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NACHRICHTEN: 06-11/1998



Eisenbahnkatstrophe in Eschede am 03.06.1998

Eisenbahnkatastrophen
 

Es war einmal: Becker Awanst

Bis auf ein kleines Weichenstück sind die Gleise des Anschlusses Walzwerk Becker in Euenheim inzwischen verschwunden.
 

Eisenbahnunglück bei Arloff am 15.06.1998

Die von Bad Münstereifel kommende Regionalbahn, gezogen von der Lok 215 013-4, hat gegen 17.10 Uhr bei km 9/5 kurz vor dem Bahnhof Arloff einen VW mit 3 Insassen Golf erfasst, der auf einem Feldweg die Bahnstrecke überqueren wollte. Der Zug schob das Auto etwa 200 m weit vor sich her, bis er an dem beschrankten Bahnübergang an der B 51 zum stehen kam. In dem Fahrzeug starben zwei Frauen (Schwestern), der 16jährige Sohn der Fahrerin überlebte schwer verletzt, er konnte gegen 18.00 Uhr aus dem Wrack befreit werden.

Um das Wrack unter der Lok herauszuziehen, musste diese erst mit einem Bergekran (der Kaller Feuerwehr) angehoben werden. Erst danach konnten die beiden anderen Opfer geborgen werden. Neben vier Notarztteams und vier Rettungswagen waren auch die Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 und Christoph 3 an der Unfallstelle, sie flogen aber ohne Patienten an Bord zurück, als klar wurde, dass für die beiden Unfallopfer jede Hilfe zu spät kam.

Zur Unfallstelle wurde aus Euskirchen eine Lok (BR 215 gebracht). Gegen 21.00 Uhr wurden die Überreste des PKWs auf einen Abschleppwagen geladen, die B 51 war zu dieser Zeit immer noch gesperrt.
 

Der Unfall im Spiegel der Presse

Zwei Tote - Zug begrub Auto unter sich
Furchtbarer Unfall bei Arloff: Lokomotive erfasste am unbeschrankten Bahnübergang ein Fahrzeug - Ein Mann wurde schwer verletzt, zwei Frauen kamen ums Leben - „Goliath“ musste den Zug anheben, um Autowrack zu bergen

Von unserem Redakteur Johannes Bühl

Bad Münstereifel-Arloff - Zwei Menschenleben hat gestern nachmittag ein schlimmer Verkehrsunfall gefordert. Eine Regionalbahn der Deutschen Bahn AG erfaßte gegen 17 Uhr auf der Strecke zwischen Bad Münstereifel und Euskirchen einen VW Golf, der mit drei Personen besetzt war. Ein Mann überlebte den Unfall schwer verletzt. Der Fahrer oder die Fahrerin des Wagens hatte versucht, das Gleis an einem unbeschrankten Bahnübergang zwischen Iversheim und Arloff zu überqueren.
Nach Angaben der Euskirchener Polizei kam der VW aus Richtung Kalkar. Die Lok erfaßte den Wagen und schob ihn rund 200 Meter vor sich her, bis sie am Bahnübergang an der Bundesstraße 51 zum Stehen kam. Die drei Insassen des Wagens waren in dem völlig zertrümmerten Golf eingeklemmt. Von dem Auto blieb nur noch Schrott übrig. Es grenzt an ein Wunder, daß ein Unfallopfer, laut Polizeiangaben ein Mann aus Euskirchen, in dem Blechknäuel überlebte.
Der Feuerwehr gelang es gegen 18 Uhr, den Mann aus dem Wrack zu befreien. Er wurde mit einem Rettungswagen ins Marien-Hospital gefahren. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, daß es für die anderen Fahrzeuginsassen kaum noch eine Chance gab.
Gewißheit über die tatsächliche Zahl der Toten trat erst ein, als die Kaller Feuerwehr mit ihrem Bergekran „Goliath“ und dicken Stahlseilen die schwere Lok ein Stück angehoben hatte. Erst danach war es möglich, das Autowrack mit einer Seilwinde unter der Lok hervorzuziehen.
Nach Angaben der Leitenden Notärztin Dr. Gisela Neff handelt es sich bei den beiden Todesopfern um zwei Frauen. Ihre Identität war bis Redaktionsschluß noch nicht geklärt. Wer zum Unfallzeitpunkt am Steuer des VW Golf gesessen hatte, konnte die Polizei bis zum Redaktionsschluß dieser Ausgabe nicht sagen. Neben Dr. Neff und dem Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Euskirchen, Udo Crespin, waren drei weitere NotarztTeams und vier Rettungswagen vor Ort.
Auch die beiden Rettungshubschrauber Christoph Europa I und Christoph III waren angefordert worden. Sie hoben aber ohne Patienten an Bord in Richtung Aachen und Köln ab, als klar wurde, daß für die beiden Unfallopfer jede Hilfe zu spät kam. Ebenfalls im Einsatz waren rund 70 Feuerwehrleute aus Arloff, Euskirchen, Bad Münstereifel und Kall. Den Feuerwehreinsatz leitete Kreisbrandmeister Johannes Wilhelm Fuchs.
Zunächst hatte es geheißen, daß sich vier Menschen im dem Autowrack befänden. Dies bestätigte sich aber nicht. Der Mann, der den Unfall überlebte, war während der Rettungsaktion ansprechbar. Ob seine  Verletzungen  lebensbedrohlich waren, stand am Abend noch nicht fest.

Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 136 vom 16. Juni 1998, S. 9.
 

16jähriger überlebte wie durch ein Wunder
Seine Mutter und deren jüngere Schwester wurden im Auto zerquetscht Bahngleis vom Feldweg kaum einsehbar - Der Hund konnte sich retten

Von unserem Redakteur Johannes Bühl

Bad Münstereifel-Arloff - Bei den beiden Frauen, die am Montag durch das Zugunglück ums Leben kamen, handelt es sich um eine 49 Jahre alte Euskirchenerin und ihre 36jährige Schwester, die in Koblenz zu Hause war. Die 49jährige hatte nach den Ermittlungen der Polizei am Lenkrad gesessen, als der mit drei Personen besetzte VW Golf mit dem Nahverkehrszug Bad Münstereifel - Euskirchen kollidierte. Der 16 Jahre alte Sohn der Fahrerin überlebte wie durch ein Wunder schwer verletzt.
Zu dem Zusammenprall kam es auf einem unbefestigten Wirtschaftsweg, der aus Richtung Kalkar auf die Bundesstraße 51 führt. Der Weg ist für Fahrzeuge aller Art gesperrt, wie gestern Polizeipressesprecher Günter Hauschke sagte. Die Ermittler schließen nicht aus, daß die Frau den Feldweg verbotenerweise zunächst in Richtung Kalkar befuhr, dann aber kehrtmachte, weil die Strecke im oberen Bereich kaum noch befahrbar ist.
Der unbeschrankte Bahnübergang, an dem sich die fatale Kollision ereignete, ist lediglich mit einem Andreaskreuz ausgestattet. „Man hat an dieser Stelle wegen Bäumen und Sträuchern nur zwanzig Meter weit Sicht auf den Gleiskörper“, ergänzte Hauschke. Dies ist möglicherweise eine Erklärung dafür, daß die Autofahrerin den sich nähernden Zug übersah oder aber zu spät wahrnahm.
Lok fuhr etwa Tempo 60
Die Bahn, die sich kurz vor dem Haltepunkt Arloff befand, war nach Angaben des Lokomotivführers etwa mit Tempo 60 unterwegs. Der Mann, ein 31jähriger Dürener, bemerkte das Auto erst rund zehn Meter vor dem Übergang. Er überstand den Unfall ohne äußerliche Verletzungen. Dies gilt auch für die rund 40 Fahrgäste, die in Richtung Euskirchen unterwegs waren. Sie wurden nach dem Unglück mit Bussen weitertransportiert.
Der Unfall wurde von mehreren Augenzeugen beobachtet. Sie warteten in ihren Fahrzeugen vor der geschlossenen Bahnschranke an der Bundesstraße 51, wo der Zug nach einer Notbremsung wenig später zum Stehen kam. Nach den Zeugenaussagen überquerte der VW das Bahngleis in langsamer Fahrt. Die schwere Lok erfaßte den Wagen und schob ihn rund 160 Meter vor sich her, bis das Auto gegen die Asphaltkante ander B 5l schlug.
Die Straßentrasse wirkte wie ein Hindernis, so daß der Golf unter der Lok zerquetscht wurde. Die Feuerwehr arbeitete fieberhaft und schaffte es nach etwa einer Stunde, den 16jährigen aus dem Autowrack zu befreien. Die Einsatzkräfte gingen mit Schneidegeräten und Spreizern vor, entfernten nach und nach einzelne Teile des zerstörten Wagens.
Aufwendig gestalteten sich anschließend das Vorhaben, die Trümmer des Autos unter der Lok hervorzuziehen. Dies gelang erst, als der Bergezug der Kaller Feuerwehr die Lokomotive unter der Regie von Harald Heinen mit dem Kranwagen „Goliath“ ein Stück anhob. In diesem Moment entwich ein Yorkshire-Terrier aus den Fahrzeugtrümmern. Der Hund lief in Richtung Arloff davon und wird nun von der Polizei gesucht, wie Günter Hauschke berichtete. Die VW-Trümmer wurden sichergestellt, die Unglückslok von einer Kranlokomotive nach Köln geschleppt. Der Fahrerin wurde eine Blutprobe entnommen, deren Resultat noch aussteht. Die B 51 und die Bahnlinie blieben vier Stunden gesperrt.
Nach den bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, daß der 16jährige, der schwer verletzt ins Marien-Hospital kam, im Fond gesessen hatte. Um die Sitzanordnung exakt rekonstruieren zu können, hat die Polizei Kleidungsstücke der Unfallopfer sichergestellt, um sie mit Textilfasern zu vergleichen, die möglicherweise auf den Autositzen zurückgeblieben sind.
An den Ermittlungen, die längst noch nicht abgeschlossen sind, beteiligt sich auch der Bundesgrenzschutz als zuständige Bahnpolizeibehörde. Ein Sprecher sagte, es sei üblich, daß Lokomotiven vor unbeschrankten Bahnübergängen ein Signal abgeben. Ob dies am Montag der Fall war, sei wahrscheinlich, aber noch nicht geklärt.

Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 137 vom 17. Juni 1998, S. 11.
 

Erfttalbahn erfasst mit drei Personen besetztes Auto an Bahnübergang bei Arloff
Zwei Frauen wurden getötet: Junger Mann aus Wrack gerettet

