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NACHRICHTEN: 11/2000



28.11.2000 Sonderzug von Köln Hbf nach Nettersheim zum Christbaumfällen
28.11.2000 Nikolausfahrten der RSE
22.11.2000 Neigezüge auf Abstellgleis (BR 610, 611, ICE-T)
22.11.2000 Sammeltaxi im Aufwärtstrend (Hellenthal)
22.11.2000 Traditionelle Nikolausfahrt der Eisenbahnfreunde Jünkerath nach Losheim
22.11.2000 Netzwerk Privatbahnen - Vereinigung europäischer Eisenbahngüterverkehrsunternehmen e.V. - gegründet
15.11.2000 Neues von der RSE
14.11.2000 Sicherheit bei der Drachenfelsbahn
05.11.2000 Neues aus Euskirchen


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Sonderzug
Mit der Bahn zum Christbaumfällen

mt Nettersheim - Die Deutsche Bahn AG wird am Sonntag, 10.
Dezember, einen Sonderzug von Köln nach Nettersheim zum
Christbaumschlagen einsetzen. Der Sonderzug startet um 10.04 Uhr vom
Kölner Hauptbahnhof aus.

Die Rückfahrt von Nettersheim ist gegen 17.04 Uhr vorgesehen. In
Nettersheim erwartet die Bahnfahrer ein buntes Kinderprogramm. Und
selbstverständlich wird auch der Nikolaus vorbeischauen. Weitere Infos
unter [TEL] 0 18 03/19 41 95.

Quelle: KstA vom 28.11.2000 (Internet).


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RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH
Siebengebirgsstraße 152, D-53229 Bonn
Tel.: 0228/43 05 21, Fax: 0228/43 24 13
www.rhein-sieg-eisenbahn.de
 

Nikolausfahrten 2000

In diesem Jahr finden wieder Nikolausfahrten mit dem Schienenbus der RSE
Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH auf der Industriebahn Beuel - Hangelar statt. Der
Nikolaus fährt bei allen Fahrten mit und hält für die kleinen Fahrgäste ein
Geschenk bereit.

Die Fahrten werden zu folgenden Terminen angeboten:

Samstag/Sonntag, 02. und 03. Dezember 2000
Samstag/Sonntag, 09. und 10. Dezember 2000
Samstag/Sonntag, 16. und 17. Dezember 2000

Die Züge starten jeweils um 15 und 17 Uhr ab Beuel, RSE-Bahnsteig.

Die Fahrt kostet für Erwachsene 11 DM und für Kinder bis 12 Jahre 10 DM
(inklusive Nikolaustüte).

Anmeldungen für alle Fahrten unter Tel.: 0 22 44 / 83 10 63 oder per eMail unter
Klaus.Sieben@t-online.de sind erforderlich.


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Neue Pannen bei der Bahn
Neigezüge auf Abstellgleis
Nach technischen Problemen aus dem Verkehr gezogen

Nürnberg - Eine neue Pannenserie bremst die Bahn: Die letzten neun
von einst 20 Neigezügen sind - zumindest vorübergehend aus dem
Verkehr gezogen worden, damit steht eines der "Paradepferde" des
Regionalverkehrs auf dem Abstellgleis. Der Grund sind technische
Probleme, von denen man noch nicht weiß, ob sie auch die Sicherheit
beeinträchtigen könnten. Die Folge für die Fahrgäste: Längere
Wartezeiten, längere Fahrzeiten in veralteten Zügen.

Acht Jahre lang rollte die erste Generation von Neigetechnik- Zügen der
Baureihe 610 nahezu reibungslos über die Schienen zwischen
Nürnberg, Bayreuth, Hof, Weiden, Schwandorf und Furth im Wald. Die
Züge legten sich leicht in jede Kurve und erlaubten so höhere
Geschwindigkeiten. Lediglich im Winter gab es vereinzelt Probleme mit
vereisten automatischen Kupplungen.

