Editorial

KW 12/2001


  Frühlingserwachen

Auch wenn das Wetter momentan nicht danach aussieht: Der Frühling ist da! Da wird sicher der ein oder andere so langsam die Kamera wieder aus dem Schrank holen. Der Freak kennt natürlich keine Winterpause!
 

Mit der Bahn in den Frühling: Im Euskirchener Bahnhof wurden Anfang der Woche (am 20.03.) an Reisende Blumenzwiebeln verschenkt - als "Ein kleines Dankeschön Ihrer DB Regionalbahn Rheinland GmbH". Mögen sie wachsen und gedeihen - die Zwiebeln und die Bahn!

Dort hat man mit dem Frühjahrsputz begonnen. Auf den Bahnsteigen werden die weissen Linien neu gezogen. In der Unterführung sind mit grossem Aufwand die Spuren von Vandalismus und Gedankenlosigkeit zu beseitigen. Beschmierte Wände, angezündete Abfallbehälter und ein von Cola-Flecken und ausgedienten Kaugummis klebender Boden machen Bahnreisen nicht schöner - sie zeugen von der zunehmenden Verwahrlosung unserer Gesellschaft. Und wer zahlt die Zeche?
 


Zwischen Satzvey und Mechernich werden zur Zeit Gleise erneuert. Dadurch bedingt sind im Bahnhof Euskirchen immer wieder diverse Fahrzeuge zu bestaunen. So standen heute auf den Gleisen 46 und 47 gleich drei EBM-Lokomotiven: Neben der Taigatrommel 120 506 - schon öfters Gast in Euskirchen - waren es 202 373 und 202 487-5. Im Güterbahnhof standen u.a. etliche Slps 463 Oberbaustoffwagen (beladen mit Betonschwellen), ein Umbauzug UH (UBM 611), Werkstattwagen 613 und zwei Gerätewagen 633 (einer von den beiden war zusätzlich mit Lichtwagen 2 beschriftet).

Neben den dringend notwendigen Erneuerungen gibt es aber auch laufend andere Dinge bei der Bahn: Stillegung, Rückbau oder Abriss.
Daher mein Aufruf an alle fotografierenden Eisenbahnfreunde: Haltet den jeweils aktuellen Zustand und die ständigen Veränderungen im Bild fest! Sicher ist es reizvoller, Lokomotiven oder Züge in einer schönen Landschaft zu fotografieren. Es ist aber auch wichtig, das Umfeld festzuhalten: Das Bahnhofsgebäude, das morgen vielleicht schon nicht mehr steht, das Anschlussgleis, das bald vielleicht schon nicht mehr liegt, den Bahnübergang, der demnächst vielleicht schon durch eine Unterführung ersetzt wird - und natürlich auch den Zug, der morgen vielleicht schon abgefahren ist...

Peter Weber