Von Bernd Zimmermann, Peter W. Schmitz und Franz-Josef Vogt

Arloff-Kirspenich. Zwei Menschenleben hat gestern nachmittag gegen 17.10 Uhr der Zusammenstoß eines VW Golf mit einem Nahverkehrszug der Deutschen Bahn AG auf der Erfttalbahnstrecke bei Arloff gefordert. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war ein mit drei Menschen besetztes Fahrzeug über einen unbeschrankten Bahnübergang gefahren, als die Erfttalbahn gleichzeitig in Richtung Euskirchen heranfuhr. Die schwere Lokomotive erfaßte den VW Golf älterer Bauart, drehte ihn aufs Dach und schleifte das Fahrzeug gut 200 Meter weit mit. Dann wurde der Wagen an den Betonplatten des Bahnüberganges mit der B 51 völlig zerquetscht. Hier kam auch der Zug zum Stehen.
Den Helfern bot sich gestern abend ein Bild des Grauens. Doch dann ein Hoffnungsschimmer: Notärztin Gisela Neff hörte im zerstörten Wrack eine menschliche Stimme. Es war ein junger Mann. Und er lebte. Zwei weitere Personen, offensichtlich Frauen, waren offenbar auf der Stelle tot.
Die Notärzte kamen aus allen Teilen des Kreises. Am Unfallort stauten sich nach kurzer Zeit Rettungsfahrzeuge, Notarztwagen, Feuerwehrfahrzeuge und Funkwagen der Polizei, und Service-Fahrzeuge der Bahn AG. Verzweifelt bemühten sich Rettungsmannschaften der Euskirchener Feuerwehr mit Hilfe des schweren Rüstwagens das Fahrzeug vorsichtig unter der Lokomotive freizubekommen. Dazu wurden die hydraulischen Bergungswerkzeuge verschiedener Rüstwagen eingesetzt. Denn total deformiertes Blech und Stahl mußten abgeschnitten und verbogen werden, um an die eingeklemmten Menschen zu gelangen.
Vorsorglich hatte die örtliche Einsatzleitung schon den Bergezug der Kaller Feuerwehr mit dem Kran Goliath angefordert, damit er die fast 100 Tonnen schwere Lokomotive anheben könne. Umsichtig und konzentriert bemühten sich noch vor Goliaths Eintreffen Notärzte und Rettungssanitäter um die Opfer des Unglücks. Endlich gelang es, den jungen Mann unter aus den Trümmern zu bergen und auf eine Trage zu legen. Unverzüglich wurde er in einen Rettungswagen gebracht, wo der junge Mann, der aus Euskirchen kommt, weiter behandelt werden konnte.
„Der hat mehr als Glück gehabt“, freuten sich Rettungskräfte und Notärzte, als der junge Mann in Richtung Marien-Hospital gefahren wurde, um dort weiterbehandelt zu werden. Seine Verletzungen schätzte Leitende Notärztin Gisela Neff als „verhältnismäßig leicht“ ein, „falls nicht noch irgendwelche schlimmen inneren Verletzungen festgestellt werden“.