Erst im Juli vorigen Jahres begannen erste Probleme: Bei der fälligen
Hauptuntersuchung wurden an einigen Triebwagen feine Risse an den
nachträglich eingebauten Schlingerdämpfern entdeckt. Sieben Züge
wurden daraufhin ganz aus dem Verkehr gezogen. Bei den Übrigen
wurden die Schlingerdämpfer ausgebaut und die Höchstgeschwindigkeit
von 160 auf 140 Kilometer in der Stunde reduziert. Die fehlenden
Neigezüge mussten durch langsamere lokbespannte Züge mit
Wagenmaterial aus den 70er Jahren ersetzt werden. Der diffizile
Taktfahrplan geriet ins Wanken. Immer häufiger klagten Reisende über
Verspätungen, verpasste Anschlusszüge und mangelnden Komfort. Die
Bahn reagierte mit einem Notfahrplan.

Seit 5. November werden auf den Regionalexpress-Linien nach
Bayreuth und Hof nur noch herkömmliche Züge eingesetzt, die zehn
Minuten länger unterwegs sind. Die verbliebenen Neigezüge wurden
aus fahrplantechnischen Gründen auf die weitgehend eingleisigen
Strecken Nürnberg-Weiden und Nürnberg-Schwandorf-Furth im Wald
konzentriert.

Am vergangenen Freitag kam eine neue Hiobsbotschaft: In Absprache
mit dem Eisenbahnbundesamt wurde die Höchstgeschwindigkeit der
letzten neun Züge aus Sicherheitsgründen auf 100 Kilometer in der
Stunde reduziert. Die Maßnahme war nur von kurzer Dauer. Am
Samstagabend bemerkte ein Lokführer Unregelmäßigkeiten an einer
Achse. Bis die Ursache des Schadens geklärt ist, stellte die Bahn am
Dienstag auch für die übrigen Triebwagen alle Signale auf Rot.
"Sicherheit hat Vorrang", sagte Bahnsprecher Horst Staimer.

Bis auf weiteres fahren auch auf den Strecken in die Oberpfalz nur noch
lokbespannte Züge. Wie lange der Notfahrplan in Kraft bleiben muss,
kann auch Staimer nicht sagen. Die Kunden müssen sich in Geduld
üben. Auf die Frage, wie lange sie noch mit Verspätungen leben
müssen, antworten Zugbegleiter nur noch lapidar: "Das wüssten wir
selbst gerne." Einen Zeitpunkt für den Ersatz der schadhaften
"Pendolino"-Züge durch Neigetechnik-Züge der neuesten
Neigezug-Baureihe 612 können die Bahn-Verantwortlichen nicht
nennen.

Auch mit anderen Neigezügen hat die Bahn in den vergangenen
Jahren Probleme gehabt. Der Triebwagen VT 611 wurde kurz nach
seiner Inbetriebnahme im Jahr 1998 schon wieder stillgelegt, weil
Drehgestelle und Türen nicht richtig funktionierten. Inzwischen sind sie
allerdings wieder im Einsatz - unter anderem auf der Eifelstrecke von
Köln nach Saarbrücken. Probleme traten schließlich auch bei den
modernsten Neigezügen vom Typ ICE-T auf, die seit dem Frühjahr vor
allem auf der Strecke nach Dresden fahren. Auch hier musste der
Verkehr auf Grund von Problemen an der Mechanik und der Elektronik
zeitweise von herkömmlichen Zügen sichergestellt werden. (EB,dpa)

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 22.11.2000 (Internet).


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Sammeltaxi im Aufwärtstrend - 70 Haltestellen
Nur in Hellenthal kann man Rad mitnehmen

bk Hellenthal. Hellenthal ist die einzige Gemeinde im Verkehrsverbund
Rhein-Sieg, in der man bei Nutzung der Anruf-Sammeltaxen auch sein
Fahrrad mitnehmen kann.

Kürzlich tagte der Arbeitskreis "Alltagsradfahren im ländlichen Raum", in
dem von einer bislang schlechten Inanspruchnahme dieses Angebots in
Hellenthal gesprochen wurde. 15 Fahrten wurden bisher in diesem Jahr
verzeichnet.

Winfried Kaiser, in der Gemeinde auch für den ÖPNV zuständig,
entwickelte die Idee mit der Fahrrad-Mitnahme, die auch ein Angebot
für die Touristen in der bergigen Eifel sein soll.

