheimer
Industriegebiet umfangreiche Sanierungsarbeiten an Weichen und Gleisen
statt. Dabei kommen aber nur Zweiwege-Bagger zum Einsatz. (Austausch von
Holzschwellen gegen Betonschwellen, neue Beschotterung, usw.)

- Da Köln-Deutzerfeld viele 215er an andere Betriebsstellen abgegeben hat,
kommen bei den VT611-Ersatzzügen auf der Eifelstrecke auch in Gießen
beheimatete 215er zum Einsatz. (z.B. 215 065)

- Interessant und haarsträubend ist im Augenblick die Diskussion über die
Reaktivierung der Oleftalbahn Kall - Hellenthal (siehe auch unter Strecken
Kall-Hellenthal hier bei eifelbahn.de). In den Zeitungen stehen einige
Leserbriefe dafür, aber schlimmer noch dagegen (vor allen Dingen aus der
Gemeinde Kall, dagegen !). Im schlimmsten Fall könnte eine Gefährdung der
Reaktivierung eintreten.

- Immer öfters kommt es vor, dass die TALENT-Züge, besonders morgens, innen
total verschmutzt sind und wie Müllhaufen aussehen. Ein Problem werden
natürlich die fehlenden Müllbehälter an den einzelnen Sitzgruppen sein (nur
wenige sind an den Wagenenden und Wagenübergängen montiert), aber ein
weiteres Problem ist die Gleichgültigkeit von vielen Fahrgästen, die Ihren
"Dreck" einfach am Platz liegen lassen. Aber auch Sparmaßnahmen der DB AG
könnten natürlich Schuld daran sein, dass die Bahn-Reinigungs-Gesellschaft
BRG eher seltener die Züge säubert. Auch von außen sehen viele TALENT´s
richtig heruntergekommen durch die Abgase/Ruß über Dach und Fensterscheiben
aus. Ein eher schlechtes Image für die Bahn!

- Neues aus der Modellbahnwelt: (Fahrzeuge, die auch in der Eifel als
Original fuhren und noch fahren!)

Von der Firma Bemo-Modellbahn gibt es jetzt den RegioShuttle RS1 mit
TransRegio-Beschriftung in H0 (Andernach-Mayen-Kaiseresch). Außerdem wird
die Firma Bemo mit großer Wahrscheinlichkeit den Dieseltriebwagen VT624 in
purpurroter DB-Ausführung produzieren. Dieser war im Raum Trier und auch auf
der Eifelstrecke im Original unterwegs.

Bei Brawa gibt es nun auch den VT644 TALENT als HO-Modell. Der VT643 gibt es
bereits seit gut einem Jahr. (Original 643er auf der Ahrtalbahn
Remagen-Ahrbrück seit November 2000 unterwegs). Brawa liefert jetzt sogar
den 643er auch als Modell ohne Beschriftung und ohne DB-Farbgebung aus und
die Firma KTD aus Kaarst liefert verschiedene Beschriftungen für
Privatbahnen, OME, Eurobahn, usw.. Mit etwas Modellbauerfahrung kann nun so
auch der Prototyp des TALENT (2-teilig) hergestellt werden. Dieser Prototyp
war  auf der Eifelstrecke, der Voreifelstrecke und auf der Oleftalbahn zu
Präsentationsfahrten in den 90er Jahren unterwegs.

Die bayerische blaue S 3/6 gibt es von MÄRKLIN in Wechselstrom und von TRIX
in Gleichstromausführung. Diese besondere Dampflokomotive war auf dem
Lokschuppenfest 2000 in Gerolstein und auf einer Sonderfahrt über die
Eifelstrecke zu bewundern.

Der Kleinserienhersteller HAPO hat die Motordraisine Klv 12 im Programm
(sehr schönes, aber auch teueres Messingmodell). Dieser Klv 12 war bei den
Bahnmeistereien als Oberbauinspektionfahrzeug unterwegs. Zwei dieser mit
einem VW-Käfer-Motor ausgerüsteten Draisinen sind beim Eifelbahn e.V. in
Gerolstein noch zu bestaunen.

Gruß
Norbert


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NAHVERKEHR

Verkehrsverbund Region Trier (VRT)

Ohne Fahrschein
Verkehrsverbund macht Antrittsbesuch in Daun

Von unserem Mitarbeiter DANIEL ZIELKE

DAUN. Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) besteht seit 1. Januar. Landrat
Groß kam zum Antrittsbesuch nach Daun.
Großer Bahnhof am Michel-Reinecke-Platz. Zum Antrittsbesuch im nördlichsten
Kreis der Region kam Landrat Richard Groß, Vorsteher des Verkehrsverbunds
Region Trier, nach Daun und wurde dort unter anderem, von seinem
Amtskollegen Heinz Onnertz und Stadtbürgermeister Jenssen empfangen. Der
Öffentliche Personen-Nahverkehr in der Region Trier ist mit Beginn des neuen
Jahres vereinheitlicht worden. 17 Verkehrsunternehmen, die Kreise Daun,
Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und die Stadt Trier haben
sich zusammengeschlossen.
Die 5000 Quadratkilometer Fläche in der Region wurden in 234 Tarifzonen
aufgeteilt. Künftig muss man nur noch einen Fahrschein für die Strecke
lösen, auch wenn man zwischendurch umsteigt oder das öffentliche
Verkehrsmittel wechselt.
Richard Groß sagte in Daun: "Im Ganzen wird es in jedem Fall billiger." In
welcher Tarifklasse der Fahrschein von Trier nach Daun liegt, konnte er
jedoch nicht beantworten: "Wir haben heute keinen Fahrschein gelöst."

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 05.01.2001 (Internet).