Knapp 90 Minuten nach dem Unfall hatte es die Mannschaft des Kaller Bergezuges geschafft, die schwere Lokomotive soweit anzuheben, daß das völlig zerstörte Auto mit Hilfe der Seilwinde des Euskirchener Rüstwagens weit herausgezogen werden konnte. Jetzt wurde klar, daß sich in dem Wagen zwei tote Frauen befanden. Bis dahin war allerdings nicht sicher, ob sich nicht noch eine vierte Person in dem Auto befunden hatte. Der zunächst vermißte Mann wurde aber später zu Hause angetroffen. Ob es sich bei einer der beiden Frauen um seine Ehefrau handelte, war gestern abend bei Redaktionsschluß nicht geklärt.
Unklar war gestern abend auch noch, wer die beiden Unfallopfer waren. Deren Identität versuchte die Polizei bis in die Nacht zu ermitteln. Dazu wurden Angehörige in Ostdeutschland und in Kall benachrichtigt.
Doch die Feuerwehrleute aus Kall, Euskirchen und der Kurstadt setzten die Kraft des „Goliath“ sowie verschiedene Hebekissen ein, um so den Vorderwagen anheben zu können. „Jeder allein hätte das nicht geschafft“, sagte Euskirchens stellvertretender Stadtbrandmeister Rolf Peter Stupp gestern nach dem Einsatz: „Gemeinsam hat das aber funktioniert. Wäre das Auto mitten unter der Lok gewesen, hätten wir aber mit unseren Mitteln keine Chance gehabt“
Erhebliche Probleme hatte die Feuerwehr mit der Haltung vieler Schaulustiger: Feuerwehrleute mußten die Bergung der Leichen mit Decken gegen neugierige Blicke abschirmen. „Da kamen selbst Familien mit Kleinkindern bis zur Unfallstelle, um zu gaffen“, empörte sich ein Retter.
Geraume Zeit mühten sich am Rande des Geschehens zwei junge Feuerwehrleute und drei Zivilisten, den Fahrzeugverkehr auf der stark befahrenen Kreuzung B 51 / L 11 abzuleiten. Die meisten Autofahrer hatten dafür Verständnis. Die unfreiwilligen Verkehrswächter hingegen fühlten sich von der Polizei allein gelassen. „Die könnten zumindest einen Streifenwagen hier hinstellen, um den Unfallort abzusichern“, ärgerte sich einer der Helfer.
Nach gut zwei Stunden, konnten die Mitglieder der Euskirchener Feuerwehr wieder abrücken, auch einige der Freiwilligen aus Bad Münstereifel konnten den Einsatzort wieder verlassen. Einige wurden zu einem weiteren Einsatz abgerufen, als ein Baum im Windheckenweg umstürzte.
Stundenlang war gestern die Bundesstraße 51 gesperrt, weil ein Unfallsachverständiger den Ablauf des Unfalles klären mußte, und die Beamten der Euskirchener Polizei zu ermitteln versuchten, welche der drei Personen das Auto gesteuert hatte. Feuerwehrleute aus Arloff und Bad Münstereifel säuberten am Abend die Unfallstelle.
Insgesamt waren, so vorsichtige Schätzungen, gut 80 Feuerwehrleute im Einsatz, der von Kreisbrandmeister Willi Fuchs geleitet wurde. Fünf Notärzte, fünf Rettungswagenbesatzungen und zwei Hubschrauberbesatzungen waren am Unfallort, die Schnelleinsatzgruppe des Rettungsdienstes füllte die Wachen mit Personal auf.