Voraussetzung hierfür war natürlich, dass auch die Taxi-Unternehmer
Sonja und Jürgen Eckert aus Hellenthal mitspielten. Sie nahmen das
Vorhaben ab dem 1. Januar unbürokratisch in Angriff, wie Winfried
Kaiser lobte. Die Räder können im VW-Bus oder im Anhänger verstaut
werden. 3,50 Mark muss man für die Mitnahme des Rades bezahlen.
Bisher wurde dieses lobenswerte Angebot zwar nur von Einheimischen
in bescheidenem Maße genutzt, was aber für Unternehmer und
Gemeinde keinen Verlust darstellt, da ihnen keine Zusatzkosten
entstehen.

Am 1. März 1999 stieg die Gemeinde Hellenthal als vierte Kommune
im Kreis in den AST-Verkehr ein. Während der letzten zehn Monate des
vergangenen Jahres wurden insgesamt knapp 1200 Fahrten
durchgeführt. Im ersten Halbjahr 2000 fuhr die Statistik auf 1000 Fahrten
hoch, fast 5,5 am Tag. Mehr als 70 Abfahrstellen existieren im
Gemeindegebiet.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 22.11.2000 (Internet).


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Nikolausfahrt der Eisenbahnfreunde Jünkerath

Eisenbahnfreunde Jünkerath gehen wieder auf Tour - Per Schienenbus nach Losheim
Am Sonntag, 3. Dezember (14.30 Uhr) starten die Eisenbahnfreude Jünkerath zur traditionellen Nikolausfahrt.

Jünkerath (thw). Zum Abschluss des Jahres wollen die Eisenbahnfreunde Jünkerath für ihre grossen
und kleinen Freunde noch einmal eine Nikolausfahrt veranstalten. Wie in den Jahren zuvor geht es
wieder nach Losheim ins Hotel Balter. Endlich kann der Verein einen historischen Schienenbus einsetzen,
in dem der Nikolaus und seine Gäste zum Ziel gebracht werden. Im Saale Balter findet eine Nikolausfeier statt.
Für die Kinder wird es wieder die traditionellen Tüten geben, und wer ein bisschen Glück hat, kann auch bei
einer Verlosung noch einen schönen Preis gewinnen. Auch diesmal hat der Nikolaus wieder viele Preise
für unsere Kleinen zu vergeben. Im Zug erhält jeder dann noch vom Nikolaus eine kleine Überraschung!

Fahrkarten sollte man sich rechtzeitig im Vorverkauf besorgen, denn es stehen nur 180 PLätze für die
Fahrt zur Verfügung. Fahrkarten kosten für Erwachsene 18 Mark und für Kinder bis 12 Jahren (nur in Begleitung
ihrer Eltern oder Grosseltern) zehn Mark.
Vorverkaufsstellen in Jünkerath: Cafe Regnery (Bahnhofstrasse) und Reisebüro Schmitz (Kölner Strasse).
In Dahlem sind Fahrkarten im Lebensmittelgeschäft Müller erhältlich.

Die Eisenbahnfreunde weisen darauf hin, dass im Zug keine Fharkarten mehr erhältlich sind.
Die Fahrkarte gilt gleichzeitig als Eintrittskarte für die Nikolausfeier!

Quelle: Wochenspiegel.


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RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH
Siebengebirgsstraße 152, D-53229 Bonn
Tel.: 0228/43 05 21, Fax: 0228/43 24 13
www.rhein-sieg-eisenbahn.de

Eisenbahnunternehmer aus Deutschland, der Schweiz und Österreich schließen sich in
einer Interessengemeinschaft zur Stärkung des Güterverkehrsmarktes auf der Schiene zusammen.

Die Gründung eines "Netzwerks Privatbahnen - Vereinigung europäischer
Eisenbahngüterverkehrsunternehmen e.V." ist das Ergebnis einer zweitägigen
Klausur von mehr als 20 Unternehmen der Branche in Kassel am 2. und 3.11.2000. Zu
dem Treffen waren handverlesen die Eisenbahnunternehmer eingeladen, die als reine
Privatunternehmen ihren Kunden Eisenbahnverkehrsleistungen auf öffentlichen
Fernstrecken anbieten.