Kölnische Rundschau Nr. 136 vom 16. Juni 1998, S. 11.
 

Zwei Frauen starben, als ihr Golf von der Erfttalbahn erfasst wurde
16jähriger Junge konnte wie durch ein Wunder lebend geborgen werden

Zwei Todesopfer - eine 49jährige Frau aus Euskirchen und ihre 36jährige Schwester aus Koblenz - forderte am Montag ein schwerer Unfall an der B 51 bei Arloff. Ein mit drei Insassen besetzter VWGolf ist an einem unbeschrankten Feldweg vor den 17-Uhr-Zug Bad M‘eifel-Euskirchen gefahren.

Arloft (wa).  Obwohl der Lokführer sofort eine „Notbremsung“ auslöste, wurde der Golf rund 160 Meter mitgeschleift. Dabei sah es nach Angaben des Lokführers zunächst noch relativ gut aus: Das Auto wurde aufrecht vor dem Zug hergeschoben. Erst nach knapp 200 Metern, dort wo die Bahnlinie die B 51 kreuzt (zwischen Iversheim und Arloff), blieb der Golf an einem Asphaltwulst hängen, so daß er von der Lok vollständig  zertrümmert wurde. Dem Großaufgebot an Rettungskräften - u.a. waren zwei  Rettungshubschrauber an die Unfallstelle beordert worden - bot sich ein Bild des Grauens. Zunächst wußte niemand, wieviele Menschen in dem unter der Lok liegenden Wrack waren. Unter dem Einsatz von allerlei schwerem Gerät gelang es den Helfern gegen 18 Uhr, einen l6jähringe Mann aus den Trümmern herauszuholen. Er war sogar ansprechbar. Mit dem Krankenwagen wurde er ins  Marienhospital  gebracht. Seine Verletzungen sind schwer, aber nicht lebensgefährlich. Für zwei weitere Frauen, die in dem Wagen waren, bestand  dagegen  keine Hoffnung mehr. Doch ehe sie geborgen werden konnten, verging noch eine weitere Stunde. Der eigens aus Kall angeforderte Bergekran „Goliath“ mußte die 80-t-Lok ein wenig anheben, damit man das Autowrack herausziehen konnte.
Nach Angaben der Polizei ist der Golf aus Richtung Kalkar kommend auf einem unbeschrankten Feldweg frontal vor den Zug gefahren. Der Bahnübergang ist nur durch ein Andreaskreuz gesichert. Am Steuer saß die 49jährige Frau aus Euskirchen. Ihr l6jähriger Sohn muß wohl auf der Rückbank gesessen haben. Ob der Wagen den nicht-öffentlichen Feldweg befahren durfte, stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest.
Insgesamt waren etwa 80 Rettungskräfte am Einsatzort. Die Bundesstraße mußte von 17.05 Uhr bis 21 Uhr voll gesperrt werden. An der Lok entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von 50.000 Mark. Sie war nicht mehr fahrtüchtig und mußte von einer Kranlok der Bahn AG abgeschleppt werden.

Euskirchener Wochenspiegel (Woche 25) vom 17. Juni 1998, S. 7.
 

Eisenbahnunfall in Scheven am 4. August 1998

Mechernicher hatte Kreislaufbeschwerden
Auf Bahnsteigkante von Zug erfasst

Von Alexander Schäfer.

Scheven. Schwere Verletzungen an den Beinen zog sich am Dienstag abend ein 75jähriger Mann aus Mechernich zu. Der Mann sass auf der Bahnsteigkante in Sichtweite des Haltepunktes in Scheven, als der Pendolino Köln-Saarbrücken mit 120 Stundenkilometern in Richtung Kall den Bahnhof passierte.

Der Zug erfasste den 75jährigen und schleuderte ihn auf die Gleise. Eine Bahnbedienstete zog den Mann von den Gleisen wieder auf den Bahnsteig. Zwei Anwohner leisteten Erste Hilfe. Der Zugführer, der den Zug nicht mehr hatte stoppen können, arlamierte über Funk die Rettungssanitäter. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurde der Mann ins Kreiskrankenhaus Mechernich gebracht.

Der Unfall ereignete sich um 18.13 Uhr, als der Regionalexpress durch den Schevener Bahnhof fuhr. Dieser Zug hält fahrplanmässig nicht in Scheven. Als der Lokführer den Mann an der Bahnsteigkante sitzen sah, betätigte er mehrmals das Warnsignal, doch der Mann konnte nicht mehr reagieren. Er wurde beim Aufprall schwer an den Beinen und Knien verletzt. Trotz seiner schweren Verletzungen war der Mann ansprechbar. Gegenüber der Polizei sagte er aus, dass er am Nachmittag an einer Beerdigung in Scheven teilgenommen habe. Er habe danach zurück nach Mechernich fahren wollen, wo er allein lebe. Wegen Kreislaufproblemen habe er sich auf den Bahnsteig gesetzt. Der Verunglückte hatte den falschen Bahnsteig erwischt. Er sass an der Seite, an der die Züge in Richtung Kall fahren.

Aus: Kölnische Rundschau Nr. 180, 6. August 1998, S. 13.
 

Eisenbahnunglück bei Densborn im August 1998

Bei Densborn fuhr ein "Pendolino" in einen Bauzug, verursacht durch einen Fehler des Fahrdienstleiters.
 

Folgen des NeiTech-Ausfalls

Vermutlich aus Mangel an Steuerwagen sind im Raum Euskirchen jetzt Personenzüge mit je einer Diesellok der Baureihe 215 an Zuganfang und Zugende zu sehen, so am 17.9.1998 von Bad Münstereifel und in Richtung Kall. Ist es für die Bahn wirtschaftlicher, mit zwei Loks zu fahren, als die Lok umzusetzen?
 

Euskirchener Kreisbahnen

Das neue Buch über die Euskirchener Kreisbahnen (Verlag Schweers + Wall, Aachen) sollte im Oktober erscheinen, man wird sich aber offensichtlich noch bis zum Februar gedulden müssen.
 