Zielsetzung des Zusammenschlusses ist es zunächst, die spezifischen Interessen
der innovativen Wettbewerber in dem noch immer durch den ehemaligen Monopolisten
geprägten Eisenbahnverkehrsmarkt gegenüber Politik, Behörden, Industrie und
Zulieferunternehmen zu vertreten. Darüber hinaus will die Gruppierung durch
Aufbau eines operativen Netzwerks, das vom Erfahrungsaustausch bis zur
gegenseitigen Gestellung von Ressourcen wie Loks und Personal reichen kann, die
Leistungsfähigkeit der "Kleinen" im Eisenbahnstreckentransport gezielt
verbessern. Nicht zuletzt aber wollen die Unternehmen des "Netzwerks" ein
deutliches Signal an die verladende Industrie richten: Zur Durchführung von
nationalen und internationalen Eisenbahntransporten stehen neu entstandene,
leistungsfähige Unternehmen bereit, die mit hoher Qualität und einem erheblichen
Maß an technischem und logistischem Innovationspotential neue Maßstäbe setzen
können, wenn es um die Entscheidung geht, dass Güter auf der Bahn bleiben oder in
Zukunft auf die Bahn gebracht werden sollen.

Einschalten will sich das "Netzwerk Privatbahnen" bereits in den nächsten Wochen
in das beim Bundeskartellamt laufende Verfahren zur Neuordnung der Trassenpreise.
"Die Entscheidung über Höhe und Struktur des Trassenpreises", so Hartmut Gasser,
Geschäftsführer der Bad Honnefer KEP Log GmbH und in Kassel gewählter
Vorstandsvorsitzender, "ist mehr als eine dringend notwendige Herstellung von
gleichen Chancen im Eisenbahnmarkt. Der Staat hat hier die historische Chance,
der bislang praktisch gescheiterten Liberalisierung der Eisenbahn doch noch zum
Durchbruch zu verhelfen." Gassers Stellvertreter im Vorsitz, Matthias Raith,
ergänzt: "Wenn angemessene Trassenpreise und -preissysteme auch für Private
festgesetzt werden, dann kann der einseitig angekündigte und später nicht mehr
reversible Kahlschlag in die Verteilnetze ganzer Regionen verhindert werden. Es
geht um die Erhaltung der Bahn als leistungsfähiges Transportsystem für die
europäische Wirtschaft."

Darüber hinaus fordert das "Netzwerk Privatbahnen" von der DB Netz AG ein
vorläufiges Stilllegungs- und Abrissmoratorium für Strecken, Bahnhöfe und
Gleisanschlüsse, da die Akteure im Schienengüterverkehr auf durchgehende
Transportketten von Werk zu Werk und von Bahnhof zu Bahnhof angewiesen sind.
Schliesslich gelte es, neue und bestehende Gewerbe- und Industriegebiete an die
Schiene anzubinden.

Das "Netzwerk Privatbahnen" wird seinen Sitz in Berlin nehmen. Es ist zunächst
von 20 Gründungsmitgliedern getragen. Ein Vorstand aus acht Unternehmern und
einem Geschäftsführer soll in den nächsten Monaten mit einer Reihe von Aktionen
und Veranstaltungen die erforderliche Aufbauarbeit leisten.

Quelle: RSE (eMail).


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Neues von der RSE

RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH
Siebengebirgsstraße 152, D-53229 Bonn
Tel.: 0228/43 05 21, Fax: 0228/43 24 13
www.rhein-sieg-eisenbahn.de

* Nikolausfahrten zwischen Bonn-Beuel und Sankt Augustin-Hangelar am 02./03.12.,
  09./10.12. und 16./17.12.2000. Bis zu drei Abfahrten täglich. Verbindliche
  Anmeldungen ab sofort unter Tel.: 02244/831063 oder Klaus.Sieben@t-online.de.

* Am Mittwoch, 20.12.2000 findet anlässlich des 100. Geburtstages der Kleinbahn
  Beuel - Großenbusch eine Sonderfahrt von Bonn-Beuel nach Sankt
  Augustin-Hangelar statt. Anmeldungen bitte wie oben.