HGK-Lok auf der Erfttalbahn

Am 20. September (Sonntag) schob die HGK-Lok DE 85 Schotterwagen von Euskirchen bis kurz vor Iversheim, die dort entleert wurden. Auf der Strecke werden die Gleise erneuert. In Bad Münstereifel sieht es allerdings so aus, als würden bis auf eins alle anderen Gleise auf der Strecke bleiben. Schöne neue Bahn...
Am Sonntag, dem 15. November war 294 253-0 auf der Strecke vor Arbeitszügen im Einsatz.
 

Endzeitstimmung?

Trotz etlicher Zeitungsberichte über eine mögliche Reaktivierung des Abschnitts Zülpich - Düren gibt es jetzt Gerüchte über den Abbau dieses Streckenteils. Auch das Stellwerk Zf in Zülpich soll verschwinden.
In Bad Münstereifel bleibt nach der Gleiserneuerung möglichweise nur noch ein Gleis im Bahnhof liegen.
Vom Abriss bedroht scheint das Bw Gerolstein zu sein, wenn man sich den Zustand der Gebäude betrachtet.
In Bonn Gbf sind in der letzten Zeit einige Gleise verschwunden.
Gleis 3 in Derkum wollte man auch schon rausreissen.
In Euenheim (Anschluss Walzwerk Becker) sind alle Gleise verschwunden
Und selbst die Zukunft des Güterbahnhofs Euskirchen ist ungewiss. Der Bekohlungskran in Euskirchen ist seit kurzem abgebaut, (er wurde 1962 vom aufgelösten Bw Bonn übernommen), ein Lagergebäude daneben wird abgerissen. Hier soll eine neue Dieseltankstelle entstehen.
 

Pressevorführungsfahrt VT 644 (Talent)

Die Fahrt am 29. Oktober führte von Köln (über Bonn) nach Euskirchen. Eingesetzt werden sollen die neuen Dieseltriebwagen auf den Strecken Köln - Gerolstein, Bonn - Euskirchen und Köln - Gummmersbach.
 

Rezensionen / Vorstellungen der CD-ROM Eisenbahnen der Eifel

- Drehscheibe Ausgabe 132 (Heft 8/98), S. 111
- Eisenbahn-Journal 1/1999, S. 126 (Neue Bücher und CD-ROMs)
- Bahn-Report Heft 1/1999, S. 66
 

Winter in der Eifel

Bahnhof Dahlem (Eifel). Pz Euskirchen - Gerolstein kurz vor der Einfahrt in Jünkerath, links vom Steuerwagen zeigt die Strecke nach Weywertz ab. Fotos: Norbert Lammertz.
 

Militaerzug nach Weywertz bei Hallschlag (Doppeltraktion BR 215)Vor Schmidtheim muss die Ueg auf dem Rückweg von Gerolstein erst den Pz in Richtung Dahlem vorbeilassen.

Bild links: Während auf den Eifelhöhen der erste Schnee fällt, kämpfen sich zwei Loks der Baureihe 215 vor einem Militärzug nach Weywertz im kalten Nieselregen die Steigung von Hallschlag nach Losheim hoch. 16. November 1998.
Bild rechts: Die Übergabe von Euskirchen nach Gerolstein muss auf der Rückfahrt vor Schmidtheim warten, bis der Pz den Bahnhof Schmidtheim in Richtung Dahlem verlassen hat. 30. November 1998. Fotos: Peter Weber.
 

Zeichen für das Bahnbetriebswerk stehen gut
Hauptversammlung von »Eifelbahn e.V.«: Übernimmt VG das Gebäude? - 1999 sind regelmäßige Dampflokfahrten geplant 
  
Von unserem Mitarbeiter ANTON SEIBERTS  

GEROLSTEIN. Typischerweise in die Bahnhofsgaststätte hatte der Verein »Eifelbahn e.V.« zum Mitgliedertreffen eingeladen. Ein teils turbulentes Jahr liegt hinter den Enthusiasten rund um die Historie der Eisenbahngeschichte. Enorme Aufgaben und Aktivitäten, in die Zukunft gerichtet, erfordern den Einsatz aller Mitglieder.  

Nach einigen Funktionsstörungen im Vorstandsnetz glauben die Mitglieder, nun die Weichen für eine erfolgreiche Fahrt in die Zukunft gestellt zu haben. So gab Vereinsvorsitzender Jörg Petry zu Beginn einige positive Fakten an die Mitglieder bekannt.  Nach Ortterminen: Licht am Ende des Tunnels 
Was die Übernahme, beziehungsweise die Miete, eine Erbpacht oder der Kauf des Bundesbahnbetriebswerkes (BBW) in Gerolstein angeht, sieht der Vorstand »Licht am Ende des Tunnels«. In zwei Ortsterminen haben die Beteiligten (Deutsche Bahn AG, Verkehrsministerium, Kommune und Eifelbahn e.V. ) sich angenähert, und man sieht auf beiden Seiten eine realisierbare Lösung für eine Übernahme des BBW.  

Der Verein betrachtet diese dauerhafte Bleibe als Muß und Basis seiner künftigen Aktivitäten. Der ursprünglich von der DB-Immobilien geforderte sehr hohe Kaufpreis ist nicht mehr Gegenstand der Verhandlungen. Im Kontext von bisher geflossenen Mitteln aus dem EG-Interreg-Topf, allgemeiner Tourismusförderung und der geplanten Umgehungsstraße mit Nutzung des BBW-Geländes wollen die Beteiligten zu einer akzeptablen Lösung kommen.  

Da die Verbandsgemeinde Gerolstein als voraussichtliche Eigentümerin vorgesehen ist, wäre als überwindbare weitere Hürde ein Nachtragshaushalt erforderlich, so Jörg Petry.  

Um die Kaufargumente zu unterstützen, will der Verein ein Konzept zum Eisenbahntouristikprogrammm erstellen. Mit der Übernahme beziehungsweise Nutzung des BBW sieht Petry allerdings neue enorme Kosten (Gebäudeinstandsetzung) auf den Verein zukommen. Andererseits schätzt er die Chancen auf Fördermittel recht positiv ein.  

Dem Verein stehen jetzt für Fahrten zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Einmal ist es der rote Schienenbus mit Hänger, der viele Jahre auf den Eifelstrecken zu sehen war, und die mit einem Aufwand von 785000 Mark instandgesetzte Dampflok des Typs 94.  

Mit dieser Dampflok hat der Verein natürlich ein Paradestück, steht allerdings durch die hohen Reparaturkosten noch in der Kreide. Der Schienenbus wird bei Vierjahreszeitenfahrten speziell den Eisenbahnfreunden zur Verfügung stehen und auf den Eifelnebenstrecken fahren. Als Touristenattraktion fährt der Schienenbus vom 23. Juni bis zum 28.August sowie in den Herbstferien regelmäßig mittwochs. Diese Fahrten sollen Bestandteil eines touristischen Eifelangebotes werden.  Vereine und Firmen können Bahn chartern 
Hinzu kommt die Möglichkeit, für Vereine oder Firmen, das Fahrzeug zu chartern. Unter Dampf kann der Eisenbahnfan dann ab April jeweils am 1. Sonntag im Monat nach Losheim fahren. Hier denkt der Verein an eine Vernetzung mit der in Belgien fahrenden »Vennbahn«.  

So will man der Förderung durch die EG für grenzüberschreitende Museumsbahnen gerecht werden. Hinzu kommen die bereits etablierten Fahrten zum Lukasmarkt nach Mayen und die Nikolausfahrt nach Losheim.  

Im Verbund mit anderen Vereinen steht für den begeisterten Dampflokliebhaber im September ein »Roßtreffen« im Terminkalender. Ergänzen will man die »Showtime« mit einem tollen Beiprogramm. Die Resonanz aus vergangenen Jahren gibt dem Verein die Motivation für dieses umfangreiche Programm. Unter dem Motto: »Das Dampfereignis vor der Jahrtausendwende« wie die Spezies »Eisenbahner« nochmal so richtig einheizen. 

TV (11/1998?)