* Der Freundeskreis Rhein-Sieg-Eisenbahn (FRSE) veranstaltet vom 15.11.2000 bis
  28.01.2001 im Heimatmuseum Beuel, Steinerstraße 34-36, 53225 Bonn-Beuel, eine
  Sonder-Ausstellung über die 100-jährige Geschichte der Kleinbahn Beuel -
  Großenbusch. Das Heimatmuseum Beuel ist vom Bonner Hauptbahnhof aus mit den
  Buslinien 529, 537, 538 und 622 bis "Beuel Krankenhaus" erreichbar. Das Museum
  ist Mittwochs, Samstags und Sonntags jeweils von 15 - 18 Uhr geöffnet.

* Am Wochenende 09. und 10.12.2000 finden ganztägige Sonderfahrten auf der Wiehl-
  talbahn zwischen Weiershagen und Oberwiehl statt. Zum Einsatz kommen die RSE-
  Triebwagen VT 23 und VT 25. Die unter der Regie der RSE reaktivierte Wiehltal-
  bahn ist ein positives Beispiel für eine dringend nötige Flächenbahn. Infos
  unter "www.wiehltalbahn.de".

* Samstag, 16. und Sonntag, 17.12.2000 fahren die RSE-Triebwagen VT 23/25 anläss-
  lich des Weihnachtsmarktes in Gemünd (Eifel) zwischen Kall und Schleiden. Die
  Werbe- und Verkehrsgesellschaft Gemünd lädt Jung und Alt ein, den Weihnachts-
  markt in Gemünd zu besuchen. Die Mitfahrten im Zug sind kostenlos!

Reiner Bohnet

Quelle: RSE (eMail).


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Sicherheit bei der Drachenfelsbahn

Im Notfall steht der Wagen in drei Sekunden
Hinter der nostalgischen Fassade der Zahnradbahn steckt moderne Technik - Sicherheit hat
höchste Priorität - Das Unglück am Kitzsteinhorn beschäftigt auch die Experten in Königswinter

Von Heike Hamann

Königswinter. Vier Tage sind seit der Brandkatastrophe in Österreich vergangen, bei der am
Samstag mindestens 156 Menschen ums Leben kamen. Nur zwölf Wintersportler, die mit der
Kapruner Gletscherbahn zum Kitzsteinhorn fahren wollten, sind dem Inferno entkommen. Kaum
jemand wird sich in diesen Tagen nicht die Frage gestellt haben, wie es zu dem Brand kommen
konnte - und jene, wie es um die Sicherheit der Bergbahnen generell bestellt ist. So etwa auch bei
der einzigen in der Region, der Königswinterer Drachenfelsbahn.

Zahnrad für Zahnrad transportiert die Drachenfelsbahn pro Jahr rund 450 000 Besucher
den sagenumwobenen Berg hinauf. Fotos: Wolfgang Schmitz-Vianden

Immer zwischen Januar und November erklimmen die fünf Triebwagen in rund acht Minuten den
steilen Weg von der Tal- zur Bergstation am Drachenfels und bringen die Ausflügler auch
wieder hinunter. Rund 450 000 Gäste nehmen alljährlich auf den kunstledernen, roten Sitzen der
grünen Wagen Platz. Hinter oder besser unter der nostalgischen Fassade jedoch verbirgt sich eine
Technik, die den neuesten Sicherheitsstandards entspricht. "Standards, die speziell auf eine
Zahnradbahn wie unsere Drachenfelsbahn oder aber die Zugspitzbahn ausgerichtet sind", sagt
Jürgen Limper, Vorstand der Bergbahnen im Siebengebirge AG. "Bei der Unglücksbahn in Österreich
handelte es sich dagegen um eine Seilbahn, das heißt, es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche
Betriebssysteme, die sich kaum miteinander vergleichen lassen."

Höchste Priorität in Sachen Sicherheit haben für den Bergbahnen-Chef die Bremsen. Und ihnen
galt auch ein Hauptaugenmerk bei den zweijährigen Modernisierungsarbeiten. "Wir haben uns
dabei Unterstützung von Technikern der Schweizer Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Winterthur
geholt", sagt Limper, "und jeden einzelnen Wagen für rund 700 000 Mark mit modernster Technik
ausgestattet."

Die Wagen verfügen nun etwa über drei voneinander unabhängige Bremsen: eine elektrische
Widerstandsbremse, die dem Fahrer als Betriebsbremse auf dem Weg ins Tal zur Verfügung steht,
eine Notbandbremse sowie eine Summenbandbremse, die die alten, einzelnen Bandbremsen
ersetzt. Neben der erhöhten Bremskraft gibt es überdies auch einen elektronischen Rückrollschutz.
Dabei erfassen auf den Achslagern beider Achsen angebrachte Geschwindigkeitsgeber die
Bewegung der Bahn.

Für rund 700 000 Mark modernste Technik: Die Drachenfelsbahn.

Diese Signale werden von einem Zentralrechner aufgenommen und ausgewertet. Bei einem
rückwärts rollenden Zug etwa würde sofort die Notbremse ausgelöst. Und auch die Geschwindigkeit
wird elektronisch überwacht: Fährt die Bahn schneller als 19 Stundenkilometer, wird
sie automatisch gestoppt.

Die Türen der Bahn kann der Fahrer per Knopfdruck einzeln oder alle zugleich öffnen. In Notfällen können
dies die Passagiere per Hand. Beide Führerstände der Wagen sind mit Feuerlöschern ausgerüstet, das
richtige Verhalten bei einem Brand wird regelmäßig geübt. "Die Sicherheitsvorkehrungen
überprüfen wir gemäß eines so genannten Fristenplanes", sagt Limper.

"Der sieht bestimmte Überprüfungen vor, die etwa täglich, wöchentlich, monatlich und
vierteljährlich durchgeführt werden müssen." Neben der "großen Revision" alle fünf Jahre gibt es
eine jährliche "Abnahme" durch das Eisenbahnbundesamt, das auch den Zustand der Strecke vor
Saisonbeginn kontrolliert.

Ganz oben bei den Sicherheitsvorkehrungen steht für Limper auch die Schulung seiner 17
Mitarbeiter: "Jeder neue Kollege wird zunächst bis zu zwei Monate lang in der Werkstatt
ausgebildet", sagt er. "Damit er genau weiß, was passiert, wenn er im Führerstand den grünen oder
roten Knopf drückt." Bei den ersten Fahrten mit Gästen sitzt ihm dann ein erfahrener Kollege zur
Seite. "Die ersten Fahrversuche dagegen machen wir dann meist zu zweit", sagt der
Bergbahnen-Chef. "Dann rufe ich etwa schon mal: Wild von rechts, um die Reaktionsschnelle zu
schulen." Und die kann entscheidend sein, denn bei Notbremsung steht der Wagen binnen drei
Sekunden.

Das Unglück am Kitzsteinhorn hat auch Limper tief bewegt. Gibt es doch auch in der Geschichte der
Drachenfelsbahn jenes tragische Unglück, als am 14. September 1958 die Bahn auf ihrer Fahrt ins
Tal entgleiste und 17 Menschen ums Leben kamen. "Als wir die Nachricht am Samstag hörten,
konnten wir es zuerst gar nicht glauben und haben uns gefragt, wie so etwas passieren kann", sagt
er. "Und natürlich haben wir gefachsimpelt und Rückschlüsse auf unsere eigene Situation gezogen,
das bleibt nicht aus. Doch ich kann sagen: Zumindest rein rechnerisch haben wir eine weit mehr als
100-prozentige Sicherheit erreicht." Und dann fügt Limper noch hinzu: "Ich glaube, bei dem
Unglück am Kitzsteinhorn wird es noch viele Fragen zu klären geben."

Quelle: General-Anzeiger vom 14.11.2000 (Internet).


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Neues aus Euskirchen

- Die vom Lokschuppen zur alten Dieseltankstelle führenden Gleise sind gesperrt (SH2), die Zapfsäulen sind abgebaut.
- Euskirchen fährt demnächst (ab Dezember) selbst mit einer 294er den Güterzug nach Köln-Kalk (bisher BR 212). Evtl. werden auf dem Rückweg Wagen von Gremberg nach Euskirchen gebracht.
- Geplant ist ein vorübergehender dreimonatiger Einsatz der BR 643 auf der Eifelstrecke. In der Zeit werden die 611er umgerüstet, danach soll es keine lokbespannten Züge mehr geben.
- 215 043-1 beförderte in der Nacht des 4.11.2000 den letzten lokbespannten Zug im Ahrtal von Ahrbrück (22.05 ab) nach Remagen. Auf der Ahrtalbahn wird jetzt die BR 643 eingesetzt.